Testbericht: Tamron 10-24mm 3,5-4,5

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Murcielago

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Ich möchte euch heute ein neues Objektiv vorstellen, und zwar das

Tamron 10-24mm 3,5-4,5 Di II



Landschafts- und Architekturfotografen lieben sie: Ultraweitwinkelobjektive.
Dank ihnen passt mächtig viel auf‘s Bild - ganze Gebäude oder Landschaften.
Der bekannte japanische Objektivhersteller Tamron hat nun ein neues UWW-Objektiv entwickelt, das 10-24mm 3,5-4,5 Di II.



Wenden wir uns zuerst dem Anwendungsbereich solcher Weitwinkelobjektive zu und klären, was wichtig ist:

Aufnahmen von Gebäuden, Sehenswürdigkeiten und Plätzen
Naturbilder, also Landschaften, Seen, Pflanzen und mehr.

Für die zwei erstgenannten Anwendungsbereiche ist eine geringe Brennweite oftmals von Vorteil - einen kleinen See beispielsweise möchte man eventuell komplett ablichten, ohne aus großen Entfernungen fotografieren zu müssen.
Oder eine Kirche - was, wenn der Kirchturm abgeschnitten ist, weil man nicht richtig ausgerüstet ist?

Wie bei allen Objektiven ist es auch bei Ultraweitwinkelobjektiven wichtig, dass der Fokus sitzt, die Lichtstärke stimmt, die Haptik des Objektivs gut ist und der Preis nicht allzuhoch ist.

Das hier getestete Tamron 10-24mm 3,5-4,5 Di II, die Weiterentwicklung des 11-18mm 4,5-5,6, soll laut Hersteller das perfekte UWW-Objektiv für Kameras mit APS-C großem Sensor sein. Wir werden sehen, ob sich diese Angabe bestätigt und ob sich das Objektiv lohnt, zumal der Preis für diese Brennweite relativ günstig erscheint: Bei vielen deutschen Händlern bewegt sich der Preis in der 400€-Region.

objektiv.jpg


Im Lieferumfang befindet sich neben dem Objektiv samt Vorder- und Rückdeckel auch eine tulpenförmige Streulichtblende (fälschlicherweise oftmals als Gegenlichtblende bezeichnet!) sowie eine kleine Anleitung und Handhabungshinweise zur Verwendung des kamerainternen Blitzgerätes in Verbindung mit Objektiv+Sonnenblende.
Die Verpackung ist nicht sonderlich auffällig gestaltet, sondern gefällt durch ihre edel anmutende Aufmachung und kompakter Größe.

packung.jpg

lieferumfang.jpg


Auf die Anleitung werde ich nicht näher eingehen, sie ist allen anderen Objektiv-Bedienungsanleitungen inhaltlich sehr ähnlich. Die Handhabung eines Wechselobjektivs für Digitale Spiegelreflexkameras ist für Anfänger und Fortgeschrittene generell recht einfach.

An der Optik selbst gibt es nur zwei Dinge, die verstellt werden können: Die Brennweite und der Fokus, also AF (Autofokus) und MF (manueller Fokus). Die Blende wird nicht wie bei alten Nikon-Objektiven am Blendenring, sondern an der Kamera selbst eingestellt und schließt erst beim Auslösen bzw. Drücken der Abblendtaste.

afmf.jpg


Schon beim ersten „in die Hand-nehmen“ fällt auf, dass das Objektiv schwerer ist, als man durch bloßes Betrachten meinen könnte. Das verwendete Plastik fühlt sich sehr hochwertig an, ebenso der Gummi an Zoom- und Fokusring. Das Verstellen der Brennweite geht einfach, der Tubus sitzt aber dennoch nicht zu locker und rutscht nicht heraus, wenn das Objektiv kopfüber gehalten wird. Auch die Streulichtblende fühlt sich relativ wertig an und ist im Gegensatz zu Canon-Streulichtblenden nicht glänzend, sondern matt lackiert.

Der Fokus lässt sich in der MF-Einstellung sehr genau einstellen, der Einstellring hakt nirgends und schleift nicht am Objektivgehäuse.
Ein Manko gibt es jedoch: Der AF/MF-Schalter lässt sich nicht optimal bedienen, wenn das Objektiv an einer Kamera angebracht ist. Drückt man beim Umschaltversuch zu stark auf den Schalter, hängt er fest und lässt keine Bewegung zu, man muss also „seitlich schieben“, um von AF auf MF umzustellen. Möglicherweise ist das nur ein kleiner Fehler an meinem Objektiv und betrifft nicht alle Exemplare.
Die „aufgemalte“ Entfernungsskala, die wie bei vielen anderen Tamron-Wechselobjektiven beim Zoomen herausfährt, ist für Nachtaufnahmen auf jeden Fall als brauchbar zu bezeichnen, auch wenn eine Taschenlampe immer dabei sein sollte.

skala.jpg


Das Metallbajonett, wie es wohl jeder von besseren Objektiven kennt, wurde natürlich auch beim 10-24 verwendet. Es hält das Objektiv fest und sicher an der Kamera, nichts wackelt.

Das Objektiv wird in China hergestellt - nicht in Japan. Ob die Linsen selbst auch in der Volksrepublik China gefertigt werden, weiß ich nicht.
Ob man qualitativ einen Unterschied zwischen chinesischen und japanischen Objektiven merkt? Hm...

Der Autofokus soll bei Fremdherstelleroptiken oftmals langsam sein - für Sportfotografie ist die automatische Scharfstellung des 10-24 sicherlich nicht geeignet, Landschaften oder Gebäude bewegen sich aber normalerweise nicht ;) Die Geschwindigkeit ist mit der des Tamron 17-50mm 2,8 vergleichbar, im Gegensatz zu diesem Objektiv ist der AF-Motor aber relativ leise. Auch bei schlechten Lichtverhältnissen sitzt der Fokus sicher, das Hilfslicht verschiedener Nikon-Kameras hilft bei absoluter Dunkelheit manchmal aus.

Nun zum wohl wichtigsten Teil: Den Bilderergebnissen!

Fokus: Sitzt bei meinem Exemplar exakt (mit Fokustestchart nachgeprüft)
Verzeichnung: Bauartbedingt bei 10mm recht stark.
Randschärfe: Bei Offenblende akzeptabel, auf 8 abgeblendet überzeugend.
generelle Bildschärfe: In der Bildmitte ist fast kein Unterschied zwischen Offenblende und Blende 8 zu erkennen, die Schärfe passt bei allen Brennweiten von 10 bis 24mm.

(Mythos Fehlfokus bei Fremdherstellerobjektiven:
In diversen Internetforen findet man Warnungen vor Objektiven von Firmen wie Tamron oder Sigma, angeblich sind unter deren Optiken oftmals „Gurken“, also Objektive mit Front- oder Backfokus zu finden.
Sowohl das hier getestete Tamron 10-24mm als auch zwei ausprobierte Tamron 17-50mm 2,8 wiesen keinen Fehlfokus auf, und das „ab Werk“ und ohne Nachjustage. Ich bin davon überzeugt, dass Fremdherstellerobjektive den Canon/Nikon/Sony/Olympus/Pentax/...-Optiken in keiner Weise nachstehen! Ganz im Gegenteil … zwei meiner Canon-Objektive hatten einen Frontfokus.


Fazit:
Die Verarbeitung ist klasse, die Bilder überzeugen überwiegend - alles in allem ist das Objektiv eine Empfehlung für alle, die die Ultraweitwinkel-Fotografie mögen und mit ihren Problemchen, beispielsweise den Verzerrungen im Randbereich leben können.



Hier noch ein paar Fotos, Klick führt zur Originalgröße.











Exifs zum letzten Bild:
Kamera: NIKON D70 • Blitz ausgelöst: Nein • Brennweite: 10.0mm • Belichtungszeit: 25 s • Blende:
f/8.0 • ISO equiv.: 200 • Metering Mode: matrix.




Ich hoffe, das Review hilft euch ein wenig bei der "Entscheidung UWW".

Gruß,
Marcel


[Text und Fotos bitte nicht ohne Genehmigung verwenden, Kontakt per Mail an mail {ät} vogelbetrachter.de!]
 
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Werde mir diese Linse zwar nie kaufen mangels Bedarf, aber das Hundebild mit der Schneenase finde ich klasse. :)

Gruß Erik
 
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Hi Marcel, Du hast Dir natürlich sehr viel Arbeit gemacht, die Krux ist jedoch, dass man Deine Ergebnisse an der D70 nicht ohne Weiteres auf höherauflösende Cams, z.b. D200 und noch weniger auf D300 übertragen kann.

Im letzten Color-Foto wurde das Objektiv an der D300 getestet und schnitt deutlich schlechter ab, als Sigma, Tokina und Nikon.

Mein Tipp: Vielleicht solltest Du Dich mit jemandem aus dem Forum, der in Deiner Nähe wohnt und eine D90/D300 hat mal kurzschließen und mal mit solch einer Cam mit dem Objektiv Bilder zum Vergleich machen, oder das Objektiv unserem Forenmitglied freedolin, der für Photozone die Nikon-Tests macht, mal zur Verfügung stellen, weil die auf Photozone das Objektiv noch nicht getestet haben (Die testen an der D200).
 
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Das Thema UWW interessiert mich ebenso wie der Preis, aber irgendwie ...

Sind es meine Augen? Ist es mein Monitor? Oder sind die Bilder ALLE - durch die Bank - unscharf?

Das Bild von der Schneelandschaft - der Busch rechts vom Weg
Das Bild von den Häusern nachts - KEIN Fensterrahmen ist scharf - und kein Auto oder Autokennzeichen
Das Bild vom zugefrorenen Teich - KEIN ZWEIG ist wirklich scharf

ist's die Kamera? das Objektiv?

Schade eigentlich - ich hätte gern ein SWW für einen gemässigten Preis, aber hier fehlt mir die Qualität!
 
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Hallo,

ich habe diesen Beitrag jetzt wieder gesucht da ich ein Objektiv suche das etwas mehr Weitwinkel hat als mein Tokina 12-24mm. Ich hoffe mal das du das Tamron 10-24mm noch etwas genutzt hast. Vielleicht teilst du mir/uns noch weitere Erfahrungen mit die sich mittlerweile noch ergeben haben.

Gruss

Patrick
 
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Bildrand ist unscharf, Ecken sowieso, aber auch der normale Rand mittig. Finger weg, was amderes fällt mir da spontan nicht ein ....
 
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