Heiterkeit, Vernunft und Würde ...

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Reich an Wissen und Berührtheit bin ich zurück nach Hause gekehrt. Ich nahm meinen Alltag wieder auf, tue das zu tun ist, nicht lustlos, keineswegs. Ich habe mich der Geschichte der Preussen gestellt, mich dem Leben von Händel gewidmet und bin mir selbst näher gekommen.


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Ich nehme viel mit über Hartnäckigkeit, Ausdauer und Willenskraft. Ich nehme aber auch viel mit über Menschlichkeit, Fehlbarkeit, Liebe und Begabungen. Ich denke über Verantwortung und Politik nach, über Missgunst, Erziehung und Vorbild. Ich denke über mich und die Fotografie nach.


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Es hat sich nicht viel geändert in den letzten dreihundert Jahren. Es ist nur anders geworden, wohl komplexer. Die Kluften in den Gesellschaften haben sich auch nicht verändert. Es „menschelt“ wohin mein Auge reicht. Jeder träumt ein Künstler zu sein, aus wenig wird pompöses gemacht. Die einen verschulden sich, die andern nicht, Unternehmen gelingen oder auch nicht und wir brauchen nach wie vor unsere Helden und „Vorbilder“.


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Vielleicht ist es auch das, was mich an Händel, seiner Person und seiner Musik so berührt. Ich bin oft über seine Einsamkeit gestolpert, seine Depressionen welche sich immer wieder eingestellt haben, wenn er sich nicht verstanden fühlte.
Und wie wenig geschichtliche Aufmerksamkeit hat man den preussischen Königen bis heute entgegengebracht was ihre Persönlichkeit und ihre Kindheit und deren Auswirkungen auf ihr Regieren und ihre Politik mit sich gebracht haben. Letztlich haben die preussischen Könige wie jeder andere Mensch dazumal wie heute nur aus sich und ihrem Erlernten geschöpft. Nicht mehr und nicht weniger. Sie haben aus ihrem Innern erfolgreich und weniger erfolgreich gewirkt. Und das schmälert weder Erfolg noch entkräftet es Misserfolge. Aber es ist weit mehr menschlich als es königlich ist.



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Ich habe mich, ja Thierry, lustvoll Händel und den Preussen gewidmet und irgendwie wäre ich überzeugt, dass ich kein schlechter Prinz abgegeben hätte. Zwar komisch, oft nicht nachvollziehbar, für manche unausstehlich. Aber ich hätte mich insbrünstig dem Schlossgarten gewidmet mit den Hofdamen verstecken gespielt mich köstlich über die Anrede amüsiert. Ich hätte gelustwandelt und lustvoll gegessen und mich lustvoll der Kunst, der Literatur und der Musik gewidmet.


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Und vielleicht hätte ich auch so eine lustvolle Pfeiffenrunde gegründet wie der erste preussische König und hätte lustvolle Gesprächsrunden abgehalten. Den Königstitel aber hätte ich, wäre es mir irgendwie gelungen, weiter gegeben. Denn dazu wäre ich nicht fähig gewesen.


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Und vielleicht wäre es nun an der Zeit, den Messias in Deutschland im Schlossgarten des Sanssouci aufzuführen. Ich wäre auf alle Fälle dabei und würde auf Anfrage sogar gerne die Einleitung bestreiten. Auf meine Weise, denn ich bin ja nicht Händel.

Nein, das ist nicht der Schlossgarten. Das ist eine alte Frau, welche sich vom Stress auf dem Flohmarkt erholt. Aber damit deute ich an, dass die Tradition von Händels Messias aufrecht erhalten werden muss.
Nämlich als caritative Aufführung.


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Und wenn ich nun meinen Beitrag hier abschliesse und zum letzten Mal das Amen von Händels Messias mitsinge und es laut in die Welt hinaus zu tragen versuche, dann tue ich das als Sam und nicht als Händel.

Ich bedanke mich bei Euch für die Begleitung und den Respekt mir auch in diesem Thema zu begegnen.

Und so ziehen Händel und ich dahin ...


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***** Ende *****​
 
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Lieber Sam,

welch ein Beitrag, welch eine Arbeit, Textverstand, gute und ruhige SW-Fotografie und alles eingebunden mit viel Empathie.

Mit grossem Respekt
Hans
 
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Lieber Hans

Danke sehr. :)

Ich gehe nun mit den Hunden spazieren und lege ganz langsam das Thema ab. Aber zunächst hallen Händels Töne noch nach und seit mir nicht böse, wenn ich ein paar Tage zurück haltend bin.

Beim Ausstieg, insbesondere von diesem Thema, brauche ich etwas länger ... :)
 
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Und ich habe mir vorgestellt, wie ich da dann „lustwandeln“ würde und dreimal pro Tag lustvoll speisen würde und mit den Damen im Garten verstecken spielen würde und ich würde mir zwar nicht die Königskrone aufsetzen aber zum Spass würden mich alle mit „Prinz Sam I.“ anreden. Ich hätte mich vermutlich krumm gelacht, wenn die Herren vor mir den Bückling hingelegt hätten und die Damen den ehrwürdigen Hofknicks vor mir gemacht hätten.

Ne, das glaube ich nicht Euer Durchlaucht. Prinz Sam I. hätte es wohl würdevoll und auch etwas beschämt ertragen :D.

PS: Es gefällt mir, dass Dir unser "Plattland" so gefällt :up:.
 
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Oh, danke für den Kommentar, Thomas. Du kennst mich sehr gut ....:):D
 
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Puuhh, das war für mich eine beeindruckende knappe Stunde. Dein Beitrag hat mich mitgesogen. Die Poesie in Deinen Wortbeiträgen und Bildern beeindruckt ebenso, wie Du Dich und Deine Gefühle und Gedanken einbringst. Danke für diesen tollen Beitrag!
 
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Puuhh, das war für mich eine beeindruckende knappe Stunde. Dein Beitrag hat mich mitgesogen. Die Poesie in Deinen Wortbeiträgen und Bildern beeindruckt ebenso, wie Du Dich und Deine Gefühle und Gedanken einbringst. Danke für diesen tollen Beitrag!

Es freut mich ausserordentlich hast Du Dir die Zeit genommen, den Thread zu lesen. :):up:

Und es ist mir durchaus bewusst, dass es Zeit braucht. Um so mehr freut es mich und auch, dass er Dir so wie er steht gefällt...:):up:
 
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ich konnte nicht alles lesen Sam, aber immer wieder teile. bin selbst in verschiedene wahrnehmungsmuster verstrickt und dann noch deine erklärungen, die nichts erklären...vermutungen usw.ein faden ist da, ja, aber es gibt abzweigungen. da kämpfe ich schon mit mir und meinem gedankenchaos. ob es stimmt, daß man sich dabei wirklich näher kommt---?:hehe: wir werden im alter ev.mal drüber sprechen. :D.

vielen dank fürs mitnehmen in deine welt der phantasie, lieber Sam.:)
 
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