Ich war mal vor 2 Jahren in Solothurn fotografieren, dort an einem alten Turm mit Wiese. Da stand gerade ein Heiratspaar rum und eine Fotografin, die geknippst hat. Mitten auf der Wiese stand offen der "Fotorucksack" rum. War nicht mal ein spezieller Fotorucksack, sondern einer, wie wir früher auf eine Wanderung mitgenommen hatten, heisst ohne Foto/Objektiv-Einsätze. Nichts. Lose drin lag noch eine D750 mit einem AF-S 24-70/2.8, also schwer. Dazu noch 1-2 FB offen. Fotografiert hatte sie gerade mit einer D850er und dort das 70-200/2.8 drauf, auch schwer. Danach einfach alles lose in den Rucksack geschmissen, natürlich Objektiv noch auf Kamera. Ja die ganze Ausrüstung sah schon ziemlich lädiert aus. Aber scheinbar hat alles wunderbar funktioniert und die Fotos schienen jeweils auch gut gewesen zu sein, sonst wäre sie ja nicht mehr im Geschäft.
Heisst in diesem kurzen Moment habe ich viel gelernt..
1. Kaufe nie, wirklich nie, Ausrüstung von einem Berufsfotografen
2. Der Plunder hält viel mehr aus als man ihm zutrauen würde
Ja wir packen alles in Watte, machen uns Sorgen, wenn mal was schweres an der Kamera hängt und wir nur die Kamera anheben, getrauen uns nicht bei einem Regentropfen noch zu fotografieren, am Meer sowieso nicht, ist ja salzige Luft..
Daher einfach fotografieren ohne zu viel Gedanken zu machen.
Und ja, gebs zu, bin extrem pingelig mit meiner Ausrüstung, damit es ja keine Kratzer oder anderes gibt und halte extrem Sorge dazu.
Aber genau darum geht es bei der Diskussion nicht. Es geht darum, dass man nach der dritten Wertanalyse noch die letzten drei Cent Einsparmöglichkeiten gefunden hat, die zwar die Gesamtqualität mindern, aber die der Kunde nicht sofort optisch, oder haptisch erkennt.
Dabei wird das Einsparen fast schon zum Fetisch, auch wenn es in der Gesamtkalkulation fast nichts bringt, bis auf das Risiko, das man bewährte Teile gegen neue tauscht.
Für mich war das Ösenproblem bei der Z8 (wahrscheinlich) so ein Beispiel. Gurtösen verbaut man seit Dekaden. Da gab es noch nie Probleme, warum versucht man an einem bewährten Bauteil herumzuschrauben? Vermutlich konnte man irgendwo 45 Cent/pro Öse einsparen und hat dafür die Konstruktion und den Fertigungsablauf verändert und hat sich deutlich höhere Servicekosten eingehandelt.
Dieses Verhalten zeigt sich derzeit bei fast allen Industrien und Unternehmen.