Studio Harcourt Paris


jazzmasterphoto

Erfahrenes Mitglied
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Da auf dem neuen Album "Ballades" von Ahmad Jamal
recht prominent das Logo des Pariser "Studio Harcourt"
zu sehen ist, habe ich mal etwas recherchiert.

Eine Portrait-Sitzung dort kostet satte 1.995 Euro … :whis-take0-27735:

Eine schöne Geschichte über das Studio findet sich hier!
Und ansonsten bei Roland Barthes …

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shovelhead

Sehr aktives Mitglied
Die Franzosen sind alle davon überzeugt, dass in den Studios Harcourt die Portraitphotographie erfunden wurde und alle relevanten Portaits noch immer dort gemacht werden (*). Tausende Tags "Harcourt" finden sich unter Portraits französischer Amateure. SW, Hintergrund angeblitzt zum Lichtsaum .... Gähn ...

Prätentiös und unbedeutend wäre noch übertrieben!

(*) die Franzosen HABEN allerdings die Photographie erfunden .... und der Staat hat den Herren Niepce und Lumière das Patent abgekauft und dann "Open Source" veröffentlicht - zum Wohl und im Interesse der Menschheit (kleiner haben sie's hier nicht).
 

PeterTaylor

NF-F Platin Mitglied
Studio Harcourt sollte jedem Portraitfotografen ein Begriff sein. Es ist ein ganz spezieller Look, der ihre Bilder auszeichnet. Wenn man erst einmal einen Namen hat, ist der Preis für viele zweitrangig. Peter Hurley hat das mit seinen Headshots in den USA ebenfalls geschafft, Preise sind auch da akzeptiert...
 

VisualPursuit

Sehr aktives Mitglied
Eine Antwort dazu muss vielschichtig ausfallen.
Zunächst einmal ist das heutige Studio Harcourt eine Einrichtung,
die die historische Marke verwendet und wiederbelebt hat.

Tatsächlich gab es eine Zeit, in der man als Prominenter in Frankreich
kaum daran vorbeikam, sich dort portraitieren zu lassen, wenn man
gesellschaftlich etwas gelten wollte.

Das heutige Studio Harcourt beutet teilweise den Ruhm der
Vergangenheit aus, wird aber von komplett neuen Inhabern an
komplett neuer Residenz betrieben.

Man verkauft ein Luxuspaket, Empfang mit Champagner, Wellness,
Kosmetikerin, Make-Up, Haare - und als krönender Abschluss das
Portrait. Es gibt davon nur einen einzigen Abzug, auf edlem Papier.

Auch das trägt zu der gefühlten Exklusivität bei.

Steigen wir über das Schi-Schi und den Theaterdonner hinweg,
bleibt die Fotografie. Und die ist sauberstes Handwerk, da wird
nach wie vor ein Gesicht aus der Dunkelheit gemeisselt, mit
Stufenlinsenscheinwerfern - ein Licht das anders nicht so erreicht
werden kann.

Das ist ein recht kontemplativer, langsamer Prozess, an dessen
Ende eben genau ein Bild steht. Man setzt ein Licht nach dem
anderen und fängt dabei von hinten an.

Zuerst der Hintergrund, dann die Kanten und Aufheller, zuletzt
das Hauptlicht. Sehr präzises Arbeiten, man passt das Licht an
die eigenen Vorstellungen an, nicht umgekehrt.

Für dieses Bild hier habe ich sechs Stufenlinsenscheinwerfer
verwendet, einen mit 30cm Linse als Hauptlicht, einen mit
25cm Linse, und vier mit 15cm Linsen.



Ich bin der Ansicht daß das Angebot der Pariser durchaus vernünftig
bepreist ist. Man bekommt eine aufwendige Produktion mit einem
beachtlichen Team. Klar, das ist reiner Luxus, aber Champagner und
Rolex-Uhren werden ja auch noch ohne Gemecker verkauft.

Auch klar - nicht jeder ist in der Zielgruppe.
 

Nicname

Sehr aktives Mitglied
Kürzlich habe ich mit meiner Frau in einer hervorragenden Bäckerei in St. Guenole im Finistere (Bretagne) gesessen. Das ist nahe dem bretonischen Ende der Welt. Dort genossen wir an einem verregneten Tag einen wunderbaren tarte aux pommes mit einem wohltuenden Cafe. An den Wänden hängen Portraits von Catherine Deneuve, Romy Schneider, Jean Paul Belmondo, Alain Delon und Jean Gabin aus dem Studio Harcourt an der Wand. Wir fühlten uns sehr wohl dort ... :)
 
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