Hallo Suermel,
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Es ist sicherlich nicht optimal, nur ein Handbuch umzuschreiben. In diesem Sinne stimme ich dir daher 100%ig zu.
Das andere Extrem, Infos aus dem Handbuch wegzulassen, ist jedoch auch nicht hilfreich.
Ich halte es für das beste, wenn ein Buch das Handbuch ersetzen kann, und wesentliche Zusatzinfos liefert.
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Ich beurteile ein Buch daher nicht danach, wieviel Info aus dem Handbuch wiederholt wird,
sondern danach, wie viele Fragen, die nach dem Lesen des Handbuches offen blieben, durch das Buch beantwortet sind.
Hallo Walter,
wir haben Qualitätsansprüche an Benutzerhandbücher beispielsweise über Capture NX und an Bücher, die beispielsweise über CNX zusätzlich veröffentlicht werden. Im vorliegenden Fall ist das Benutzerhandbuch pädagogisch/didaktisch und inhaltlich eine Katastrophe. Ich würde mich wundern, wenn wir bei der Beurteilung auseinanderliegen würden. Für einen Benutzer ist es schwierig, allein mit den Informationen aus dem Benutzerhandbuch das Programm sinnvoll zu bedienen. Wichtige Sachverhalte fehlen teilweise ganz.
Für ein Buch auf dem freien Markt zum gleichen Thema ist die Ausgangsbasis ein gefundenes Fressen. Die schlechte Qualität des Benutzerhandbuchs weckt quasi den Bedarf dafür, einen angemessenen Zugang zum Thema präsentiert zu bekommen. Dafür ist der Kunde dann auch bereit, 30 oder 40
€ auszugeben und ist durchaus zufrieden, wenn wenigstens nach dieser Lektüre sein Informationsbedürfnis gestillt ist.
Ich übrigen würde ich einen Verlag nicht generell beurteilen. Es gibt in jedem Verlag bessere und weniger gute Bücher.
Darum ging es mir nicht. Ich wollte auch nicht sämtliche Erzeugnisse eines Verlags beurteilen. Vielmehr habe ich nunmehr mehrere Bücher von Data Becker zum Thema Fotografie gelesen und dabei festgestellt, daß von Verlagsseite aus meiner Sicht unentschuldbare Fehler gemacht worden sind. Als Referenz dafür mochte ich das "Werk" "Nikon Creativ (sic!) Lighting System" anführen. Da hat es der Verlag nicht mal geschafft, den Titel orthografisch korrekt auf die Frontseite des Buches zu bringen. Zu diesem Buch hatte ich hier im Forum bereits Folgendes geschrieben:
"· Megapeinlich: das erste Klöpschen befindet sich bereits im Titel auf dem Buchdeckel. Bei „Creative“ wurde das zweite e vergessen. Immerhin haben sie „Lighting“ geschrieben und nicht „Lightning“.
· Rechtschreibfehler und Stilblüten, z.B. „Präsens“ statt „Präsenz“.
· Mehrere Bildunterschriften sind den falschen Bildern zugeordnet.
· Manche Aussagen über Histogramme sind fehlerhaft.
· Der Hammer: bei den Aussagen zum internen Blitzgerät beziehen sich für die D80 der Text und bezüglich der D200 Text und Tabellen eindeutig auf die D70. Das ist deshalb offensichtlich, weil von kleinster ISO 200 und einer kürzesten Blitzsynchronzeit von 1/500 s die Rede ist.
· Insgesamt fallen in dem Buch Redundanzen und die nicht immer stringente Verfolgung des „roten Fadens“ auf.
· Viele der vorgestellten Beispielbilder halte ich für nichtssagend und teilweise für überblitzt. Das sind aber persönliche Präferenzen.
Das Buch konzentriert sich ausschließlich auf die Technik der Anwendung der besprochenen Blitze sowie auf die technischen Daten dazu. Ich habe die systematische Erarbeitung von bestimmten problematischen Blitzsituationen und den dazugehörigen Lösungsansatz vermisst. Die Frage der Lichtführung beim Einsatz von mehreren Blitzen bleibt völlig im Dunkeln.
Der Autor hat diverse Klöpse eingebaut und wohl sein Skript vor der Drucklegung nicht Korrektur gelesen. Die meisten Informationen scheinen aus Nikon-Handbüchern zusammengetragen. Für zwei der besprochenen Kameras kann ich das nachvollziehen. Zusätzlich vermitteltes Wissen ist dünn gesät.
Der Verlag hat das Buch schlecht lektoriert und einen suboptimalen Autor ausgewählt, denn nicht jeder erfolgreiche Seminarleiter ist auch unbedingt ein begnadeter Buchautor. Immerhin ist das Buch in einer Reihe „Digital ProLine“ erschienen, da hätte man sich möglicherweise einen besseren Autor erhoffen dürfen. Aufmachung und Preis (39,95 €) lassen mehr erwarten.
Hat mir das Buch etwas gebracht? Da geht es mir ähnlich wie dem Sprayer, der vor 30 Jahren in Freiburg an die Uni schrieb: „Ich hatte schlechte Lehrer, das war eine gute Schule.“ Das Buch hat mich trotz seiner nicht wenigen Mängel dazu gebracht, mich systematisch mit dem Blitzen auseinander zu setzen. Die Lektüre habe ich zum Anlaß genommen, auch die Nikon-Handbücher wieder zur Hand zu nehmen, im Netz zu recherchieren und vor allem, die ganzen beschriebenen Situationen in der Praxis auszuprobieren. Davon bin ich nicht dümmer geworden."
Ähnliche Klöpse mußte ich bedauerlicherweise eben auch in anderen Büchern von Data Becker feststellen. Aufmachung und Preis erwecken im Käufer, jedenfalls bei mir, andere Erwartungen.
Gruß
Suermel