Sardische Gastlichkeit

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Moin,

nach dem ich euch die Region um den Bolsenasee in schwarz-weiß gezeigt habe - ..., möchte ich hiermit mal zeigen wie so ein Abendessen bei meinen sardischen Freunden abgeht.

Es sind 3 Brüder (Junggesellen), die aus Sardinien stammen und in der Nähe vom Lago di Bolsena eine Schafzucht betreiben. Mit einigen Hilfskräften hüten und züchten Sie ca. 3.500 Schafe auf Ihrem riesigen Weiden (ca. 1,5 qkm). Milch und Wolle müssen bei einer staatlichen Cooperative abgegeben werden, dafür erhalten sie pro Schaf/pro Tag einen Euro. Sie wohnen zu dritt in einem typischen regionalen Steinhaus ohne Zentralheizung. Die einzigen Wäremquellen sind der große Kamin im Wohnzimmer und der Gasherd in der Küche. Alle anderen Räume werden einfach dadurch beheizt, dass alle Zimmertüren geöffnet sind und so die Kaminwärme im ganzen Haus verteilt wird.

Selbstverständlich wird der Kamin nicht nur zum Heizen genutzt, sondern auch zum Kochen/Braten/Grillen, und teilweise zur Abfallverbrennung.

Als ich abends kam war schon einer der Brüder dabei ein Lamm im Kamin zu grillen.

#1
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#2 (Hier wird Speck über das Fleisch getropft)
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Gruß
Thomas
 
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... erhalten sie pro Schaf/pro Tag einen Euro. ...


Das kann soooo nicht stimmen, Thomas!

Falls doch, werde ich sofort Schafhirte in Italien,
denn das wäre eine echte Gelddruckmaschine. :winkgrin:

Solchen Hirten verdankt die Toskana übrigens den
Pecorino, der ursprünglich aus Sardinien kommt.

Gespannt auf weitere Bilder grüßt

Sven


.
 
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Moin,

Den ganzen Abend wird gegessen (und getrunken).

Es beginnt mit den im Zimmer luftgetrockneten Salsicce, aus Lammfleisch
#3
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Danach ein typisches Pastagericht, natürlich mit Lammfleischstücken und Pecorino
#4
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Es folgt ein Ragou aus Lamminnereien (Herz, Leber, Nieren) - von dem geschlachteten Lamm wird nichts weggeworfen.
#5
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Zu jedem Gang gibt es das obligatorische Sardenbrot, ein sehr dünnes kräftiges Flatenbrot, das selbst gebacken wird.
#6
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Dann wird das gegrillte Lamm als Hauptgericht gereicht, zerteilt mit dem stilet-ähnlichen Schäfermesser auf den typischen sardischen Korkplatten.
#7
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Gruß
Thomas
 
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Moin,

weiter gehts mit dem Essen (und Trinken)

Es folgt selbstgemachter Pecorino mit Oliven von eigenen Bäumen.
Dazu gibt es Rotwein aus eigenem Anbau - aus der Traube vom Morellino di Scansano.
#8
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Dann ein sardisches Raclette, der Pecorino wird auf einer Steinplatte im Kamin erhitzt
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der angeschmolzene Käse wird auf das sardische Brot gedrückt
#10
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und anschließend mit dem Brot aufgerollt und gegessen
#11
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Gruß
Thomas
 
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Moin,

wir nähern uns dem Dessert.

Dolce Carnevale - es ist schließlich das Karnevalswochenende
#12
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Zwischendurch der sardische Grappa - ZEDDA PIRRAS
#13
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und weiter gehts mit Torrone Sardo - Honignougat mit Nüssen
#14
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dann noch etwas Gebäck des heiligen Antonio mit Grappa Morellino und Cafe Espresso
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Nun geht aber wirklich nichts mehr...wir haben schließlich 5 Stunden gegessen (und getrunken).

Gruß
Thomas
 
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Das kann soooo nicht stimmen, Thomas!
Hallo Sven,

bei 3.500 Schafen gibt es viel Arbeit die nur mit ca. 10 Schäfern bewältigt wird, die Lohn haben möchten.

Alleine für das Melken geht fast der ganze Tag drauf, trotz des neuen Melkhauses mit Melkanlage für 250.000 Euro, plus Eneregiekosten.


(habe ich vor ca. 4 Jahren gefilmt)​

Gruß
Thomas
 
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Ach, Thomas, herrlich!
Ich schwelge in Erinnerungen - an eine winterliche Trekkingtour mit einem Freund durch den sardischen Supramonte. Ohne Wege, ohne Wasser (nur Schneeschmelzen auf der Tour), ohne vernünftiges Kartenmaterial.
Dann trafen wir ein paar junge Sarden von der Bergwacht, die ein Wochenende frei hatten. Sie haben uns mitgenommen, uns wunderbare Plätze gezeigt, und die kulinarische Vielfalt Sardiniens. Genau, wie du es beschreibst. Nur war unser Kamin ein Lagerfeuer. Aber mit den getrockneten Würsten, dem Wein, dem Lamm, dem Brot vom heißen Stein mit am Feuer geschmolzenen Käse, den Oliven, ... Genau so war es mit den beiden! Es war wunderbar!

Im Gegenzug haben sie sich in unser Studentenfutter verliebt. Wir haben ihnen so viel mitgegeben, wie wir entbehren konnten, und ihnen von D aus noch ein Paket geschickt.

Danke, Thomas, für die leckere Erinnerung!

Sylvia


(Gibt es in HH einen Sarden? Falls wir mal wieder einen neuen Treffpunkt suchen :) )
 
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Eine tolle Reportage.
Super-rustikale, nikotinbeschichtete Dampfküche kommt authentisch an.

Sardinien kann herrlich sein!

(Vor allem in Sardinien)
 
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Moin,

da euch die sardischen Spezialitäten gefallen haben, habe ich hier noch etwas von einem Abend von vor 2 Jahren.

Speiseröhre vom Schaf, gefüllt mit Lamminnereien (Herz, Leber, Nieren etc.) am Spieß.
#17
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#18
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für den gewöhnlichen Mitteleuropäer, sehr gewöhnungsbedürftig.​

Gruß
Thomas
 
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Hallo Thomas,
sehr schöne Reportage und Bilder, vielen Dank. :up:
Da läuft einem das Wasser im Munde zusammen, gut das es bald Essen gibt.

Umso mehr freue ich mich auf meine 1 wöchige Sardinien Mopped Tour Anfang Mai.:D
 
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Ich liebe diese Insel über und unter Wasser...!

Eine tolle Bilderserie auf denen leckere Sachen zu sehen sind (nur die Innereien wären nicht mein Fall...).

Gruß
Heiko
 
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Moin

Für uns gewöhnungsbedürftig ist auch die Zubereitung von "Spanferkel am Spieß", wie es die Sarden vor ein paar Jahren zu Himmelfahrt zubereitet hatten.

Das Ferkel wird halbiert und aufgeklappt am Spieß gefestigt und anschließend im Wohnzimmer im Kamin gegrillt.

#1 - so war es, als ich nachmittags ankam
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#2 - nach ca. 2 Stunden war es dann fast fertig
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#3 - und dann wurde es in typischer Weise auf der Korkplatte zerteilt
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Gruß
Thomas
 
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Moin,

ein Jahr ist es her als ich das letzte Mal bei meinen sardischen Freunden am Bolsenasee gewesen bin.

Jetzt, am letzten Wochenende war ich wieder da und wurde wieder zum Essen eingeladen.

Das sardische Brot lag wieder bereit, dazu erstmal ein trockener Prosecco
#1
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Wir fingen an mit einem typischen Bohnengericht (kalt) aus der Region (nördliches Latium)
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Mittlerweile wurde das Fleisch vorbereitet und in den Kamin gepackt.
#3
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Danach gab es als Pasta Fusilli arrabiata (sehr scharf)
#4
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Gruß
Thomas
 
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