Frage Fotografieren bei Luftfeuchte im Tropenhaus

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Bremenfrosch

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Hallo zusammen,

ich war im letzten Jahr erstmals in der jährlich wiederkehrenden Ausstellung von tropischen Schmetterlingen in der Botanika Bremen. Ich würde gern auch in diesem Jahr wieder hingehen, möchte aber nicht wieder so viel Angst um die Kamera haben, auch wenn alles gut gegangen ist.

Im letzten Jahr habe ich meine D90 mit dem Tamron 70-300 (FX) und dem Sigma 17-70 mitgenommen, die beim Betreten HÖLLISCH beschlugen. Habe die Ausrüstung dann im Kalten wieder in die Tasche gepackt und dann einige Zeit in der Schwüle stehen gelassen. Das hat, weil die Tasche wohl zu gut isoliert, auch nur ansatzweise geholfen. Letztendlich ist alles gut gegangen und mit den Fotos bin ich auch zufrieden.

Aber, wie kann ich mich besser vorbereiten? Im letzen Jahr war es kalt, um null Grad. Da ist die feuchte Wärme im Tropenhaus natürlich doppelt zu spüren (von Mensch und Maschine). Wenn man bei Außentemperaturen um 15-20 Grad in die Feuchte geht, sollte die Kondensation doch geringer sein, oder? Wie kann man die Ausrüstung besser auf den Einsatz vorbereiten? Ich lese immer von zip-Beuteln (bitte Beispiel). Wie lange sollte sich die Kamera in der feuchtwarmen Umgebung akklimatisieren dürfen?

Ich habe mittlerweile gemerkt, dass eine Kamera eine ganze Menge aushält. Wenn ich aber der Ausrüstung das Leben erleichtern kann, dann versuche ich es.

Vielen Dank für Eure Tipps.

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VG Holger
 
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Ich lese immer von zip-Beuteln (bitte Beispiel). Wie lange sollte sich die Kamera in der feuchtwarmen Umgebung akklimatisieren dürfen?

Gemeint sind solche Beutel: http://www.amazon.de/dp/B000YKO958/?tag=netzwfotognik-21

Bei einem Fassungsvermögen von 8 Liter dürfte problemlos die Kamera mit angesetztem Objektiv hineinpassen.

Den gut verschlossenen Beutel mit der Kamera dann natürlich nicht in eine Tasche packen, die isolierend wirkt und den Temperaturausgleich verlangsamt, sondern am besten in der Hand tragen, so dass die Kamera möglichst schnell die höhere Temperatur annehmen kann. Ich denke, eine halbe Stunde sollte ausreichen. Je weniger Luft im Beutel ist, desto schneller wird es gehen.
 
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Gemeint sind solche Beutel: http://www.amazon.de/dp/B000YKO958/?tag=netzwfotognik-21

Bei einem Fassungsvermögen von 8 Liter dürfte problemlos die Kamera mit angesetztem Objektiv hineinpassen.

Den gut verschlossenen Beutel mit der Kamera dann natürlich nicht in eine Tasche packen, die isolierend wirkt und den Temperaturausgleich verlangsamt, sondern am besten in der Hand tragen, so dass die Kamera möglichst schnell die höhere Temperatur annehmen kann. Ich denke, eine halbe Stunde sollte ausreichen. Je weniger Luft im Beutel ist, desto schneller wird es gehen.

Ich würde die Kamera vor dem Besuch temperieren (30°C) und während des Transportes
warm halten (Im PKW: offene Fototasche in einen Isolierbehälter (Deckel zu) geben, in dem noch eine Pet-Flasche mit warmem Wasser ist.)
Für Aufenthalte bei Minustemperaturen habe ich immer 10Liter-Müllbeutel in der Fototasche. In diese packe ich Kamera+Objektive bevor ich die Wohnung wieder betrete.
Da lasse ich dann unbesorgt die Ausrüstung bei offenem Rucksack/Koffer temperieren.

Viele Grüße
Herbert
 
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Das klingt alles ganz schön umständlich.
Ist das denn wirklich nötig?

Ich wäre jetzt einfach mit der ausgeschalteten Kamera ins Tropenhaus gegangen und hätte gewartet bis sich der "Beschlag" von allein verflüchtigt hätte.
In dieser Zeit würde ich mir einen ersten Überblick im Tropenhaus verschaffen und mir überlegen, was ich alles fotografieren möchte.
 
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Also ich habe so arge Probleme nicht mit meiner D90 und egal welchem Objektiv. Sowohl im Bush (Tropenhaus) vom Burgers Zoo Arnheim, als auch im Tropenhaus von Krefeld. Im Winter ein enormer Temperatursprung, wenn man vorher durch den Außenzoo gegangen ist. In Arnheim gibt es Wärmebläser für Brillen (ich glaube in Krefeld auch), da halte ich die Kamera drunter und dann dauert es nochmal 5 bis max. 10 Minuten, bis sich die Kamera und Objektiv im Tropenhaus akklimatisiert hat. Die Zeit nutze ich dann immer, um schon mal in die Runde zu schauen, wo es interessant sein könnte.

Nun habe ich mir sagen lassen, dass es bei den größeren Kameras, die ein Magnesiumgehäuse haben viel länger dauert, das weiß ich aber nicht aus eigener Erfahrung.
 
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Hallo,

ich habe in solchen Situationen versucht, es so zu steuern, daß die Kamera nicht aus der Kälte im Freien kommt. Also vorher einen andreen Nicht-Tropischen Innenbereich ansehen.
Dann für die ersten Minuten Objektivdeckel auf die Optik - Hand um den vorderen Bereich des Objektivs legen. Kurzen Rundgang durch den Tropenbereich und Objekte suchen. Dann Deckel runter .... und hoffen, daß es nicht mehr beschlägt.
.... und wenn doch würde ich schauen, ob ich die Idee von Waldläuferin umsetzen kann. Diese Aktion würde ich aber auf Sucher und Frontlinse beschränken.

Gut Licht,

Thomas
 
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Ich würde die Kamera vor dem Besuch temperieren (30°C) und während des Transportes
warm halten (Im PKW: offene Fototasche in einen Isolierbehälter (Deckel zu) geben, in dem noch eine Pet-Flasche mit warmem Wasser ist.)
Was haltet ihr denn von solchen Taschenöfen die mit Benzin betrieben werden? Damit müsste das Innere der Fototasche doch einigermaßen auf Temperatur bleiben.
Einzig wegen der (evtl.) Benzindämpfe hätte ich Bedenken. Unbegründete Sorge?
 
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Was haltet ihr denn von solchen Taschenöfen die mit Benzin betrieben werden? Damit müsste das Innere der Fototasche doch einigermaßen auf Temperatur bleiben.
Einzig wegen der (evtl.) Benzindämpfe hätte ich Bedenken. Unbegründete Sorge?

Taschenöfen sind nicht kontrollierbar. Sie werden u.U.ganz schön heiß. Eine Pet-Flasche mit 40°C Wasser unten in einer Thermokiste, Fototasche drauf und dann der Deckel über beides
-wo ist das Risiko? Benzindämpfe um die Kamera und Objektive herum? Ich denke, das mag kein Kunststoff...

Viele Grüße
Herbert
 
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Taschenöfen sind nicht kontrollierbar. Sie werden u.U.ganz schön heiß.
Das ist wohl richtig. Aber da diese Dinger zum "Verglühen" Sauerstoff benötigen, sollte das mit einem entsprechend dichten bzw. dicken Stoffbeutel - meine beiden wurden in einem Säckchen aus Sweatshirtstoff geliefert - in Grenzen zu steuern sein.
Und die Dämpfe? Sind es nicht gerade die, die "glühen" - also in einer für Materialien schädlichen Form gar nicht vorkommen wenn der Ofen arbeitet :nixweiss:?

Na ja, war nur so ein Gedanke.
 
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Hallo,

Den gut verschlossenen Beutel mit der Kamera dann natürlich nicht in eine Tasche packen, die isolierend wirkt und den Temperaturausgleich verlangsamt, [...]
was hat Deiner Ansicht nach die Verlangsamung des Temperaturausgleichs für einen Sinn? Wenn die kalte (und damit trockene) Luft im Beutel eingeschlossen ist, dann hat sie keine Chance durch Erwärmung von außen (egal ob langsam oder schnell) den Taupunkt zu erreichen. Und dann kann keine Luftfeuchtigkeit kondensieren. Der Sinn des Beutels ist, dass während der Erwärmungsphase keine warme (und damit feuchte) Luft von außen an die Kamera kommt.

Ich würde also entweder die Kamera ohne Beutel sehr lange in der gut isolierten Tasche lassen, oder - viel besser - die Kamera im Beutel, aber ohne Tasche eher schnell aufwärmen. Der Aufwärmvorgang ist dann abgeschlossen, wenn die Luft im Objektiv und der Kamera Umgebungstemperatur hat. Und dann gibts auch keine Kondensation. Auch nicht an der Innenseite der Linsen.

Ciao
HaPe
 
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Es ist, wie [MENTION=2763]Hans-Peter R.[/MENTION] gesagt hat:

Warme Luft enthält/kann viel Feuchtigkeit aufnehmen und speichern. Kalte Luft kann dies in viel geringerem Umfang. Deshalb ist es auch so wichtig, stets von der RELATIVEN Luftfeuchigkeit zu sprechen. In unserer irdischen Modellatmosphäre herrschen bekanntlich überall 15°C und 1013hPa Luftdruck auf normal Null (idealisierte Meereshöhe).

In einem solchen Kubikmeter Luft können +/- 0,15 Liter Wasser gelöst sein (100% Luftfeuchtigkeit bei 15°C). Tatsächlich sind die "wichtigsten" Werte (+/-) 0,10l bei 10°C und 0,30l bei 30°C. Noch wärmer, und die Kapazität steigt wie wild an, noch Kälter, und sie sinkt ins Bodenlose, aber "bei unseren Temperaturen" ist die Kurve quasi linear. Wenn also warme (und im Tropenhaus auch Feuchtigkeits-gesättigte) Luft auf eine kalte Oberfläche trifft, so kühlt sich diese Luft ab und erreicht dann schnell den "Taupunkt" - den Punkt an dem die Luft mehr Wasser enthält, als sie bei dieser Temperatur aufnehmen kann. Das Wasser kondensiert aus der Luft und schlägt sich an den kühlen Oberflächen nieder.

Das ist - im Ernst - kein Problem für die Technik der Kamera. Die Kondensatmenge (milliliter Wasser) an der Kamera ist zwar fühl- und sichtbar, aber so gering, dass ich da wenig Angst um die Technik habe. Es nervt aber trotzdem auf der Linse.

Also: Kamera und Objektiv warm halten wäre ideal (geht aber nicht immer glatt - obwohl man die Kombination ja auch unter dem Mantel tragen kann). Einfacher ist es, die warme Luft, deren Feuchtigkeitsgehalt die maximale Aufnahmefähigkeit der Luft bei kalter Kameratemperatur deutlich übersteigt, gar nicht erst an die Kamera zu lassen. Ein Plastikbeutel ist da ideal. Nur muss man die Kamera eben darin lassen, bis sie die Umgebungstemperatur (nahezu) erreicht hat.

Oder eben ein Unterwassergehäuse/Tauchtüte.
 
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Nun habe ich mir sagen lassen, dass es bei den größeren Kameras, die ein Magnesiumgehäuse haben viel länger dauert, das weiß ich aber nicht aus eigener Erfahrung.

Kann ich bestätigen.
Die olle D70 ist deutlich schneller "kondenswasserfrei" als eine D3.
Die Optiken waren annähernd gleich schnell frei.

Bei beiden Kameras war das Schulterdisplay von innen beschlagen - ja die Temperaturdifferenz war enorm.

Wahrscheinlich liegt es wirklich daran, dass die D3 besser abgedichtet ist und damit der Luftaustausch deutlich länger braucht. Ist aber nur eine Hypothese.
 
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