Der Pharaonenibis wird 65 bis 75 cm groß und hat eine Flügelspannweite von 112 bis 124 cm. Er hat ein weitgehend weißes Gefieder mit Ausnahme einiger schwarzer Federn an den Flügeln.
Der Kopf ist schwarz. Beide Geschlechter haben die gleiche Gefiederfärbung, Männchen sind etwas größer als Weibchen.
Einst auch in Ägypten heimisch, lebt dieser Ibis heute ganz überwiegend im Afrika südlich der Sahara. Außerdem gibt es Brutvorkommen im südöstlichen Irak. Seine nächsten Verwandten sind der Molukkenibis und der Schwarzkopfibis.
Die Vögel leben meist in Gewässernähe. Die Bestände in Ägypten, wo er einst als heiliger Vogel verehrt wurde, sind heute erloschen.
In Frankreich hat sich beginnend in den 1970er Jahren eine Population aus freifliegenden Tieren des Vogelparks von Branféré in der Bretagne etabliert. Im Jahr 1984 gab es etwa 100 Tiere, 1995 etwa 400 und 2005 bereits etwa 3.000 in insgesamt 17 Departements. Besonders verbreitet ist er in den Départements Loire-Atlantique Vendee und Morbihan. Man findet ihn aber auch an der französischen Mittelmeerküste. Seit Mai 2008 laufen im Départements Loire-Atlantique Abschüsse durch Jäger, um den Bestand wegen vermeintlich negativen Auswirkungen auf andere Vogelarten zu reduzieren.
Nachdem in Nordwestitalien ebenfalls Bruten erfolgten, wurden auch im Podelta im Nordosten Italiens bereits Exemplare gesichtet. Die Vögel werden zunehmend auch in Belgien und den Niederlanden beobachtet, wo es ebenfalls bereits erste Bruten gab. In Deutschland sind manchmal Gefangenschaftsflüchtlinge zu finden, eventuell auch Tiere der französischen Population, vor allem am Niederrhein. 2013 brütete erstmals ein Paar in Deutschland, am Ismaniger Speichersee
Bis zum Jahre 2022 hat sich der Pharaonenibis über weite Gebiete Europas verbreitet, neben der französischen Atlantikküste ist er insbesondere auch in Belgien, den Niederlanden, der Poebene, sowie an der Mittelmeerküste von Frankreich und Italien anzutreffen. Eher verstreute Belege gab es auch im französischen Binnenland, in Südengland, Deutschland, Dänemark, Südschweden, Spanien, Portugal, der Schweiz und Österreich. Einzelne Sichtungen gab es auch in Polen, Tschechien, der Slowakei, Kroatien und Lettland.
In Deutschland wird eine umgehende Bekämpfung des Pharaonenibis gefordert, sobald er auftritt. Er wird als invasive Art nach § 40 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) betrachtet, da er heimische Arten gefährden könne. Eine wissenschaftliche Langzeitstudie aus dem Jahre 2013 über Neozoen in Frankreich kommt jedoch zum Schluss, dass der Pharaonenibis
keine anderen Arten gefährdet.
Und doch:
Er ist 2016 in die
„Liste der unerwünschten Spezies“ für die Europäische Union aufgenommen worden.
Die Gesamtpopulation besteht nach Schätzungen der IUCN aus 200.000 bis 450.000 Tieren. Die Art wird als „nicht gefährdet“ eingestuft.
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