Um die Eingangsfrage nicht ganz aus dem Auge zu verlieren:
Gibt es für Nikonkameras auch ein Lupenobjektiv?
Es gab eine hohe zweistellige Anzahl. Alleine von Nikon deren 4 mit 19mm, 35mm, 65mm und 120mm. Fremdobjektive waren ohne Einschränkungen zu verwenden, weil die alle irgendein Gewinde hatten, für welches es heute noch Adapter gibt. Meist RMA/RMS (Mikroskopgewinde) bei den kurzen Brennweiten und M39 bei den längeren. Alle waren reine Objektivköpfe für das Balgengerät, hatten keine eigene Entfernungseinstellung und keine Springblende. Natürlich keinerlei Elektronik. Also Blende auf, scharf stellen, Blende zu, auslösen. Belichtungsmessung und Zeitautomatik bei Arbeitsblende nur für Kameras von der D200 aufwärts, also nicht für die 2- und 4-stelligen Modelle. Mehr technische Details gibt es in
diesem Thread.
... wie z. b. das canon mp-e 65mm?
Nein. So etwas gibt es nur von Canon und von Minolta. Lass dir nicht einreden, dass ein vollmanuelles Obbjektiv an einem Balgengerät da in der Handhabung auch nur annähernd heran kommt. Man muss auch einmal zugeben können, dass Nikon dieses Fachgebiet derzeit einfach nicht zeitgemäß abdeckt.
Es gibt aber einen einfachen Test für die Arbeitsmethode:
Wenn du irgendein Normal- oder Weitwinkelobjektiv mit 52mm Filtergewinde besitzt oder leihen kannst, welches noch einen Blendenring hat, dann besorge dir einen Umkehrring - kostet einige Euro - und teste einmal, ob dir diese völlig manuelle Arbeitsweise überhaupt liegt. Wenn ja, dann kannst du schrittweise weiter ausbauen.
Bedenke auch, dass du bei einem Lupenobjektiv oder Vergrößerungsobjektiv am Balgen immer nach vorne greifen musst, um die Blende zu bedienen. Selbst ein Balgengerät mit Blendenübertragung nützt dir nichts bei Objektiven ohne Blendenhebel. Du musst also mit deiner Hand ziemlich nahe an der Nase / an den Fühlern deiner Motive rumhantieren. Natürlich kann man auf längere Brennweiten ausweichen, um mehr freien Abstand zu gewinnen, damit nimmt aber auch der erzielbare Abbildungsmaßstab ab.
Leute, welche mit sowas trotzdem gute Aufnahmen erzielen, werden in deiner Achtung sofort sprunghaft steigen. Und auch das Canon Objektiv ist alleine noch keine Garantie für gute Makroaufnahmen. Aber es legt die Latte doch um einiges niedriger und das kann oft den kleinen aber entscheidenden Unterschied ausmachen.