Nikon D750 mit Tiefpassfilter

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dolphin1908

Guest
Hallo Zusammen,

hier wurde ja schon einiges zur neuen D750 gesagt. Ich finde die neue D750 eine wirklich interessante Alternative zur D610. Dabei mache ich mir weniger Gedanken, warum Nikon diese Kamera nun als 750er herausbringt etc.

Was mich viel mehr interessiert, ist, warum Nikon nach der D810E und der D7100 nun wieder auf den Tiefpassfilter setzt? Über den Sinn und Zweck des Filters lässt sich vermutlich trefflich streiten. Einige Tests zeigen auf, dass das Weglassen des TF nur messtechnisch von Bedeutung ist, in der Praxis aber kaum von Bedeutung ist. Für den Wechsel von der D7000 hin zur D7100 war neben dem besseren AF auch das Weglassen des TF für mich mit kaufentscheidend. Ich frage mich als Interessent für die D750, warum Nikon nun wieder den TF verbaut hat?

Können andere Gründe - aus vielleicht bisherigen Erfahrungen - eine Rolle spielen, wie z.B. besserer Schutz des Sensors? Oder ist das Weglassen des TF abhängig von der Anzahl der Auflösung? Die D7100 hat aber auch die 24 MP.

Hat jemand, der von Euch auf der Photokina war, diesbezüglich mal diese Frage mit Nikon thematisiert?

Gruß Thomas
 
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Je größer die Pixeldichte ist, desto geringer ist das Moire-Problem. Bei 24MP tritt Moire also deutlich wahrscheinlicher in Erscheinung als bei 36MP. Daher kann es durchaus sinnvoll sein, in der D750 einen Tiefpassfilter zu verbauen. Es muss ja kein starker Tiefpassfilter sein.
 
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Darüber wird sich Nikon sicherlich auch Gedanken gemacht haben. Ich frage mich daher, warum Nikon bei der D7100 mit ebenfalls 24 MP auf den TF verzichtet hat, ihn aber bei der D750 wieder eingebaut hat?
 
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Ok, hatte gerade nicht auf den Unterschied FX / DX bei den Modellen geachtet.

Für mich machte es den Anschein, als würde Nikon grundsätzlich bei allen neuen Modellen auf die Strategie ohne TF setzen.
 
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vielleicht ist das weglassen des tiefpassfilters einfach auch ein gimmick der d8x0-reihe, so wie die 100%-ansicht des ok-knopfes. klingt seltsam, könnte ich mir aber vorstellen.
irgendeinen grund muss es für 4 FX-bodies in paralleler produktion ja geben.
 
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... gimmick der d8x0-reihe, so wie die 100%-ansicht des ok-knopfes....
Die 100%-Ansicht lässt sich bei der D750, genau wie bei der D8x0 Reihe auch mit dem O.K.-Knopf aktivieren.:up: Das war das erste, was ich im Handbuch nachgeschaut habe. Insofern hält Nikon die D750 also für "Pro" genug, ... ;)
 
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Ok, hatte gerade nicht auf den Unterschied FX / DX bei den Modellen geachtet.

Für mich machte es den Anschein, als würde Nikon grundsätzlich bei allen neuen Modellen auf die Strategie ohne TF setzen.
Der OLFP (Tiefpassfilter) ist mit Bayersensor grundsätzlich erforderlich, um Abbildungsfehler zu vermeiden. Soweit bekannt. Es ist also grundsätzlich ein Produktdefekt, wenn er fehlt, da es zu Artefakten kommt. Bei der D800E hatte Nikon sogar extra Händler bzgl. Kundenaufklärung gebrieft, um Haftungsrisiken zu vermeiden. Im Consumerbereich geht dies weniger.

Allerdings wirken Objektivaberration in Kombination mit Verwacklung, Fehlfokus und hoher Pixeldichte bereits als OLPF. Daher kann man ab einer gewissen Poxeldichte, je nach Objektivqualität, darauf tatsächlich verzichten. Bei 24MP DX mit DX Objektiven halt eher als bei 24MP FX mit den teuren FX Objektiven.
 
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Grundsätzlich dürfte aber die Sensorgröße irrelevant sein. Die Pixeldichte ist zwar bei DX gemessen an den Sonsoraußenmaßen höher. Das Foto hat aber die gleiche Pixeldichte, wie bei der D610. Benutzt man also vergleichbare (angepasste) Brennweiten, dann gibt es bezüglich Moiré-Empfindlichkeit keinen Unterschied zwischen DX und FX bei gleicher Auflösung.
Die Crux liegt ja im Verhältnis der Auflösung des Fotos zur Strukturbreite gleichmäßiger Texturen des Motivs. Fotografiere mal einen Monitor oder Flachbild-TV mit unterschiedlichen Brennweiten oder Abständen, dann siehst Du die Auswirkungen. Je höher die Sensorauflösung, desto weniger kritisch. Aber eine andere Brennweite oder ein anderer Motivabstand haben den gleichen Einfluß.
 
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Der OLFP (Tiefpassfilter) ist mit Bayersensor grundsätzlich erforderlich, um Abbildungsfehler zu vermeiden. Soweit bekannt. Es ist also grundsätzlich ein Produktdefekt, wenn er fehlt, da es zu Artefakten kommt. Bei der D800E hatte Nikon sogar extra Händler bzgl. Kundenaufklärung gebrieft, um Haftungsrisiken zu vermeiden. Im Consumerbereich geht dies weniger.

Allerdings wirken Objektivaberration in Kombination mit Verwacklung, Fehlfokus und hoher Pixeldichte bereits als OLPF. Daher kann man ab einer gewissen Poxeldichte, je nach Objektivqualität, darauf tatsächlich verzichten. Bei 24MP DX mit DX Objektiven halt eher als bei 24MP FX mit den teuren FX Objektiven.

Was ist ein Bayersensor????

Mit TF ein "Produktdefekt"? Nikon läßt den TF weg und produziert gleichzeitig einen Problemfall, zumal immer wieder zu lesen war, dass die Bilder ohne TF an Schärfe gewinnen, unabhängig von der Sensorgröße? :nixweiss::nixweiss::nixweiss::nixweiss::nixweiss::nixweiss::nixweiss:
 
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Grundsätzlich dürfte aber die Sensorgröße irrelevant sein. Die Pixeldichte ist zwar bei DX gemessen an den Sonsoraußenmaßen höher. Das Foto hat aber die gleiche Pixeldichte, wie bei der D610.
Die Sensorgröße ist alles andere als irrelevant! Die Pixelanzahl des Fotos ist zwar gleich aber bei unterschiedlicher Pixeldichte bei gleicher Pixelanzahl des Sensors sind die Pixel welche das Foto produzieren unterschiedlich groß!
 
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Das ist ein Irrtum. Die Motiv-Struktur wird mit ihrer Strukturbreite mittels des Objektivs auf den Sensor "geworfen". Dabei wird durch die andere Brennweite der DX-Objektive das Bild auf den kleineren DX-Bildkreis angepasst und daher entsteht grundsätzlich das gleiche Foto mit den gleichen Strukturbreiten im Verhältnis zur Sensorauflösung. Die Größe des Sensors ist bei gleicher Auflösung und gleich großer Motivstruktur irrelevant. Vertrau mir.

Die D7100 hat 2000 Linienpaare pro Bildhöhe als Strukturbreite. Wenn ein Motiv mittels Objektiv und Brennweite so auf den (großen oder kleinen) Sensor geworfen wird, daß dort ebenfalls diese Strukturbreite überlagert abgebildet wird, dann kommt es zu Moiré. Ob das Objektiv nun 16mm Brennweite hat und die Motivstruktur auf einen DX-Sensor wirft, oder mit 24mm Brennweite auf einen FX-Sensor, spielt keine Rolle, wenn beide Sensoren die gleiche Pixelanzahl haben.
 
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Allerdings wirken Objektivaberration in Kombination mit Verwacklung, Fehlfokus und hoher Pixeldichte bereits als OLPF. Daher kann man ab einer gewissen Pixeldichte, je nach Objektivqualität, darauf tatsächlich verzichten. Bei 24MP DX mit DX Objektiven halt eher als bei 24MP FX mit den teuren FX Objektiven.

Im digitalen Mittelformat (z. B. Leica und Hasselblad) sind Tiefpassfilter ja inzwischen wohl eher die Ausnahme als die Regel. Und die aktuellen MF-Systeme von zum Beispiel Hasselblad und Leica sind ja auch nicht gerade für mittelmäßige Objektive, besonders winzige Sensorelemente und verwackelnde Benutzer bekannt.

Diese Tatsache könnte also vielleicht ein Hinweis darauf sein, dass die Auffassung "je größer Verwacklung und Fehlfokus, je kleiner die Sensorelemente und je schlechter die Objektive sind, umso eher ist der Tiefpassfilter verzichtbar" wohl nicht immer der alleinige Grund für die Entscheidung eines Herstellers für oder gegen ein Tiefpassfilter ist.

Vielleicht spielen bei der Entscheidung eines Herstellers für oder gegen ein Tiefpassfilter ja zum Beispiel auch Annahmen dazu eine Rolle, ob die Raw-Daten der jeweiligen Kamera von der Mehrzahl ihrer Benutzer selbst extern konvertiert werden, oder ob die jeweilige Kamera ihren Benutzern meist gleich fertige JPEG-Dateien liefern soll:

Moiré vermeiden

Zur Unterdrückung farbiger Artefakte kann man das Bild nach der Farbinterpolation in Farb- und Helligkeitsinformationen auftrennen und die Farbinformationen weichzeichnen. Damit verschwindet zwar das Farbmoiré, aber die Informationen im Helligkeitskanal sind bereits durch die fehlerhafte Interpolation beeinträchtigt und diese Motivdetails lassen sich nicht mehr rekonstruieren. Erfolgversprechender ist es, schon bei der Interpolation der fehlenden Farbinformationen anzusetzen und die Erzeugung von Moiré zu vermeiden, statt es erst im Nachhinein zu unterdrücken. Eine solche Strategie nutzt beispielsweise Hasselblad in seinem RAW-Konverter Phocus. Man macht sich gerade den Umstand zunutze, dass der Sensor eine viel höhere Auflösung für Veränderungen der Helligkeit gegenüber solchen der Farbe hat. Auch ohne zunächst die Farben zu berücksichtigen, kann die Kamera oder ein RAW-Konverter anhand der Sensordaten erkennen, ob es in einzelnen Bildteilen hohe Ortsfrequenzen gibt, die Farbmoiré provozieren würden. Je nachdem kann die Farbinterpolation dann entweder vorsichtig über mehrere Pixel mitteln oder aggressiv die Auflösung optimieren. Da die Helligkeitsinformationen immer auf Basis der vollen Sensorauflösung berechnet werden, bleiben auch feinste Strukturen erhalten; der Verzicht auf ein auflösungsreduzierendes Tiefpassfilter bringt also einen echten Mehrwert. Nur auf eine ebenso feine Auflösung von Farbunterschieden muss man in den kritischen Bildbereichen verzichten; hier zeigen sich dann endgültig die von der Physik vorgegebenen und tatsächlich unüberschreitbaren Grenzen.
Michael J. Hußmann

Fazit
Moiré entsteht überwiegend aus Fehlern bei der Farbinterpolation von Sensoren mit Bayer-Muster und kann durch ein Tiefpassfilter verringert werden. In einem RAW-Workflow kann man am ehesten auf das schärfereduzierende Tiefpassfilter verzichten; um in der Kamera artefaktfreie JPEG-Bilder zu erzeugen ist es aber derzeit noch unverzichtbar.

Quelle: http://www.fotomagazin.de/technik/moiré-und-tiefpassfilter
 
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Die Größe des Sensors ist bei gleicher Auflösung und gleich großer Motivstruktur irrelevant. Vertrau mir.
Das stimmt soweit.

Allerdings wirken sich Objektivaberration, Beugung (sofern man nicht entsprechend aufblendet) und Abweichung von Fokusebene und Sensorebene bei DX stärker aus. Daher wird in der Praxis Moiré seltener auftreten.

Beim digitalen MF fehlten ja sogar lange die Mikrolinsen, die ja ebenfalls als Tiefpass wirken. Neben Farb-Moiré kam es daher zu Luminanz-Moiré und Treppchenbildung. Dafür aber noch einmal größerer subjektiver Schärfe, die teilweise sogar das digitale MF definierte. Das ist aber ein anderer Markt, wo jedes Bild ohnehin in die Nachbearbeitung geht. Bzw. kontrolliert und ggfs. der Abstand zum Motiv verändert wird.
 
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Das stimmt soweit.

Allerdings wirken sich Objektivaberration, Beugung (sofern man nicht entsprechend aufblendet) und Abweichung von Fokusebene und Sensorebene bei DX stärker aus. Daher wird in der Praxis Moiré seltener auftreten.

Sicher alles richtig. Wenn man aber von gleichwertigen Objektiven ausgeht, bei Blende 4 bis Blende 8 das Foto schießt und korrekt fokussiert, dann gibt es keinen sichtbaren Unterschied zwischen DX und FX bezüglich Tiefpassfilter ja oder nein. Ergo ist die Sensorgröße für Moiré nicht von belang. Und darum ging es ja.

Wenn das nicht so wäre, dann könnte man mit einer DX-Kamera und angepasster Brennweite (Cropfaktor 1,5) grundsätzlich nicht das gleiche Foto schießen, wie mit einer FX-Kamera.
 
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Wenn man aber ... dann gibt es keinen sichtbaren Unterschied ...
Wenn das nicht so wäre, dann könnte man mit einer DX-Kamera und angepasster Brennweite (Cropfaktor 1,5) grundsätzlich nicht das gleiche Foto schießen, wie mit einer FX-Kamera.

Das war ja mein Punkt, das erste "wenn" ist i.d.R. nicht erfüllt.

Viele Fotos mit FX kann man mit DX gleichwertig (äquivalent und auch qualitativ bzgl. der diversen Defekte) reproduzieren. Aber viele Fotos eben auch nicht. Und im Mittel haben FX Bilder so eine signifikant höhere Auflösung (LW/PH). Nicht theoretisch, sondern in der Praxis.
 
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