Hallo Fotofreunde,
Oder soll ich Euch "Wortfreunde" nennen?
Also meine bescheidene Meinung dazu ist folgende....... :
Im Jahre 1978 habe ich mit der Exakta Varex IIb meines Grossvaters begonnen zu fotografieren. Zu dieser Zeit glaubte man mit den modernsten technischen Errungenschaften zu hantieren und somit alle "Problemchen" der Vergangenheit gelöst zu haben. Offenbar weit gefehlt...
In den Fotomagazinen wurden genau die Themen diskutiert, die heute in den Foren hier wieder und wieder durchgekaut werden. Es geht hier nur etwas fleissiger zu und her weill man nicht jedes Posting per Brief an eine Redaktion schicken muss ;-)
Im Deutschen Magazin Photoblätter aus den Jahren 1958 - 1968 wurde die Wasser und Staubthematik diverse male durchgekaut und es wurden reichlich Sinnvolle Tipps illustriert, welche ich denke sind bis Heute 100% gültig. Trotz D300 und Company haben sich die techn. Methoden zum Schutz kaum verändert... Interessant ja?
Nun auf was will ich hinaus? Das Wissen ist doch weitverbreitet vorhanden, nur wird es nicht mehr so breit weitergegeben wie z.B. Früher wo man sich in Fotoclubs regelmässig traf oder entsprechende Literatur gelesen hatte.
Das ein Hersteller sich nicht auf irgendwelche Staub- und Spritzwasser- Definitionen festlegen will verstehe ich nur zu gut. Hatte aber auch noch nie das Bedürniss dies genauer wissen zu wollen. Da bevorzuge ich doch die Gerätschaften selber zu begutachten und richtig einzuschätzen.
Oh ja das geht ganz gut, man muss nur wollen und wenn man die Verantwortung selber trägt fällt einem das auch wesentlich leichter...
Nun vielleicht eröffnen wir mal einen Know How Thread zu verschiedenen Themen wo die "alten Hasen" ihre Erfahrungen und Tricks verraten?
Staub
Die Feinde Staub und feiner Sand waren schon immer ein Albtraum. Wo viel Staub in der Luft ist würde ich das Wechseln der Objektive möglichst vermeiden. Wenn nicht anderst möglich dann bereite ich das Objektiv vor und halte es in einer Position in der ich sobald das andere von der Kamera entfernt ist, es so schnell wie möglich aufsetzen kann. Erst dann verschliesse ich das andere Objektiv wieder.
Ist der Einsatz an einem solch kritischen Ort vorüber, wendet man am besten etwas Zeit auf um das gesammte Equipment gut zu reinigen.
Blasebalg, ein ganz feiner Pinsel und Feuchttücher sind hierbei eine grosse Hilfe. Die Linsen würde ich erst sehr gründlich ausblasen bevor ich mit Tüchern wieder drangehe.
Ein absolutes No-Go ist starke Pressluft! Was ein Blasebalg und ein ganz feiner Pinsel nicht schafft ist anderst zu entfernen.
Wasser
Meine Einsätze und privaten Ausflüge führten mich meistens für meine Kamera an Klimatisch kritische Orte. Auch das Wetter spielt leider nicht immer mit.
Worauf sollte man nun am besten achten?
Wieviel Wasser erträgt meine Kamera resp. meine Objektive? Meine Faustregel lautet daher, so wenig wie möglich und soviel wie unbedingt nötig.

Nun damit kann man wieder herzlich wenig anfangen.... ja?
Bei meinen Kameras halte ich das so, dass sich das Wasser nie so stark an der Gehäuseoberfläche sammeln kann das es beginnt irgendwohin zu laufen. Einzelne Tropfen welche immer noch an Ort und Stelle kleben stören mich nicht. Aus diesem Grund wische ich das Wasser so oft wie möglich mit einem Baumwolltuch oder den Händen ab damit ich eine starke Tropfenbildung verhindern kann.
Bei Ausrüstung die über Gummidichtungen verfügen lasse ich schonmal etwas mehr zu als bei anderen.
Grunsätzlich wie beiim Staub halte ich es so, dass ich unmittelbar nach einem solchen Einsatz die komplette ausrüstung an einem trockenen Ort komplett abwische und gut trocknen lasse.
Ist der Regen zu stark verwende ich einen "Kamera-Regenmantel" wie man ihn mittlerweile um die 30-40€ in der Bucht für beinahe jede Kamera erhält.
Temperaturen
Bei grossen Temperaturschwankungen von Innen zu Aussen und umgekehrt, lasse ich die Ausrüstung immer "anklimatisieren" um Kondenswasser zu verhindern.
Ganz speziell wenn die Ausrüstung sehr kalt ist, d.h. minus Grade, dann betrete ich ganz sicher keine Küche oder ähnliches wo eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht.
Immer das kälteste Element in einem Raum zieht die Feuchtigkeit an!
Elektrostatische Entladung
Auch das ist ein Thema mit dem man sich auseinandersetzen soll. Das ist nichts neues das mit den DSLR's kam. Diese Thematik beschäftigte uns Fotografen schon vor vielen jahren.....
Wenn man den Rückspuhlhebel zu schnell drehte so entstand an der Filmbühne eine elektrostatische Ladung die sich in der Filmspule entladen konnte und so gabe es dann kleine Blitze die den Film belichteten. Meistens natürlich ein sehr unerwünschter Effekt. ;-)
Heutzutage betrifft dies die Memorykarten sowie die Bedienelemente der Kamera bei der eine elektrostatische Entladung unerhört Schaden anrichten kann.
Mit diesen paar Faustregeln und einer Menge gesunden Menschenverstand bin ich mehr oder weniger Schadlos durch die letzten 20-30 Jahre gekommen....
Also genug für Heute.... Weiterhin viel gutes Licht und Spass am Fotografieren...
Marcel