Jetzt mal ganz ehrlich: Wenn die Kamera besser weiß wie man photographiert als ich, das wird der Tag sein an dem ich einen dicken Nagel in die Wand schlage und die Knipse an selbigen hänge.
So eine Knipse besteht aus etwas Plastik, ein wenig Silizium und was weiß denn ich noch. Woher soll diese fröhliche Mischung des Periodensystems der Elemente wissen was und wie ich gerade photographieren will? Ziele ich mit meinem 300er gerade auf einen Adler und brauche eine kurze Belichtungszeit, oder habe ich einen Berggipfel im Visier und benötige Schärfentiefe? Bin ich mit dem Fisheye in der Satdt unterwegs oder heiße ich Erik und treibe mich mit der Linse in verräucherten Spelunken herum?
'Too many secrets' wie es schon in Sneakers hieß! Natürlich ist es toll das die Matrixmessung ihren Belichtungsvorschlag anhand von 30.000 gespeicherten Bildbeispielen ermittelt und es ist faszinierend wenn beim 3D-Tracking das AF-Meßfeld durch den Sucher hüpft wie ein Derwisch auf Speed. Aber das sind nur verhältnismäßig rudimentäre Hilfen - die zwar schön sind - die dem Photographen einige Arbeit abnehmen, das Denken muß er jedoch immer noch selbst erledigen. Und das ist auch gut so, und wird sich vermutlich auch nicht ändern. Es gibt Basics bei denen der Mensch der Maschine einfach überlegen ist; meine Waschmaschine z.B. hat zwar irgendwas mit Fuzzylogic eingebaut, ist aber dennoch zu blöd um die Schilder in den Klamotten zu lesen und so zu verhindern das ich die 30°-Feinwäsche mal wieder im Kochwaschgang durchjubele. So ist das nun mal im Leben und mit die computerisierte Welt, Bullshit in, Bullshit out!
Und um zum Kern der Sache zurückzukommen: Die Programmautomatik ist nun mal in vielen Fällen Bullshit da sie einfach nicht weiß was ich will. Wenn ich sie also in einer ungeeigneten Situation verwende und dann mit den Ergebnissen nicht zufrieden bin, dann hat nicht die Programmautomatik Schuld, dann habe ich als Photograph Schuld weil ich sie eingestellt habe!
Gruß
Dirk