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Virgil Kane

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1. Haptik/Ausstattung
Ein echter Wälzer. 24,5 cm hoch und 21,5 cm breit liegt ein gut 4 cm hoher Papierstapel auf dem Tisch und mit rund 2400 g satt in der Hand. Der haptisch angenehme Einband ohne Schutzumschlag und das gestrichene Papier der Seiten machen zusammen mit dem eingearbeiteten Lesebändchen einen hochwertigen und robusten äußeren Eindruck. Wer mit dem Inhalt durch ist, kann das Buch getrost als Briefbeschwerer oder Türstopper einsetzen - es wird ihm nicht schaden. Die Typographie ist modern und leicht lesbar, die Texte werden durch zahlreiche Bildbeispiele, Grafiken und farbig hinterlegte Wissenskästchen unterbrochen und strukturiert. Farbige Balken auf den Seitenköpfen informieren über Kapitel und Thema der Seite.


2. Die Autorin
Marion Hogl wird als freie Fotografin in München vorgestellt, die sich auch mit zahlreichen Workshops einen Namen gemacht hat. Ihre Website www.seh-stern.com ist mit „fine art fotografie“ untertitelt und gibt Aufschluss über ihr Können. Schwerpunkte ihrer Arbeit liegen in den Bereichen Tierfotografie und Hochzeiten.


3. Inhalt
Wie es sich für eine „umfassende Fotoschule“ gehört widmet sich das Buch sowohl der Fototechnik als auch der Bildgestaltung und Bildverarbeitung. Der Titel „Digitale Fotografie“ ist insofern mittlerweile überholt als „digital“ in heutiger Zeit gleichbedeutend mit „konventionell“ ist und die Bereiche Bildgestaltung und Aufnahmetechnik für alle Arten der Fotografie universell gelten. Auch die Bildbearbeitung am PC oder Tablet ist mittlerweile alternativlos. Wer als jugendlicher Einsteiger in die Fotografie heute ein Standardwerk sucht wird beim Titel also wohl kurz innehalten: digital? - was denn sonst?

„Lieber Fotografieren als nur knipsen“ steht über dem einführenden Textkapitel und macht deutlich worum es der Autorin geht. In gelungenen Bildbeispielen untermauert Marion Hogl die Möglichkeiten der Fotografie und lässt dadurch dem ambitionierten Leser das Wasser im Munde zusammenlaufen: das will ich auch können!
Bei jedem Beispielfoto im Buch sind die wesentlichen Exif-Daten abgedruckt und im Laufe der Lektüre wird auch Anfängern klar, was die Zahlen und Ziffern im Einzelnen bedeuten und an welchen Knöpfen gedreht werden muss, um entsprechende Effekte zu erzielen.

Teil I des Buches beschäftigt sich mit technischen Grundlagen. Kameratypen, Ausstattungsdetails, Art und Funktionsweise von Sensoren, Bildformate, Zusammenhänge von Zeit und Blende sowie die Bedeutung von Crop-Faktoren und ISO-Zahlen werden ausführlich und leicht verständlich verdeutlicht. Auch Grundlagen zur Beurteilung von Histogrammen, Infos zu Farbkanälen und Dateiformaten sowie zur richtigen Beurteilung von Schärfe und Schärfentiefe gehören dazu. Abhandlungen über Objektive, Zubehör und Grundlagen für den Einsatz von Blitzgeräten runden den ersten Teil ab. Wer ihn hinter sich gebracht hat, ist auf dem aktuellen Stand moderner Kameras. Wie das in fünf Jahren sein wird ist nicht vorherzusehen, aber dafür gibt es ja Neuauflagen. Knapp 250 Seiten gehen für Technik und Basic Infos drauf.

Teil II ist überschrieben mit Bildgestaltung. Neben kreativen Elementen wie „Sehschule“ oder „Bildideen entwickeln“ geht es auch um Licht, Farbtemperatur und Weißabgleich. Schon das Aufmacherbild - eine Mehrfachbelichtung vom Times Square in New York - ist sehenswert. Marion Hogl greift tief in die Trickkiste und zeigt von kreativen Techniken wie Rotieren oder Zoomen während der Aufnahme bis zur perfekten Fotostory ein breites Spektrum an Möglichkeiten der Bildgestaltung. Selbst für physikalische Abhandlungen über die Arten des Lichtes bleibt noch Raum. Qualität und Motive sind ohne Tadel, das Kapitel macht Spaß und regt zur Nachahmung an.

Teil III läuft unter der Überschrift Fotopraxis. Jetzt geht es daran, das bisher Gelernte umzusetzen. Alle relevanten Foto-Genres werden mit Text und Bildern besprochen und abgedeckt. Von Landschaft über Tiere und Architektur bis hin zu Makro und Portrait. Exotische Themen wie das Festhalten von Nordlichtern, Panorama- und Infrarotfotografie werden ebenfalls nicht vergessen. Selbst die Zukunft der Fotografie wird mit Dronenflug und Lichtfeldfotografie gestreift. Wer dieses Kapitel intus hat, braucht sich um Basiswissen für den Small-Talk mit Genre-Fotografen nicht zu sorgen.

Teil IV widmet sich der Bildbearbeitung und Präsentation. Bilder bearbeiten, Effekte einsetzen und die wirkungsvolle Präsentation von Fotos sind die behandelten Themen. Dabei ist sich Frau Hogl nicht zu schade, solche Randthemen wie das Sichten und Sortieren von Bildern anzureißen und Tipps für einen effizienten Workflow zu geben. Auch die Kalibrierung von Kamera und Monitor wird besprochen. Großformatige Lightroom-Screenshots begleiten die Entwicklung von RAW-Dateien, ebensolche in Photoshop zeigen die Möglichkeiten des Reparaturpinsels und der Beseitigung von stürzenden Linien auf. Beauty-Retusche, Effektfilter, Rahmung - es wird kein Bereich ausgelassen. Hinweise zu Ausdrucken, Fotobüchern und Internetpräsentationen schließlich markieren das Ende der Kette vom Finden des Motivs bis zur Fertigstellung der Aufnahme.

Der Anhang des Buches bietet Begriffserklärungen und ein umfangreiches Stichwortverzeichnis, gibt aber auch noch nützliche Tipps zu Troubleshooting bei modernen Kameras, Fotorecht und zum Start einer Karriere als Fotograf/in.


4. Für wen ist dieses Buch geeignet?
Anfänger und Fortgeschrittene finden sich hier gleichermaßen zurecht und nehmen bestimmt nützliche Tipps mit auf die nächste Fotopirsch. Wer vorhat, von der Knipserei zur Fotografie aufzusteigen, bekommt hier wertvolle Hilfen an die Hand und kann viel lernen. Mir erging es jedenfalls so.


Fazit:
Dieses Buch gehört in den Koffer für die einsame Insel. Sollten Sie mit nichts als einer Digitalkamera in der Hand dort angeschwemmt werden, finden Sie in Marion Hogls Ratgeber wirklich alles, was Sie für den Anfang wissen müssen und vieles mehr, was Ihnen selbst als Fortgeschrittener weiterhelfen kann. Schon allein die vielen anregenden Fotos machen das Durchblättern und Stöbern zu einem Erlebnis.


5 Sterne - völlig verdient.




ISBN: 384210085X


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Rezension unseres Community-Mitglieds Diane Wippermann

Mein „Guru“ unter den Fotoratgebern: Digitale Fotografie – DIE UMFASSENDE FOTOSCHULE von Marion Hogl umfasst 677 Seiten und kann zum Preis von 39,90 Euro im Vierfarben Verlag erworben werden.

Dieser gelungene Ratgeber umfasst alles zur digitalen Fotografie! Man bekommt von der Autorin Tipps, die digitale Technik richtig einzusetzen, aber auch Hinweise, wie man Licht und Belichtung besser einsetzt. Desweiteren werden Bereiche wie „Automatisch oder manuell scharfstellen“, mit „Blende oder Tiefenschärfe“ umgehen oder die „Objektivtechnik“ durchschauen, thematisiert.

Besonders gefallen haben mir ebenfalls die Kapitel: „Bildkomposition meistern“ und „Menschen gekonnt in Szene setzen“! Natur- und Tierliebhaber erhalten hilfreiche Tricks, wie sie diese perfekt ablichten. Spannend fand ich auch die Einblicke, wie im Studio professionell fotografiert wird oder die Beschreibung des Bildbearbeitungsworkflows, damit auch dieser besser für den Einzelnen beherrschbar wird. Durch die Lektüre dieses großartigen Buches lernt man nicht nur seine Kamera kennen und besser einzusetzen, nein man wird auch zum Könner in Sachen digitaler Fotografie.

Fazit: Mein „Must have“ für 2015!!!

Die Daten
Marion Hogl. Digitale Fotografie. Die umfassende Fotoschule erschien am 8. Oktober 2015 im Vierfarbenverlag. 677 Seiten, in Farbe, gebunden
ISBN: 978-384210085-5
Preis: Buch 39,90 Euro
>> Zur Leseprobe

Rezension:
Diane Wippermann

Bewertung:

 
Kommentar
Rezension Digitale Fotografie: Die umfassende Fotoschule, Marion Hogl

Dieses Buch gefällt mir nicht. Dabei steht nichts Falsches in dem Buch, nein alles ist richtig und gut. Es hat eine klare Struktur, ist gut gedruckt und viele Bilder ergänzen den Text. Es gibt Anregungen für Übungen, besonders hervorgehobene Kästen für Tipps und viele gute Ratschläge für bessere Fotos.

Trotzdem gefällt es mir nicht. Das Buch erschlägt seinen Leser. Einmal ist es das schiere Gewicht, das dieses Buch unhandlich macht und nicht unbedingt zum schnellen Zugreifen und lesen anregt. Dann wird hier der Versuch gemacht, die Welt der Fotografie in ein Werk zu packen, alles zu erläutern auf 677 Seiten: Die Technik der Fotoapparate, die Bildgestaltung, eine Fotopraxis und die Bildbearbeitung. Da muss zwangsläufig etwas zu kurz kommen.

Besonders auffällig wird das im Teil 3, der die Fotopraxis erläutert. Hier werden auf jeweils drei bis fünf Seiten jeweils zehn Motivbereiche der Fotografie angesprochen (z.B. und nicht vollständig aufgelistet: Naturfotografie, Makrofotografie, Events und Action) und alles bleibt sehr oberflächlich. Am besten gelungen ist noch das Thema „Menschen fotografieren“ auf 30 Seiten.

Wer zu diesem Thema mehr lernen will, sollte sich besser jeweils ein Buch anschaffen, das sich mit einem dieser Themen intensiv beschäftigt.

Was mich an diesem Buch am meisten erschlagen hat, ist der Anfang, der erste Teil „Technik“. Hier wird auf ca. 220 Seiten die Technik der Fotografie erklärt. Für mich ist das der falsche Ansatz einer „umfassenden Fotoschule“, wie das Buch sich im Untertitel nennt. Ja, die Technik gehört dazu, aber muss man in einer „Fotoschule“ damit beginnen? Muss man ein Drittel des Buches drauf verwenden? Das Buch richtet sich an diejenigen „die alles über die Fotografie wissen wollen“ – so steht es im Vorwort, also an jene, die noch nicht allzu viel über die Fotografie wissen und die werden hier im ersten Teil mit der Fototechnik voll erschlagen, glaube ich.

Besser wäre es gewesen, eine Fotoschule mit richtigem Sehen, der guten Bildgestaltung, der Komposition eines Fotos zu beginnen, den Spaß an der Fotografie zu vermitteln und dann ein wenig über die Technik zu sprechen. Weil wir gerade dabei sind: In einem Buch über die digitale Fotografie hätte ich mehr Informationen und Hinweise zur Datensicherung der Fotos erwartet. Das Kapitel Speichermedien hat gerade mal etwas mehr als zwei Textseiten.
Soweit mein persönlicher Eindruck. Wem könnte dieses Buch dennoch nützen? Es könnte ein Nachschlagewerk sein, wenn man mal kurz eine Information zu einem bestimmten Thema benötigt. Zum Beispiel über „Schärfentiefe mit der Hyperfokaldistanz“. Wenn man zu einem Thema eine kurze Information braucht und nicht in die Tiefe gehen will, kann das Buch auch hilfreich sein. Und letztlich sind dann fünf Bücher, die sich auf Teilbereiche der Fotografie spezialisieren auch nicht so billig, wie dieses Buch.

Mein Fazit:

Ein Nachschlagewerk, das vermutlich länger im Bücherregal steht, als es benutzt wird. Deshalb nur drei Sterne.

 
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