Also mit einem 200-500 nicht mehr freihand Fotografieren zu können, da würde ich mir dann doch mal anfangen ein paar Gedanken zu machen, ob ich etwas an meiner Technik ändern muss.
Ich habe schon mit dem deutlich schwereren AF-S 400/2.8 E FL den ganzen Tag freihand gearbeitet. So sind alle Fotos der
Polarfüchse, sämtliche Tieraufnahme aus
Island, alle
Mochusochsen, Elche und Rentiere, die Fotos vom
Eidersperrwerk, sowie die Fotos vom
Ententeich und auch jedes Foto
der Sperbereule freihändig entstanden, genauso wie die Fotos der
Waldohreule und vom
Waldkauz.
Nehmen wir dann noch mal ein Beispiel, wo ein Stativ vermeintlich hilfreich gewesen wäre. Im Februar bei der Sperbereule war diese am Nachmittag auf der Jagd. Ich war bereits seit morgens mit dem Objektiv schussbereit in der Hand unterwegs und hatte auch schon etliche Aufnahmen machen können. Endlich sah es so aus, dass sie mal an der für Fotografen "richtigen" Stelle jagen sollte. Minuten lang musste man auf den Abflug warten. Es waren 2 weitere Fotografen Vorort, einer mit einem Einbein- und ein weiterer mit einem Dreibeinstativ. Insbesondre der Fotograf mit dem Einbeinstativ ist ein sehr erfahrener und guter Fotograf. Tja und ich war eben Freihändig unterwegs. Ich hatte Glück und konnte die komplette Serie einfangen, die anderen beiden leider nicht.
Und auch in Grenzbereichen, wenn es schnell gehen muss, verzichte ich auf das Stativ. Lieber ein nicht ganz 100% scharfes Foto im Kasten, als gar keins.
1/15 sec, ISO 6400, f/2.8, 400 mm
1/25 sec, ISO 6400, f/2.8, 400 mm
Und natürlich ist leichter besser und einfacher zu halten, doch daraus den Schluss zu ziehen, mit dem schwererem Equipment ginge es nicht, ist ein Trugschluss. Ich bin ein absoluter Verfechter der Freihand-Fotografie. Man ist damit einfach schneller und viel flexibler. Gleichzeitig schätze ich aber auch im Ansitz bei den Dachsen und Füchsen mein Gitzo mit dem Sachtler FSB 8.

Und noch eine kleine Randnotiz, als ich im September im Dovrefjell unterwegs war, habe ich viele Fotografen aus unterschiedlichen Ländern und allen Alters getroffen, von denen war nur ein einziger mit einem Stativ unterwegs. Alle anderen haben ihre Ausrüstung von einem 150-600 bis hin zu einem 600/4 freihändig verwendet und das unabhängig vom Geschlecht.
Hm, irgendwie muss ich scheinbar besonders kräftige Arme haben. Das Objektiv kann man nun wirklich problemlos ohne Stativ benutzen. Nichts desto trotz nutze ich im Ansitz, wo ich meine Position eh nicht wechseln kann selbstverständlich ein Stativ. Ich käme aber nie auf die Idee im Fjell bei Moschusoche und Rentier mit einem Stativ unterwegs zu sein. Da würde ich auf Grund der Unfelxibilität vermutlich 60-70% der Fotos verpassen, gerade während der spannenden Momente zum Sonnenaufgang und Untergang.