Formal korrekte Bildgestaltung?

Thread Status
Hello, There was no answer in this thread for more than 30 days.
It can take a long time to get an up-to-date response or contact with relevant users.
Ein Jazzmusiker hat auch nicht gleich mit dem freien Improvisieren angefangen, sondern erstmal die (eher langweiligen) Grundlagen gebildet, auf denen er dann aufbauen kann.


da ist schon wieder das "Talent" aus dem Spiel. Kann das denn so schwierig sein? (zu begreifen, im Jazz, wie in der Fotografie!)

Gruß Saffetti
 
Kommentar
Anzeigen
da ist schon wieder das "Talent" aus dem Spiel. Kann das denn so schwierig sein? (zu begreifen, im Jazz, wie in der Fotografie!)

Ja, das hat da auch nichts zu suchen. Auch die größten Talente müssen nämlich die Grundlagen erlernen, um wirklich gut zu werden. Denen mit Talent fällt das allerdings oftmals etwas leichter. Und nicht jeder wird - trotz dem Erlernen der Grundlagen - richtig gut (hier allerdings eher die ohne Talent als die mit). Aber der Ansatz erstmal die Grundlagen zu erlernen, bevor man mit ihnen spielt, ist so falsch nicht und ziemlich unabhängig vom Talent.
 
Kommentar
Ja, das hat da auch nichts zu suchen. Auch die größten Talente müssen nämlich die Grundlagen erlernen, um wirklich gut zu werden. Denen mit Talent fällt das allerdings oftmals etwas leichter. Und nicht jeder wird - trotz dem Erlernen der Grundlagen - richtig gut (hier allerdings eher die ohne Talent als die mit). Aber der Ansatz erstmal die Grundlagen zu erlernen, bevor man mit ihnen spielt, ist so falsch nicht und ziemlich unabhängig vom Talent.

wenn Talent und begriffenes Handwerk sich ergänzen - eine durchaus fruchtbare Symbiose. Aber, alte Frage: "Architekt - oder Maurer?"

Fotografisches Handwerk wird niemals die Grundlage zu fotografischem Sehen sein. Genauso wie ich Musik-Theoretiker kenne, die nicht in der Lage sind einen Takt auf dem Tisch zu klopfen.

Ich kenne Gitarristen, die andere Musiker schwindelig gespielt haben und erst später nach Zeit und Muße, als sie sich dann mal mit der Theorie beschäftigt haben, begriffen haben, was sie auch letztendlich für die "Sachbezogenen" geschaffen haben.

Ich sehe Fotografie und seine Auswüchse eher als Kunst, denn als Handwerk. Das unterscheidet uns beide und auch andere - und das ist auch gut so.

Gruß, vom Süden in den Norden
Saffetti
 
Kommentar
Ich sehe Fotografie und seine Auswüchse eher als Kunst, denn als Handwerk. Das unterscheidet uns beide und auch andere - und das ist auch gut so.

Es unterscheidet uns nur insofern, als dass ich der Meinung bin, dass Kunst ohne Handwerk nicht geht. Nicht entweder oder, sondern sowohl als auch.

Und auch du brauchst eine Menge Handwerk, um deine Fotos zu machen: Kamerabedienung, Belichtung, Bearbeitung der Bilder am Rechner - egal wie groß der künstlerische Anteil ist, ohne das alles wird es nichts.
 
Kommentar
Hallo Saffetti,

ich glaube, dass journalistische, wissenschaftliche usw. usf. Fotografie einem Zweck dienen, der mit Kunst nichts gemeinsam hat und habe in diesem Zusammenhang schon oft von "Gebrauchsfotografie" gelesen.

Ganz anders die künstlerische Fotografie.
Ich möchte gerne kreative und künstlerische Aufnahmen erstellen und habe als Amateur den großen Vorteil (meine Meinung!), dass ich fotografisch unabhängig bin, d.h. weder an Vorgaben noch an Auftraggeber gebunden bin (Termindruck, etc.). Diese Chance möchte ich nutzen, um konsequent die Gestaltungsregeln zu erlernen und bewußt umzusetzen. Dass schlechter Inhalt trotz guter Verpackung nicht besser wird, ist mir vollkommen klar. Wenn ich jedoch die Regeln beherrsche, bin ich in der Lage, ästhetisch ansprechende Aufnahmen *mit* gutem Inhalt zu erstellen, sofern sich das fotografische Sehen auch weiterentwickelt.

Ich sehe Fotografie und seine Auswüchse eher als Kunst, denn als Handwerk. Das unterscheidet uns beide und auch andere - und das ist auch gut so.

Gruß, vom Süden in den Norden
Saffetti
 
Kommentar
Aber das ist doch der nächste Schritt. Der TE hat doch gar nicht den Ansatz gehabt, ein "interessantes" Bild zu kreieren, sondern wollte nur die Wirkung (und Umsetzung) von formalen, gestalterischen Gesichtspunkten ausprobieren und lernen. Wenn diese verinnerlicht sind, dann kann man mit ihnen herumspielen und sie gezielt brechen. Diesen Weg muss man nicht gehen (und die wenigsten gehen ihn - leider auch ich nicht), aber praktikabel ist er allemal. Ein Jazzmusiker hat auch nicht gleich mit dem freien Improvisieren angefangen, sondern erstmal die (eher langweiligen) Grundlagen gebildet, auf denen er dann aufbauen kann.

Weswegen mein Satz mit dem Wort "Irgendwann" eingeleitet wurde, quasi als Ausblick auf eine Zukunft in der , möglicherweise, der TE zwar "richtig" fotografiert, aber dennoch keine wirklich zeigenswerte Fotos macht.
 
Kommentar
Das Thema und die Frage des Threads finde ich sehr interessant.

Ich selber wäre nie auf die Idee gekommen, mich auf diese Art mit dem Thema Bildgestaltung zu beschäftigen, weil ich mir solche theoretischen Kenntnisse in dieser Tiefe nicht wirklich angeeignet habe.

Die Diskussion dazu finde ich sehr spannend und bereichernd.

Danke dafür!

Andrea
 
Kommentar
Mein erster Beitrag in diesem Forum: ;)

Mir gefällt die Aufnahme, besonders weil sie Assoziationen zu dem Cover von
Pink Floyds "Pigs on the wing" weckt.

Kritikpunkt, wie von PeMax schon angemerkt; links etwas beschneiden und rechts mehr Raum lassen. Dann entsteht eine Flucht mit mehr Eigendynamik.

Gruß
Amazonas Tom
 
Kommentar
Formal korrekte Bildgestaltung...hmmm. Sicher gibt es allgemein anerkannte Empfehlungen für die Bildgestaltung, aber formal korrekt ist m.E. Mathematik, ein Krawattenknoten oder ein Tischgedeck. Allzu korrekte Formalität oder formale Korrektheit behindert im dümmsten Fall Deine fotografische Wahrnehmung eher...
Wenns aber denn sein soll, würde ich das Bild an der (schiefen) rechten Esse noch begradigen und deren Sockel komplett zeigen, statt ihn abzuschneiden.
Für mich wäre es dann korrekt genug.

Gruß
Armin
 
Kommentar
Einige recht brauchbare Ansätze zur formellen Bildgestaltungen finden sich in den Werken von Prof. Harald Mante. Allerdings ist dies IMO nur der handwerkliche Part.

Ein gutes Bild kann aber ebenso auf der Säule Informations- oder auch Emotionsgehalt stehen. Formelle Ansätze wie: ein Bild muss richtig belichtet, exakt ausgerichtet oder gar scharf sein, spielen bestenfalls eine untergeordnete Rolle, wenn der eigentliche Wert eines Bildes auf mindestens einem der beiden anderen Säulen ruht.
 
Kommentar
-Anzeige-
Zurück
Oben Unten