Gerewol - der Heiratsmarkt im Niger

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Kiboko

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Niger - Vorwort​


Der Niger steht schon lange auf der Reisezielliste von Kiboko.
Das Land wird nur selten von Touristen bereist.
Reisewarnungen schrecken ab.
Kurzfristig hat Kiboko im September 2022 die Gelegenheit den Niger zu besuchen.
Die Visabeschaffung ist dank der Vorbereitung vom Reisebüro schnell und problemlos.
Kiboko macht sich auf die Reise, um dieses Land zu besuchen und dessen Geheimnisse zu lüften.


Das Bild zeigt das Porträt einer wohlgenährten Frau im schwarzen Gewandt. Nur das Gesicht ist frei. Auf der Wange klebt ein rotes Herz. Sie lächelt in die Kamera.

Herzdame

Hauptziel ist das Gerewol Fest.
Am Ende der kurzen Regenzeit treffen sich die Wodaabe (Fulbe-Bororo).
Für ihre Tiere gibt es jetzt im Sahel viel Futter.
Es gibt viele Jungtiere und Milch.
Es ist eine Zeit im Überfluss.
Die Nomadenstämme treffen sich zum ausgelassenen Feiern.
Gerewol ist ein Fest der Freude.
Es ist der Heiratsmarkt.
Die Männer putzen sicher heraus und führen einen (Balz-) Tanz auf.
Die Damen wählen aus.

Kiboko ist mit großer Freude und der Kamera dabei.

Das Bild zeigt das Porträt eines Mannes mit orangebraun geschminktem Gesicht, einer Kopfbedeckung mit Kauri-Schnecken, goldenen Zopfimmitationen. Die Augen und der Mund sind weit aufgerissen. Im Hitnergrund ist unscharf ein Mann mit grauvioletten Turban.

Er macht Ihr schöne Augen

Reiseroute​


Start- und Endpunkt der Reise durch den Niger ist die Hauptstadt Niamey.
Von hier aus reist Kiboko mit dem Flieger nach Agadez, eine Oasenstadt zwischen Sahel und Wüste.
Mit dem Geländewagen geht es zum Treffpunkt der Nomaden bei Abalak.
Dort findet gerade das Gerewol Fest statt.
Über Tahoua, Yama, Dogondouitschi geht die Reise zurück nach Niamey.
Auf dem Weg wird die letzte Population westafrikanischer Giraffen besucht.
Ein Stadtbummel durch Niamey und eine Fahrt mit einer Piroge auf dem Niger runden die Reise ab.
  • Tag 1: Niamey - Agadez
  • Tag 2: Agadez - Gerewol
  • Tag 3: Gerewol
  • Tag 4: Gerewol - Tahoua
  • Tag 5: Tahoua - Dogondouitschi
  • Tag 6: Dogondouitschi - Niamey
  • Tag 7: Niamey
  • Tag 8: Rückflug


Nilpferd mit geöffnetem Maul
Kiboko badet im Niger

Bitte einsteigen!
Aufsitzen!
Für die Sicherheit ist gesorgt.
Auf der Rückbank sitzen zwei junge Männer mit Kalaschnikow.
 
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2 Kommentare
Wuxi
Wuxi kommentierte
Es werden ja Worte gewünscht und nicht nur 1686300596435.png
 
Kiboko
Kiboko kommentierte
Es gibt keine Klickfläche (neudeutsch Button) für Spannend. :)
 

Es geht los!​


Die Reise beginnt ausnahmsweise sehr entspannt.
Erst am späten Vormittag geht der Flieger nach Istanbul.
Nach ein paar Stunden Wartezeit entschwindet der Anschlussflieger über dem nächtlichen Istanbul nach Afrika.

Das Bild zeigt den Blick aus dem Flugzeugfenster auf die rechte Tragfläche zur Blauen Stunde. Das Flugzeug ist über einer Küste. An der Küste ist eine beleuchtete Stadt. Unten sind zwei Stadtteile durch eine Brücke verbunden.
Bild 1: B737-800 MAX über Istanbul

Kaum ist Kiboko eingeschlummert säuselt eine Damenstimme Kiboko ins Ohr:

Beef or Pasta?


Bevor Kiboko die Gedankengänge ordnen kann gibt es Past Basta!

Wenig später erscheinen die Lichter von Kairo unter dem Fenster.
Dann geht es weiter nach Südosten nach Luxor.
Hat sich der Pilot verflogen?

Die Fluglinien machen einen großen Bogen um Libyen.


Es ist schon nach Mitternacht.
Der Flieger verliert an Höhe.
Lichter tauchen am Boden auf.
Es ist N'Djamena, die Hauptstadt vom Tschad.
Flughafen und Stadt kennt Kiboko schon.
Ein paar Fluggäste steigen aus- und wieder ein.
Dann geht der Flug weiter durch die Nacht.


Gegen zwei Uhr in der Nacht tauchen wieder Lichter unter der Tragfläche auf.
Es ist Niamey, die Hauptstadt vom Niger.

Das Bild zeigt einen nächtlichen Blick aus den Flugzeugfenster auf die Lichter einer Stadt. Schwach ist die rechte Tragfläche sichtbar.
Bild 2: Anflug auf Niamey

Am Flughafen​


Kiboko braucht recht lange, bis er sich aus den Flieger gequält hat.
Die Schlangen bei der Passkontrolle sind lang.
Kiboko kommt nur langsam, aber stetig voran.
Kiboko tauscht ein Nilpferdfoto und Scans von den Nilpferdpfoten gegen einen Stempel im Pass.

Am Gepäckband ist die Hölle los.
Hier gibt es mehr Kofferträger mit Kofferkuli als Koffer auf dem Gepäckband.
Jeder will den Koffer von Kiboko haben.
Das kleine Köfferchen kann Kiboko auch ohne Hilfe nach draußen rollern.


Die Flughafentür geht auf.
Heiße Luft empfängt Kiboko.
Der Reiseleiter steht schon mit einem Schild parat.
Er wartet aber noch auf drei Mitreisende die mit einer anderen Fluglinie kommen.
Ein paar lästige Verkäufer wollen Geld und SIM-Karten verkaufen.
Bis auf einen hartnäckigen Kartenverkäufer der mehrfach Kiboko eine Karte in die Hand drückt,
lassen die sich aber schnell wieder abschütteln.


Ein Kleinbus bringt Kiboko durch das nächtliche Niamey.
Um diese Uhrzeit ist wenig Verkehr.
Kiboko kommt flott voran.
Morgens um halb vier Uhr ist Kiboko im Hotel.
Dann wird es zäh.
An der Rezeption müssen Meldebögen ausgefüllt werden.
Der Rezeptionist ist eine wandelnde Schlaftablette.
Um vier Uhr morgens ist Kiboko endlich im Bett.

Das Bild zeigt ein Hotelzimmer mit Doppelbett, weißen Schrank, dunkelbrauner Wand und hellen Fliesen.
Bild 3: Das Nilpferdgemach für eine kurze Nacht


Der Wecker wird auf 06:20 Uhr gestellt.
Die Gedanken fahren im Kopf noch Karussell.
Endlich schläft Kiboko ein.
 
3 Kommentare
Wuxi
Wuxi kommentierte
Im puren Luxus
 
Kiboko
Kiboko kommentierte
Aber ja! Es war die beste Unterkunft der Reise.
Mit geräumigen Badezimmer, Tisch, Stühle, Fernseher mit 4 verrauschten Programmen, Kühlschrank.
Sauber und vollklimatisiert.
Dazu ein redundanter Weckservice für 5 Uhr.
 
C
Christian B. kommentierte
Nach einer Stunde Schlaf…
 

Niger Tag1-1: Niamey​


Endlich ist Kiboko eingeschlafen.
Kiboko versinkt in einer Traumwelt.
Die Träumerei findet ein abruptes Ende.


Weckruf​


Der Werkruf ist heute früher.
Punkt fünf Uhr hebt die Bettdecke ab.
Von allen Seiten schreit jemand Kiboko ins Ohr.
Je nach Richtung brummt, dröhnt, scheppert oder krächzt die Stimme.
Der größte Lautsprecher muss direkt unterm Bett montiert sein.
Der Muezzin ruft in Dolby Surround.
Die Moscheen stehen im Wettbewerb.
Jeder Lautsprecher möchte bei der Lautstärke gewinnen.


Kiboko steht senkrecht im Bett.
Kiboko versucht die davongeflogene Bettdecke wieder einzufangen.
Die Gläubigen strömen zur Moschee mit der größten Lautstärke.
Dann verstummen die Lautsprecher.
Kiboko findet nach dem Weckruf keine Ruhe mehr.


Der Wecker piepst sanft um 06:20.
Zehn Minuten später sitzt Kiboko mit gepacktem Koffer am Frühstückstisch.
Um Sieben soll es zum Flughafen gehen.
Erst kurz vor Acht fahren wir los.
Die Reise geht zurück zum Flughafen.


Morgens in Niamey​


Niamey wacht langsam auf.
Es ist noch wenig Verkehr.
Aber die ersten Einwohner sind unterwegs.

Das Bild zeigt ein Motorrad mit zwei Personen. Am steuer ist ein junger Mann. Dahinter hockt ein älterer Mann im hellblauen Gewandt. Über dem Hinterrad ist ein abgezogenes Tier befestigt, dass durch ein rotes Tuch nur teilweise abgedeckt ist.
Bild 4: Frischfleisch on Tour


Das Bild zeigt eine ältere Frau mit einen langen Wickelrock mit weißen, violetten, braunen und orangenen Querstreifen und weiß-hellblau gemusterter Bluse. An beiden Händen träg tsie eine Traube von Plastiktüten und Kartons. An einer Tüte prangert ein BOSS Parfums Anschrift.
Bild 5: Einkaufbummel mit Parfümtüte vom Boss


Das Bild zeigt ein blaues Trike mit Ladefläche. Darauf sind Möbel gestapelt. Dahinter ist ein Schneider-Geschäft mit vergitterten Fenstern.
Bild 6: Umzug passiert eine Schneiderei


Am Flughafen​


Viele Reisende wuseln durch die Empfangshalle.
Der Reiseleiter kümmert sich um die Tickets.
Der verknöcherte Sicherheitsbeamte bewacht Kiboko.

Das Bild zeigt den angestrahlten Kopf eines Dinosaurierskelettes. Das Maul ist weit geöffnet und präsentiert die langen, spitzen Zähne.
Bild 7: Der tut nix! Der will nur Spielen.


Nach dem Ausfüllen von Formularen und den Sicherheitscheck darf Kiboko zum Gate.
Auf dem Flugfeld steht etwas verdeckt eine große Antonov Transportmaschine für die Welthungerhilfe.
Eine B737-800 der African Sky wird abflugbereit gemacht.
Die Tür zum Rollfeld steht offen.
Davor Fotogafieren sich Sicherheitsbeamte mit dem Handy.
Kiboko fotografiert die Boeing.
Dafür gibt es gleich einen Anschiss.
Das Fotografieren auf dem Vorfeld ist verboten.
Die Antonov fliegt wenig später undokumentiert davon.

Das Bild zeigt einen weißen, zweistrahligen Düsenfliger mit gelb-braunem Leitwerk und der Aufschrift ASKY. Rechts ist Ende einer Passagierbrücke. Links ist ein Mast mit einem Schild 6C.
Bild 8: B737-800 der African Sky


Ein Bus bringt Kiboko zum Flieger.
Kiboko lässt sich hier nicht vom Knipsen abhalten.
Statt der großen Transportmaschine gibt es ein Bild von einer kleinen Antonov AN26-100.

Das Bild zeigt eine kleine weiße Propellermaschine mit zwei Triebwerken, die jeweils 4 Propellerflügel haben auf dem Vorfeld eines Flughafens.
Bild 9: Antonov AN26-100


Die bereitstehenden Flieger werden immer kleiner.
Am letzten Flieger hält der Bus.
Es ist eine Fokker 50 der Niger Airlines.
Die Maschine ist das einzige Flugzeug von Niger Airlines.
Einen Monat später wird die Maschine wegen Sicherheitsbedenken der Luftfahrtbehörden aus dem Verkehr gezogen.

Das Bild zeigt eine weiße Probellermaschine mit zwei Motoren auf dem Flugfeld. Jeder Motor hat sechs verstellbare Probellerblätter. Die Tür ist geöffnet. Die Flugzeugtreppe ist ausgefahren. Vier Personen mit Warnwesten arbeiten am Flugzeug.
Bild 10: Flieger nach Agadez


Die Sitzplatznummern auf den Tickets sind für eine Maschine mit 6 Sitzplätzen pro Reihe.
In der Fokker gibt es aber nur 4 Sitzplätze pro Reihe.
Die Maschine füllt sich bis auf den letzten Platz.
Es beginnt ein Rangeln um die besten Plätze.
Kiboko ergattert einen Fensterplatz.
Der Gurt passt nicht um den Nilpferdbauch.
Kiboko muss sich beim Absturz gut festhalten.


Neben Kiboko sitzt Veronika.
Sie war die Reiseleiterin auf der Tour durch Guinea.
Die Welt ist klein.
 
Kommentar
Der Muezzin ruft in Dolby Surround.
Die Moscheen stehen im Wettbewerb.
Jeder Lautsprecher möchte bei der Lautstärke gewinnen.

Der Muezzin ruft zum Suez hin … tirili, tirila


Mein Freund Dhafer Youssef, der seine Karriere tatsächlich
als jugendlicher Muezzin begann, vergleicht diesen Sound
gern mit jenem von Jimi Hendrix …


.
 
Kommentar

Niger Tag1-2: Niamey - Agadez​


Der erste Flugzeugmotor wird angeworfen.
Gemächlich rumpelt der Flieger zur Startbahn.
Beide Motoren werden auf Höchstleistung gebracht.
Die Motoren röhren.
Die Maschine vibriert.
Trotz angezogener Bremsen rutscht der Flieger langsam über die Startbahn.
Dann lässt der Pilot die Bremsen los.
Wenig später turbopropellt die Fokker in den Himmel über Niamey.


Niamey von oben​


Das Flugzeugfenster ist verkratzt.
Es ist deformiert.
Es gibt nur wenige Punkte auf der Scheibe, die ein halbwegs scharfes Bild ermöglichen.


Kiboko erhascht einen letzten Blick auf Niamey, der Hauptstadt vom Niger.
Die Stadt wächst in die umgebene Trockensavanne.
Ein- und zweistöckige Häuser mit Flachdach stehen auf eingemauerten Grundstücken an staubigen Straßen.
In den älteren Stadtteilen stehen Bäume auf den Grundstücken.
Im Hintergrund ist das fruchtbare grüne Band des Nigers erkennbar.
Dahinter verschwindet der Sahel in der Unendlichkeit.

Das Bild zeigt die Luftaufnahme einer Stadt. In rechteckigen, eingemauerten Grundstücken stehen ein- und zweigeschossige graue Häuser mit Flachdach. Dazwischen verlaufen breite Straße aus rötlichem Sand. Zwischen den Häusern sind einzelne Grasflächen. Im Hintergrund stehen Baumkronen zwischen den Häusern und ein Flusstal verläuft parallel zum oberen Bildrand.
Bild 11: Niamey, die Hauptstadt vom Niger


Über der Wüste​


Die Häuser werden kleiner.
Dann ist Kiboko über der Wüste.
Genaugenommen ist es eine Trockensavanne mit sehr wenig Vegetation entlang den tieferen Lagen.
Das Wasser der letzten Regenfälle der endenden Regenzeit hat sich in den Tälern als bräunliche Brühe gesammelt.
Dann verdecken Wolken die Sicht.

Das Bild zeigt eine trockene, leicht hügelige Wüstenlandschft aus rötlichem Sand von oben. In den Tälern steht verschlammtes Wasser. Vereinzelt stehen Büsche und kleine Bäume entlang der Täler. Am linken Bildrand verdecken dünne Wolken die Sicht.
Bild 12: Trockensavanne nach dem Regen


Erst kurz vor Agadez ist der Blick auf die Wüste wieder frei.
Trockenflusstäler durchziehen die Wüste.
Darin stehen einzelne Büsche und kleine Bäume.
Am Ende der Regenzeit sorgen vereinzelte Grasbüschel für einen grünen Schimmer.

Das Bild zeigt eine Luftaufnahme einer rötlichen Wüste. Zwei trockene Flussläufe vereinigen sich in Form eines Y in der Wüste. Im trockenen Flussbett stehen in großen Abstand Büsche und Bäume. Der Boden ist hier etwas grünlicher als die umgebene leicht rosafarbene Wüste.
Bild 13: Trockener Fluss in der Wüste

Das Bild zeigt einen weiteren trockenen Flusslauf in einer Wüse aus rosa Sand.
Bild 14: Die Flussläufe sind die einzigen markanten Punkte in der Wüste

Das Bild zeigt ein von rechts nach links verlaufendes wasserloses Flusstal im rosa Wüstensand. Im Tal stehen Bäume. Der Boden schimmert grünlich vom frischen Gras.
Bild 15: Weidegründe am Ende der Regenzeit


Anflug auf Agadez​


Der Flieger verliert an Höhe.
Vereinzelte, eingemauerte Häuser kündigen die Stadt an.
Agadez ist eine Oasenstadt.
Sie liegt an der Grenze zwischen den letzten Ausläufern des Sahel und der Sahara.


Die Architektur ist ähnlich, wie in Niamey.
Die Häuser sind kleiner und oft nur einstöckig.
Ein Häusermeer steht in eingemauerten Grundstücken an staubigen Straßen.

Das Bild zeigt eine Wüstenstadt von oben mit rechtwinkligen Straßenverlauf. Die Grundstücke sind mit hohen Mauern umgeben. Darin stehen Häuser mit Flachdach. Bis auf eine Straße im Vordergrund sind alle Straßen unbefestigt.
Bild 16: Landeanflug auf Agadez

Das Bild zeigt eine Luftaufnahme auf ein Stadtviertel mit einstöckigen Gebäuden mit Flachdach. Die Straßen sind mit leicht rosanen Sand bedeckt. Nur wenige Menschen und Autos sind auf den Straßen unterwegs.
Bild 17: Wohngebiet in Agadez


Flughafen​


Wenig später landet die Fokker 50 auf dem Airport International Mano Dayak in Agadez.

Das Bild zeigt ein kleines beiges Gebäude mit Vordach und vier grünen Türen. Am linken Ende ist ein kleiner Aufbau mit einer zweiten Etage und Fenster. Darauf stehen mehrere Antennen. Unter dem Vordach warten vier Männer. Über dem Vordach steht an der Hauswand in grüner Schrift: AEROPORT INTERNATIONAL MANO DAYAK.
Bild 18: Ankunft am internationalen Flughafen von Agadez


Ein moderner Tanklastzug wirbt mit dem Schriftzug We keep you going.
Die Flugzeuge im Hintergrund strecken ihre Räder zum Himmel.
Regungslos liegen sie auf dem Rücken.
Da geht nix mehr.

Das Bild zeigt einen modernen weißen Tankwagen der Firma OLA mit weiß-blau-orangem Tank. Auf dem Tank steht: We keep you going. Dahinter liegen zwei alte Flugzeuge auf dem Rücken mit den Anschriften LZ-1102 und LZ-1118.
Bild 19: Neuer Tankwagen und alte Flieger in Agadez


Kiboko kommt als letzter aus dem Flieger.
Dieses Mal bekommt Kiboko keinen Anschiss wegen Fotografieren auf dem Flugfeld.

Das Bild zeigt eine weiße, zweimotorige Propellermaschine schräg von Hinten auf einem Flugfeld. Die Maschine hat orange und grüne Zierlinien und die Aufschrift Niger Airlines.
Bild 20: Fokker 50 in Agadez


Vor dem kleinen Flughafengebäude ist die Hölle los.
Für fünf Reisegruppen stehen 30 Geländewagen bereit.
Wer gehört zu welcher Gruppe?
Zu welcher Gruppe gehört Kiboko.
Kiboko sichert sich einen Platz in einem Geländewagen.
Da wird Kiboko aber gleich wieder rausgeworfen.
Falsche Gruppe!
Dafür ist jetzt der Koffer von Kiboko verschwunden.
Der ist jetzt auf der Ladefläche eines anderen Geländewagens von einer anderen Gruppe.
Chaos für Fortgeschrittene.
 
2 Kommentare
A
agn137 kommentierte
Die Flugzeuge wurden übrigens 2006 in einem Sandsturm zerstört. Das waren Antonow AN-2
 
Kiboko
Kiboko kommentierte
Die Flugzeuge wurden übrigens 2006 in einem Sandsturm zerstört. Das waren Antonow AN-2

Danke für die Information.
Es zeigt die Kraft der Natur und das Risiko von Investitionen in Afrika.
 

Niger Tag1-3: Agadez​


Im Geländewagenkonvoi geht die Reise zum Hotel in Agadez.
Die Reisenden fluten die Hotellobby.
Die Angestellten sind überfordert.
Kiboko ergattert einen Zimmerschlüssel.
Das gelingt nicht allen Mitreisenden.
Die Zimmerlosen müssen auf dem Flur schlafen.


Agadez Stadtzentrum​


Am Nachmittag brechen die einzelnen Reisegruppen zur Stadtbesichtigung auf.
Die Geländewagen rumpeln durch die staubigen Straßen von Agadez.
Die Stadt wurde um 1430 das erste Mal erwähnt.
Im Mittelalter hatte Agadez rund 30000 Einwohner.
2010 lebten hier rund 110000 Menschen.
Zwei Jahre später waren es schon 118000.
Heute dürften es noch viel mehr sein.
Die Infrastruktur kann mit dem rasanten Wachstum nicht schritthalten.
Die Straßen in der Altstadt sind Jahrhunderte alt.

Eine staubige Straße aus hellbraunem Sand. Auf beiden Seiten stehen einstöckige Gebädue aus hellbraunem Lehm. Rechts stehen unter einem Wellblechvordach alte Kühlschränke. Links stehen am Straßenrand grün Kanister. Voraus fahren zwei weiße Pickup Geländewagen. Ein Mann im weißen Gewandt sitzt auf der Berüstung der Ladefläche.
Bild 21: Im Stadtzentrum von Agadez


Moschee​


Die wichtigste Sehenswürdigkeit in Agadez ist die Moschee.
Sie ist rund 700 Jahre alt.
Das Minarett ist mit 27m die höchste Struktur der Welt aus Lehmziegeln.
Gebaut wurde das Minarett 1844.
Es muss aber nach jedem Regen ausgebessert werden.
Die eingearbeiteten Holzknüppel erleichtern die Reparaturarbeiten.


Das Bild zeigt eine Hochformataufnahme eines Zugangs zu einer Moschee mit einstöckigen Gebäuden aus rotbraunem Lehm auf beiden Seiten. Der Gang endet an einem einstöckigen Gebäude mit geöffneter hellblauer Tür. Darüber ragt ein viereckiger Turm aus rotbraunem Lehm auf. Der Turm verjüngt sich leicht nach oben. Auf jeder Seite ragen in waagerechten Reihen Knüppel aus der Wand. Sie haben einen Abstand von ungefäht einen halben Meter und sind bis zu 1 Meter lang. Der Turm hat 13 Reihen Knüppel.

Bild 22: Moschee in Agadez mit 27m hohen Minarett aus Lehm​


Die Tür zur Moschee steht offen.
Kiboko darf eintreten.
Kiboko darf hier sogar die Schuhe anbehalten.


Die Räume sind sehr niedrig und schlicht.
Die Türdurchbrüche sind noch viel niedriger.
Hinter der nächsten Tür führt rechts eine sehr steile Treppe auf das Dach.
Die Aussicht von dort ist nicht so spektakulär.
Besser ist die Aussicht vom Minarett.
Der Aufgang ist nicht nilpferdgerecht ausgebaut.
Kiboko bleibt schon in der ersten Kurve stecken.
Kiboko hat daher auf einen weiteren Aufstieg verzichtet.

Das Bild zeigt einen Innenansicht einer Moschee mit braunem Boden. Hellen Wänden mit beigen Dreckflecken. Die Wände haben im Bodennähe einen hellblauen Zierstreifen. Voraus und an den Seiten sind rechteckige Durchbrüche durch dicke Lehmwände. Die Durchbrüche sind ungefähr 1,3 Meter hoch. An einer einfachen Holzdecke aus Knüppeln hängt ein weißter Deckenventilator.
Bild 23: Innenansicht der Moschee

Sultanpalast​


Neben der Moschee ist der Sultanpalast.
Seit Ende des 13. Jahrhunderts ist Agadez Zentrum eines Sultanats.
Das Grundstück wird auch heute noch von der Sultanfamilie genutzt und bewohnt.

Das Bild zeigt ein zweiflügliges, geöffnetes, hellblaues Metalltor in einer Durchfahrt. Dahinter ist ein Hof mit einem einstöckigen Gebäude aus rotbraunem Lehm mit hellbauen Fenstern und hellblauer Tür. Daran hängen zwei Satellitenschüsseln.
Bild 24: Innenhof im Sultanpalast


Der Sultanpalast stammt von 1449.
Damals war er das erste Gebäude aus Lehmziegeln in Agadez.
Der Palast wurde mit türkischer Hilfe restauriert.
Die Türkei hat als reiches, muslimisches Land ein hohes Ansehen im Niger.

Das Bild zeigt ein dreistöckiges Gebäude aus rotbraunem Lehm. An der Dachkannte sind dreieckige Zinnen. Links ist eine zweiflüglige, hellblaue Tür. In den beiden Stockwerken darüber sind jeweils eine Reihe von Fenstern, die mit hellblauen Laden verschlossen sind. Der Platz davor besteht aus rotbraunem Lehmboden.
Bild 25: Sultanpalast


Der alte Sultanpalast wird von modernen Gebäuden flankiert.

Das Bild zeigt ein einstöckiges, modernes Gebäude mit vergitterten Fenstern. Über dem Eingang ist die Nachbildung eines kleinen Minaretts. Direkt vor dem Gebäude wachsen grüne Büsche, die kunstvoll geschnitten sind. Im Vordergrund laufen sechs Mädchen mit weißen und braunen Gewändern.
Bild 26: Moderner Sultanpalast


Der erste Tourist​


Der Niger wird selten von Touristen bereist.
Kiboko ist hier nicht der erste Tourist.
Er ist auch nicht der erste Deutsche.
Diese Ehre wird Heinrich Barth zuteil.
Er war beits im Oktober 1850 in Agadez.
Damals war die Anreise von Tripoli mühseliger.
Ob für Kiboko am Hotel auch eine Gedenktafel aufgestellt wird?

Das Bild zeigt eine golden lackierte Metalltafel mit teilweise abgeblätterten Farbe mit der Aufschrift: ICI RÈSIDA, Du 9 au 30 Octobre 1850 se rendant de Tripoli a Kano L'Explorateur Allemand HEINRICH BARTH qui fut le premier Euroüéen Ayant Pénetré Européen. Ayant Pénetré À Agadès.
Bild 27: Gedenktafel für den ersten Deutschen Touristen


In dem Haus hat Heinrich Barth gewohnt.
Mangels weiterer Touristen brauchte er nicht auf dem Flur schlafen.

Das Bild zeigt ein einstöckiges, fensterloses Haus aus rotbraunem Lehm. In der Mitte ist eine hellgrüne Tür an einem verzierten Vorbau, die offen steht. Rechts ovn von der Tür ist eine goldene Gedenktafel. Vor dem Haus sind gemauerte Sitzbänke. Rechts neben dem Haus ist eine Gruppe kleiner Mädchen. Der Platz vor dem Haus bsteht aus rotbrauner Erde.
Bild 28: Herberge von Heinrich Barth
 
1 Kommentar
Heide 2
Heide 2 kommentierte
Bewundernswert von Dir, diese ganzen Aufregungen so weg zu stecken um uns diese zeitmäßig stehen gebliebene Welt zu zeigen; die Du auch noch mitreißend beschreibst.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich distanziere mich ausdrücklich davon ein Rassist zu sein.
Ich bezweifel, dass ein Rassist, Zeit und Geld investieren würde um in schwer zugänglichen Winkeln der Welt zu reisen.
Nur um fremde Kulturen kennenzulernen und davon zu berichten.

Das Balzverhalten ist in Deutschland auch nicht viel anders.
Da wird sich samstagsabends in Schale geworfen und auf einer Tanzfläche gezappelt um das andere Geschlecht zu imponieren.
Nur Kleidung und Tanz sind kulturell unterschiedlich.

Des weiteren möchte ich gerne "Die Ärzte" zitieren
Man sieht sie gern am Wochenende: sportlich moderne Herren mit heißem Blick
sie zerren frisch gestrichene Damen auf die Tanzflächen der Republik
das Balzverhalten erwachsener Menschen ist interessanter als so mancher glaubt
von Brusthaar-Toupet bis Botox-Maske: Im Krieg und der Liebe ist alles erlaubt.


Ich erlaube mir eine überspitzte Formulierung als künstlerische Freiheit.
 
3 Kommentare
T
Tom.S kommentierte
Wenn du schon so viel unterwegs warst und die Menschen kennen gelernt hast, dann solltest du ja auch die Sensibilität entwickelt haben, um die Problematik solcher Begrifflichkeiten zu erkennen und dann passe bitte dein Wording an.
 
Bettina
Bettina kommentierte
Lieber Bernd, ich hatte das Posting, auf das Du Dich beziehst bereits gelöscht. Lassen wir es dabei und wenden uns lieber wieder Deiner interessanten Reportage zu...
 
Bettina
Bettina kommentierte
Der User Tom.S nimmt an diesem Thema nicht mehr teil.
 

Niger Tag1-4 Agadez​


Kiboko setzt den Stadtbummel durch die Altstadt fort.
Die Gassen werden für die Geländewagenkarawane zu eng.
Die Altstadt wird zu Fuß erkundet.
Wer zu faul zum Laufen ist, nimmt ein gelbes TucTuc.

Das Bild zeigt eine schmale Straße, die mit rotbrauner Erde bedeckt ist. An der Straße stehen einstöckige Gebäude aus rotbraunem Lem mit Flachdach. Ein gelbes dreirädriges Gefährt kommt entgegen. Eine Frau im lila Gewandt läuft voraus.
Bild 29: Hauptstraße in der Altstadt


Werden die Gassen ganz schmal,
muss auch ein TucTuc draußen bleiben.

Das Bild zeigt eine Gasse die mit rotbraunem Lehmwänden umgeben ist. Nur ein schmaler Durchgang geht weiter. Davor steht ein dreirädriges gelbes Gefährt mit olivfarbenen Dach. Zwei Mädchen mit roten und gelben Umhang und ein lila Handwagen stehen daneben.
Bild 30: Enge Gasse


Ein paar Plätze lockern die Gassen auf.
Bäume sind selten in Agadez.

Das Bild zeigt einen mit rotbraunen San bedeckten Platz. Dahinter sind ein- und zweistöckige rotbraune Lehmhäuser mit Flachdach. Ein Baum steht vor einem Haus. Ein Mann läuft mit zwei kleinen Kindern über den Platz. Im Hintergrund sitzen Menschen im Schatten der Hauswände.
Bild 31: Viel Platz auf dem Platz


Die Kinder sind von der Reisegruppe begeistert.
Viele hoffen auf Bonbons.
Aber auch ohne Bonbon wird gejubelt.

Das Bild zeigt 17 Jungen auf einer Mauer und strecken die Arme in die Höhe und machen Grimassen. Dahinter ist ein Tor in einer mit Zinnen verzierten hohen Mauer aus rotbraunem Lehm.
Bild 32: Rasselbande


Lächeln für Kiboko​


Die Menschen in Agadaz sind sehr freundlich.
Sie lassen sich bereitwillig fotografieren und schenken Kiboko ein Lächeln.
Die wenigen Touristen sind eine wichtige Einnahmequelle.
Nur mit dem Menschenschmuggel nach Libyen wird mehr verdient.

Das Bild zeigt das Porträt einer wohlgenährten Frau im schwarzen Gewandt. Nur das Gesicht ist frei. Auf der Wange klebt ein rotes Herz. Sie lächelt in die Kamera.
Bild 33: Herzdame

Das Bild zeigt einen älteren, lächelnden Mann mit weißem Bart. Er trägt einen violett glänzendes Tuch um den Kopf.
Bild 34: Freundlicher Mann

Das Bild zeigt das Porträt eines älteren Mannes mit kruzem weißen Haar und hellbrauner Robe. Er hält beide unterarme hoch. In der Hand hält er eine Kette mit Holzkugeln.
Bild 35: Fotopause mit Gebetskette

Das Bild zeigt eine im Schatten einer Lehmwand sitzende Frau in einem Gewandt mit gelb-schwarzem Blumenmuster. Neben Ihr ist rechts ein einfacher Holztisch mit durchsichtigen Platikbehältern. Links steht ein großer gelber Kanister. Vor ihr steht ein Paar blauer Flip-Flops.
Bild 36: Fotopause währen der Hausarbeit

Das Bild zeigt einen älteren Mann im weißen Gewandt mit blauem Turban vor einer Lehmwand. Er lächelt und hebt die Hand zum Grüßen.
Bild 37: Grüßen und Lächeln
 
Kommentar
Mit großer Freude habe ich Kibokos Bericht verschlungen. Ich warte gespannt auf die Fortsetzung und hoffe, dass Kibokos Abenteuer ein gutes Ende gefunden hat. :danke:
 
2 Kommentare
Kiboko
Kiboko kommentierte
Danke aspis, die Reise hat ein gutes Ende gefunden, denn sonst könnte ich hier nicht schreiben. Es sind aber nur die Bilder von den ersten beiden Reisetagen bearbeitet und der Text geschrieben. Die ersten 115 Bilder sind gesichert. Dafür habe ich ein halbes Jahr gebraucht ...
Es wird dann leider nach dem zweiten Reisetag nur sehr langsam weitergehen und mit großen Pausen weiterhen.
 
N
Nikorino kommentierte
Bitte beeil dich 🙂

Ganz toll und spannend.
 
Ich freue mich auch auf die Fortsetzung und behalte die Reportage im Blick.:6874:
 
2 Kommentare
jazzmasterphoto
jazzmasterphoto kommentierte
Das ist würdig und recht …
 
N
Nikorino kommentierte
Wir haben gelernt: Wir brauchen einen Button für "spannend" und einen für "auf beobachten gesetzt"
Die Admins könnten sich dabei auch gleich selber einen Button basteln für "Highlights! "
 

Niger Tag1-5 Agadez​


Kiboko braust im Geländewagen durch Agadez.
Geschäfte und Marktplätze sausen am Fenster vorbei.
Hier werden Motorräder betankt und Reifen geflickt.
In einfachen Geschäften bieten Händler ihre Waren an.
Dazwischen hocken Frauen und bereiten Speisen zum Verkauf.
Die vorbeifahrenden Fahrzeuge verzieren alles mit einer dezenten Staubschicht.

Das Bild zeigt eine Reihe von garagengroßer Geschäfte mit blauem Rahmen und Wellblechdach. Dahinter sind rotbauen Gebäude mit Flachdach. Im Vordergrund ist rechts ein Motorradfahrer dem ein zweiter Mann gerade eine Flasche voll Benzin in den Tank kippt. Daneben liegen verstaubte Autoreifen und ein Kompressor. Am linken Rand sitzen im Vordergrund zwei Frauen in butnten Gewändern die Bällchen fritieren. Der Boden ist mit hellbraunen Sand bedeckt.
Bild 38: Geschäftiges Treiben


Neben festen Händlern mit Geschäft aus Holzlatten, Stohmatten und Stofffetzen gibt es auch mobile Geschäfte auf Handwagen.

Das Bild zeigt einen Verkaufsstand aus Holzgerüst, Strohdach und hellbraunen Stofffetzen vor einer rotbraunen Lehmwand. Ein Mann füllt mit einem rosa Krug Wasser aus orangenen und grünen Kanistern in Wasserflaschen. Links im Vordergrund ist hockt ein Mann im blauen Hemd im Schatten eines einachsigen Handwagens auf dem ein Turm aus Waren zum Verkauf präsentiert werden.
Bild 39: Mobile und ortsfeste Geschäfte


Viehmarkt​


Das Ziel von Kiboko ist der Viehmarkt.
Der mobile Händler ist schon da.

Das Bild zeigt einen Mann im hellblauen Gewandt der einen einachsigen Handwagen aus zwei Motorradrädern und einem Metallgestell schiebt. Auf der Plattform stehen Waren zum Verkauf. Dahinter sind auf einen Platz weiße und schwarze Schafe. Längs aufgeschnittene schwarze Fässer enthalten Futter und Wasser für die Tiere. Männer mit Turbanen und butnen Gewänder stehen in Gruppen zwischen den Tieren.
Bild 40: Mobiler Verkäufer am Viehmarkt


Es gibt drei Bereiche für Dromedare, Kühe und Schafe.
Einen Bereich für zum Verkauf stehende Touristen gibt es nicht.
Mehrere Reisegruppen schwärmen aus und verteilen sich auf dem Viehmarkt.
Überall ist ein großes Gewimmel und scheinbares Durcheinander.
Kiboko tut sich schwer im Gewusel einzelne Motive zu finden.
Noch schwieriger sind touristenfreie Motive.

Das Bild zeigt weiße und schwarz-weiße Schafe auf einem mit Stroh bedeckten Platz. Dahinter stehen Männer mit Turbanen und langen Gewändern. Eine einfache Holzstruktur mit Stoffdach schützt vor der Sonne.
Bild 41: Möchtest Du ein Schaf kaufen?


Die Händler mit ihren Turbanen und farbenfrohen Gewändern stechen aus der Masse heraus.
Auch auf dem Viehmarkt lassen sich die Einheimischen gerne fotografieren.

Das Bild zeigt fünf Männer mit Turbanen und einfarbigen Gewändern ind beige, hellgrün, blau und rosa. Im Vordergrund sind die Rücken von weißen, braunen und schwarzen Schafen.
Bild 42: Die Viehverkäufer freuen sich über den Fotografen

Das Bild zeigt zwei lachende ältere Männer mit Turban und orangenen und lachsfarbenen Gewandt. Sie werden von zwei sitzenden Männern an ihren Marktständen flankiert.
Bild 43: Touristengucken macht Spaß


Bei den Dromedaren wird gerade hart verhandelt.
Ob sich der Verkäufer auf einen Kuhhandel einläßt?

Das Bild zeigt drei auf dem Boden hockende Männer. Ein vierter steht teilnahmslos daneben. Im Hintergrund und daneben stehen Dromedare.
Bild 44: Kuhhandel auf dem Dromedarmarkt


Restaurant​


Der aufregende Tag im Niger endet im italienischen Restaurant Le Pilier - der Mörser.
Das Gebäude hat Kiboko schon während der Stadtrundfahrt abgeschossen.

Das Bild zeigt ein zweistöckiges Gebäude mit Flachdach. Drei beigefarbene Eingangstüren leigen etwas tiefer und werden über eine Treppe erreicht. Die Fenster sind seitlich mit lachsfarbenen Rahmen mit runden Verzierrungen und kleinen Sonnenschutzdach versehen. Davor fährt ein Kind mit einem kleinen Geländefahrrad über einen staubigen Platz. An der Fassade steht Le Pilier Restaurant.
Bild 45: Das Mörserrestaurant


Gespeist wird an langen Tafeln im Innenhof.
Es gibt Pizza in der Wüste.
Lokale Speisen hat sich Kiboko anders vorgestellt.

Das Bild zeigt eine Nachtaufnahme eines Innenhofes mit lehmfarbenen Wänden. Darin stehen zwei Tische mit weißen Tischdecken und Speiseresten auf den Tellern. An den Tischen sitzen noch vereinzelt Gäste.
Bild 46: Pizzaessen im Innenhof
 
Kommentar

Niger Tag2-1 Agadez​


Heute geht die Reise so richtig los.
Kiboko fährt zum Gerewol-Fest in die Wüste.
Vorher sammeln sich die Geländewagen von fünf Reisegruppen vor dem Hotel.
Kiboko ergattert einen Platz auf einen Beifahrersitz und kann während er Fahrt durch die Scheibe knipsen.


Konvoi​


Aber noch geht es nicht los.
Ohne Militäreskorte wird hier kein Tourist in die Wüste geschickt.
Beigefarbene Geländewagen tauchen auf.
Auf der Ladefläche sind harte Jungs in fleckiger Kleidung.
Darüber tront jeweils ein schweres Maschinengewehr.
Sofort übernimmt das Militär das Kommando.
Das Geländewagenknäuel wird entwirrt und ein Konvoi gebildet.
Der Kommandeur braust los.
Alle anderen Fahrzeuge folgen.


Auf den Straßen von Agadez​


Schnell verliert Kiboko den Anschluss.
Zwei überbreite Tuck-tucks liefern sich ein Elefantenrennen.
Der Fahrer mit dem quer gelagerten Brett versucht den gut gefüllten Holzkohletransporter zu überholen.
Der lässt sich das nicht gefallen.
Die Fahrer geben alles.
Vollgas!
Beide sind gleich schnell und fegen über die Straße.
Überholen zwecklos.
Der Gegenverkehr geht in Deckung.

Das Bild zeigt zwei dreirädrige gelbe Tuc-Tuc nenbeneinanderfahrend von hinten auf einer asfaltierten und mit einer Sandschicht überzogen Straße. Das linke Tuc-Tuc transportiert ein Brett quer zur Fahrrichtung, dass auf beiden Seiten übersteht. Das rechte Tuc-Tuc transportiert hellgraue Säcke, die auf beiden Seiten überragen. Sehr breite Seitenstreifen sind mit hellbraunen Sand bedeckt. Dahinter stehen einstöckige Gebäude mit Flachdach und improvierten Vordächern. Am Straßenrand stehen windschiefe Straßenlaternen mit Solarpanelen.
Bild 47: Wettrennen in Agadez


Die rasenden Tuck-Tucks wirbeln den allgegenwärten Sand auf.
Der lagert sich auf die sorgsam trapierten Polstermöbel am Straßenrand ab.
Der Abstauber mit dem Besen wird heute viel arbeiten müssen.

Das Bild zeigt Sofas und Polstersessel in grau, braun, rot und hellgrün am rechten Straßenrand auf hellbraunem Sand. Sie sind teilweise kopfüber gestapelt. Am rechten Bildrand ist ein Ladenschgeschäft aus einem gelben Verschlag. Darin steht ein Mann in violetter Kleidung und hällt einen Besen mit dem Stil nach unten.
Bild 48: Polstermöbel als Staubfänger und der Abstauber


Der Staub legt sich auch auf die entgegenkommenden Fahrzeuge, den Fahrgästen und ihr Transportgut.
Heute gibt es Hammelbraten im Sandmantel.

Das Bild zeigt ein entgegenkommendes Motorrad mit zwei Männern ohne Helm. Der hintere Mann hält ein geschlachtetes Tier auf den Schoß. Die Beine ragen nach oben.
Bild 49: Hammelbraten im Sandmantel


Für das Grillfest wird noch schnell etwas Brennholz beim Holzhändler geholt.
Beim Schlachter war der Dreiradfahrer schon vorher.

Am Straßenrand steht ein merkwürdiges Verkehrsschild.
Was das bedeuten mag?

  • Vorsicht Schlaglöcher?
  • Sonnenbrille aufsetzen?
  • Vorfahrt achten für tieffliegende schwarze Büstenhalter?
  • Schwarze Wolken am Himmel?
Das Bild zeigt ein dreirädriges, rotmetallicfarbenes Lastenmotorrad. Auf der Ladefläche liegen frisch geschlachtete Tiere unter einer nur knapp abdeckenden schwarzen Plane. Mehrer Männer stehen drumherum und heben einen Baumstamm auf die Ladefläche. Im Hintergrund sind stapel mit Feuerholz. Im Vordergrund ist ein umgedrehtes Huckel-Warnschild.
Bild 50: Unbekanntes Verkehrsschild


Ein Mann führt ein Schaf am Strick am Supermarkt vorbei.
Der Rest der Herde trottet geduldig hinterher.
Geht es auf die Weide?
Geht es zum Schlachter, zum Schafrichter oder zum Schafott?
Oder geht es zum nächsten Schuhgeschäft?

Das Bild zeigt einen Mann im schwarzen Gewandt mit weißen Turban auf dem vermüllten Straßenrand laufen. Am Strick zieht er ein Schaf hinter sich her. Neun weitere Schafe folgen. Darunter ist auch ein schwarzes und ein schwarz-weißes Schaf. Dahiner ist ein einstöckiges Geschäftsgebäude mit der Aufschrift Super Market.
Bild 51: Spaziergang mit Schafe


Die Schuhgeschäfte treten gehäuft auf.
Gleich vier Geschäfte sind hier nebeneinander.
Das Angebot ist ähnlich.

Das Bild zeigt vier einfache Verkaufsstände mit einer Ausslage aus einfachen Schlappen. Davor sind einfach gezimmerte Holzbänke und Müll am Straßenrand.
Bild 52: Straße der Schuhgeschäfte


Die letzte Tankstelle vor der Wüste.
Hier tanken eher kleine Fahrzeuge und Motorräder.
Sprit gibt es in Flaschen und gelben Kanistern.

Das Bild zeigt zwei einfach gezimmerte Holztische. Darauf stehen Glasflaschen und größere Plastikbehälter mit einer bernsteinfarbenen Flüssigkeit. Daneben stehen gelbe und orangerote Kanister. Dahinter ist jeweils ein verschlissener beigefarbener Sonnenschirm. An den Holztischen ist ein Mast mit einem Preischild mit Klebeband befestigt.
Bild 53: Zwei Tankstellen


Bon Voyage​


Die Stadt Agadadez wünscht allen eine gute Reise.
Dafür wurde ein imposanter Bogen in die Wüste gestellt.

Das Bild zeigt einen Torbogen mit orientalischer Form über eine gerade Teerstraße. Darum breitet sich eine ebene aus rotbraunem Sand und vertrockneten Gras aus.
Bild 54: Bon Voyage - Gute Reise
 
Kommentar

Niger Tag2-2 Tigerwitt​


Auf der gut ausgebauten RN25 saust die Karawane nach Westen.
Viel Verkehr gibt es nicht.
Jede Mitfahrgelegenheit ist willkommen.
Die Fahrgäste geniessen die Aussicht vom LKW.


So eine Aussicht hätte Kiboko auch gerne.
Kiboko fotografiert durch die sandgestrahlte Frontscheibe.
Feine Kratzer erzeugen Streifeneffekte bei punktuellen Lichtquellen.
Für einen Sterneffektfilter hat es noch nicht gereicht.

Das Bild zeigt einen weißen LKW mit Pritsche auf einer gerade Teerstraße durch eine Ebene. Der LKW ist mit Brennholz beladen. Auf dem Brennholz sitzen 7 Männer. In der Frontscheibe des LKW spiegelt sich die Sonne.
Bild 55: Aussichtsplatz


Wasser in der Wüste​


Kurz vor dem unbedeutenden Straßendorf Tigerwitt überquert die Straße einen Fluss.
Es ist der Afella-n-Anouar.
Nur nach starken Regenfällen fliesst hier Wasser.
Am Ende der Regenzeit hat der Fluss sich in der Wüste bequem gemacht.
Die umgebenen Senken sind zu einer Seenlandschaft mutiert.
Die Bäume haben nasse Füße.

Das Bild zeigt einen Baum im falchen hellbraunen Wasser. Im Vordergrund ist rotbraune Erde. Im Hintergrund sind grüne Büsche am Ufer.
Bild 56: Temporärer See


Die Regenzeit ist eine Zeit des überflusses.
Die Nomaden haben kurze Wege bis zur nächsten wassergefüllten Senke.
Eine Ziegenherde flaniert auf der Uferpromenade.

Das Bild zeigt acht weiße und braun-weiße Ziegen am Ufer eines flachen Gewässers. Im Vordergrund liegt ein weißes Schaf mit schwarzem Kopf im Gras. Am gegenüberliegenden Ufer sind weitere Tierherden und Bäume.
Bild 57: Uferpromenade


Entspanntes Leben am Ufer.

Das Bild zeigt ein zusammengerolltes braun-weißes Schaf im Gras liegen. Der Kopf ruht auf den Hinterbeinen. Im Hintergrund sind weitere Schafe und eine Wasserfläche.
Bild 58: Pure Entspannung


Die Einheimischen genießen auch die Regenzeit.
Ein Bad in braunem Wasser ist in der Trockenzeit unvorstellbar.

Das Bild zeigt einen Mann mit naktem Oberköper von hinten. Er steht bis zur Hüfte im hellbraunen Wasser. Am gegenüberleigenden Ufer sind Esel und eine Herde dunkelbrauner Rinder mit langen, nach oben gebogenen Hörnern.
Bild 59: Badespaß


Die frischesten Blätter bekommen nur die großen Tiere.
Nur weil die Bäume hoch sind und diese Tiere groß sind.


Das Bild zeigt eine Hochformataufnahme von zwei weißen Ziegen, die auf den Hinterbeinen stehen und sich mit den Vorderpfoten an den Ästen festhalten, während sie kleine Blätter abfressen.

Bild 60: Fressartisten​
 
3 Kommentare
Glaser
Glaser kommentierte
Bernd, ich bin mal wieder hin und weg! Dein Reisebericht zeigt Land und Leute sehr differenziert und auch die Prise Humor--durchaus auch selbstkritisch-- passt hervorragend.
Bin gerne weiter dabei! (y)
 
Bettina
Bettina kommentierte
Lieber Bernd, vielen Dank, dass Du uns erneut auf eine überaus spannende Reise mit zahlreichen Bildern und ausgiebigen Beschreibungen Deiner Erlebnisse und Eindrücke mitnimmst. Ich reise auf jeden Fall gerne weiter mit, auch wenn es noch etwas dauern kann. Nimm Dir einfach die Zeit, die Du brauchst.

Ab in die Highlights :sunflower:
 
Kiboko
Kiboko kommentierte
Liebe Bettina,
vielen Dank für die Ehre und die Aufnahme in die Highlights.

Es wird wieder so eine Reisebericht sein, der sich über viele Monate hinziehen wird.
Aber es gibt die Bilder vom ersten Nachmittag beim Gerewol bald zu sehen.
 
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