Schön und gut, nur ist diese Zielgruppe meist auch nicht bereit wirklich Geld ins Equipment zu stecken!
Klein, leicht, preiswert und gut - da hab ich bisher oft zum Sony A5000 Kit für unter 400€ geraten, das war dann aber auch preislich schon oft an der Schmerzgrenze wenn Zusatzakku, Tasche, Stativ, etc. ja auch noch dazukommen... später kommt eventuell mal ein Tele zum "näher ranhohlen" dazu, aber das wars dann auch.
Wenn die hören das meine D810 rund 3k kostet und nicht mal ein Objektiv dabei ist, halten sie mich für schlichtweg verrückt...
Sprich - eine kriegsentscheidende Käuferschicht ist das eher nicht!
Sehe ich ziemlich anders. Diejenigen, die es noch aus "alten Zeiten" gewohnt sind mit einer SLR zu fotografieren und daher beim Umstieg auf Digitla gleich zu einer "richtigen" Kamera greifen werden immer weniger. Auch wir älteren haben damals eher selten mit einer F3/F4 angefangen sondern eher mit einer EM/F301.
Ich empfehle Neueinsteigern derzeit auch -je nach geäußerten Wünschen Einstiege bei Sony/Fuji/µFT, vor ein paar Jahren waren es noch D40/D60.
Die Marge einer D810 ist mit sicherheit ungleich höher, allerdings dürfte die -im Vergleich zu den mal schnell für einen Urlaub/Geburt/Hochzeit beschafften D3400/D5600 aber eher in geringen Mengen vertreten sein.
Wenn aber die Käufer einer Sony/Fuji/µFT, dann aber erstmal im System sind und doch aufsteigen wollen (anders komen IMHO auch kaum noch neue 1- und 3-stelligen D-Käufer mehr dazu) werden sie natürlich erstmal innerhalb des bereits vorhandenen Systems schauen, so wie viele hier es "damals" beim Umstieg von Nikon SLR auf D-SLR gemacht haben.
Nun empfehlen wir Nikon-Fans also den Neueinsteigern Fremdfabrikate, ist per se schonmal ein schlechtes Zeichen und führt hier schonmal zu Umsatzeinbussen.
Es gibt aber noch ein mindestens genausogroßes Problem, ich nehme den Autovergleich mal wieder auf.
Achtung: Stark verinfachte Sichtweise um den Punkt klar zu bekommen
Die A-Klasse kam seinerzeit auf den Markt, damit die Herren E und S-Klasse Fahrer ihren Gattinen -die kein riesiges Heckgetriebenes Auto wollten- auch einen Mercedes kaufen konnten. Mein Mercedes-Händler erzählte mir mal bei ein paar Bier wie überrascht sie selber waren wieviele Kunden ganz anderer Art sie mit dem Wagen hielten. Nämlich ältere Leute die früher viel für ihre Kanzelei / Unternehmen unterwegs waren, alle drei Jahre einen E oder S mit allen Kreuzchen bestellten. Wenn die im Ruhestand ein kleineres/übersichtlicheres Auto wollten, weil die Augen nicht mehr so gut waren, gern auch mit einer leicht erhöhten Sitzposition, da die Knie und der Rücken auch nicht mehr die besten waren, der wanderte von Mercedes ab.
Dann kam die Anfangs von der Konkurrenz belächelte A-Klasse auf den Markt, die Kunden mußten nicht mehr auf Fremdfabrikate ausweichen, nein ihre Bedürfnisse wurde durch das neue Auto sogar so exakt adressiert, das sich VW genötigt sah mit dem Golf Plus ein ähnliches Fahzeug auf den Markt zu bringen. Mercedes hate es also geschafft nicht nur Kunden zu halten, sondern sogar solche zu gewinnen, die niemals eine E- oder S-Klasse gefahren haben.
Nun zurück zum Fotografieren. besagter älterer Herr mit den bekannten kleinen Gebrechen möchten nun seine D4s mit den drei 2.8er Linsen nicht mehr mit sich herumschleppen. Eine kleinere/leichtere Kamera wäre nett, gern auch mit einem schwenkbaren Display für den geschundenen Rücken, wenn sich die Darstellung im Sucher noch vergrößern liesse fänden die schwächer werdenden Augen das bestimmt toll.
Bei seiner Suche landet er dann bei einer D5600, A6500, XT-1 und EM-1. Bei allen bräuchte er neue Objektive, Akkus, Ladegeräte. Bei der Nikon könnte er vielleicht das 70-200 2.8 behalten die sind bei den anderen auch nicht wirklich kleiner und leichter, aber eigentlich hätte er dann doch lieber das 70-200 F4 VR, müßte also auch da neu kaufen.
Er probiert die Kandidaten durch und stellt fest, das außer der kleinen Nikon alle Probanden in der einfachen Bedienbarkeit/Konfigurierbarkeit seiner D4s recht nahe kommen, nur die D5600 erinnert doch sehr stark an die Kompaktknipse seiner Frau.
Dann mach ter ein paar Fotoversuche, genießt die Suchervergrößerungen der elektronischen Kamers, die tlw. in den Body integrierten Stabis gleichen seinen Datterich selbst bei seinen noch aus Urzeiten vorhandenen AiS Linsen aus, die sich dank Focus-Peaking sogar mit seinen schwächer werdenden Augen noch prima scharf stellen lassen.
Die finanziellen Mittel sind nach langen Jahren des erfolgreichen Arbeitens nicht so das Problem, zudem bekäme er bei Inzahlunggabe des schweren Nikon Geraffels ja noch einiges heraus und schon wandert wieder ein mittlerer 4-stelliger €-Betrag nicht mehr bei Nikon sondern einem anderen Hersteller.
So gewinnt Nikon also aufgrund des mangelhaften Produktprogramms nicht nur keine Neukunden, nein sie verlieren auch ehmals ganz treue Stammkundschaft.
Natürlich gab es seinerzeit auch bei Mercedes einige wenige, die sich von der Marke abwandten, weil es da nun auch "Billigautos" gab und somit ein Daimler nicht mehr nur für dicke Hose stand. Die gab es seinerzeit aber auch schon bei Vorstellung des 190ers und heute ist die C-Klasse mit Abstand der meistverkaufte Daimler.