Rezension: Katja Seidel, Astrofotografie


Virgil Kane

Sehr aktives Mitglied
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Die Autorin:
Katja Seidel hat die Nacht-Fotografie für sich entdeckt. Auf ihrer Facebook-Seite schreibt sie über sich: „Ich möchte mein Wissen, meine Leidenschaft und meine Erlebnisse beim Fotografieren der verschiedensten "Nacht-Lichter" am Sternenhimmel teilen! Dazu habe ich ein Buch geschrieben und betreibe den Blog . Meine Zielsetzung ist es dabei, mit möglichst einfachen Mitteln zu arbeiten, um auch ohne Teleskop zu verblüffenden Ergebnissen zu kommen.“

Dem ist nichts hinzuzufügen. Wer Buch und Website durch hat, weiß was Kompetenz bedeutet. Katja Seidel hat sich zu einer Spezialistin für Nachtfotografie gemacht. Von ihr kann man lernen.


Das Buch:
Das Buch liegt auf dem hohen Niveau der Buchmacherkunst aus dem Rheinwerk-Verlag. Technisch sauber angefertigt, mit klarer Typographie und schnörkellosem Layout liegt es wertig in der Hand und ist eine Freude durchzublättern. Ein Lesebändchen markiert Unterbrechungen und ist farblich perfekt auf das Cover abgestimmt. Dort ist eines dieser spektakulären grünen Nordlichter abgedruckt, deren Ablichtung jeder themenaffine Kamerabenutzer anstreben wird. Der Untertitel „…ohne Spezialausrüstung“ suggeriert dem Leser, er könne genau so ein Foto mit jeder Billigknipse realisieren, was nach erstem Einlesen dann allerdings nicht ganz den Tatsachen entspricht.

Bleibt noch zu erwähnen, dass der Verlag online weiteres Bonusmaterial wie Ausgangsbilder, GPS-Daten oder E-Books bereithält. Registrierungscodes hierfür sind im Buch abgedruckt.


Der Inhalt:
Das Buch richtet sich an Anfänger/Fortgeschrittene der Astrofotografie. Die Betonung liegt dabei auf „Astro“. Bei allem was mit Sternen zu tun hat darf man unwissend sein, fotografische Grundkenntnisse werden dagegen vorausgesetzt. Ein Buch für Fotografen, die Sterne knipsen möchten und eher nicht für Astronomen, die Fotografieren lernen wollen.

Wer sich in der angegebenen Zielgruppe befindet wird allumfassend bedient. Katja Seidel weiß vom ersten Wort an wovon sie spricht und vermittelt ihre Kenntnisse mit unaufgeregter Souveränität. Reich bebildert (immer mit den technischen Daten dazu) bespricht das Buch sowohl die geeignete Kamera-Hardware als auch die Besonderheiten des Genres. Die gezeigten Fotos sind teils spektakulär, teils informativ, immer jedoch technisch perfekt und von hoher fotografischer und drucktechnischer Qualität.

Ein großes Kapitel ist der technischen Ausrüstung gewidmet. Hierbei wird auch der Untertitel von der Notwendigkeit einer „Spezialausrüstung“ relativiert. Eine tabellarische Auflistung der Motive stellt klar, dass für Motive wie die Ablichtung des ISS-Überflugs oder einer Deep-Sky-Aufnahme mit ihrer ganzen Sternenpracht schon etwas mehr Aufwand getrieben werden muss. Kapitel bezüglich der richtigen Kamera- und Objektivwahl können Einsteigern nützliche Hilfestellung geben. Anwendertipps wie zum Beispiel das Umwickeln des Objektivs mit Handwärmern, um Taubildung in kalten Nächten zu vermeiden, sind selbst für fortgeschrittene Fotografen interessant. Neben Auswahlhilfen wird fotografisch auch auf Themen wie Panoramafotografie, Stacking oder Bildbearbeitung via Lightroom eingegangen. Man lernt über Weißabgleich, Tonwertkorrekturen, Rauschreduzierung und das Entfernen von Flugzeugspuren oder Farbsäumen.

Ein weiterer Schwerpunkt sind themenspezifische Smartphone-Apps. Hier werden diverse nützliche Helfer vorgestellt, um zur rechten Sternenzeit am rechten Platz zu sein. Auch Sternbilder können durch Apps am jeweiligen Aufenthaltsort angezeigt werden - vorausgesetzt das Smartphone kann der App GPS-Daten und die Informationen der eingebauten Neigungssensoren liefern.

Wer nach all diesen Kapiteln Lust bekommen hat, es selbst einmal zu versuchen und wer das Thema daraufhin vertiefen möchte, findet in den letzten Kapiteln des Buches wonach er sucht. Hier geht es um Deep-Sky-Fotografie, um Kometen und um Raumstationen. Ob ISS, Pferdekopfnebel oder die Plejaden - Katja Seidel hatte sie alle vor der Linse und präsentiert eindrucksvolle Ergebnisse. Das ist dann schon Astrofotografie für Fortgeschrittene.


Für wen ist dieses Buch geeignet?
„Astrofotografie“ ist weder ein Fotografie-Grundkurs noch eine „wissenschaftliche Abhandlung über die Astronomie“ (Zitat Katja Seidel). Wie schon gesagt richtet es sich vielmehr an Astronomie-Anfänger, die mit einer Kamera umgehen können und die sich an Astrofotografie versuchen möchten. Für diese Zielgruppe kann es aufgrund der kompletten Betrachtung des Themas getrost als Standardwerk bezeichnet werden.


Fazit:
Ein tolles Buch. Qualität, Aufmachung und Inhalt sind perfekt gelungen. Ganz großes Sternenkino - und daher auch…. alle 5 Sterne

Die Daten
Katja Seidel. Astrofotografie. Spektakuläre Bilder ohne Spezialausrüstung erschien am 27. Februar 2017 im . 354 Seiten, gebunden, in hochwertiger Fadenheftung. Großes Bildbuchformat 21 x 24 cm, mit Lesebändchen. In Farbe gedruckt auf matt gestrichenem Bilderdruckpapier (135 g). Große, lesefreundliche Schrift (Franklin ITC Pro 9,25 Pt.). Zweispaltiges Layout. Mit zahlreichen Originalfotografien, Hintergrundinfos und Tipps zu Foto-Spots. Auch als E-Book zum Herunterladen im PDF-Format (126 MB) und als Onlinebuch erhältlich.
ISBN: 978-3-8362-4252-3
Preis: 39,90 Euro (Buch) | 35,90 Euro (E-Book) | 44,90 Euro (Buch und E-Book im Bundle)


Bewertung:
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ISBN: 3836242524

 
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