NF-Rezension Rezension: Surabaya Beat - A Fairy Tale of Ships, Trade and Travels in Indonesia

Thread Status
Hello, There was no answer in this thread for more than 30 days.
It can take a long time to get an up-to-date response or contact with relevant users.

waldgott

Sehr aktives NF Mitglied
Registriert
Der Titel des Buches ist ein Wortspiel mit dem Vornamen des Fotografen und Autors des Buches: Beat. Also ist Surabaya Beat der Herzschlag Surabayas oder das Surabaya von Beat Presser? Für mich ist es beides gleichzeitig und insofern ist es ein gut gewählter Titel.

Surabaya ist die zweitgrößte Stadt Indonesiens. Sie liegt auf der Nordostspitze der indonesischen Hauptinsel Java. Surabaya war die zweite Station auf der ersten Reise, die in dem Buch beschrieben wird, mit einer Gattung von Schiffen, der im Deutschen Dau oder auch Dhau genannt wird, im englischen Dhow. Das gemeinsame Merkmal aller Daus ist ein langer Vorsteven (der vordere Abschluss eines Schiffes), der schräg aus dem Kiel hervorgeht.

Übrigens Englisch: Die Texte im Buch sind in englischer Sprache. Nach meinem Wissen gibt es keine Ausgabe in Deutsch. Allerdings überwiegen die Texte nicht, sind aber eine wichtige Erklärung zu den Bildern. Und die Lyrik und Kurzgeschichten, die die einzelnen Kapitel des Buches ergänzen und Reiseabschnitte voneinander trennen, erschließen sich auch jemandem, der sehr gut Englisch versteht nur recht schwer. Eine zweisprachige Ausgabe Deutsch/Englisch hätte möglicherweise eine breitere Leserschaft erschlossen. Und noch besser wäre eine zusätzliche Ergänzung in Französisch gewesen.

Die Fotos im Buch allerdings – und um die geht es ja Menschen, die Fotobücher kaufen – sind einmalig in jeder Hinsicht. Exzellent fotografiert, bestens entwickelt und hervorragend gedruckt. Beat Presser hat sich wohl ganz bewusst für Schwarz-Weiß entschieden und seine Bilder sind analog auf Film gespeichert und noch in der Dunkelkammer entwickelt. Umso bewundernswerter ist die Druckqualität (printed in China!), die Reproduktion der Papierabzüge aus dem Labor.

740535650444369579.jpg
740535650440e835b0.jpg
740535650440e85fb4.jpg


Ich muss allerdings gestehen, dass ich farbige Fotos erwartet hatte und zuerst enttäuscht war, dass es nicht so ist.

"Fotografiert man in Farbe, wird es schnell folkloristisch", wird Presser in einer anderen Rezension zitiert und erklärt weiter: "Die klassische Schwarz-Weiß-Fotografie, die ich noch pflege, mit Filmen, die entwickelt werden müssen, Kontaktkopien, die minutiös angeschaut und ausgesucht werden, ist ein relativ komplizierter Prozess. Aber er besitzt eine magische Komponente. Wenn man achtzig Bilder im Labor vergrößert – mehr verträgt eine Geschichte nicht –, ist man eingeschlossen im Schwarz. Das ist wie eine Klausur. Man arbeitet im Dunkeln, hochkonzentriert. Und aus diesem Dunkel entstehen langsam die einzelnen Bilder."

Es wäre den Versuch wert gewesen, und ich glaube seine Fotos hätten es gekonnt, die „folkloristische“ Wirkung von Farbfotos, durch die Art der Farbstimmung zu minimieren.

Das Buch beginnt mit einer Beschreibung, wie es zu der Reise kam und der Stationen der Reise auf fünf Seiten. Also nicht viel zu lesen. Dann darf man die hervorragenden Fotos betrachten. Es beginnt mit den Fotos von Schiffen, alten verfallenen und neu gebauten. Dann markiert ein beeindruckendes Foto einer Dhau, die dem Anschein nach gerade ins Wasser gesetzt wird, den Beginn der Reise. Es folgen Bilder von Landschaften und Menschen auf Schiffen, Schiffe in ruhigen und unruhigen Gewässern. Jede Seite bietet neue Eindrücke und erzählt neue Geschichten.

Beat Presser bringt die Motive und die verbindende Lyrik in eine gute Balance und Harmonie. Das macht dieses Buch lesenswert.

Wer die Schwarzweißfotografie mag und von diesen Fotos für seine Arbeit lernen will, sich für die Arbeitswelt auf Schiffen und für Indonesien interessiert, der sollte sich dieses Buch kaufen.

Fazit: Perfekte Schwarzweißfotografie. Dafür fünf Sterne

picture.php



ISBN: 3858817635

 
Anzeigen
-Anzeige-
Zurück
Oben Unten