Hätte auch noch eine Frage bitte:
Und zwar zu dem ganzen an "Hardwarekalibrierten Monitoren"
Gibts da irgendwelche Unterschiede? Also Messgeräte die da besser oder schlechter geeignet sind?
Die besseren sind besser geeignet und die schlechteren schlechter.
Genauso für Monitore die eben den größeren Farbraum abdecken können (wide garmout) -Man liest immer wieder dass dann einige Colorimeter nicht geeignet sind.
Der Silver Haze Pro schein aber für alles geeigent oder?
Nachdem das
DTP94 das beste Kolorimeter ist, ist es auch am besten geeignet. Wie Dir vielleicht schon aufgefallen ist, verdient Quato seine Brötchen im Wesentlichen mit dem Verkauf von hardwarekalibrierbaren Displays, na, und welches Kolorimeter bietet Quato dazu an?
Du bist aber auch ein Meister des nagenden Zweifels!
Man liest oft, das er UNBEDINGT HArdwarekalibriert sein muß.
Hardwarekalibration ist (solange Monitore nur mit 8 Bit pro Farbe angesteuert werden) das bessere Prinzip, keine Frage, aber diese Aussage ist ein bisschen so, wie wenn jemand einem HiFi-Einsteiger sagt, dass man Lautsprecher unter 20.000 EUR sowieso vollkommen vergessen könne.
Man könnte sogar noch weiter gehen und sagen: desto besser das eigentliche Display, desto unwichtiger die Hardwarekalibration.

Denn wenn das Display von Haus aus bereits so gut ist, dass seine Wiedergabeeigenschaften bei der Kalibration nur minimal korrigiert werden müssen, dann muss dieser Korrekturmechanismus gar nicht so leistungsfähig sein.
Das ist jetzt vielleicht ein wenig ketzerisch formuliert, ich will damit nur deutlich machen, dass die von Dir zitierte Aussage um mindestens dasselbe Maß zu grobschlächtig/undifferenziert ist.
Dazu eine Hintergrundgeschichte:
In der Druckindustrie gibt es seit langem Normen, welchen Standards Druckmaschinen genügen müssen, um professionelle Anforderungen an die Farbwiedergabe zu erfüllen. Vor einiger Zeit fiel ein paar geschäftstüchtigen Leuten auf, dass für Monitore eine entsprechende Norm fehlte. Flugs wurde eine Zertifizierungssoftware gebastelt, die im Prinzip nichts anderes tut als normale Monitorprofilierungssoftware auch, wenn sie im Validierungsmodus zur Überprüfung der erzielten Profil- und Kalibrationsqualität betrieben wird: Sie stellt verschiedene Farben am Monitor dar und misst, wie genau diese wiedergegeben werden. Das Ganze ist nur ein wenig ausführlicher als bei üblicher Monitorprofilierungssoftware, die grafische Auswertung ist in einem PDF aufgehübscht und vor allem: das Ganze umweht ein Hauch des Offiziellen, denn in der Software sind zu erreichende Standardwerte einprogrammiert, die sich die Urheber ausgedacht haben, und wenn der Monitor die schafft, gilt er als "zertifiziert" und die Software gibt (wörtlich) "grünes Licht".
Dieses Progrämmchen wird von der schweizerischen UGRA (einem Normungsinstitut der Druckindustrie, vergleichbar der deutschen FOGRA) unter dem bürokratischen Namen
UDACT für den unglaublich unverschämten Preis von 390 EUR vertrieben, und mangels Alternativen gilt es als
der Standard für professionelle Monitorqualität.
Nun gibt es personelle Verbindungen zwischen UGRA/
UDACT und Quato, die beide Seiten geflissentlich unter den Teppich kehren wollen. Man kann sich aber seinen Teil denken, wenn man sieht, dass das komplette
UDACT innerhalb von
iColor Display als "kleine Zugabe" ebenfalls zur Verfügung steht (im Modus
Werkskalibration für Intelli Color Monitore, der aber für beliebige Monitore funktioniert), obwohl
iColor Display insgesamt nur 120 EUR kostet. (Offiziell hat Quato die Software von der UGRA halt "lizenziert".)
In seiner ursprünglichen Version hat das
UDACT zum Beispiel Apples Cinema Displays (die als sehr gut gelten, aber
nicht hardwarekalibrierbar sind) problemlos zertifiziert. In Version 1.3 tauchte dann aber urplötzlich ein neues Kriterium auf, an dem praktisch alle nicht hardwarekalibrierbaren Monitore prinzipbedingt scheitern, sodass nur noch hardwarekalibrierbare Monitore zertifiziert werden. Ein Schelm, wer sich Böses dabei denkt angesichts der Tatsache, dass Quato seinen Hauptumsatz mit hardwarekalibrierbaren Monitoren macht …
Was also ist nun dieses eine, sagenhafte Kriterium, das nur hardwarekalibrierbare Monitore erfüllen können?
Es ist die
absolute Anzahl darstellbarer Graustufen. Das theoretische Maximum liegt bei der heute verwendeten Ansteuerung von Displays mit 8 Bit bei
256 Stufen.
Jede Kalibration verringert diese Anzahl, da schließlich einige Bits durch die Korrektur verloren gehen. Wenn Dein Display im unkorrigierten Zustand zum Beispiel einen Rotstich hat, muss zur Korrektur der R-Wert gegenüber G und B verkleinert werden. Da G und B maximal aber nur 255 sein können, kann folglich R nie 255 werden, sondern (je nach Stärke des Rotstichs) maximal 254. Also fehlt schonmal mindestens eine Graustufe: es gibt nur noch RGB=0-1-1 bis RGB=254-255-255.
Der Vorteil hardwarekalibrierbarer Monitore ist schlicht, dass sie intern mit 10 Bit arbeiten; möglicherweise müsste also gar nicht ein "ganzer 8-Bit-Wert Rot" zur Korrektur weggenommen werden, sondern nur ein Bruchteil davon. Nachdem sich das bei all den vielen kleinen Korrekturen im Rahmen einer Kalibration aufsummiert, kann am Ende ein deutlich geringerer ganzzahliger Verlust von Graustufen herauskommen.
Was heißt das in der Praxis? Das
UDACT fordert ab Version 1.3 mindestens 95% Wiedergabe von Graustufen, also 256 x 0,95 =
243 Graustufen. Mein Software-kalibriertes Apple Cinema Display erreicht aber nur
223 Graustufen.
Wohlgemerkt:
Jede einzelne dieser 223 Graustufen weicht so wenig vom Sollwert ab, dass sie die UDACT-Kriterien lässig erfüllt (allesamt
unter der Sichtbarkeitsschwelle!), das Problem ist nur, dass es insgesamt eben "nur"
223 und nicht
243 Werte sind.
Die Frage für Dich lautet also: traust Du dir zu, bei einem Grauverlauf zu unterscheiden, ob er aus
243 oder "nur" aus
223 Stufen besteht? Wenn ja, brauchst Du zwingend einen hardwarekalibrierbaren Monitor, falls nein, dann nicht. (Hint: Ich traue es mir nicht zu.)
Tschau
Uli