Nikon Balgen PB-4 / PB-6


herzie

Aktives NF Mitglied
Hallo,
wie unterscheiden sich die beiden Balgen ?
Und können beide an beliebigen Kameras ( Nikon ) betrieben werden ?
Danke.
 

tengris

Sehr aktives Mitglied
PB-6 ist die letzte Version und basiert mechanisch auf einer doppelten Keilschiene ähnlich den aktuellen Novoflex Einstellschlitten. Vorteil ist, dass man die vordere Standarte auch umdrehen kann, um ein 55mm Micro Nikkor oder ein anderes Objektiv bis etwa 105mm ohne zusätzliches Zubehör in Umkehrstellung zu betreiben. Weiters gibt es einen Verlängerungsbalgen (PB-6E), falls der Auszug nicht reicht, ein Makrotischchen (PB-6M) zur vertikalen Fotografie kleiner Objekte, einen Diakopiervorsatz (PS-6), kurz - ein komplettes Makrosystem. Ein naher Verwandter ist der Einstellschlitten (PG-2), der auf der gleichen Basisschiene aufsetzt.

PB-4/PB-5 sind die älteren Versionen und basieren auf je 2 Führungsschienen mit Zahnstangentrieb für Frontstandarte und Einstellschlitten. An Zubehör kenne ich den Diakopiervorsatz. Verlängerungsbalgen oder Umkehrstellung ist technisch nicht möglich. Das PB-4 bietet begrenzte Shift-Möglichkeiten. Ist aber nicht - wie immer wieder fälschlich behauptet - ein Ersatz für die Großformatkamera oder für ein Shift-/Tilt-Objektiv, da die Nutzung nur im Nahbereich oder mit langbrennweitigen Objektivköpfen (100mm und mehr) möglich ist. In der Sachfotografie kann sowas aber ganz brauchbar sein.

Alle Varianten erfordern die Verwendung von Objektiven mit Blendenring. Wobei Beim PB-6 über den Abblendhebel der Frontstandarte auch eine Pi mal Daumen Abblendung mit G-Objektiven möglich wäre, allerdings nur grob geschätzt und nicht exakt reproduzierbar. Da keinerlei elektronische Übertragungen statt finden, ist Belichtungsmessung über die Kamera erst ab der D200 möglich. Da auch keine mechanische Übertragung des Blendeneinstellung statt findet, muss die Belichtungsmessung bei Arbeitblende erfolgen. Ein Doppeldrahtauslöser, der erst das Objektiv abblendet und dann die Kamera auslöst, könnte sich als sinnvolles Zubehör erweisen.

Bei allen Varianten kann es mit modernen Kameras mit ihren ausladenden Akkuwülsten bzw. bei montierten Hochformatgriff Probleme beim Ansetzen der Kamera geben. Abhilfe bringt hier ein zusätzlicher flacher Zwischenring. Für das PB-6 gibt es Erhöhungsadapter (PB-6D) für die Standarten, um Kameras mit montierten Hochformatgriff oder ältere Kameras mit montiertem Motorantrieb verwenden zu können.

Nähere technische Infos zum PB-6 System auf Anfrage. Zu PB-4/PB-5 habe ich keine genaueren Unterlagen.
 
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MichelRT

NF-F Premium Mitglied
An Kameras mit Batteriegriff, egal ob fest(D2/D3) oder abnehmbar, braucht man eventuell noch einen Zwischenring, weil der Balgen sonst mit dem Batteriegriff kollidiert.
 
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Hans-Peter R.

Administrator
nicht dass ich nicht schon alles gewußt hätte was Du geschrieben hast :D aber so schön kompakt und umfassend zusammengefaßt ... das war wirklich gut. Großes Kompliment :up:.

Eine Ergänzung noch dazu: Dem PB-6 haftet der Mangel an, nicht sonderlich stabil zu sein. Von gibts da z. B. einen argen Verriß, der mit dem Satz endet "don´t buy this Item". Das erst was mir aufgefallen ist, als ich mein PB-6 ausgepackt hatte war, dass es einen außerordentlich (Nikon-konformen) stabilen Eindruck macht und dieser Eindruck hat sich dann auch in der Arbeit mit dem Teil bestätigt. Von wackeligen Knöpfen und schlechter Arretierbarkeit ist keine Rede. Mein Tipp: "buy this item".

Noch´n Tipp: Der Drahtauslöser für die vordere Standarte (Blendenhebel) sollte mehr als 10mm (besser 15mm) ausfahrbar sein. Einer meiner alten Drahtauslöser war zu kurz und konnte den Blendenhebel nicht komplett über dessen Verfahrweg bewegen.

Ciao
HaPe
 
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tengris

Sehr aktives Mitglied
Bedenken in der Stabilität wären mir in mehreren Jahren praktischer Anwendung des PB-6 und der diversen Zubehörteile auch nicht gekommen. Ganz im Gegenteil.

Eher skeptisch bin ich bei dem da.

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Shift-/Tilt-Balgen von Mamiya in Adaption auf Nikon. Absurd teuer das Teil selbst noch aus zweiter Hand und nicht wirklich stabil. Seit ich das habe, weiss ich, dass es ein Fehler war, damals das PB-6 zu verkaufen.
 
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Deepblue

NF-F Premium Mitglied
Ich würde auf jeden Fall zum PB4 raten. Ich hatte beide (mittlerweile nur noch das PB4 :) ), und in der mechanischen Verarbeitung liegen Welten dazwischen. Das PB4 ist ein wirkliches Meisterwerk der Mechanik, und es stellt einen Genuss dar, damit zu fotografieren. Das PB6 für sich allein betrachtet ist sicher gut, aber im Vergleich fällt es derbe ab.
Gruß
Andreas
 
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Nobody

Auszeit
Ja, der PB-4 ist schon ein feines Teil, verlangt aber wirklich bedachtes Vorgehen.


PS: Ich hätte noch einen mit 80er Rodagon und M39/Nikon-Adapter plus ZR über.
 
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B1260

Unterstützendes Mitglied
welches Objektiv ist denn zur Verwendung am PB-6 besonders gut geeignet?
Klar kann man so ziemlich alles montieren, aber was bringt gute Ergebnisse?
Auch zusammen mit dem Dia-Vorsatz :fahne:

Gruss
Daniel
 
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nobbe

Unterstützendes Mitglied
hallo, da will ich mich gleich ranhängen ;-))

will mir ein PB6 zulegen, momentan habe ich eine D70, werde mir wohl aber eine D90 zulegen.

Meine Frage: gibt es eine Doppeldrahtauslöser (AR 10 habe ich) der es ermöglicht die Springblendenfunktion am PB6 gleichzeitig mit der Kameraauslösung zu verwenden.

Habe Nikon´s faq durch gekämmt aber nichts gefunden. Die Kombination von klassischen Kabelauslöser und und elektr. Kabelauslöser gibt es für neuere D-Nikons wohl nicht mehr.

Oder habe ich es nicht gefunden.

Kann mir jemand weiterhelfen?

grüsse
Norbert

Nachtrag: habe doch noch was gefunden, Nikon mc 25 zusätzlich zum AR 10 müsste die Lösung sein, ein bißchen umständlich und kostspielig.
 
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jus006

Unterstützendes Mitglied
Hallo tengris, die infos zu pb-6 sind super, da ich jetzt intensiver makrofotografie mache würden mich alle infos zu Nikon pb-6 interessieren, wo kann ich die finden.
Mit freundlichen Grüßen,
Erich J. Schimek
 
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Hans-Peter R.

Administrator
Hallo,

Hallo tengris, die infos zu pb-6 sind super, [...]
tengris war seit langer Zeit nicht mehr online und ich bezweifle, dass er das hier lesen wird.

Eine sinnvolle Herangehensweise bei der Makrofotografie wäre, erstmal ohne Balgen zu beginnen, Erfahrungen zu sammeln und dann kommen konkrete Balgen-Fragen automatisch, wenn der Wunsch nach einem Abbildungsmaßstab jenseits 1:1 wächst. Ein Balgen ist einfach ein sehr langer, variabler, umständlicher Zwischenring ... im Falle des PB-6 (leider) ohne elektrische und/oder mechanische Kopplung von Gehäuse von Objektiv.

Ciao
HaPe
 
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PeMax

Nikon-Clubmitglied - NF-F "proofed"
...., da ich jetzt intensiver makrofotografie mache würden mich alle infos zu Nikon pb-6 interessieren, wo kann ich die finden.
Einfach mal danach googeln, da findet sich unheimlich viel, auch im Forum gibt es eine ganze Reihe von Threads wie

http://www.nikon-fotografie.de/vbulletin/showthread.php?t=6363

Fehlende Datenübertragung zwischen Kamera und Objektiv und auch neue Objektive ohne Blendenring machen allerdings die Arbeit mit Balgen nicht unbedingt zur Freude...
 
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peterkdos

Sehr aktives Mitglied
...man kann sich das Leben schwerer machen und natürlich folgende Sachen benutzen:

PB-6, mit PB-6D, mit AR-7 oder AR-10 mit BR-6.

...oder man benutzt den Novoflex BALNIK-Ai.

Gruß

Peter
 
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tengris

Sehr aktives Mitglied
tengris war seit langer Zeit nicht mehr online und ich bezweifle, dass er das hier lesen wird.
Hat in der Tat 9 Jahre gedauert und ich gehe einmal davon aus, dass Erich in der Zwischenzeit andere Informationsquellen erschließen konnte.

Wenn wir gerade beim Plaudern sind: Nikon hat die Balgengerätetechnik bereits mit Einführung des Autofokus in aller Stille sterben lassen. Auch Nikon Zwischenringe mit Datenübertragung hat es nie gegeben. Aber auch die Technik an sich hat sich in eine andere Richtung entwickelt. Die Objektivanschlüsse Nikon F Typ E (elektrische Blende) und Nikon Z erlauben heute eine rein elektronische Übertragung aller Daten zwischen Kamera und Objektiv. Damit wären elektrisch gekoppelte Balgengeräte und Umkehrringe jetzt auch für aktuelle Nikon Kameras möglich. Novoflex hat ja schon erste Produkte vorgestellt. Damit dies sinnvoll nutzbar wäre, müsste Nikon oder ein anderer Hersteller ein passendes Makroobjektiv mit F-Mount und elektrischer Blende oder Z-Mount anbieten. Mit normalen Objektiven macht das nicht viel Spaß.

Allerdings wäre es vielversprechender, sich Objektive wie das Canon Lupenfotoobjektiv oder diverse chinesische Neuentwicklungen zum Vorbild zu nehmen und in einer vollelektronischen Version und in höchster Qualität zu entwickeln. Heute sind elektronik- und softwarelastige Techniken wie Stacking gefragt und damit sind Balgengeräte, Zwischenringe, Lupenfotoobjektive mit Schraubadaptern, adaptierte Vergrößerungsobjektive und dergleichen manuelle Hilfsmittel ins technische Museum verabschiedet.

Somit kein Grund, den alten Thread zu wecken, außer einer "Still Alive" Meldung.
 
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P.Gnagflow

Sehr aktives Mitglied
Heute sind elektronik- und softwarelastige Techniken wie Stacking gefragt und damit sind Balgengeräte, Zwischenringe, Lupenfotoobjektive mit Schraubadaptern, adaptierte Vergrößerungsobjektive und dergleichen manuelle Hilfsmittel ins technische Museum verabschiedet.
Auch wenn der Faden uralt ist, möchte ich Dir einigermaßen nachdrücklich wiedersprechen. Gerade die heutigen elektronischen und softwarebasierten Möglichkeiten der Lupen-, Makro- und Mikrophotographie führen dazu, dass lange in der Versenkung verschwundene Gerätschaften wie Lupenoptiken, Balgen, Vergrößerungsobjektive und manches andere erneut zu Höchstform auflaufen und Bilder ermöglichen, die man zu früheren Zeiten in den mit diesem Gerätepark beackerten Bereichen nie zustande bekommen hätte. Informiere Dich mal spaßeshalber beispielsweise in Mikro- und Makrofoto-Foren. Beispielsweise unter , in der dortigen technischen Abteilung ist viel gezeigt, aber auch in deutschen Foren wird manche Technik demonstriert. Ein Beispiel ist auch die Seite von Kurt Wirtz: . Du wirst "von den Socken" sein.

Freundliche Grüße

Wolfgang
 
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tengris

Sehr aktives Mitglied
Ich habe ein bisschen Inventur gemacht. Ich besitze zwei Lupenfotoobjektive mit dem klassischen RMS Gewinde, welche leider altersbedingt in einem schlechten Zustand sind. Sieben Makroobjektive für Formate von MFT bis Großformat wären in gutem Zustand, regelmäßig zum Einsatz kommen aber nur zwei. Zehn weitere hatte ich in den vergangenen Jahrzehnten irgendwann besessen oder geliehen. Balgengerät gibt es nur mehr eines und es kommt gar nicht mehr zur Anwendung. Die beiden Fachkameras, für die ich einen Nikon Adapter habe, rechne ich nicht mit.

Über Mikrofotografie habe ich mich in den 80er Jahren informiert, angewendet habe ich dieses Wissen aber nie. Das eigentliche Knowhow besteht in der sachkundigen Präparation der Objekte. Ohne diese kommt mit der besten Technik nichts brauchbares zustande. Was jetzt nicht heißt, dass man auf die beste Technik verzichten kann. Die jährlichen Sieger beim "Nikon Small World" Wettbewerb haben fast immer ein wissenschaftliches Institut oder ein spezialisiertes Labor als Arbeitgeber und damit Zugriff auf entsprechende Gerätschaften. Ich stelle nicht in Abrede, dass man mit Heimstudiomöglichkeiten einiges machen kann, aber die Aufnehmen, welche die Socken zum Verdampfen bringen, entstehen fast immer anderswo.

Wenn ich also über die erforderliche Technik verfüge und weiß, wie diese einzusetzen wäre, warum tue ich es dann nicht?

Weil ich nicht will.

Fast alle meine Aufnahmen entstehen mit ganz gewöhnlichen Makroobjektiven an ganz gewöhnlichen Kameras und das einzige Element zur Schärfentiefekontrolle ist die Blende. Ich fotografiere keine Mineralien und keine Schmetterlingssammlungen. Ich betäube keine Kleintiere und sperre sie nicht in den Kühlschrank. Ich bin auch selten im Morgengrauen unterwegs, bevor die Sonne sie zum Leben erweckt. Ich fotografiere sie tagsüber im guten Licht, wenn sie aktiv sind. Da kann man mit konventioneller Technik durchaus Stacking machen, aber mehr als drei Aufnahmen bringt man selten zur Deckung. Da ich mittlerweile eine Kamera habe, welche das kann, werde ich mir bei nächster Gelegenheit genauer ansehen, was man damit machen kann.

In den letzten Jahren ist die Anzahl der Kameras, welche Stacking ohne zusätzliches Equipment ermöglichen und zum Teil die Aufnahmen gleich in der Kamera verrechnen, sprunghaft angestiegen. Wie immer, wenn eine neue Technik in den Markt tritt, prallen Puristen und Technikfetischisten aufeinander. Faktum ist jedoch, dass die hier gebotenen Möglichkeiten im diversen Foren heiß diskutiert werden und dadurch für Einsteiger sehr schnell zum Kaufargument werden. Mittlerweile gibt's das ja auch beim eher innovationszähen Hersteller Nikon und das ist immer ein Zeichen dafür, dass an dieser Technik niemand mehr vorbei kommt.

Und hat schon sehr lange kein Systemanbieter mehr Balgengeräte, Zwischenringe und dergleichen auf der Liste. Das ist heute etwas für mittelständische Feinmechanikunternehmen, diesseits und jenseits der Großen Mauer. Natürlich kann das weiterhin jeder verwenden, der sich gerne mit historischer Technik auseinander setzt und es ist auch keine Schande, damit gute Ergebnisse zu erzielen. Man darf ja auch einen alten Jaguar mit Faltverdeck durch die Toscana jagen und den modernen Hyundai in der Garage lassen.
 
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sam25

Nikon-Community VIP Member
Feldversuch vor Jahren .... der PB-6 geht auch mit einem 800mm ..... :)



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indonesiafoto

Unterstützendes Mitglied
Ich habe folgende Modifikationen bei meine PB 4 ausgeführt : danach kann ich sogar damit mit meine Nikon D50 fotografieren in P & A Mode mit Matrix Messung, natürlich ohne AF aber mit Fokusierungshilfe.
 
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