Frage zur durchgängigen Lichtstärke 2.8

Thread Status
Hello, There was no answer in this thread for more than 30 days.
It can take a long time to get an up-to-date response or contact with relevant users.
W

Waldläuferin

Guest
Technische Ausdrücke beherrsche ich nicht, ich mach's mal mit meinen Worten:

Ich besitze das Sigma 105mm F2.8 EX DG Macro OS und Sigma DC 17-50mm 1:2.8 Ex HSM.

Jetzt habe ich es so verstanden, dass 2.8 die durchgängige Lichtstärke bedeutet. Daraufhin habe ich gedacht, dass ich im M-Modus immer auf 2.8 stellen kann, wenn ich es möchte. Beim Sigma 17-50mm funktioniert das ohne Probleme. Immer und wann ich möchte.

Beim Makro-Objektiv komme ich kaum mal unter 3.5.

Bei einem Anruf im Sommer beim Kundenservice bekam ich folgende Antwort:
"Das hat mit dem Abstand zum Motiv zu tun. Ist das Motiv sehr nah dran, stellt sich die Lichtstärke alleine ein, weil sonst die Schärfeebene zu klein würde."

Das habe ich erst einmal sacken lassen. Aber warum kann ich jederzeit, selbst bei ganz nahen Motiven beim 17-50er auf 2.8 stellen habe ich mich allerdings schon gefragt.

Dann habe ich bewusst Motive mit weiterem Abstand mit dem Makro aufgenommen und kam immer noch nicht auf 2.8 runter.

Auf der Photokina bin ich dann zum Sigma-Stand gegangen und habe dort nachgefragt.

Da bekam ich auf einmal diese Antwort:
"Das haben alle Nikon-Besitzer. Sigma vermutet, dass Nikon eine Software eingebaut hat, damit die Sigma Makro-Objektive nicht ihre Lichtstärke ausspielen können."

Was soll ich jetzt von dieser Aussage halten?? Und stimmt das, haben Andere auch das Problem?? :nixweiss::nixweiss::nixweiss:

Ist das nun völlig natürlich, dass man die 2.8 fast nie einstellen kann? Oder liegt da irgendein "Fehler" vor. Noch ist das Objektiv in der Garantiezeit. Aber nicht mehr lange.

Falls ich Antworten erhalte, bitte ich um einfache Erklärungen, denn fachtechnisch bin ich nicht so bewandert. :rolleyes:
 
Anzeigen
Zwei Jungs, die Ahnung haben, aber für mich klingt das hier nicht nach Einvernehmen:

nö, von coco2 kam bisher die einzig falsche antwort, nämlich dass sich durch den auszug die brennweite ändert.

Denn Dein Sigma MAKRO 105mm F2,8 EX DG OS HSM ist ein solches Objektiv mit Innenfokussierung, bei dem sich also beim Scharfstellen die Brennweite ändert.

Wasn nu? Ändert sich die Brennweite, oder nicht?
 
Kommentar
Ändert sich die Brennweite, oder nicht?

Bei einem Objektiv mit Innenfokussierung, wie zum Beispiel dem hier diskutierten Sigma von Waldläuferin, ändert sich beim Scharfstellen in aller Regel die Brennweite:

Bei konventioneller Fokussierung bleiben die Abstände der Linsen voneinander stets gleich. Das Linsenpaket besitzt eine Unendlicheinstellung und lässt sich von dieser ausgehend von der Kamera weg verschieben. Um ein Motiv in gegebener Entfernung scharf abzubilden, ist eine bestimmte Entfernung des Linsenpakets (genauer: der bildseitigen Hauptebene) von der Film- bzw. Sensoerebene einzustellen. Diese Auszug genannte Verschiebung des Objektivs hängt neben der Motiventfernung auch von der Brennweite des Objektivs ab. Sie wird mit zunehmender Brennweite größer.

Wenn man auch die Abstände der Linsen voneinander ändert, wie es bei der Innenfokussierung der Fall ist, verschiebt sich nicht nur die bildseitige Hauptebene, sondern es ändert sich im Allgemeinen auch die Brennweite und damit der einzustellende Abstand der Hauptebene vom Film. Somit gibt es zwei Möglichkeiten, die Scharfeinstellung zu realisieren:

  • Die Hauptebene wird bei gleichbleibender Brennweite nach vorn verschoben.

  • Bei gleichbleibender Position der Hauptebene wird die Brennweite verkleinert.
In der Regel nutzt man beide Effekte gleichzeitig.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Innenfokussierung

Und:

Moderne Makroobjektive haben relativ zueinander bewegliche Linsengruppen, um die Korrektion bei allen Entfernungen stabil zu halten. Infolgedessen ändert sich aber auch ihre Brennweite mit der Fokussierung.

Quelle (Seite 16): http://www.zeiss.com/content/dam/Photography/new/pdf/de/cln_archiv/cln35_de_web_special_bokeh.pdf
 
Kommentar
Die Gründe dafür werden bei dem nachstehenden Link ausführlich und meines Erachtens auch recht verständlich erläutert. Achte bei der Lektüre insbesondere auf den letzten Absatz zu Objektiven mit Innenfokussierung. Er beginnt mit "Anmerkung (aufgrund von Diskussionen im Web) ... ". Denn Dein Sigma MAKRO 105mm F2,8 EX DG OS HSM ist ein solches Objektiv mit Innenfokussierung, bei dem sich also beim Scharfstellen die Brennweite ändert.

Hier der Link: http://www.andreashurni.ch/makro/effektiv.htm

Danke für den Link! Der ist gut erklärlich geschrieben.
 
Kommentar
Zwei Jungs, die Ahnung haben, aber für mich klingt das hier nicht nach Einvernehmen:

Wasn nu? Ändert sich die Brennweite, oder nicht?

doch doch, völliges einvernehmen: durch einen auszug ändert sich die brennweite nicht. aber es gibt objektive, bei denen nicht (nur) über den auszug fokussiert wird. bei denen ändert sich dann im nahbereich die brennweite.
 
Kommentar
Das grundsätzliche Missverständnis scheint mir die Annahme zu sein, daß die Blendenzahl ein direktes Maß für den Lichteinfall sei. Das ist aber falsch. Das Verhältnis Blende zu Leichteinfall ist nicht direkt, sondern indirekt. Der Lichteinfall wird auch durch andere Parameter beeinflusst. Und gerade bei Macroobjektiven ist der Einfluß des Auszugs bedeutend. Bei den meisten Objektiven werden vom Hersteller die Linsendurchmesser so gewählt, daß die Iris-Blende auch bei größter Einstellung der begrenzende Faktor ist. Bei Macroobjektiven kommt es vor, daß die Frontlinse durch ihren gewählten Durchmesser bei besonders großer Entfernung von der Irisblende den Lichtkegel begrenzt und die Irisblende entsprechend verkleinert werden muß, um ein scharfes Bild zu erhalten. Daher ist die Lichtstärke dann nicht mehr gleichbleibend, sondern ändert sich mit dem Auszug. Dieser große Auszug wird aber benötigt, um mit dem Objektiv näher an das Objekt heran zu kommen, also einen großen Abbildungsmaßstab zu erreichen.

Daß eine Nikon-Kamera auch mit Fremdobjektiv die tatsächliche effektive Blende anzeigt, ist ein Indiz dafür, daß Nikon gerade NICHT Fremdobjektive benachteiligt, sondern die effektive Blende auch bei diesen korrekt anzeigt, statt stur auf 2.8 zu beharren.

Ich versuche es mir so zu erklären:
ich nehme statt eines Makroobjektives einen z:b. 12 mm Zwischenring..
an der Brennweite des Objektivs ändert das ja nichts, aber der Auszug ist verlängert -wie beim langen Auszug des Makroobjektives
Korrekt ?
wolli.doc
 
Kommentar
Du meine Güte. Was da so alles passiert, im Hintergrund.

Ich bleibe lieber und besser bei der "Fotografiererei" und denke lieber nicht über die Dinge im Hintergrund nach :D
 
Kommentar
wo ändert sich denn durch den auszug die brennweite? :eek:

Die Brennweite bleibt im beschriebenen Fall konstant.
Sie verändert sich nur, wenn die Linsen gegen einander verschoben werden und die Brechkraft erhöht - d.h. die Brennweite der Linsenkombination verkürzt wird.
Felix
 
Kommentar
nö, von coco2 kam bisher die einzig falsche antwort, nämlich dass sich durch den auszug die brennweite ändert. dass zur tatsächlich eingestellten blende die auszugsverlängerung berücksichtigt werden muss, haben dagegen schon alle vor ihm geschrieben.

Wo habe ich das geschrieben?
Felix
 
Kommentar
Zwei Jungs, die Ahnung haben, aber für mich klingt das hier nicht nach Einvernehmen:

Wasn nu? Ändert sich die Brennweite, oder nicht?

Werden die Linsen gegen einander verschoben, verändert sich die Brennweite. Wird die Nahaufnahme ausschliesslich durch eine Auszugsverlängerung erreicht, verändert sie sich nicht.

Manchmal findet auch beides statt (z.B. Leica Macro-Elmarit).

Felix
 
Kommentar
Du meine Güte. Was da so alles passiert, im Hintergrund.

Ich bleibe lieber und besser bei der "Fotografiererei" und denke lieber nicht über die Dinge im Hintergrund nach :D

Wenn Du wüsstest, was alles bei modernen Objektiven (allen voran Zoom) passiert, würde Dir schwarz vor den Augen . . . :)

Felix
 
Kommentar
-Anzeige-
Zurück
Oben Unten