Ich bin mit der Schärfe der D300 nicht ganz zufrieden

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Hallo zusammen,

ich denke das Bild ist scharf. Das Problem heutzutage scheint mir vielmehr die Tatsache zu sein, daß alle ihre Bilder möglichst in Postergröße vor dem Monitor beurteilen wollen. Zu Analogzeiten wäre keiner auf die Idee gekommen, von jedem Dia einen 70x100cm Abzug zu machen und dann seine Ausrüstung danach zu beurteilen. Sorry - ich möchte niemanden ärgern oder ihm seine Freude nehmen. Aber ist das so wichtig, ob es evtl. noch einen Hauch knackiger geht? Ich betreibe die Fotografie seit über 20 Jahren, seit Herbst 2006 auch mit einem Fuß digital - zuerst Canon und seit einigen Monaten D200 und entsprechenden Gläsern. In erster Linie mache ich meine Bilder aber im MF 6x6 und 6x7 je nach Verwendungszweck Werbung oder Kalender, bei Archtektur auch mit der 6x9 Fachkamera.
Aber um auf die Frage zurückzukommen, auf einem 20x30 oder 30x40 Abzug wird der Löwe mit Sicherheit scharf abgebildet sein. Was will man eigentlich mehr erwarten bei einem Sensor von halber KB-Größe. Das ist viel mehr als man vor einigen Jahren erträumen durfte. Ich wäre froh - es gäbe einen brauchbaren Beamer mit dem man solche Bilder kontrastreich und farbtreu an die Wand bringen könnte.
;)
 
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Auf meinem Bildschirm wirkt der Löwe zunächst auch völlig überschärft. Klicke ich dann auf das "+", sieht es wieder ziemlich gut aus.

Ich kann Thomas Beobachtung aber trotzdem gut nachvollziehen. Auch mir scheinen meine bisherigen Bilder mit der D300 eindeutiger weniger knackig als mit der D200. Ob "Schärfe" der richtige Ausdruck ist, weiß ich nicht, aber die 300er-Bilder wirken im Vergleich weniger klar, tendenziell eher etwas matschig. Dieser Eindruck verschwindet bei einer Vergrößerung auf 50% oder noch größer, was für das normale Betrachten der Fotos aber nicht weiter hilft.

Der Schärfeunterschied ist beim 18-70 deutlich zu sehen, beim 70-300 fällt es mir weniger auf. Das 50/1,8 ist an meiner D300 merkwürdigerweise ganz besonders schlimm, an der D200 liefert es dagegen ausgezeichnete Ergebnisse ab. (Noch habe ich keine Objektive aus dem vierstelligen Bereich...)

Als halbwegs noch am besten erwies sich bisher Schärfe +6. Dabei habe ich aber immer das Gefühl, weiter "hochdrehen" zu müssen, was aber nichts bringt, denn darüber beginnt es zu überschärfen, und spätestens bei 9 sieht es dann so aus wie Thomas Löwe.

Ich spreche hier von der "gefühlten" Schärfe bei Darstellung auf einem 19'' Monitor - und nicht von irgendwelchen 100%-Betrachtungen.

Grüße,
Klaus
 
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Meine Eindrücke sind anders. Bilder mit dem AF-S 80-200/2.8, AF 60/2.8D, AF-S 105/2.8VR, AF 85/1.4D, AF 50/1.4, Sigma 150/2.8 und dem AF 300/4 sind an der D300 deutlich schärfer und detailreicher als an der D200. Bildoptimierung steht bei mir auf Standard. Bilder fürs WEB muß ich nach dem Verkleinern nur ganz leicht nachschärfen.
Das 18-200VR fällt allerdings an der D300 total ab, an der D200 war es gerade noch annehmbar.
 
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Das Bild ist scharf!

Woran es hier mangelt ist Kontrast! Das passiert schnell wenn man unter solchen Lichtbedingungen und Offenblende fotografiert und kann über den Kontrast oder besser noch den Farbkontrast geregelt werden.

nf_kontrast.jpg


Links oben das ungeschärfte Bild aus Adobe Camera Raw rechts daneben mit leicht erhöhtem Kontrast und Farbkontrast. Unten links eine in PS leicht geschärfte Version und daneben die Version mit höherem Kontrast mit der gleichen Schärfung.
 
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Bei 300mm ist die Schärfentiefe bei Offenblende f4 denkbar gering. Die Belichtungssituation hätte eine kleinere Blende ohne Probleme zugelassen.

Hinzu kommt, wenn man das aktive Fokusmessfeld betrachtet, dass die Schärfenebene offenbar leicht "daneben" zu liegen scheint, jedenfalls nicht exakt dort, wohin das Fokusmessfeld zeigt. Das kann aber auch daran liegen, dass sich in dem (wenn auch kurzen) Zeitraum zwischen Fokussierung und Auslösen der Abstand zum Objekt geändert hat.

Das erinnert mich an ähnliche Erfahrungen bei kürzeren Brennweiten mit höherer Anfangsöffnung (f1.4).
 
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Irgendwie habe ich das Gefühl als ob ein leichtes rauschen die Details schluckt.

Gruß
Thomas

Thomas,
das Bild ist ok. Allerdings ist es zu stark am PC nachgeschärft -> das kann den Eindruck erwecken, daß Details "geschluckt" werden. Weniger ist in diesem Fall mehr.

NB: Die Schärfe einer Kamera an einem bewegten Objekt, noch dazu möglicherweise ohne Stativ, zu bewerten halte ich nicht für zielführend. Wenn Du Zweifel ob der Grundschärfe der D300 hast, ist die berühmte Ziegelwand in Kombination mit Stativ, SVA, und Kabelauslöser das bessere Setup für eine Bewertung.

LG, Andy
 
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Die Orginaldatei sieht für mich für die Aufnahmedaten ok aus. Ich denke das ist das was man bei Offenblende und den Lichtverhältnissen vom Sigma erwarten kann. Warum ISO 100? Das verschlechtert die Dynamik und den Kontrast etwas.
Bei ISO 200 und dafür einmal abgeblendet wäre das Ergebnis etwas besser.
Aber wir jammern hier auf relativ hohem Niveau:D
 
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Ich dachte schon ich bin der einzigste.

Gruß
Thomas

Nein, ich sehe das auch so. Das Foto (ich beziehe mich auf das NEF) hat hohe Kantenkontraste, was vordergründig den Eindruck von knackiger Schärfe vermittelt. Sieht man jedoch genauer hin, entsteht der Eindruck einer irgendwie unnatürlichen Schärfe (jedenfalls bei mir) - so, als wenn das Foto mit einem "Grieseln" überzogen wäre, das einem softwareseitig (unvollkommen) korrigierten Lunminanzrauschen ähnelt...(sorry, kann das nicht besser beschreiben). Zusammen mit der kameraseitig eingestellten Schärfung (D2X Mode 1, Schärfung 5), die dieses Grieseln natürlich noch vertärkt, bekommt das ganze Bild dann irgendwie einen synthetischen Charakter (das Fell sieht borstig und hart aus = künstlich scharf getrimmt und nicht optisch scharf in seiner Weichheit) Wobei ich, um keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen, das Bild weder für überschärft halte (nimmt man in NX die Schärfung raus, wird es wirklich matschig), noch für im eigentlichen Sinne als unscharf erachten würde (für Offenblende bei 300mm kann man nicht meckern). Aber es hat einen seltsamen Schärfecharakter, der viel unnatürlicher wirkt, als meine Löwenbilder mit der D200.
 
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Nachtrag:

ich habe mir das NEF File genauer angesehen:

Die eingestellte Option der Bildoptimierung "D2XMode1" erzeugt mit Abstand das flachste Bild am Monitor. Vergleiche das mit der Einstellung "Standard".

Das Bild ist mit Low (ca. ISO 100) und nochmals -0.3 EV aufgenommen. Das erhöht unnötigerweise das Rauschen -> Verlust an Details.

Man kann es nicht eindeutig erkennen, ob es zum Aufnahmezeitpunkt bewölkt war. An Hand der (fehlenden) Schattenzeichnung würde ich es annehmen. Den Weißabgleich händisch auf Tageslicht/Bewölkt zeichnet auf meinem Monitor natürlichere Farben der Mähne.

Die Histogrammkurve ist optimal - keine zulaufende Schatten, nur minimalste Überzeichnungen im Rotkanal bei den Augen. Perfekt.

Das Autofokusfeld liegt etwas neben dem linken Auge. Was wesentlich mehr ausmacht ist der Einsatz des Objektivs. Ich kann es nicht eindeutig erkennen, die Daten sehen nach dem Sigma 100-300mm/4 HSM aus. Falls dem so ist, betreibst Du das Objektiv im Grenzbereich seiner Fähigkeiten. 300mm und f/4 stellen für das Tele Extremwerte dar. Das ist auch zBsp beim Nikkor 70-300mm VR oder dem 80-400mm VR so. Da kann die Kamera nicht viel machen, da ist das Objektiv der Engpaß. Entweder blendest Du eine Blende ab (Licht war genug), oder gehst etwas mit der Brennweite zurück. Besser wäre bei gleicher Belichtungszeit ISO 200 und Blende 5.6 gewesen, bzw. ISO 400 und Blende 8.

Bei flachen Lichtverhältnissen wie hier kannst einfach den Bildeindruck verbessern, indem Du die Tonwertkurve in der Mitte nach unten ziehst. Das behält den Tonwertumfang bei und zeichnet die Mähne besser.

Liebe Grüße,
Andy

Ich habe mir erlaubt Dein Bild wie oben beschrieben zu bearbeiten, und wieder zu posten. Ich hoffe das ist ok.
Voller Crop ( Hier klicken )
original.jpg


Disclaimer: Das Bild soll nur das Prinzip zeigen. Passe es bitte selber an, Du hast den Löwen ja tatsächlich gesehen. :D
 
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In dieser Bearbeitung sieht der Löwe gleich fünfmal besser aus!

Aber wenn ich den vollen Crop öffne, wirkt es wieder überschärft; die Barthaare haben eine treppenförmige Struktur. Woran liegt das?

Grüße,
Klaus
 
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Die Original NEF File zeigt keine Stufenbildung (lade es mal herunter). Vermutlich kommen die durch die Kompression fürs Web zustande.
 
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In dieser Bearbeitung sieht der Löwe gleich fünfmal besser aus!

Aber wenn ich den vollen Crop öffne, wirkt es wieder überschärft; die Barthaare haben eine treppenförmige Struktur. Woran liegt das?

Grüße,
Klaus

Das entsteht, wenn das Bild im Browser an die Bildschirmgröße angepasst wird. Es hat 3083 x 2055 Pixel.

Falls Du den IE hast: Internet Options -> Advanced -> Multimedia -> Automatic Image Resizing.

Liebe Grüße,
Andy
 
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ich habe noch dieselben Probleme, aber hier wird das Problem sehr gut besprochen, dafür Danke, daraus soll jeder für sich das beste machen.
 
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Nein, ich sehe das auch so. Das Foto (ich beziehe mich auf das NEF) hat hohe Kantenkontraste, was vordergründig den Eindruck von knackiger Schärfe vermittelt. Sieht man jedoch genauer hin, entsteht der Eindruck einer irgendwie unnatürlichen Schärfe (jedenfalls bei mir) - so, als wenn das Foto mit einem "Grieseln" überzogen wäre, das einem softwareseitig (unvollkommen) korrigierten Lunminanzrauschen ähnelt...(sorry, kann das nicht besser beschreiben). Zusammen mit der kameraseitig eingestellten Schärfung (D2X Mode 1, Schärfung 5), die dieses Grieseln natürlich noch vertärkt, bekommt das ganze Bild dann irgendwie einen synthetischen Charakter (das Fell sieht borstig und hart aus = künstlich scharf getrimmt und nicht optisch scharf in seiner Weichheit) Wobei ich, um keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen, das Bild weder für überschärft halte (nimmt man in NX die Schärfung raus, wird es wirklich matschig), noch für im eigentlichen Sinne als unscharf erachten würde (für Offenblende bei 300mm kann man nicht meckern). Aber es hat einen seltsamen Schärfecharakter, der viel unnatürlicher wirkt, als meine Löwenbilder mit der D200.

Ich finde du hast das ziemlich gut beschrieben. Ich habe schon viele Bilder der D300 gesehen, die genau auch diesen Eindruck vermitteln. Schaut man den Löwen in Normalgrösse an, wirkt er überschärft. Schaut man ihn vergrössert an, dann ist es so etwas wie Matsch und z. T. trotzdem überschärft.
 
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Man muss sich bei einer neuen Kamera auch erstmal an eine etwas andere EBV gewöhnen. Nicht dass der komplette Workflow umgeändert werden muss...aber eine neue Kamertechnik, neuer Sensor usw. braucht natürlich auch eine etwas andere Aufbereitung.
Als ich von der D70 zur D200 umgestiegen bin, fand ich die RAWs auf einmal auch total matschig. Aber es ließ sich bei der Bearbeitung letztendlich mehr aus dem Bild rausholen. Jetzt wo ich seit ein paar Wochen die D300 habe, ist es wieder anders. Ich muss z.B. jetzt die Tonwerte stärker korrigieren, als bei der D200.

Gruß
Heiko
 
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