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Lightroom verwaltet und entwickelt RAW-Dateien, Excire findet Bilder mit KI, DxO holt besonders viel aus RAW-Dateien heraus, Capture One ist stark bei Tethering und Farbkontrolle und Luminar setzt auf schnelle, KI-gestützte Bearbeitung. Dazu kommen Photoshop und weitere Programme für spezielle Aufgaben. Braucht man deshalb gleich mehrere Fotoprogramme?


Bild: Netzwerk Fotografie, mit Hilfe von KI erstellt

Nicht unbedingt. Trotzdem ist die Frage nach der „besten Fotosoftware“ meiner Meinung nach oft falsch gestellt. Bildverwaltung, Bildsuche, RAW-Entwicklung und aufwendige Bildbearbeitung sind unterschiedliche Aufgaben. Manche Programme decken mehrere davon ab, andere sind Spezialisten.

Ich möchte daher lieber die folgende, die für mich sinnvollere Frage stellen:

Welche Aufgabe soll die Software in meinem Foto-Workflow übernehmen?​

Die schnelle Antwort: Welche Software eignet sich wofür?​

AufgabeBesonders geeignet
Großes Fotoarchiv organisierenLightroom Classic, Excire Foto
Bilder ohne vorherige Verschlagwortung findenExcire Foto, Excire Search
KI-Suche nach BildinhaltenExcire, Lightroom
Verwaltung und RAW-Entwicklung in einem ProgrammLightroom Classic, Capture One, DxO PhotoLab
Besonders anspruchsvolle RAW-EntwicklungDxO PhotoLab
RAW-Entrauschung vor der weiteren BearbeitungDxO PureRAW
Tethered Shooting im StudioCapture One
Komplexe Retusche und MontagenPhotoshop
Schnelle kreative KI-BearbeitungLuminar
Geräteübergreifender WorkflowLightroom
Lightroom Classic um KI-Suche erweiternExcire Search
Eigenständige KI-BildverwaltungExcire Foto

Die Tabelle zeigt es schon: Viele Programme sind keine direkten Konkurrenten. Lightroom Classic und Excire Search können beispielsweise zusammenarbeiten. Gleiches gilt für Lightroom und DxO PureRAW. Zusätzliche Software kann einen bestehenden Workflow ergänzen, statt ihn vollständig zu ersetzen.

Bildverwaltung, RAW-Entwicklung und Bildbearbeitung sind nicht dasselbe​

Viele Vergleiche von Fotosoftware werfen sehr unterschiedliche Programme in einen Topf. Ich trenne hier deshalb (und wegen der besseren Übersicht) zuallererst einmal zwischen den verschiedenen Aufgaben.


Drei Aufgaben, unterschiedliche Schwerpunkte: Viele Fotoprogramme decken mehrere Bereiche ab und lassen sich miteinander kombinieren. Grafik: Netzwerk Fotografie, mit Hilfe von KI erstellt

Bildverwaltung​

Eine Bildverwaltung hilft dabei, ein Fotoarchiv zu organisieren und Fotos später wiederzufinden. Dazu gehören Ordner, Kataloge, Bewertungen, Farbmarkierungen, Stichwörter, Metadaten, Sammlungen und Suchfunktionen.

Bei großen Archiven entsteht allerdings ein zusätzliches Problem: Eine klassische Stichwortsuche findet vor allem das, was zuvor entsprechend organisiert oder verschlagwortet wurde. KI-gestützte Systeme können hier inzwischen sehr interessant werden, wenn Bilder anhand ihres tatsächlichen Inhalts gefunden werden sollen, ohne dass man genau das Schlagwort zuvor selbst vergeben hat.

RAW-Entwicklung​

RAW-Konverter kümmern sich um die Entwicklung der Rohdaten aus der Kamera. Belichtung, Weißabgleich, Farben, Kontrast, Objektivkorrekturen, Schärfung und Rauschminderung gehören zu den typischen Aufgaben.

Unterschiede zwischen den Programmen zeigen sich unter anderem bei den verwendeten RAW-Algorithmen, Kamera- und Objektivprofilen sowie bei Entrauschung und Detailrekonstruktion.

Bildbearbeitung​

Eine weitergehende Bildbearbeitung beginnt dort, wo die reine RAW-Entwicklung nicht mehr ausreicht. Retusche, Ebenen, Montagen, Compositing, umfangreiche lokale Veränderungen oder kreative Effekte gehören beispielsweise in diesen Bereich.

Die Grenzen sind inzwischen fließend. Lightroom und andere RAW-Konverter beherrschen heute Bearbeitungsschritte, für die früher häufiger Photoshop benötigt wurde. Trotzdem bleibt die grundsätzliche Unterscheidung hilfreich.

Die wichtigsten Programme im Überblick​

Lightroom Classic: die Zentrale für Verwaltung und RAW-Entwicklung​

Adobe Lightroom Classic verbindet zwei zentrale Aufgaben: die Verwaltung eines Fotoarchivs und die Entwicklung von RAW-Dateien. Die Fotos lassen sich in Katalogen organisieren, bewerten, verschlagworten, nach Metadaten filtern und in Sammlungen zusammenstellen. Gleichzeitig besitzt Lightroom Classic einen inzwischen recht umfangreichen RAW-Konverter mit lokalen Masken, Objektivkorrekturen, Entrauschung und zahlreichen Werkzeugen zur Bildoptimierung. Für viele Fotograf:innen kann Lightroom Classic deshalb die zentrale Software des gesamten Workflows sein.

Lightroom oder Lightroom Classic?​

Die Namensgebung sorgt bis heute für Verwirrung. Adobe entwickelt zwei unterschiedliche Lightroom-Varianten.

Lightroom Classic richtet sich hauptsächlich an einen klassischen Desktop-Workflow mit umfangreicher Katalog- und Metadatenverwaltung. Originaldateien können auf lokalen Laufwerken liegen, mehrere Kataloge sind möglich und Drittanbieter-Plugins werden unterstützt.
Lightroom ist stärker auf die Nutzung über Desktop, Smartphone, Tablet und Web ausgerichtet. Die Originaldateien können über die Adobe-Cloud synchronisiert werden. Inzwischen lassen sich allerdings auch lokal gespeicherte Dateien direkt durchsuchen und bearbeiten. Lightroom bietet außerdem eine KI-basierte Textsuche ohne vorherige Verschlagwortung.


Lightroom oder Lightroom Classic? Adobe stellt die wichtigsten Unterschiede der beiden Varianten kompakt gegenüber. Einige Punkte sind dabei bewusst vereinfacht – Lightroom kann inzwischen beispielsweise auch mit lokal gespeicherten Dateien arbeiten. Screenshot: Adobe

Zum Nachlesen: Adobe erklärt die Unterschiede im offiziellen Funktionsvergleich zwischen Lightroom und Lightroom Classic.

Lightroom Classic eignet sich besonders, wenn …
  • Verwaltung und RAW-Entwicklung in einer Anwendung stattfinden sollen,
  • ein großes lokales Fotoarchiv vorhanden ist,
  • Stichwörter, Bewertungen, Sammlungen und Metadaten wichtig sind,
  • Drittanbieter-Plugins in den Workflow eingebunden werden sollen,
  • ein etablierter Desktop-Workflow gewünscht ist.
Eine Schwäche klassischer Katalogsysteme zeigt sich allerdings häufig erst nach Jahren: Ein Archiv ist nämlich nur so gut organisiert wie die Arbeit, die zuvor in seine Organisation gesteckt wurde. Genau an dieser Stelle kommen KI-gestützte Bildverwaltungen ins Spiel.

Excire: Bilder finden, die nie richtig verschlagwortet wurden​

Excire konzentriert sich besonders auf die Suche und Verwaltung großer Bildbestände. Die Software analysiert Fotos mithilfe künstlicher Intelligenz und erkennt Inhalte und Motive, ohne dass jedes Bild zuvor manuell mit passenden Stichwörtern versehen werden muss. Das kann bei über viele Jahre gewachsenen Archiven einen großen Unterschied machen. Statt sich an Ordnernamen oder Aufnahmejahre erinnern zu müssen, kann man direkt nach Bildinhalten suchen.

Mit Excire Foto 2027 wurden die Möglichkeiten noch einmal erweitert. Dazu gehören unter anderem Freitextsuche, Texterkennung innerhalb von Bildern, eine Weltkarte und eine visuelle Zeitachse. Die Analyse erfolgt lokal auf dem eigenen Rechner.


Bilder finden, ohne sie vorher manuell verschlagwortet zu haben: Excire Foto durchsucht das eigene Archiv mithilfe einer KI-gestützten Freitextsuche nach Bildinhalten. Bild: Excire

Mehr dazu bei Netzwerk Fotografie:
Excire Foto 2027: KI-Bildverwaltung bekommt Texterkennung, Weltkarte und neue Suchfunktionen

Excire Foto oder Excire Search?​

Die beiden Produkte erfüllen einen ähnlichen Zweck, werden aber unterschiedlich in den Workflow eingebunden.

Excire Foto 2027 ist eine eigenständige Bildverwaltung. Die Fotos können dort organisiert und durchsucht und anschließend zur Bearbeitung an andere Programme übergeben werden.
Excire Search 2026 ist dagegen ein Plugin für Lightroom Classic. Die KI-gestützte Verschlagwortung und Suche wird damit direkt in den bestehenden Lightroom-Classic-Workflow integriert. Beide Programme arbeiten unabhängig voneinander und verwenden eigene Datenbanken.

Die Entscheidung für das eine oder andere hängt deshalb vom vorhandenen Workflow ab:
Lightroom Classic ist bereits die Zentrale des Archivs? Dann ist Excire Search die naheliegende Ergänzung.
Eine eigenständige Bildverwaltung wird gesucht? Dann kommt Excire Foto infrage.

Excire eignet sich besonders, wenn …
  • ein großes oder nur unvollständig verschlagwortetes Fotoarchiv vorhanden ist,
  • Bilder anhand ihres Inhalts gefunden werden sollen,
  • ähnliche Aufnahmen oder bestimmte Personen gesucht werden,
  • die Bildanalyse lokal stattfinden soll,
  • Lightroom Classic um eine KI-gestützte Suche erweitert werden soll.
Unser Partner Excire hat verschiedene Lösungen zur Bildverwaltung – darunter Lightroom Classic mit Excire Search, ACDSee Photo Studio Ultimate, Mylio Photos und digiKam – außerdem ausführlicher miteinander verglichen.

Weiterführend bei unserem Partner Excire:
Bildverwaltungssoftware im Test: Fotoverwaltung im Vergleich

DxO PhotoLab: wenn die RAW-Qualität im Mittelpunkt steht​

DxO PhotoLab verbindet ebenfalls Bildorganisation und RAW-Entwicklung. Der besondere Schwerpunkt liegt allerdings auf der technischen Optimierung der Bilddaten. DxO analysiert seit vielen Jahren Kamera-Objektiv-Kombinationen und stellt dafür eigene optische Module bereit. Damit können unter anderem Verzeichnung, Vignettierung, chromatische Aberrationen und objektivspezifische Unschärfen korrigiert werden.

Hinzu kommt die DeepPRIME-Technologie zur Entrauschung und Detailrekonstruktion von RAW-Dateien. Besonders bei hohen ISO-Werten oder schwierigen Lichtbedingungen spielt dieses Modul seine Stärken aus.


Rauschen reduzieren, Details erhalten: Die DeepPRIME-Technologie von DxO PhotoLab zeigt ihre Stärke besonders bei RAW-Aufnahmen mit hohen ISO-Werten und schwierigen Lichtbedingungen. Bild: DxO

Die PhotoLibrary von PhotoLab bietet darüber hinaus Funktionen zur Organisation, Suche und Filterung von Bildern. PhotoLab ist damit mehr als ein reiner RAW-Konverter, auch wenn die RAW-Entwicklung seine besondere Stärke bleibt.

Mehr dazu bei Netzwerk Fotografie:
DxO PhotoLab 9.6: Neues Update bringt DeepPRIME XD3 für alle und 4× kleinere DNGs

DxO PhotoLab eignet sich besonders, wenn …
  • eine hochwertige RAW-Entwicklung im Vordergrund steht,
  • häufig mit hohen ISO-Werten gearbeitet wird,
  • leistungsfähige Entrauschung wichtig ist,
  • automatische Kamera- und Objektivkorrekturen gewünscht sind,
  • Lightroom ergänzt oder ein anderer RAW-Konverter eingesetzt werden soll.

DxO PureRAW: Spezialist statt kompletter Lightroom-Ersatz​

PureRAW macht den modularen Gedanken besonders deutlich. Das Programm soll nicht die vorhandene Bildverwaltung ersetzen. Stattdessen konzentriert es sich auf die technische Vorverarbeitung von RAW-Dateien mit DxOs optischen Korrekturen und DeepPRIME. Anschließend können die optimierten Dateien beispielsweise in Lightroom weiterverarbeitet werden.

Damit eignet sich PureRAW besonders für Fotograf:innen, die mit ihrer bestehenden Software grundsätzlich zufrieden sind, bei Rauschminderung und RAW-Aufbereitung aber zusätzliche Möglichkeiten nutzen möchten.

Mehr dazu bei Netzwerk Fotografie:
DxO PureRAW 6: Der neue Standard für den RAW-Workflow ist da

Capture One: RAW-Entwicklung mit besonderer Stärke beim Tethering​

Capture One gehört ebenfalls zu den etablierten RAW-Konvertern und kombiniert Bildentwicklung mit Werkzeugen zur Organisation. Besonders bekannt ist Capture One für Tethered Shooting. Die Kamera wird dabei direkt mit dem Computer verbunden. Die Fotos können so unmittelbar nach dem Auslösen kontrolliert und weiterverarbeitet werden. Das spielt vor allem bei Studio-, Produkt-, Mode- und kommerzieller Fotografie eine wichtige Rolle. Hinzu kommen umfangreiche Werkzeuge für Farbkorrekturen, lokale Anpassungen und einen professionellen RAW-Workflow. Zur Organisation stehen sowohl Kataloge als auch projektorientierte Sessions zur Verfügung.

Capture One eignet sich besonders, wenn …
  • regelmäßig tethered fotografiert wird,
  • präzise Farbkontrolle eine wichtige Rolle spielt,
  • ein professioneller RAW-Workflow gesucht wird,
  • Sessions für einzelne Produktionen oder Projekte sinnvoller sind als ein einziges großes Archiv.
Für die reine KI-Suche in einem über Jahre gewachsenen Fotoarchiv liegt der Schwerpunkt dagegen eher bei anderen Lösungen.

Luminar: wenn schnelle kreative Bearbeitung gefragt ist​

Luminar – früher als Luminar Neo bekannt – setzt einen anderen Schwerpunkt als Lightroom, DxO oder Capture One. Skylum kombiniert klassische Bildbearbeitung mit zahlreichen KI-gestützten Werkzeugen, die komplexere Bearbeitungsschritte möglichst einfach zugänglich machen sollen. Damit eignet sich Luminar besonders für Fotograf:innen, die schnell zu einem bestimmten visuellen Ergebnis gelangen möchten (oder müssen), ohne jeden Bearbeitungsschritt manuell aufbauen zu müssen.

Luminar kann sowohl eigenständig als auch ergänzend zu einem bestehenden Workflow eingesetzt werden. Seit 2026 gibt es außerdem ein neu strukturiertes Lizenzmodell mit verschiedenen dauerhaft nutzbaren Varianten und dem optionalen Luminar Prime für neue Funktionen und zusätzliche Inhalte.

Luminar eignet sich besonders, wenn …
  • KI-gestützte Bearbeitungswerkzeuge genutzt werden sollen,
  • schnelle kreative Ergebnisse wichtig sind,
  • ein vorhandener RAW-Workflow ergänzt werden soll,
  • eine vergleichsweise zugängliche Bedienung gewünscht ist.
Mehr dazu bei Netzwerk Fotografie:
Luminar erhält neues Lizenzmodell: Prime, Desktop und Max einfach erklärt

Photoshop: wenn RAW-Entwicklung nicht mehr reicht​

Photoshop nimmt in diesem Vergleich eine Sonderstellung ein. Das Programm ist keine klassische Bildverwaltung und soll auch keinen Lightroom-Katalog ersetzen. Seine Stärke beginnt vor allem dort, wo eine Bearbeitung über die normale RAW-Entwicklung hinausgeht: komplexe Retuschen, Ebenen und Masken, Montagen, Compositing, umfangreiche Reparaturen und grafische Arbeiten.

Die Kombination aus Lightroom Classic und Photoshop ist deshalb seit vielen Jahren verbreitet: Lightroom übernimmt Organisation und RAW-Entwicklung, Photoshop die weitergehende Bearbeitung.

Weitere Alternativen für die Bildverwaltung​

Lightroom und Excire sind nicht die einzigen Möglichkeiten, ein großes Fotoarchiv zu organisieren.

ACDSee Photo Studio verbindet Digital Asset Management mit RAW-Entwicklung und Bildbearbeitung und richtet sich damit besonders an Anwender:innen, die möglichst viele Funktionen in einer Anwendung nutzen möchten.
Mylio Photos legt einen Schwerpunkt auf die Organisation und Synchronisation von Bildern über verschiedene Geräte und Speicherorte.
digiKam ist eine freie Open-Source-Lösung mit umfangreichen Metadaten-, Tagging- und Suchfunktionen und eignet sich besonders für eine kostenlose und plattformübergreifende Bildverwaltung.

Diese Programme müssen Lightroom oder Excire nicht grundsätzlich „schlagen“, um sinnvoll zu sein. Entscheidend bleibt, welche Anforderungen der eigene Workflow stellt.

Ein Programm oder mehrere? Typische Foto-Workflows​

Meiner Meinung nach ist die beste Lösung oft nicht, eine Software vollständig durch eine andere zu ersetzen. Einige kurze Beispiele:

Lightroom Classic allein: Import, Verwaltung, RAW-Entwicklung und Ausgabe bleiben in einem System.
Lightroom Classic + Excire Search: Lightroom bleibt die Zentrale, Excire ergänzt die Verwaltung um KI-gestützte Suche und automatische Verschlagwortung.
Lightroom Classic + DxO PureRAW: Der Lightroom-Katalog bleibt bestehen, während anspruchsvolle RAW-Dateien zusätzlich mit DxO vorverarbeitet werden.
Excire Foto + DxO PhotoLab: Excire übernimmt Verwaltung und KI-Suche, DxO die RAW-Entwicklung.
Capture One + Excire Foto: Capture One übernimmt RAW-Entwicklung und Tethering, Excire die KI-gestützte Suche in größeren Archiven.
Lightroom Classic + Photoshop + Spezialsoftware: Lightroom übernimmt Organisation und Entwicklung, Photoshop komplexere Bearbeitungen. DxO, Excire oder Luminar können bei Bedarf einzelne Spezialaufgaben übernehmen.

Welche Software nutzt die Netzwerk Fotografie Community?​

Dass mehrere Programme parallel eingesetzt werden, zeigte bereits eine Umfrage in unserer Community Anfang 2026. Bei 226 Teilnehmer:innen und möglichen Mehrfachnennungen lagen Photoshop und Lightroom mit 43,8 beziehungsweise 41,2 Prozent vorn. Dahinter folgten unter anderem NX Studio mit 31,9 Prozent, DxO PhotoLab mit 23 Prozent, Capture One mit 12,4 Prozent und Luminar mit 11,1 Prozent.

Seitdem hat sich einiges getan: Programme wurden weiterentwickelt, KI-Funktionen ausgebaut und selbst Produkt- und Lizenzmodelle haben sich verändert. Deshalb möchten wir es noch einmal wissen:

Welche Programme nutzt ihr heute – und vor allem: Welche Software übernimmt welche Aufgabe in eurem Foto-Workflow?

Zur aktuellen Community-Umfrage und Diskussion

Welche Fotosoftware brauche ich nun wirklich?​

Gegenfrage von mir: Welches Problem soll denn gelöst werden?

Das Fotoarchiv wird immer unübersichtlicher? Dann lohnt sich der Blick auf Bildverwaltung und Suche – beispielsweise Lightroom Classic oder Excire.
Alte Aufnahmen lassen sich kaum wiederfinden, weil Stichwörter fehlen? Eine inhaltsbasierte KI-Suche wie bei Excire wird hier am besten weiterhelfen.
Stark verrauschte RAW-Dateien bereiten Probleme? Dann können die RAW-Verarbeitung und Entrauschung von DxO interessanter sein als ein Wechsel der gesamten Bildverwaltung.
Studiofotografie mit direkter Bildkontrolle gehört zum Alltag? Capture One spielt seine Stärken besonders beim Tethering aus.
Aufwendige Retuschen und Montagen stehen im Mittelpunkt? Photoshop übernimmt Aufgaben, die über die klassische RAW-Entwicklung hinausgehen.
Schnelle kreative Bearbeitung mit KI-Werkzeugen ist wichtiger als eine umfangreiche Archivverwaltung? Dann kann Luminar besser zur Aufgabe passen.

Fazit: Nicht die beste Software suchen, sondern das passende Werkzeug​

Lightroom oder DxO? Lightroom oder Excire? Capture One statt Lightroom? Solche Vergleiche klingen zunächst nach einer Entscheidung zwischen konkurrierenden Produkten. In der Praxis greifen sie häufig zu kurz.

Lightroom Classic kann die Zentrale für Verwaltung und RAW-Entwicklung sein. Excire kann ein großes Archiv durchsuchbar machen. DxO kann sich um besonders anspruchsvolle RAW-Dateien kümmern. Capture One spielt seine Stärken im Studio aus. Photoshop übernimmt komplexe Bearbeitungen und Luminar schnelle kreative Aufgaben.

Ein modularer Workflow ist deshalb kein unnötiges Sammelsurium verschiedener Programme. Er kann genau das Gegenteil sein: Jede Software übernimmt die Aufgabe, die sie besonders gut beherrscht. Am Anfang steht damit nicht die Frage „Welche Fotosoftware ist die beste?“, sondern eine viel praktischere:

Welche Aufgabe kostet mich in meinem heutigen Foto-Workflow am meisten Zeit – und welches Werkzeug löst genau dieses Problem?

Ich hoffe, ich konnte euch mit diesem so kompakt wie möglich geschriebenen Artikel bei der Beantwortung helfen. Fragen und Diskussionen, Erfahrungen und Meinungen gerne in dem schon oben erwähnten Thread:
 
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