Sabine und Sam, eine Bilderfreundschaft, 2021

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Mit manuellen Objektiven sind solche "bewegte Szenen" doch immer Glückssache .... nicht perfekt aber doch einigermassen ....



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Riniken, 11. Januar 2021​

Liebe Sabine

Als ich dieses Gedicht las, dachte ich, dass ich Dir das schicken muss. Und irgendwie ist mir eine Bildserie in den Sinn gekommen, welche ich dazumal in Aarau gemacht habe ....

Ein Gedicht von Lina Wisler-Beck, im Original und dann übersetzt ins Hochdeutsche von mir ...
Starte gut in die Woche ....
Herzlich. Sam



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Niene isch Chilbi u niene isch Tanz
Deheime ums Hus um versuret me ganz.
I ha mer scho mängisch der Chopf fasch verheit
Was ächt no wär z`mache, dass Zyt umegeit.


Wär gwanet isch z`gumpe und z`tanze, o je
Däm düe halt die Süche-Verordnige weh.
E jede muess säge, churzwiligs isch`s nit
No bsunders für ledigi, lustigi Lüt.


Grad äbe der Sunndig wird eim eso läng
S`Furtgoh isch verbote, u nämlech no sträng.
Gsiech eim deno öpper, o weisch de häts gfählt
Do müesst me schwär buesse – u – ni ha kes Gläd!


Drum blieb i doheime. I schicke mi dry
U hoffe dä Jammer gang öppe verby.
I bi ja nid einzig, s`trifft anderi o,
s`sch ume es gwane, - Mi zahmet de scho!


Gedicht von Lina Wisler-Beck, 22. Juni 1920
vor 100 Jahren zu Maul und Klauenseuche 1920-21

Übersetzung Sam

Nirgends ist Chilbi (Jahrmarkt) und nirgends ins Tanz
Zuhause um's Haus "versauert" man ganz.
Ich habe mir schon oft den Kopf fast verdreht
Was man noch machen könnte, dass die Zeit vergeht.

Wer es gewohnt ist, zu jubeln und tanzen, oh je
Dem tut eben diese Seuchen-Verordnung weh.
Ein jeder muss sagen, kurzweilig ist es nicht
Und besonders nicht für ledige, lustige Leute.

Gerade der Sonntag wird einem so lange vorkommen
Das Weggehen ist verboten und das sehr streng.
Würde man gesehen, weiss man
Das muss man schwer büssen - und niemand hat Geld!

Darum bleibe ich zuhause. Ich schick' mich drein
Und hoffe dieser Jammer geht bald vorbei.
Ich bin ja nicht die einzige, andere trifft es auch,
Es ist nur Gewohnheit, wir "zahmen" (sich hineinschicken) dann schon noch.​
 
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Kiel, 12. Januar 2021​
Lieber Sam,

hab vielen Dank für Deine lange Postkarten-Serie von Sonntag und Deinen Gedanken dazu!
Nico ist allerliebst! :love: Die verschiedenen Innenansichten und die vereisten Teichmotive gefallen mir aber auch gut.

Hier ist nichts vereist, soweit ich es mitbekommen habe. Es war die letzten Tage eher richtig ungemütlich. Passendes Wetter, um Umzugskisten auszupacken. ;)

Heute war ich wieder in der alten Umgebung unterwegs: Schrevenpark!


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Bei diesem Motiv aus unserer Nachbarschaft konnte ich nicht widerstehen. So liebevoll geschmückt würde ich das Bäumchen bis Ostern stehen lassen. :)

Danke Dir auch noch für das Gedicht samt Deiner Übersetzung. Lina Wisler-Beck trifft es ziemlich gut mit ihren Worten, finde ich.


Liebe Grüße und Dir noch eine gute Woche,
herzlich,
Sabine


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Kiel, 13. Januar 2021​
Lieber Sam,

die heutige Postkarte habe ich auf meinem Besorgungsspaziergang (zur Apotheke, um FFP2-Masken zu kaufen) für Dich fotografiert.
Wieder Schrevenpark. Der Baum hängt da schon ewig in den Schreventeich hinein.
Abenteuerspielplatz für so manche Kiddies, die gern darauf herumklettern.

Ich beschränke mich aufs Fotografieren. ;)


Herzliche Grüße nach Riniken,
Sabine


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Riniken, 14. Januar 2021​

Liebe Sabine

Herzlichen Dank für deine Postkarten. Du weisst ja, dass Birken zu meinen Lieblingsbäumen gehören. "Betula verrucosa" heissen sie in der Botanik und die Hängebirke hat dann noch "pendula" als Zusatz ...

Der Baum am See erinnert mich an meinen Kindheit. In unserm Garten stand eine grosse Birke und bei schönem und trockenen Wetter bin ich oft auf die Birke geklettert, zuoberst. Ich sass stundenlang in einer Astgabelung und schaute die Welt von oben an. Am liebsten hatte ich es es, wenn ein Wind ging. Das feine oder eben manchmal auch heftige Schaukeln hat mich immer wieder fasziniert ....

Nun habe wir ab Montag hier in der Schweiz eine erneute Verschärfung der bestehenden Massnahmen. Ladenschliessungen sind für mich weniger das Problem, selbstverständlich aber sieht dies für die Betroffenen schon anders aus. Und das tut mir sehr leid für sie. Betroffen ist unsere Grossfamilie. Da nun Kinder mit ein berechnet werden, können wir keinen einzigen Gast mehr einladen. Das betrifft u.a. der Freund unserer jungen Mutter.

Wie ich Dir bereits erzählt habe, werden wir von Mandatsanfragen nur so überhäuft. Ausser Arbeiten und zuhause mithelfen bin ich zu nichts anderem fähig ausser frühzeitig schlafen zu gehen.

Ich fokussiere innerlich auf den Frühling, wenn mich die Arbeitslast zu erdrücken droht ... oder schaue mir eben deine Postkarten an ....
Ein Bild vom April 2011, dass mir doch sehr passt und den Moment so schön wiedergibt....

Sei herzlich gegrüsst. Sam



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Riniken, 15. Januar 2021​

Liebe Sabine

Es hat geschneit wie schon lange nicht mehr. Schnee macht alles gleich und die Verhältnisse hier im schweizer Mittelland sind doch sehr prekär. Aber ich liebe es. Alles ist ruhig, der Schnee verschluckt auch Geräusche und Töne ... Irgendwie eine mystische Stimmung.

Ich habe noch zwei Bilder von diesen Tagen gefunden, welche ich Dir sehr gerne als Postkarten schicken möchte. Nico, unser Schönling ....



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