Moin,
wenn ich das richtig verstehe, hatte der Kollege an der Decke ein Blitzgerät mit Schirm oder Wanne oder sonst einem Lichtstreuer und hat das ganze per Funk gezündet.
Klingt erstmal verlockend: Keine harten Kontraste mehr, niedrige ISO-Zahl und weniger Rauschen.
Aber: 98% aller Konzertveranstalter werden mit gewissen Unverständnis reagieren, weil 99,99 % der Konzertfotografen ohne so etwas auskommen.
Zum Technischen: Wenn die Bühne nicht sehr klein ist, brauchst Du ein fettes Blitzgerät, damit, bei Verwendung eines Diffusors, auf der Bühne nennenswerte Lichtmengen ankommen. Weiterhin einen Funkfernausöser, China-Dingens oder Pocket Wizzard.
Du musst zwei Stunden vorher in die Halle können, das Ding aufhängen, eintesten und nach dem Konzert das Ding wieder von der Decke holen.
Wenn der Blitz sehr nah an der Bühne hängt, hast Du starken Lichtabfall von vorne nach hinten.
Bist Du weit genug weg, musst Du nichtig pfeffern und die Musiker werden sich bedanken...
Je nach Publikum könnte es auch ungemütlich werden, wenn ein paar Leute merken, wer für das nervige Blitzen verantwortlich ist.
Wenn Du einen so guten Draht zur Band hast, dass die mit so einer Blitznummer einverstanden wären, versuch lieber dafür sorgen, dass das Bühnenlicht stimmt. Bei großen Bands stimmt es sowieso, die lassen sich auch sicher keinen Blitz ins Lampenrigg hängen.
Wenn bei der Amateur-Band das Licht schlecht ist, hast Du eh verloren.
Ich habe im Sommer mal eine Band fotografiert, die hatten zwei Stative mit T-Trägern mit jeweils Rot, Grün und Blau, die hatten sie in die hinteren Ecken der Bühne gestellt und nach vorne, Richtung Publikum gerichtet. Von vorne strullerte das Tageslicht eines Bierzeltes auf die Bühne. Von den farbigen Scheinwerfern sah man Reflexionen auf der Glatze des Sängers, das wars. Der Recht war fahles Pisslicht.
Da lässt man es besser ganz sein und blamiert sich nicht mit Struller-Fotos.
Besser:
Lichtstarke Optik mit VR, Einbeinstativ und keine Angst vor hohen ISOs.
Wenn ich mit der D200 ISO 800 oder 1000 mache, staune ich immer, wenn ich die Prints sehe und an ISO 1000 Farbnegativfilme denke.
Grüße
Christian