Gerewol - der Heiratsmarkt im Niger

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Kiboko

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Niger - Vorwort​


Der Niger steht schon lange auf der Reisezielliste von Kiboko.
Das Land wird nur selten von Touristen bereist.
Reisewarnungen schrecken ab.
Kurzfristig hat Kiboko im September 2022 die Gelegenheit den Niger zu besuchen.
Die Visabeschaffung ist dank der Vorbereitung vom Reisebüro schnell und problemlos.
Kiboko macht sich auf die Reise, um dieses Land zu besuchen und dessen Geheimnisse zu lüften.



Herzdame

Hauptziel ist das Gerewol Fest.
Am Ende der kurzen Regenzeit treffen sich die Wodaabe (Fulbe-Bororo).
Für ihre Tiere gibt es jetzt im Sahel viel Futter.
Es gibt viele Jungtiere und Milch.
Es ist eine Zeit im Überfluss.
Die Nomadenstämme treffen sich zum ausgelassenen Feiern.
Gerewol ist ein Fest der Freude.
Es ist der Heiratsmarkt.
Die Männer putzen sicher heraus und führen einen (Balz-) Tanz auf.
Die Damen wählen aus.

Kiboko ist mit großer Freude und der Kamera dabei.


Er macht Ihr schöne Augen

Reiseroute​


Start- und Endpunkt der Reise durch den Niger ist die Hauptstadt Niamey.
Von hier aus reist Kiboko mit dem Flieger nach Agadez, eine Oasenstadt zwischen Sahel und Wüste.
Mit dem Geländewagen geht es zum Treffpunkt der Nomaden bei Abalak.
Dort findet gerade das Gerewol Fest statt.
Über Tahoua, Yama, Dogondouitschi geht die Reise zurück nach Niamey.
Auf dem Weg wird die letzte Population westafrikanischer Giraffen besucht.
Ein Stadtbummel durch Niamey und eine Fahrt mit einer Piroge auf dem Niger runden die Reise ab.
  • Tag 1: Niamey - Agadez
  • Tag 2: Agadez - Gerewol
  • Tag 3: Gerewol
  • Tag 4: Gerewol - Tahoua
  • Tag 5: Tahoua - Dogondouitschi
  • Tag 6: Dogondouitschi - Niamey
  • Tag 7: Niamey
  • Tag 8: Rückflug


Kiboko badet im Niger

Bitte einsteigen!
Aufsitzen!
Für die Sicherheit ist gesorgt.
Auf der Rückbank sitzen zwei junge Männer mit Kalaschnikow.
 
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2 Kommentare
Wuxi kommentierte
Es werden ja Worte gewünscht und nicht nur
 
Kiboko kommentierte
Es gibt keine Klickfläche (neudeutsch Button) für Spannend.
 

Es geht los!​


Die Reise beginnt ausnahmsweise sehr entspannt.
Erst am späten Vormittag geht der Flieger nach Istanbul.
Nach ein paar Stunden Wartezeit entschwindet der Anschlussflieger über dem nächtlichen Istanbul nach Afrika.

Bild 1: B737-800 MAX über Istanbul

Kaum ist Kiboko eingeschlummert säuselt eine Damenstimme Kiboko ins Ohr:

Beef or Pasta?


Bevor Kiboko die Gedankengänge ordnen kann gibt es Past Basta!

Wenig später erscheinen die Lichter von Kairo unter dem Fenster.
Dann geht es weiter nach Südosten nach Luxor.
Hat sich der Pilot verflogen?

Die Fluglinien machen einen großen Bogen um Libyen.


Es ist schon nach Mitternacht.
Der Flieger verliert an Höhe.
Lichter tauchen am Boden auf.
Es ist N'Djamena, die Hauptstadt vom Tschad.
Flughafen und Stadt kennt Kiboko schon.
Ein paar Fluggäste steigen aus- und wieder ein.
Dann geht der Flug weiter durch die Nacht.


Gegen zwei Uhr in der Nacht tauchen wieder Lichter unter der Tragfläche auf.
Es ist Niamey, die Hauptstadt vom Niger.

Bild 2: Anflug auf Niamey

Am Flughafen​


Kiboko braucht recht lange, bis er sich aus den Flieger gequält hat.
Die Schlangen bei der Passkontrolle sind lang.
Kiboko kommt nur langsam, aber stetig voran.
Kiboko tauscht ein Nilpferdfoto und Scans von den Nilpferdpfoten gegen einen Stempel im Pass.

Am Gepäckband ist die Hölle los.
Hier gibt es mehr Kofferträger mit Kofferkuli als Koffer auf dem Gepäckband.
Jeder will den Koffer von Kiboko haben.
Das kleine Köfferchen kann Kiboko auch ohne Hilfe nach draußen rollern.


Die Flughafentür geht auf.
Heiße Luft empfängt Kiboko.
Der Reiseleiter steht schon mit einem Schild parat.
Er wartet aber noch auf drei Mitreisende die mit einer anderen Fluglinie kommen.
Ein paar lästige Verkäufer wollen Geld und SIM-Karten verkaufen.
Bis auf einen hartnäckigen Kartenverkäufer der mehrfach Kiboko eine Karte in die Hand drückt,
lassen die sich aber schnell wieder abschütteln.


Ein Kleinbus bringt Kiboko durch das nächtliche Niamey.
Um diese Uhrzeit ist wenig Verkehr.
Kiboko kommt flott voran.
Morgens um halb vier Uhr ist Kiboko im Hotel.
Dann wird es zäh.
An der Rezeption müssen Meldebögen ausgefüllt werden.
Der Rezeptionist ist eine wandelnde Schlaftablette.
Um vier Uhr morgens ist Kiboko endlich im Bett.

Bild 3: Das Nilpferdgemach für eine kurze Nacht


Der Wecker wird auf 06:20 Uhr gestellt.
Die Gedanken fahren im Kopf noch Karussell.
Endlich schläft Kiboko ein.
 
3 Kommentare
Wuxi kommentierte
Im puren Luxus
 
Kiboko kommentierte
Aber ja! Es war die beste Unterkunft der Reise.
Mit geräumigen Badezimmer, Tisch, Stühle, Fernseher mit 4 verrauschten Programmen, Kühlschrank.
Sauber und vollklimatisiert.
Dazu ein redundanter Weckservice für 5 Uhr.
 
C
Christian B. kommentierte
Nach einer Stunde Schlaf…
 

Niger Tag1-1: Niamey​


Endlich ist Kiboko eingeschlafen.
Kiboko versinkt in einer Traumwelt.
Die Träumerei findet ein abruptes Ende.


Weckruf​


Der Werkruf ist heute früher.
Punkt fünf Uhr hebt die Bettdecke ab.
Von allen Seiten schreit jemand Kiboko ins Ohr.
Je nach Richtung brummt, dröhnt, scheppert oder krächzt die Stimme.
Der größte Lautsprecher muss direkt unterm Bett montiert sein.
Der Muezzin ruft in Dolby Surround.
Die Moscheen stehen im Wettbewerb.
Jeder Lautsprecher möchte bei der Lautstärke gewinnen.


Kiboko steht senkrecht im Bett.
Kiboko versucht die davongeflogene Bettdecke wieder einzufangen.
Die Gläubigen strömen zur Moschee mit der größten Lautstärke.
Dann verstummen die Lautsprecher.
Kiboko findet nach dem Weckruf keine Ruhe mehr.


Der Wecker piepst sanft um 06:20.
Zehn Minuten später sitzt Kiboko mit gepacktem Koffer am Frühstückstisch.
Um Sieben soll es zum Flughafen gehen.
Erst kurz vor Acht fahren wir los.
Die Reise geht zurück zum Flughafen.


Morgens in Niamey​


Niamey wacht langsam auf.
Es ist noch wenig Verkehr.
Aber die ersten Einwohner sind unterwegs.

Bild 4: Frischfleisch on Tour


Bild 5: Einkaufbummel mit Parfümtüte vom Boss


Bild 6: Umzug passiert eine Schneiderei


Am Flughafen​


Viele Reisende wuseln durch die Empfangshalle.
Der Reiseleiter kümmert sich um die Tickets.
Der verknöcherte Sicherheitsbeamte bewacht Kiboko.

Bild 7: Der tut nix! Der will nur Spielen.


Nach dem Ausfüllen von Formularen und den Sicherheitscheck darf Kiboko zum Gate.
Auf dem Flugfeld steht etwas verdeckt eine große Antonov Transportmaschine für die Welthungerhilfe.
Eine B737-800 der African Sky wird abflugbereit gemacht.
Die Tür zum Rollfeld steht offen.
Davor Fotogafieren sich Sicherheitsbeamte mit dem Handy.
Kiboko fotografiert die Boeing.
Dafür gibt es gleich einen Anschiss.
Das Fotografieren auf dem Vorfeld ist verboten.
Die Antonov fliegt wenig später undokumentiert davon.

Bild 8: B737-800 der African Sky


Ein Bus bringt Kiboko zum Flieger.
Kiboko lässt sich hier nicht vom Knipsen abhalten.
Statt der großen Transportmaschine gibt es ein Bild von einer kleinen Antonov AN26-100.

Bild 9: Antonov AN26-100


Die bereitstehenden Flieger werden immer kleiner.
Am letzten Flieger hält der Bus.
Es ist eine Fokker 50 der Niger Airlines.
Die Maschine ist das einzige Flugzeug von Niger Airlines.
Einen Monat später wird die Maschine wegen Sicherheitsbedenken der Luftfahrtbehörden aus dem Verkehr gezogen.

Bild 10: Flieger nach Agadez


Die Sitzplatznummern auf den Tickets sind für eine Maschine mit 6 Sitzplätzen pro Reihe.
In der Fokker gibt es aber nur 4 Sitzplätze pro Reihe.
Die Maschine füllt sich bis auf den letzten Platz.
Es beginnt ein Rangeln um die besten Plätze.
Kiboko ergattert einen Fensterplatz.
Der Gurt passt nicht um den Nilpferdbauch.
Kiboko muss sich beim Absturz gut festhalten.


Neben Kiboko sitzt Veronika.
Sie war die Reiseleiterin auf der Tour durch Guinea.
Die Welt ist klein.
 
Kommentar
Der Muezzin ruft in Dolby Surround.
Die Moscheen stehen im Wettbewerb.
Jeder Lautsprecher möchte bei der Lautstärke gewinnen.

Der Muezzin ruft zum Suez hin … tirili, tirila


Mein Freund Dhafer Youssef, der seine Karriere tatsächlich
als jugendlicher Muezzin begann, vergleicht diesen Sound
gern mit jenem von Jimi Hendrix …


.
 
Kommentar

Niger Tag1-2: Niamey - Agadez​


Der erste Flugzeugmotor wird angeworfen.
Gemächlich rumpelt der Flieger zur Startbahn.
Beide Motoren werden auf Höchstleistung gebracht.
Die Motoren röhren.
Die Maschine vibriert.
Trotz angezogener Bremsen rutscht der Flieger langsam über die Startbahn.
Dann lässt der Pilot die Bremsen los.
Wenig später turbopropellt die Fokker in den Himmel über Niamey.


Niamey von oben​


Das Flugzeugfenster ist verkratzt.
Es ist deformiert.
Es gibt nur wenige Punkte auf der Scheibe, die ein halbwegs scharfes Bild ermöglichen.


Kiboko erhascht einen letzten Blick auf Niamey, der Hauptstadt vom Niger.
Die Stadt wächst in die umgebene Trockensavanne.
Ein- und zweistöckige Häuser mit Flachdach stehen auf eingemauerten Grundstücken an staubigen Straßen.
In den älteren Stadtteilen stehen Bäume auf den Grundstücken.
Im Hintergrund ist das fruchtbare grüne Band des Nigers erkennbar.
Dahinter verschwindet der Sahel in der Unendlichkeit.

Bild 11: Niamey, die Hauptstadt vom Niger


Über der Wüste​


Die Häuser werden kleiner.
Dann ist Kiboko über der Wüste.
Genaugenommen ist es eine Trockensavanne mit sehr wenig Vegetation entlang den tieferen Lagen.
Das Wasser der letzten Regenfälle der endenden Regenzeit hat sich in den Tälern als bräunliche Brühe gesammelt.
Dann verdecken Wolken die Sicht.

Bild 12: Trockensavanne nach dem Regen


Erst kurz vor Agadez ist der Blick auf die Wüste wieder frei.
Trockenflusstäler durchziehen die Wüste.
Darin stehen einzelne Büsche und kleine Bäume.
Am Ende der Regenzeit sorgen vereinzelte Grasbüschel für einen grünen Schimmer.

Bild 13: Trockener Fluss in der Wüste

Bild 14: Die Flussläufe sind die einzigen markanten Punkte in der Wüste

Bild 15: Weidegründe am Ende der Regenzeit


Anflug auf Agadez​


Der Flieger verliert an Höhe.
Vereinzelte, eingemauerte Häuser kündigen die Stadt an.
Agadez ist eine Oasenstadt.
Sie liegt an der Grenze zwischen den letzten Ausläufern des Sahel und der Sahara.


Die Architektur ist ähnlich, wie in Niamey.
Die Häuser sind kleiner und oft nur einstöckig.
Ein Häusermeer steht in eingemauerten Grundstücken an staubigen Straßen.

Bild 16: Landeanflug auf Agadez

Bild 17: Wohngebiet in Agadez


Flughafen​


Wenig später landet die Fokker 50 auf dem Airport International Mano Dayak in Agadez.

Bild 18: Ankunft am internationalen Flughafen von Agadez


Ein moderner Tanklastzug wirbt mit dem Schriftzug We keep you going.
Die Flugzeuge im Hintergrund strecken ihre Räder zum Himmel.
Regungslos liegen sie auf dem Rücken.
Da geht nix mehr.

Bild 19: Neuer Tankwagen und alte Flieger in Agadez


Kiboko kommt als letzter aus dem Flieger.
Dieses Mal bekommt Kiboko keinen Anschiss wegen Fotografieren auf dem Flugfeld.

Bild 20: Fokker 50 in Agadez


Vor dem kleinen Flughafengebäude ist die Hölle los.
Für fünf Reisegruppen stehen 30 Geländewagen bereit.
Wer gehört zu welcher Gruppe?
Zu welcher Gruppe gehört Kiboko.
Kiboko sichert sich einen Platz in einem Geländewagen.
Da wird Kiboko aber gleich wieder rausgeworfen.
Falsche Gruppe!
Dafür ist jetzt der Koffer von Kiboko verschwunden.
Der ist jetzt auf der Ladefläche eines anderen Geländewagens von einer anderen Gruppe.
Chaos für Fortgeschrittene.
 
2 Kommentare
A
agn137 kommentierte
Die Flugzeuge wurden übrigens 2006 in einem Sandsturm zerstört. Das waren Antonow AN-2
 
Kiboko kommentierte
Die Flugzeuge wurden übrigens 2006 in einem Sandsturm zerstört. Das waren Antonow AN-2

Danke für die Information.
Es zeigt die Kraft der Natur und das Risiko von Investitionen in Afrika.
 

Niger Tag1-3: Agadez​


Im Geländewagenkonvoi geht die Reise zum Hotel in Agadez.
Die Reisenden fluten die Hotellobby.
Die Angestellten sind überfordert.
Kiboko ergattert einen Zimmerschlüssel.
Das gelingt nicht allen Mitreisenden.
Die Zimmerlosen müssen auf dem Flur schlafen.


Agadez Stadtzentrum​


Am Nachmittag brechen die einzelnen Reisegruppen zur Stadtbesichtigung auf.
Die Geländewagen rumpeln durch die staubigen Straßen von Agadez.
Die Stadt wurde um 1430 das erste Mal erwähnt.
Im Mittelalter hatte Agadez rund 30000 Einwohner.
2010 lebten hier rund 110000 Menschen.
Zwei Jahre später waren es schon 118000.
Heute dürften es noch viel mehr sein.
Die Infrastruktur kann mit dem rasanten Wachstum nicht schritthalten.
Die Straßen in der Altstadt sind Jahrhunderte alt.

Bild 21: Im Stadtzentrum von Agadez


Moschee​


Die wichtigste Sehenswürdigkeit in Agadez ist die Moschee.
Sie ist rund 700 Jahre alt.
Das Minarett ist mit 27m die höchste Struktur der Welt aus Lehmziegeln.
Gebaut wurde das Minarett 1844.
Es muss aber nach jedem Regen ausgebessert werden.
Die eingearbeiteten Holzknüppel erleichtern die Reparaturarbeiten.



Bild 22: Moschee in Agadez mit 27m hohen Minarett aus Lehm​


Die Tür zur Moschee steht offen.
Kiboko darf eintreten.
Kiboko darf hier sogar die Schuhe anbehalten.


Die Räume sind sehr niedrig und schlicht.
Die Türdurchbrüche sind noch viel niedriger.
Hinter der nächsten Tür führt rechts eine sehr steile Treppe auf das Dach.
Die Aussicht von dort ist nicht so spektakulär.
Besser ist die Aussicht vom Minarett.
Der Aufgang ist nicht nilpferdgerecht ausgebaut.
Kiboko bleibt schon in der ersten Kurve stecken.
Kiboko hat daher auf einen weiteren Aufstieg verzichtet.

Bild 23: Innenansicht der Moschee

Sultanpalast​


Neben der Moschee ist der Sultanpalast.
Seit Ende des 13. Jahrhunderts ist Agadez Zentrum eines Sultanats.
Das Grundstück wird auch heute noch von der Sultanfamilie genutzt und bewohnt.

Bild 24: Innenhof im Sultanpalast


Der Sultanpalast stammt von 1449.
Damals war er das erste Gebäude aus Lehmziegeln in Agadez.
Der Palast wurde mit türkischer Hilfe restauriert.
Die Türkei hat als reiches, muslimisches Land ein hohes Ansehen im Niger.

Bild 25: Sultanpalast


Der alte Sultanpalast wird von modernen Gebäuden flankiert.

Bild 26: Moderner Sultanpalast


Der erste Tourist​


Der Niger wird selten von Touristen bereist.
Kiboko ist hier nicht der erste Tourist.
Er ist auch nicht der erste Deutsche.
Diese Ehre wird Heinrich Barth zuteil.
Er war beits im Oktober 1850 in Agadez.
Damals war die Anreise von Tripoli mühseliger.
Ob für Kiboko am Hotel auch eine Gedenktafel aufgestellt wird?

Bild 27: Gedenktafel für den ersten Deutschen Touristen


In dem Haus hat Heinrich Barth gewohnt.
Mangels weiterer Touristen brauchte er nicht auf dem Flur schlafen.

Bild 28: Herberge von Heinrich Barth
 
1 Kommentar
Heide 2 kommentierte
Bewundernswert von Dir, diese ganzen Aufregungen so weg zu stecken um uns diese zeitmäßig stehen gebliebene Welt zu zeigen; die Du auch noch mitreißend beschreibst.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich distanziere mich ausdrücklich davon ein Rassist zu sein.
Ich bezweifel, dass ein Rassist, Zeit und Geld investieren würde um in schwer zugänglichen Winkeln der Welt zu reisen.
Nur um fremde Kulturen kennenzulernen und davon zu berichten.

Das Balzverhalten ist in Deutschland auch nicht viel anders.
Da wird sich samstagsabends in Schale geworfen und auf einer Tanzfläche gezappelt um das andere Geschlecht zu imponieren.
Nur Kleidung und Tanz sind kulturell unterschiedlich.

Des weiteren möchte ich gerne "Die Ärzte" zitieren
Man sieht sie gern am Wochenende: sportlich moderne Herren mit heißem Blick
sie zerren frisch gestrichene Damen auf die Tanzflächen der Republik
das Balzverhalten erwachsener Menschen ist interessanter als so mancher glaubt
von Brusthaar-Toupet bis Botox-Maske: Im Krieg und der Liebe ist alles erlaubt.


Ich erlaube mir eine überspitzte Formulierung als künstlerische Freiheit.
 
3 Kommentare
T
Tom.S kommentierte
Wenn du schon so viel unterwegs warst und die Menschen kennen gelernt hast, dann solltest du ja auch die Sensibilität entwickelt haben, um die Problematik solcher Begrifflichkeiten zu erkennen und dann passe bitte dein Wording an.
 
Bettina kommentierte
Lieber Bernd, ich hatte das Posting, auf das Du Dich beziehst bereits gelöscht. Lassen wir es dabei und wenden uns lieber wieder Deiner interessanten Reportage zu...
 
Bettina kommentierte
Der User Tom.S nimmt an diesem Thema nicht mehr teil.
 

Niger Tag1-4 Agadez​


Kiboko setzt den Stadtbummel durch die Altstadt fort.
Die Gassen werden für die Geländewagenkarawane zu eng.
Die Altstadt wird zu Fuß erkundet.
Wer zu faul zum Laufen ist, nimmt ein gelbes TucTuc.

Bild 29: Hauptstraße in der Altstadt


Werden die Gassen ganz schmal,
muss auch ein TucTuc draußen bleiben.

Bild 30: Enge Gasse


Ein paar Plätze lockern die Gassen auf.
Bäume sind selten in Agadez.

Bild 31: Viel Platz auf dem Platz


Die Kinder sind von der Reisegruppe begeistert.
Viele hoffen auf Bonbons.
Aber auch ohne Bonbon wird gejubelt.

Bild 32: Rasselbande


Lächeln für Kiboko​


Die Menschen in Agadaz sind sehr freundlich.
Sie lassen sich bereitwillig fotografieren und schenken Kiboko ein Lächeln.
Die wenigen Touristen sind eine wichtige Einnahmequelle.
Nur mit dem Menschenschmuggel nach Libyen wird mehr verdient.

Bild 33: Herzdame

Bild 34: Freundlicher Mann

Bild 35: Fotopause mit Gebetskette

Bild 36: Fotopause währen der Hausarbeit

Bild 37: Grüßen und Lächeln
 
Kommentar
Mit großer Freude habe ich Kibokos Bericht verschlungen. Ich warte gespannt auf die Fortsetzung und hoffe, dass Kibokos Abenteuer ein gutes Ende gefunden hat.
 
2 Kommentare
Kiboko kommentierte
Danke aspis, die Reise hat ein gutes Ende gefunden, denn sonst könnte ich hier nicht schreiben. Es sind aber nur die Bilder von den ersten beiden Reisetagen bearbeitet und der Text geschrieben. Die ersten 115 Bilder sind gesichert. Dafür habe ich ein halbes Jahr gebraucht ...
Es wird dann leider nach dem zweiten Reisetag nur sehr langsam weitergehen und mit großen Pausen weiterhen.
 
N
Nikorino kommentierte
Bitte beeil dich

Ganz toll und spannend.
 
Ich freue mich auch auf die Fortsetzung und behalte die Reportage im Blick.
 
2 Kommentare
jazzmasterphoto kommentierte
Das ist würdig und recht …
 
N
Nikorino kommentierte
Wir haben gelernt: Wir brauchen einen Button für "spannend" und einen für "auf beobachten gesetzt"
Die Admins könnten sich dabei auch gleich selber einen Button basteln für "Highlights! "
 

Niger Tag1-5 Agadez​


Kiboko braust im Geländewagen durch Agadez.
Geschäfte und Marktplätze sausen am Fenster vorbei.
Hier werden Motorräder betankt und Reifen geflickt.
In einfachen Geschäften bieten Händler ihre Waren an.
Dazwischen hocken Frauen und bereiten Speisen zum Verkauf.
Die vorbeifahrenden Fahrzeuge verzieren alles mit einer dezenten Staubschicht.

Bild 38: Geschäftiges Treiben


Neben festen Händlern mit Geschäft aus Holzlatten, Stohmatten und Stofffetzen gibt es auch mobile Geschäfte auf Handwagen.

Bild 39: Mobile und ortsfeste Geschäfte


Viehmarkt​


Das Ziel von Kiboko ist der Viehmarkt.
Der mobile Händler ist schon da.

Bild 40: Mobiler Verkäufer am Viehmarkt


Es gibt drei Bereiche für Dromedare, Kühe und Schafe.
Einen Bereich für zum Verkauf stehende Touristen gibt es nicht.
Mehrere Reisegruppen schwärmen aus und verteilen sich auf dem Viehmarkt.
Überall ist ein großes Gewimmel und scheinbares Durcheinander.
Kiboko tut sich schwer im Gewusel einzelne Motive zu finden.
Noch schwieriger sind touristenfreie Motive.

Bild 41: Möchtest Du ein Schaf kaufen?


Die Händler mit ihren Turbanen und farbenfrohen Gewändern stechen aus der Masse heraus.
Auch auf dem Viehmarkt lassen sich die Einheimischen gerne fotografieren.

Bild 42: Die Viehverkäufer freuen sich über den Fotografen

Bild 43: Touristengucken macht Spaß


Bei den Dromedaren wird gerade hart verhandelt.
Ob sich der Verkäufer auf einen Kuhhandel einläßt?

Bild 44: Kuhhandel auf dem Dromedarmarkt


Restaurant​


Der aufregende Tag im Niger endet im italienischen Restaurant Le Pilier - der Mörser.
Das Gebäude hat Kiboko schon während der Stadtrundfahrt abgeschossen.

Bild 45: Das Mörserrestaurant


Gespeist wird an langen Tafeln im Innenhof.
Es gibt Pizza in der Wüste.
Lokale Speisen hat sich Kiboko anders vorgestellt.

Bild 46: Pizzaessen im Innenhof
 
Kommentar

Niger Tag2-1 Agadez​


Heute geht die Reise so richtig los.
Kiboko fährt zum Gerewol-Fest in die Wüste.
Vorher sammeln sich die Geländewagen von fünf Reisegruppen vor dem Hotel.
Kiboko ergattert einen Platz auf einen Beifahrersitz und kann während er Fahrt durch die Scheibe knipsen.


Konvoi​


Aber noch geht es nicht los.
Ohne Militäreskorte wird hier kein Tourist in die Wüste geschickt.
Beigefarbene Geländewagen tauchen auf.
Auf der Ladefläche sind harte Jungs in fleckiger Kleidung.
Darüber tront jeweils ein schweres Maschinengewehr.
Sofort übernimmt das Militär das Kommando.
Das Geländewagenknäuel wird entwirrt und ein Konvoi gebildet.
Der Kommandeur braust los.
Alle anderen Fahrzeuge folgen.


Auf den Straßen von Agadez​


Schnell verliert Kiboko den Anschluss.
Zwei überbreite Tuck-tucks liefern sich ein Elefantenrennen.
Der Fahrer mit dem quer gelagerten Brett versucht den gut gefüllten Holzkohletransporter zu überholen.
Der lässt sich das nicht gefallen.
Die Fahrer geben alles.
Vollgas!
Beide sind gleich schnell und fegen über die Straße.
Überholen zwecklos.
Der Gegenverkehr geht in Deckung.

Bild 47: Wettrennen in Agadez


Die rasenden Tuck-Tucks wirbeln den allgegenwärten Sand auf.
Der lagert sich auf die sorgsam trapierten Polstermöbel am Straßenrand ab.
Der Abstauber mit dem Besen wird heute viel arbeiten müssen.

Bild 48: Polstermöbel als Staubfänger und der Abstauber


Der Staub legt sich auch auf die entgegenkommenden Fahrzeuge, den Fahrgästen und ihr Transportgut.
Heute gibt es Hammelbraten im Sandmantel.

Bild 49: Hammelbraten im Sandmantel


Für das Grillfest wird noch schnell etwas Brennholz beim Holzhändler geholt.
Beim Schlachter war der Dreiradfahrer schon vorher.

Am Straßenrand steht ein merkwürdiges Verkehrsschild.
Was das bedeuten mag?

  • Vorsicht Schlaglöcher?
  • Sonnenbrille aufsetzen?
  • Vorfahrt achten für tieffliegende schwarze Büstenhalter?
  • Schwarze Wolken am Himmel?
Bild 50: Unbekanntes Verkehrsschild


Ein Mann führt ein Schaf am Strick am Supermarkt vorbei.
Der Rest der Herde trottet geduldig hinterher.
Geht es auf die Weide?
Geht es zum Schlachter, zum Schafrichter oder zum Schafott?
Oder geht es zum nächsten Schuhgeschäft?

Bild 51: Spaziergang mit Schafe


Die Schuhgeschäfte treten gehäuft auf.
Gleich vier Geschäfte sind hier nebeneinander.
Das Angebot ist ähnlich.

Bild 52: Straße der Schuhgeschäfte


Die letzte Tankstelle vor der Wüste.
Hier tanken eher kleine Fahrzeuge und Motorräder.
Sprit gibt es in Flaschen und gelben Kanistern.

Bild 53: Zwei Tankstellen


Bon Voyage​


Die Stadt Agadadez wünscht allen eine gute Reise.
Dafür wurde ein imposanter Bogen in die Wüste gestellt.

Bild 54: Bon Voyage - Gute Reise
 
Kommentar

Niger Tag2-2 Tigerwitt​


Auf der gut ausgebauten RN25 saust die Karawane nach Westen.
Viel Verkehr gibt es nicht.
Jede Mitfahrgelegenheit ist willkommen.
Die Fahrgäste geniessen die Aussicht vom LKW.


So eine Aussicht hätte Kiboko auch gerne.
Kiboko fotografiert durch die sandgestrahlte Frontscheibe.
Feine Kratzer erzeugen Streifeneffekte bei punktuellen Lichtquellen.
Für einen Sterneffektfilter hat es noch nicht gereicht.

Bild 55: Aussichtsplatz


Wasser in der Wüste​


Kurz vor dem unbedeutenden Straßendorf Tigerwitt überquert die Straße einen Fluss.
Es ist der Afella-n-Anouar.
Nur nach starken Regenfällen fliesst hier Wasser.
Am Ende der Regenzeit hat der Fluss sich in der Wüste bequem gemacht.
Die umgebenen Senken sind zu einer Seenlandschaft mutiert.
Die Bäume haben nasse Füße.

Bild 56: Temporärer See


Die Regenzeit ist eine Zeit des überflusses.
Die Nomaden haben kurze Wege bis zur nächsten wassergefüllten Senke.
Eine Ziegenherde flaniert auf der Uferpromenade.

Bild 57: Uferpromenade


Entspanntes Leben am Ufer.

Bild 58: Pure Entspannung


Die Einheimischen genießen auch die Regenzeit.
Ein Bad in braunem Wasser ist in der Trockenzeit unvorstellbar.

Bild 59: Badespaß


Die frischesten Blätter bekommen nur die großen Tiere.
Nur weil die Bäume hoch sind und diese Tiere groß sind.



Bild 60: Fressartisten​
 
3 Kommentare
Glaser kommentierte
Bernd, ich bin mal wieder hin und weg! Dein Reisebericht zeigt Land und Leute sehr differenziert und auch die Prise Humor--durchaus auch selbstkritisch-- passt hervorragend.
Bin gerne weiter dabei!
 
Bettina kommentierte
Lieber Bernd, vielen Dank, dass Du uns erneut auf eine überaus spannende Reise mit zahlreichen Bildern und ausgiebigen Beschreibungen Deiner Erlebnisse und Eindrücke mitnimmst. Ich reise auf jeden Fall gerne weiter mit, auch wenn es noch etwas dauern kann. Nimm Dir einfach die Zeit, die Du brauchst.

Ab in die Highlights
 
Kiboko kommentierte
Liebe Bettina,
vielen Dank für die Ehre und die Aufnahme in die Highlights.

Es wird wieder so eine Reisebericht sein, der sich über viele Monate hinziehen wird.
Aber es gibt die Bilder vom ersten Nachmittag beim Gerewol bald zu sehen.
 
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