"So glücklich ... sollt ihr mich sehen, ... "

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Beethoven brauchte einen langen Atem. Noch heute ist das Werk, also die "Missa Solemnis" nicht gerade ein Werk, welches man oft hört.

Beethoven hat aber damit seinen Standpunkt betreffend Kirche und Glaube sehr deutlich gemacht. Und das, das wollte man zu dieser Zeit schon gar nicht hören, ja, machte Angst ...


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Musik ist hinhören. Fotografie ist hinsehen. Ist es das? Beides ist Wahrnehmung. Zu schnell erwische ich auch mit, dass ich plötzlich abhänge. Das passt nicht, das verstehe ich nicht, also ist es schlecht.

Beethoven lädt mich auf erfrischende aber auch anspruchsvolle Weise ein, mich mit Wahrnehmung auseinander zu setzen. Aber da ich kein Musiker bin, tue ich es mit Fotografie ...


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Der Ton in der Messe gibt der Chor an. Stellvertretend für das Volk. Keine Rezitative, wenig Soli. So wie halt Beethoven Glauben und Kirche verstand. Die Kirche ist für das Volk da, nicht umgekehrt...
Unglaublich, wie das - selbst ohne Wissen - aus dem Werk einfach klar wird. Das ist Wahrnehmung.

Was mich veranlasste, meine V2 genau dann und genau dort auszulösen, dass könnte ich nicht mit Bestimmtheit sagen. Aber irgendwie passt es zu dieser Messe ...


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Und sie passen wieder, die Bilder. Beethoven hat einen Vertrag unterschrieben, welches ihm das Jahreseinkommen und somit die angebliche Ruhe für's Komponieren ermöglichen würden - ohne finanziellen Druck.

Doch dann kam der Krieg dazwischen. Der Gulden verlor an Wert und Beethoven versuchte krampfhaft durch zu kommen...

Alltagskämpfe als genialer Komponist. Was wäre wohl geschehen, wenn er lebenslang diesen Druck nicht gehabt hätte ...


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Im Club ist gerade eine hochspannende Diskussion im Gange über die Frage wann Farbe und wann s/w. Und es erinnert mich so stark an die Musik, an die Komponisten. Es erinnert mich daran, dass mancher Komponist Werke in den Sand gesetzt haben, welche wir heute in den höchsten Tönen loben und ergriffen sind...


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Nicht nur Beethoven, aber insbesondere Beethoven war seiner Zeit um Meilen voraus. Nur das alleine bringt weder Ruhm noch Geld.

So sitze ich im Garten mit meiner alten Nikon - Linse 200-600mm, 9.5 MF und schaue, welche Bilder mich ansprechen...


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Nein, Beethoven war nie weg. Weder gestern noch vorgestern. Nur für kurze Zeit habe ich bei der Gewitterstimmung Mozart hingezogen. Aber das passte auch unglaublich gut.

Beethovens Auf und Ab, seine finanziellen Sorgen, sein Einschränkungen mit Hören, das alles war für ihn nicht einfach. Statt sich ausschliesslich auf das Komponieren zu konzentrieren, musste er vielen Dingen nachgehen, welche ihn in seiner Kreativität hinderten. Er war nicht der einzige Komponist, welches dieses Schicksal traf. Viele Künstler machten einen Spagat zwischen Überleben und Kreativität.

Trotz Hagel und Sturm war die Szene gestern Abend am selben Ort wie einen Tag zuvor mit Nichten die gleiche. Ich habe fast das ganze Wochenende Beethoven gelesen und gehört. Aber die Stimmung passte, genau so. Noch nicht dramatisch, aber zunehmend in die Einsamkeit geriet Beethoven.


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Der Thread zu und mit Beethoven und seiner Musik wird nicht mehr lange dauern. Das Buch geht dem Ende entgegen und es gehört zu meinem Konzept, dass wenn ich das Buch fertig habe, ich mich wiederum andern Themen widmen werde. Dann, das kann ich schon mal versprechen, dann ist ein weiterer Komponist an der Reihe.

Ich habe wohl durch nichts vergleichbares so viel über Fotografie - Ausnahme natürlich Ihr, als meine kritischen Forumsfreunde, gelernt wie auch die Musik, ihre Komponisten und ihre Werke.

Beethoven hat mir die Struktur gelehrt. Die Rhythmen, die Phrasierungen, die Freude wie das Leid. Aber auch die unglaublich versteckten Emotionen, welche mich oft zu Tränen rührte ...


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Beethoven lehrt mich, genau hinzuschauen, hinzuhören und ganz intensiv bei der Wahrnehmung zu bleiben. Sich nicht ablenken lassen durch irgend etwas, hunderte, ja tausende Male sich mit dem gleichen Motiv zu beschäftigen. Und so tat ich das heute für eine Weile, wiederum im Garten ...


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Ein Bild beginnt nie im Kopf, eine Melodie auch nie. Sie beginnt irgendwo. Irgend wie. Man geht ihr nach, man hört Töne, setzt sie zusammen, bleibt irgendwie an einer Tonfolge hängen. Und macht Variationen daraus...


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Die kleinste Veränderung, auch das hat mich Beethoven gelehrt, verändert die Wirkung des Ganzen. So auch in der Fotografie. Hell und dunkel, viel und wenig Strukturen, flache oder harte Kontraste verändern die Bildaussage. Es ist nicht nur, dass es schöner oder besser aussieht. Es sagt etwas über den Ausdruck aber auch über den Eindruck, oder die Intension, die Absicht des Fotografen ...


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Fotografie und Musik ist Gestaltung. Nichts anderes. Eine Veräusserung von sich selbst. Ein Stück weit zumindest. Aber ohne Fotograf kein Bild, ohne Komponist keine Musik. Ganz einfach und so schwierig...


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"Am Rand der Wüste findet man die schönsten Blumen" - was für eine Weisheit. Und so bewege ich mich zunehmend am Rand. Auf der Suche nach den schönen Blumen. Auf der Suche nach der Blume in mir selbst. Manchmal sehe ich sie erst wieder, wenn ich genau hinschaue. Und wahrnehme.


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Summend durch die Gegend. Immer wieder die gleiche Melodie. Ausprobieren, ändern, entwickeln, verwerfen ...
Bis zuletzt hat Beethoven immer wieder an seinen Werken gefeilt. Getrieben nach der Suche der absoluten Perfektion.

Aber auch er wusste es: der Schatz liegt in einem selbst. Und auch er wusste, dass man im Alter von 20 die Dinge anders sieht als mit 50...


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Der Fundus grossartiges zu leisten liegt in einem selbst. Aber für das muss man sich gegen Innen wenden, um das heraus zu finden. Kreativität kommt von Innen, die Inspiration von Aussen...

Die alltäglichen Dinge sind es, die mich fotografisch immer wieder anziehen. Was mache ich aus mir, was mache ich aus meinem Alltag? Dies und das, aber immer neugierig auf mich selbst ...


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Beethoven schon lange erkannt, dass er weder als Pianist auftreten noch dirigieren kann. Sein Gehör macht immer weniger mit. Und so hatte nur noch die Wahl, sich als Komponist über Wasser zu halten. Aber dafür musste er auch immer wieder Menschen um sich haben, welche ihn förderten, aber ihm halfen, die Musik zu verkaufen.

So übel das Musikgeschäft heute sein mag, so übel war es früher auch. Daran hat sich nichts geändert. Irgendwie tun bei solchen Gedanken die Spaziergänge immer gut. Und ich lasse in die Werke Weite spielen, Weite, welche in seinen Werken immer wieder zu spüren sind....


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