Roberto Valenzuela: Perfektes Licht mit System – Ein Praxisleitfaden für Fotografen

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PeterTaylor

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[FONT=&quot]Perfektes Licht mit System ist der dritte und letzte Band der kurzen Reihe „Perfekt mit System“ zum Thema Menschenfotografie von Roberto Valenzuela. Nachdem in den ersten beiden Bänden „Perfekte Fotos mit System“ und „Perfektes Posing mit System“ die Themengebiete Bildaufbau und Menschen vor der Kamera richtig in Szene setzen behandelt wurden, kommt im dritten und letzten Band das fotografisch sicherlich spannendste Thema zur Sprache – das Thema „Licht und Beleuchtung“. Ich hatte vor dieser Rezension bereits die beiden ersten Bände von Roberto Valenzuela gelesen und bin mit hohen Erwartungen an die Lektüre gegangen.[/FONT]
[FONT=&quot]Das im dpunkt.verlag erschienene Buch umfasst 341 Seiten inklusive Index und ist als Hardcover Version im Format ca. 20 x 25 cm ausgeführt. Das entspricht einem klassischen Buch- und Fotoformat von 8x10 Inch[/FONT][FONT=&quot] und ist angenehm in der Handhabung. Nach Vorwort und Einführung sind die 341 Seiten in fünf Teile mit vierzehn Kapitel aufgeteilt, der Index schließt sich am Ende an. Die Struktur sieht damit wie folgt aus: [/FONT]

[FONT=&quot]TEIL 1: Die Grundelemente des Lichts (46 Seiten)[/FONT]
[FONT=&quot]1. [/FONT][FONT=&quot]Lichtvision geht vor Lichtstil (6 Seiten)[/FONT]
[FONT=&quot]2. [/FONT][FONT=&quot]Wie das Licht funktioniert (10 Seiten)[/FONT]
[FONT=&quot]3. [/FONT][FONT=&quot]Die fünf grundlegenden Verhaltensweisen des Lichts (28 Seiten)[/FONT]

[FONT=&quot]TEIL 2: Lichtsituation (67 Seiten)[/FONT]
[FONT=&quot]4. [/FONT][FONT=&quot]Einführung in die Elemente der Lichtsituation (12 Seiten)[/FONT]
[FONT=&quot]5. [/FONT][FONT=&quot]Erforschen der zehn Elemente der Lichtsituation (16 Seiten)[/FONT]
[FONT=&quot]6. [/FONT][FONT=&quot]Die Lichtsituation richtig nutzen (37 Seiten)[/FONT]

[FONT=&quot]TEIL 3: Belichtungsrichtwerte und Zusatzlicht (57 Seiten)[/FONT]
[FONT=&quot]7. [/FONT][FONT=&quot]Prüfung der Belichtungsrichtwerte (22 Seiten)[/FONT]
[FONT=&quot]8. [/FONT][FONT=&quot]Zusatzlicht: Reflektortechniken (22 Seiten)[/FONT]
[FONT=&quot]9. [/FONT][FONT=&quot]Zusatzlicht: Diffusortechniken (11 Seiten)[/FONT]

[FONT=&quot]TEIL 4: Zusatzlicht: Blitztechniken (102 Seiten)[/FONT]
[FONT=&quot]10. [/FONT][FONT=&quot]Die wichtigsten Fähigkeiten und Funktionen eines Blitzgerätes verstehen (18 Seiten)[/FONT]
[FONT=&quot]11. [/FONT][FONT=&quot]Schnelles Arbeiten mit Blitzen üben (26 Seiten)[/FONT]
[FONT=&quot]12. [/FONT][FONT=&quot]Zusatzlicht: Vorhandenes Licht durch Blitz ergänzen (22 Seiten)[/FONT]
[FONT=&quot]13. [/FONT][FONT=&quot]Fortgeschrittene Blitztechniken (34 Seiten)[/FONT]

[FONT=&quot]TEIL 5: Realisieren Ihrer Lichtvisionen (57 Seiten)[/FONT]
[FONT=&quot]14. [/FONT][FONT=&quot]Alles zusammenfügen (55 Seiten)[/FONT]
[FONT=&quot] [/FONT]
[FONT=&quot]Schlusswort (2 Seiten)[/FONT]
[FONT=&quot]Index (7 Seiten)[/FONT]
[FONT=&quot] [/FONT]

[FONT=&quot]Zum Inhalt:[/FONT]

[FONT=&quot]Wer die anderen Bücher von Valenzuela kennt hat eine Idee davon, wie seine Herangehensweise und seine Struktur sind. Valenzuela ist ein systematischer Mensch, ein Analytiker und ein Lernbegeisterter. Er will verstehen, lernen und nachvollziehbare Strukturen schaffen. Und aus seinem Lebenslauf wird ersichtlich, dass das ein Wesenszug und keine singuläre Ausprägung seiner Fotografie ist. Das hilft denjenigen, die ebenso akribisch an neue, unbekannte Aufgaben herangehen und mit einer Art Checkliste Probleme abarbeiten und lösen wollen. Dies ist sicherlich nicht jedermanns Sache und auf den ersten Blick wenig intuitiv. Hier wird Fotografie als Handwerk vermittelt. Dazu gehört es, bestimmte Regeln zu kennen, zu verinnerlichen, um sie irgendwann wie selbstverständlich anwenden zu können. Aber auch hier zeigt sich wieder einmal für mich, dass es anglo-amerikanischen Autoren häufig besser als z.B. deutschen Autoren gelingt, Theorie in verständliche Sprache umzusetzen. Das macht das Verstehen und Behalten - für mich zumindest - einfacher. [/FONT]

[FONT=&quot]„Licht ist die Essenz aller Bilder. Es bildet die DNS der Fotografie.“ Das ist einer der zentralen Sätze in der Einführung, die kurz umreißt, was Inhalt des Buches ist. Ohne gutes Licht kein gutes Foto. Im Prinzip geht es darum, das Umgebungslicht am Aufnahmeort, mögliches Zusatzlicht (Reflexion) und kontrolliertes Blitzlicht so zu verstehen und zu kontrollieren, dass man erstens einschätzen kann, ob ein Foto an diesem Ort sinnvoll ist und zweitens, ob man durch Hilfsmittel eine Lichtsituation schaffen kann, die ein gutes Foto ermöglicht. Dies alles ist ausschließlich im Kontext der Menschenfotografie zu sehen. Wer ein Buch über Licht in der Landschafts-, Architektur oder Produktfotografie sucht, ist hier falsch. [/FONT]

[FONT=&quot]Doch nun zum Inhalt des Buches. Im ersten Teil „Die Grundelemente des Lichts“ werden Begrifflichkeiten erläutert und ihre Verwendung im Buch definiert. Daneben werden einige grundlegende, physikalische Gesetzmäßigkeiten erläutert und mit Beispielfotos werden Möglichkeiten angedeutet, wie man Licht liest und die Lichtsituation beeinflusst. An dieser frühen Stelle wird das Credo des Fotografen nochmal betont: „Du bist der Fotograf und Du bestimmst die Lichtsituation“. Der überwiegende Part dieses ersten Teils beschäftigt sich mit den fünf grundlegenden Verhaltensweisen des Lichts und ist laut Valenzuela aus seiner Sicht das wichtigste Kapitel des Buches. Diese fünf Verhaltensweisen sind „Reflexionswinkel“, „Abstandsgesetz“, „Größenverhältnis“, „Farbreflexionsverhalten“ und „Streuverhalten“. Hier werden viele schematische Darstellungen sowie Grafiken und weniger „echte“ Fotos als Erklärung hinzugezogen, was aber für diesen theoretischen Part auch in Ordnung ist. [/FONT]

[FONT=&quot]Im zweiten Teil des Buches „Lichtsituation“ kommt dann das für Valenzuela typische Muster zum Zuge. Er zerlegt die Lichtsituation (also das herrschende Licht am Aufnahmeort) in zehn Elemente, die er Elemente der Lichtsituation (ELS) 1-10 nennt und kurz beschreibt. Beispielhaft seien hier „Quelle und Richtung des Lichts“ (ELS-1), „Untergrundeigenschaften“ (ELS-5) sowie „Schatten auf dem Boden und an den Wänden“ (ELS-6) genannt. Das ideale Zusammenspiel der ELS betitelt der Autor als Leuchtzone, der ideale Aufnahmespot. Im Rest des zweiten Teils geht es insbesondere darum, Örtlichkeiten anhand der 10 ELS zu bewerten und die Zusammenhänge zu verstehen. Anschließend werden Fotos besprochen, die im Hinblick auf die Anwendung der 10 ELS funktioniert haben oder auch schief gegangen sind. Vom Input war dieses Kapitel für mich sehr spannend und lehrreich. [/FONT]

[FONT=&quot]Im dritten Teil geht es um die „idealen“ Belichtungswerte in verschiedenen Situationen. Diese Situationen sind direktes Sonnenlicht, bedeckter Himmel oder Halbschatten sowie direktes Sonnenlicht im Innenraum. So ist z.B. der ideale Richtwert für helles Sonnenlicht im Freien ISO100, f4 und 1/500sek. Laut Valenzuela haben das Verständnis und die Anwendung dieser Richtwerte ihn und seine Fotografie so weit nach vorne gebracht, dass er als professioneller Fotograf seinen Lebensunterhalt bestreiten konnte. Dennoch betont er, dass es lediglich Richtwerte bleiben, mit denen man kreativ arbeiten kann. Mit Beispielbildern von einer Schaufensterpuppe an verschiedenen Orten wird erklärt, warum es die Mühe wert ist, nach den richtigen Aufnahmebedingungen (Lichtsituationen) zu suchen und sich mit den Elementen der Lichtsituation zu beschäftigen. Doch nicht immer lässt sich die „ideale“ Kombination ohne Hilfsmittel finden. Daher folgen Erklärungen und Beispiele, wie man mit Reflektoren und Diffusoren das Licht so beeinflussen kann, dass die Richtwerte erreicht werden. [/FONT]

[FONT=&quot]Dem Blitzlicht als Zusatzlicht wird ein eigener Teil gewidmet. In diesem vierten Teil geht Valenzuela zuerst auf die Fähigkeiten und Funktionen des Systemblitzes ein. Blitzbelichtungskorrektur, TTL, Zoomreflektor, Synchronisation auf den ersten oder zweiten Vorhang sowie Kurzzeitsynchronisation werden als Funktionen erläutert und im anschließenden Kapitel „schnelles Arbeiten mit Blitzen üben“ anhand vorgegebener Aufgaben als Übungen beschrieben. Mit über 40 Seiten ist dieser Exkurs in grundlegende Blitzbedienung doch recht ausführlich. In Kapitel 12 wird es dann wieder praktisch und es wird anhand von Beispielen gezeigt, wie Blitzlicht als Aufhellung von Tageslicht eingesetzt werden kann. Die fortgeschrittenen Blitztechniken in Kapitel 13 führen dem Leser schließlich das geballte Potenzial von gekonnt eingesetztem Blitzlicht vor Augen und gehen auch bei der verwendeten Ausrüstung teilweise über die kleinen Systemblitze hinaus.[/FONT]

[FONT=&quot]Der fünfte und letzte Teil bietet eine kurze Zusammenfassung des bisher behandelten Stoffes sowie zwanzig Mini-Fallstudien, in denen der Leser noch einmal den kreativen Prozess der Lichtgestaltung in unterschiedlichsten Situationen nachvollziehen und als Ausgangspunkt für eigene Übungen nutzen kann.[/FONT]
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[FONT=&quot]Verständlichkeit[/FONT]
[FONT=&quot]Das Buch ist verständlich und in angenehmer Sprache geschrieben. Alles ist nachvollziehbar und in der überwiegenden Mehrheit sehr gut bebildert. Die Qualität der Aufnahmen ist für ein solches Lehrbuch aus meiner Sicht deutlich über dem Durchschnitt. Was mir nicht so zusagt, ist die deutsche Übersetzung, die doch an einigen Stellen sehr hakelig wirkt und das Lesen eher erschwert.[/FONT]
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[FONT=&quot]Grafiken / Bilder[/FONT]
[FONT=&quot]Die gezeigten Bilder sind gut gewählt und für die Erklärungen des jeweiligen Themas gut geeignet. Viele Erklärungen werden mit Grafiken von set-a-light 3D von elixxier | software unterstützt, ein wirklich tolles Programm von einem deutschen Entwicklerteam, das ich persönlich auch für Studioaufnahmen zur Vorabplanung einsetze.[/FONT]
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[FONT=&quot]Layout[/FONT]
[FONT=&quot]Das Layout ist im Wesentlichen einspaltig pro Seite, wobei der Text in der Regel nur etwa ¾ der Spalte nutzt und Grafiken oder Bilder schon mal die ganze Breite der Seite einnehmen. Ab und an wird auch ein zweispaltiges Layout genutzt, in dem eine Spalte mit Text und die andere mit Bildern gefüllt werden. Ungewöhnlich aber nicht störend. [/FONT]
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[FONT=&quot]Spreche ich eine Kaufempfehlung aus?[/FONT]
[FONT=&quot]Nun, das hängt davon ab, was man fotografiert. Eigentlich ist es nur für Peoplefotografen interessant, alle anderen werden eher wenig Nutzen daraus ziehen. Peoplefotografen finden hingegen jede Menge Tipps und Tricks sowie fundiertes Know-how, das der Autor bereitwillig weiter gibt. Man merkt die Leidenschaft von Valenzuela für sein Thema der Personenfotografie in jeder Zeile. Jedoch ist die sehr systematische Art, Situationen zu zerlegen und zu analysieren sicher nicht jedermanns Art zu lernen. Hier muss sich jeder selbst ein Bild machen, ob es sein Stil ist.[/FONT]

Die Daten
Roberto Valenzuela. Perfektes Licht mit System. Ein Praxisleitfaden für Fotografen erschien am 01. September 2016 im dpunkt.verlag. 364 Seiten, komplett in Farbe, Festeinband, 21,2 x 2,5 x 25,6 cm. Auch als E-Book erhältlich.
ISBN: 978-3-86490-378-6
Preis: 39,90 Euro (Buch) | 31,99 (E-Book)

Leseproben
Inhaltsverzeichnis (PDF)
Die Lichtsituation richtig nutzen (Kapitelauszug) (PDF)

Bewertung:
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ISBN: 3864903785

 
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