photokina 2020 ohne Nikon, Leica und Olympus


AnjaC

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Teammitglied

Messekonzept im Umbruch oder am Ende?





Nachdem schon auf der letzten Messe einige Aussteller fehlten und andere ihre Tendenz zum Verzicht für zukünftige Termine offen diskutierten, erreichte uns jetzt die offizielle Meldung, dass Nikon, Leica, Olympus und nicht näher genannte andere Aussteller ihre Teilnahme an der photokina 2020 abgesagt haben.

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Beuteltier

Platin Mitglied - NF "proofed"
Dass Canon 2020 dabei sein will, Nikon und Leica aber nicht, lässt vermuten, dass Canon auf den Massenmarkt setzt, Nikon und Leica aber auf Nischen, richtig?
 

shovelhead

Sehr aktives Mitglied
Nach CeBit, MM und IAA .... oder sollte ich sagen "neben" CeBit, MM und IAA ....
Neuigkeiten schaut man sich eben inzwischen online an - sogar im Messeland Deutschland.
 

cjbffm

Registrierte Benutzer_B

Nicname

Sehr aktives Mitglied
Der Massenandrang auf solchen Großveranstaltungen macht sie für mich als Endkunden eher unattraktiv. Aber natürlich treffen sich dort auch Hersteller, Handel und Dienstleister zu Verhandlungen und Abschlüssen. Wenn diese Zusammentreffen aus Sicht von Nikon, Olympus, Leitz & Co. nun überflüssig erscheinen, stellt sich im Hinblick auf die Entwicklung des B2B-Online Geschäfts mittelfristig schon die Frage nach der Existenzberechtigung des bestehenden Veranstaltungskonzepts. Wer will die imensen Kosten einer Messeteilnahme mit dem "sehen und gesehen werden" rechtfertigen?
 

VisualPursuit

Sehr aktives Mitglied
Ich war am Wochenende in Amsterdam auf der IBC.
Eine fette Messe um Film und Video, durchaus mit Überlappungen in die Fotografie.

11 rappelvolle Messehallen, dem Anschein nach fast ausschliesslich professionelle Anwender.

Nikon war mit Mark Roberts Motion Control vertreten, Canon mit einem
großen Stand inclusive C-Serie und den neuen RF-Optiken an der EOS R.

Es geht also prinzipiell, nur nicht in Köln.

Die IBC war so groß wie die Photokina in den 80ern des letzten Jahrhunderts.
Woran klemmt es also in Köln?

Und das vorab: Für mich als professionellen Anwender war die letzte Photokina gut.
Ich hab selten zuvor auf einer Photokina mit so vielen Entwicklungsleuten und
hochrangigen Mitarbeitern gesprochen. Die meisten davon ad hoc ohne vorher
Termine gemacht zu haben. Die Stände die mein Interesse fanden waren überwiegend
nicht mit hübschen Dummchen bevölkert.
 

Nicname

Sehr aktives Mitglied
...
Und das vorab: Für mich als professionellen Anwender war die letzte Photokina gut.
Ich hab selten zuvor auf einer Photokina mit so vielen Entwicklungsleuten und
hochrangigen Mitarbeitern gesprochen. ...
Für den Kunden ist das sicherlich spannend, mit kompetenten Ausstellern Fachgespräche zu führen. Aber anscheinend ist man bei den absagenden Herstellern der Meinung, es komme an konkretem Geschäftsvolumen bei solchen Gesprächen nichts heraus, das man nicht auch auf anderen Wegen generieren könne ...
 

adventure

Sehr aktives Mitglied
Messen haben heute einen schweren Stand und verlieren ständig Besucher, Aussnahmen bestätigen die Regel. Messen kosten extrem viel Geld. Z.B. Patek Philippe, alleine der Messestand an der Baselworld vor ca. 15 Jahren, 3.5 Millionen Franken, plus Standgebühr und Pikettdienst des Standbauers usw. Damals wurden noch 70% vom Jahresumsatz in der Uhrenbranche an den Messen gemacht.
Das ist heute vorbei. Vieles läuft übers Web. Warum soll ich mich ins Gedränge stürzen, wenn ich gemütlich zuhause alle Informationen bekomme.
Zudem können die Hersteller flexibler ihre Neuerungen anpreisen und sind nicht auf die Messetermine angewiesen.
 

cjbffm

Registrierte Benutzer_B
Messen kosten extrem viel Geld.
Na ja, das ist auch hausgemacht.
Wo früher einige Stellwände reichten, müssen es heute ganze Hallen sein, in welche dann mehrstöckige
Häuser eingebaut werden, die einen übermäßigen Aufwand erfordern.
Ich kann mich noch gut an IAAs vor gut 40 Jahren erinnern, als selbst sehr große Aussteller nicht höher
gebaut haben als circa 4, 5 Meter.

Die großen Aussteller liefern sich hierin einen beinahe kindisch zu nennenden Wettlauf nach dem Motto
"wer hat den größten (Messestand)?". Man kann nicht sagen, wer damit angefangen hat. Was man aber
sehen kann, ist, daß die Grenze der Vernunft inzwischen offensichtlich erreicht oder sogar überschritten ist.

Und was die Geschäfte auf den Messen angeht, so hört man es läuten, daß die Aussteller - vor allem die
großen - es waren, die in den vergangenen Jahrzehnten immer weniger dazu bereit waren, die Messen als
Handelsplatz zu nutzen. Wenn Geschäftskunden darüber klagen, daß am Messestand nicht einmal
kompetente Ansprechpartner zu finden sind, sondern nur "Dekorationspersonal", welches nicht mehr kann,
als Prospekte zu verteilen...

Grüße, Christian
 

pixelschubser2006

Sehr aktives Mitglied
Auf der IBC in Amsterdam war ich auch. Das war schon ein tolles Erlebnis. Allerdings geht es hier auch um wesentlich mehr Kohle. Wesentliches Thema ist auch hier der Workflow. Der ist im Broadcast-Sektor bzw. Video allgemein drastisch komplexer als in der Fotografie. Über die Photokina zu latschen (was ich selbst seit 1996 nicht mehr gemacht habe!), ist sicher interessant. Es reizt sicherlich zum Kauf des einen oder anderen Fotogerätes. Aber mehr auch nicht. Impulse werden so nicht gesetzt, dafür sind die Neuerungen zu gering und der Markt zu satt. M.E. sind lediglich komplett neuen Serien wie z.B. die Nikon Z hier spannend. Mehr aber auch nicht.
Auf der IBC sowie generell auf Fachmessen für professionelle Anwender, geht es um Inspiration. Ich habe zig Prospekte von tlw. kleinen Firmen, die ich vorher überhaupt nicht kannte. Ich kam auf etliche neue Gedanken. Kurzum: Es brachte mir Input. Das war mir auch die weite Reise wert. Der Aufwand hatte sich für mich schon nach einer Dreiviertelstunde bezahlt gemacht!
Sicherlich ist sehr bedauerlich, wenn ein Hersteller wie Nikon der Photokina fernbleibt. Ich halte das auch für ein fatales Signal. Aber irgendwie verstehen kann ich es schon. Vermutlich erreicht man mit weniger Aufwand viel mehr, wenn man z.b. andere Messen besucht, bei deren Themen auch Fotografie interessant ist. Ich war vor über 30 Jahren (müsste 1988) gewesen sein, mit meinem Vater auf der BOOT in Düsseldorf. Da hab es ein Indoor-Becken mit spektakulären Vorführungen - und einen kleinen Nikon-Stand, da konnte man sich ne F801 ausleihen und bekam den Film dazu geschenkt. Ich hätte die Kamera zu gerne behalten, so angefixt war ich. Habe mir ja 1996 auch eine gekauft, die steht heute noch in der Vitrine. DAS ist Marketing!
 

Martin F.

NF Team
Ich habe mal 12 Jahre lang Messeauftritte/-stände für Fachmessen organisiert und mich vor 10 Jahren schon gewundert, dass da immer noch so viel Kohle hinein gepumpt wird.
Klar ist wichtig, Kontakte zu pflegen und aufzubauen, auch auf persönliche Art, aber bei nicht wenigen Ausstellern ist der Egotrip nicht zu übersehen, wenn einer den anderen mit seiner Präsenz überbieten will - so lange man sich das leisten kann - was aktuell wohl nicht mehr so selbstverständlich ist.
 

Falter

Sehr aktives Mitglied
Nikon muss sparen weil weniger Kameras verkauft werden, das ist unbestritten. Aber die Summe der Signale finde ich wenig schön:

  • Bald kein Nikon-Service-Center mehr in Österreich, Auslagerung nach Tschechien - ich muss meine Kamera also in ein anderes Land schicken
  • Keine Nikon-Foto-School mehr in Österreich, einfach gestrichen
  • Kein Stand auf der Photokina
  • Nach einem Jahr immer noch kein Handgriff für neue Kameras wie Z6/Z7 (seit wann kann man damit kein Geld verdienen???)
  • Massive Stellenstreichungen in Japan z.b. https://www.digitalrev.com/article/nikon-to-cut-1000-jobs-in-japan
  • Etc
Sage ich als Nikonfan. Und hab ich hier auch ausführlicher beschrieben: http://www.technologically.net/mirrorless/nikon-quo-vadis/
 
Zuletzt bearbeitet:

pixelschubser2006

Sehr aktives Mitglied
Das mit dem Handgriff finde ich einen absoluten Bock, der für mich nicht mehr nachvollziehbar ist. Das habe ich schon bei der D7500 nicht verstanden (obgleich der dort ja ganz gestrichen wurde). Das kann doch nun wirklich kein Problem sein, so ein Teil zu bauen. Zumal es gefühlt 20 Firmen gibt, die so ein Teil nachbauen. Jedenfalls hatte ich neulich mal das Konkurrenzmodell von Canon in der Hand und die war mit Batteriegriff richtig ergonomisch... einfach gelungenes Handling.
Und was die Messestände betrifft: Keine Ahnung, wie es woanders aussieht, aber auf der IBC sind die m.E. nach über das Ziel hinausgeschossen. Allerdings kenne ich aus meiner Zeit, in der ich viel für einen kleinen Industriebetrieb gearbeitet habe, beide Extreme. Ich war mal auf einem Stand im Einsatz, über den ein Kollege wortwörtlich sagte, der sähe aus, als hätte jemand (Brite) "dafür ne nordirische Bushaltestelle abgeflext". Jedenfalls gibt es immer Wege, mit vergleichsweise einfachen Mitteln (vorzugsweise wiederverwendbar) was Gutes zu erreichen. Aber den goldenen Mittelweg finden die Wenigsten...
 

Beuteltier

Platin Mitglied - NF "proofed"
Hallo!
Das mit dem Handgriff finde ich einen absoluten Bock, der für mich nicht mehr nachvollziehbar ist.
...
Zumal es gefühlt 20 Firmen gibt, die so ein Teil nachbauen.
Das wird der Grund sein, warum Batteriegriffe inzwischen so ungern entwickelt werden.
Schon zu Zeiten von D300, D700 und D800 waren die originalen BGs relativ teuer, und die Nachbauten sehr viel billiger.
Da von den wenigen Käufern, die überhaupt einen BG haben wollen, gerne möglichst wenig für einen BG, den sie vielleicht auch nur selten verwenden, bezahlt wird, waren die originalen BGs wegen der geringen Stückzahl wohl nur wenig Kosten deckend, trotz ihres vergleichsweise hohen Preises.
 
Zuletzt bearbeitet:

Furby

Nikon-Clubmitglied
D200 und D300 nutzte ich noch fleißig mit Handgriff. Zur D600 und 7200 hatte ich den BG die meiste Zeit im Schrank liegen Zur D7500 und D500 habe ich gar keinen, ich nehme lieber 2-3 Akkus in der Hosentasche mit als diese ungelenke Teil und auch bei den Z-Kameras fehlt mir der BG nicht. Davon abgesehen wird es ja her wieder so ein komisches Teil sein wie bei der D200, mit dem Batteriefach mit der Kamera verbunden. Gerade bei den Z tut es bei großen Händen bereits ein Small Rig L-Bracket um gut greifen zu können. Ich kann mir nicht vorstellen, mir die Kamera für über 300 Euro, die für den Handgriff im Gespräch waren meine schöne und handliche Kamera klobig zu machen. Außerdem werden diese Teile dann sehr schnell von Meike und Konsorten für einen Hunni angeboten. Also in diesem Punkt sehe ich letztlich kein Zurückfahren bei Nikon. Zur Ablösung der Spiegelreflexe durch Spiegellose im Profisektor wird es sicher irgendwann eine Spiegellose mit integriertem Batteriegriff ähnlich der einstelligen D-Serie geben, das macht dann auch Sinn. Keinen Sinn macht hingegen das Ausstellen zu ungeheueren Kosten auf einer Messe wie der Photokina, denn die Kameras und Objektive, die Nikon wegen seiner Präsenz auf solch einem Markt der Eitelkeiten mehr verkauft, sind schnell gezählt. Auch hier hat mittlerweile das Netz die Rolle Hauptinformationsquelle der Verbraucher übernommen.
 

P.Gnagflow

Sehr aktives Mitglied
Moin!

Ich bin da föllich anderer Ansicht. Ich habe F6 und D700 von Anfang an mit einem originalen Batterie-Griff versehen (F5 war gleich entsprechend ausgestattet, ebenso die D4s) und nie wieder abgenommen. Jedenfalls nicht zum photographieren, höchstens mal zum reinigen. Die Z7 habe ich mal in die Hand genommen - mal von ihrem Fernsehsucher abgesehen ..... nicht meine Kamera, liegt nicht in der Hand, zu flippsig.

Freundliche Grüße

Wolfgang
 

Christoph Blümer

NF-F Premium Mitglied
Messen kosten extrem viel Geld.
Wenn man Gigantomanie wie die Großen betreibt, dann ja. Halbe oder ganze Hallen, mit unheimlich viel Luftraum zwischen kleinen Inseln, an denen man sich dann regelrecht um die paar wenigen Demonstrationsmodelle prügeln muss, dazu dann von den "Shows" ein unglaublich bass-übersteuertes Gewummere samt kaum verständlicher Sprache - solche Konzepte sind wirklich am Ende. Viel spannender auf der photokina sind doch die ganzen Zubehöranbieter, die auf ihren kleinen Ständen sehr viel zeigen, auf das man mangels Wissen um die Existenz des Herstellers gar nicht im Internet stoßen würde, und das von meist sachkundigem Personal am Stand auch noch erklärt wird. So sehr ich bedaure, dass Nikon und Leica absagen: an den Ständen habe ich in den letzten Jahren aus o.g. Gründen eher wenig Zeit verbracht...
 

adventure

Sehr aktives Mitglied
Nicht nur die Grossen. Wir sind ein Verlag unter anderem mit drei Gratiszeitungen (ca. 100’000 Auflage). Wir haben uns entschlossen ab nächstem Jahr auch nicht mehr an Gewerbeaustellungen/Messen zu gehen. Allein die Standmieten, Strom und LAN-Anschluss (Bsp. 12m3 Fr. 10’000.–) für drei Tage. Personalaufwand, Material usw. nicht gerechnet. Der Aufwand-Ertrag rechnet sich einfach nicht mehr.
 

Sans Ear

Nikon-Clubmitglied
Die Z7 habe ich mal in die Hand genommen - mal von ihrem Fernsehsucher abgesehen ..... nicht meine Kamera, liegt nicht in der Hand, zu flippsig.
Es gibt einen relativ günstiges Teil von Meike, einen Metallgriff. Da hat dann auch der kleine Finger Platz. Meike MK-Z7G. Aber das nur Rande....

 

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