Ich schließe mich an und würde Nr. 1 als Hauptwerk nennen.
Persönlich finde ich den Ausschnitt zu geradlinig gewählt. Meine Augen suchen ein wenig ruhelos nach dem, worauf sie gucken sollen - es fehlt ihnen der Blickfang.
Das Bild ist sehr symmetrisch aufgebaut, was meines Erachtens nach selten mit Portraits funktioniert. Daher würde ich zunächst links und rechts das ganze Weiß wegschneiden und die vertikale Bildmitte nicht direkt durch die Nase, sondern ein wenig versetzt ziehen; irgendwo zwischen Nasenwurzel und Augapfel oder Pupille. Das kannst Du eventuell noch mit der angesprochenen Reflexionsretusche kombinieren und dann hast Du Deinen Blickpunkt in einem Auge.
Hals und Pulli würde ich nach unten hin so lassen, unterstützt meiner Empfindung nach die Bildwirkung. Nach oben hin würde ich auch ziemlich viel wegschneiden (der Kopfrücken ist ja nicht so interessant), also ruhig etwas über dem Haaransatz wegschneiden. Dann sind die Augen in der Horizontalen auch nicht mehr in der Bildmitte. (Ideal wäre es natürlich, wenn Du nach unten hin noch bisschen mehr Raum hättest, dann könntest Du versuchen, die Augen auf ungefähr die Linie des oberen Drittels zu tun.
Alternativ kannst Du versuchen, die Stirn radikal zu beschneiden und die Augen auf ein Drittel zu hieven (und dabei natürlich auch in der Vertikalen verschieben).
Kannst es ja mal versuchen.
Solltet ihr das Shooting wiederholen, kannst auch versuchen, dass das Model den Kopf ein wenig neigt oder eine Gesichtsseite mehr zu Dir dreht oder ein Auge ein wenig "verwegen" schließt. Oder den Blitz mal von der Seite kommen lassen. Ich denke, bisschen Asymmetrie würde dem Bild ganz gut tun, Straight kann das Model dabei ja immer noch wirken.