Erfahrungsbericht Nikon AF-S 4/600 im Outdoor-Einsatz

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echinocereus

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Hallo miteinander,

wir wollen mit diesem kleinen Bericht unsere Erfahrungen mit dem Nikon AF-S 4/600 nach den ersten Tagen in Texas im Outdoor-Einsatz weitergeben.

Zum Einsatz kamen: Nikon D3, Nikon AF-S 4/600 und TC-17E II, alle Bilder out of the Cam, konvertiert zu JPG und verkleinert, keine sonstigen Anpassungen

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Hase, 500/s, Tele auf Knie gestützt

537447fc1c7fed6eb.jpg

Geier, 500/s, mit TC-17E II, Frei Hand

537447fc1ca76c002.jpg

Roadrunner, 640/s, Tele auf Knie gestützt

537447fc1ca7cb6fb.jpg

Deer, 320/s, mit TC-17E II, Frei Hand

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Amerikanische Antilope, 800/s, Frei Hand

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Javelina, 640/s, mit TC-17E II, auf Autodach abgestützt

Wir sind bisher davon ausgegangen, dass es praktisch unmöglich ist, diese Gewichtsklasse Frei Hand zu halten und dabei noch vernünftige Bilder zu machen. Die Erfahrung vor Ort lehrte uns, dass es meistens gar nicht möglich war innerhalb so kurzer Zeit das Objektiv auf ein Stativ zu setzen und zu versuchen die Tiere "in Ruhe" einzufangen. Klar sind wir in diesem Bereich etwas unerfahren, da unser Hauptinteresse ja den Kakteen gilt, die ja bekanntlich nicht so weit weg sind und Gott sei Dank auch nicht weglaufen.

Fazit: Das doch schon etwas ältere AF-S 4/600 ist mit und ohne TC-17E II einfach ein tolles Objektiv. Preislich durchaus interessant. Klar ist das Gewicht mit über 6 Kg nicht ohne. Aber auch als Nicht-Bodybuilder ist es möglich damit im freien Gelände vernünftige Bilder zu machen.

Live aus Texas
 
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Hallo Leute

Also wenn man eure Kommentare liest, hat man den Eindruck ihr habt noch nie selber ein Foto geschossen, schon garnicht von einem Vogel.:mad: War gerade mit einem 600er Nikon mit 1,4 Konverter 4 Wochen im staubigen Afrika. Zur Erklärung: Vögel und das gilt auch für nicht gefiederte Zeitgenossen sind keine Studiomodells, die auf Anweisung grinsen. Ich weiß nicht, wie oft ich das Objektiv in dieser Zeit herausgerissen, es schnell im Auto auf irgendeinen Pullover oder Sack gelegt habe und abgedrückt habe, um einen kleinen beweglichen Punkt in 200 oder 300 Meter anzuvisieren, sehr oft vergebens weil ich einfach zu spät war. Die Idee es freihand zu benutzen, ist mir nie gekommen und finde ich äusserst interessant, weil ich nicht gedacht habe daß das überhaupt geht oder daß da irgendetwas herauskommt, was nach Bild ausschaut.:up:
Euch schlauen Kommentatoren gebe ich den Tipp: Geht doch in den Garten und fotografiert eure Tomaten, die laufen nicht weg, während ihr das Stativ aufstellt!!!:motz:

Gruß Peter
 
Kommentar
Ich war bisher immer davon ausgegangen, dass Objektive dieser Größe ohne Stativ schlicht überhaupt nicht nutzbar wären, wobei sich meine eigenen praktischen Erfahrungen auf max. 300mm mit Konverter beschränken. - Umso erstaunlicher finde ich die gezeigten Bilder. Ob dadurch nun das tatsächliche Potential des Objektivs zum Ausdruck kommt, oder ob solche Benutzung angemessen/zulässig/erlaubt ist, ist mir persönlich ziemlich wurscht. Dazu haben sich die TE mMn auch gar nicht eingelassen. Den Beitrag als solchen finde ich jedenfalls sehr interessant, die anschließende Diskussion erschließt sich mir allerdings teilweise nicht wirklich...
 
Kommentar
Vielen Dank für diesen nützlichen Beitrag. Ich werde jetzt nach Hause gehen und nachdenken.

Nun, Kay, mittlerweile hattest Du reichlich Gelegenheit, über meine Einwände nachzudenken.
Ich habe sie im Beitrag 26 ausführlich formuliert. Vermutlich hast Du sie nicht zur Kenntnis genommen oder nicht verstanden, wo des Pudels Kern liegt:

Du gibst im Beitrag # 34 folgende Ratschläge, um die Bildschärfe zu verbessern:

"Man hätte, wie oben erwähnt, ein Einbein vormontieren können.

Man hätte vorher überlegen können, welche Brennweite man aufgeschraubt hat und hätte die ISO hochdrehen können.

Man hätte einen Bohnensack bereitlegen können, um aufgestützt vom Wagendach fotografieren zu können.

Man hätte erst einmal den Konverter weglassen können, um nicht gerade mit maximaler Brennweite die Versuche mit einem neuen Objektiv zu beginnen."

Diese Vorschläge sind grundsätzlich richtig.

Aber:
Sie hätten weder bei dem Hasen, dem Roadrunner oder bei der Javelina eine extreme Bildverbesserung gebracht. Auch OHNE Konverter wäre die Abbildung erheblich schlechter ausgefallen, und das völlig unabhängig von der Güte des Objektivs.

Ich darf die Bildautoren zitieren:
"Hase, 500/s, Tele auf Knie gestützt"
"Roadrunner, 640/s, Tele auf Knie gestützt"
"Javelina, 640/s, mit TC-17E II, auf Autodach abgestützt"

Nun darf man ja mal darüber spekulieren, in welcher Haltung man wohl ein Tele auf's
Knie stützt. Dann darf man auch noch vermuten, wie hoch über dem Erdboden die Sichtlinie
von der Kamera zum Objekt verläuft. Wenn man die Bilder betrachtet, wird man auch eine Ahnung von der Bodenbedeckung und ihrem Zustand (frisch oder trocken) erhalten. Der Schatten zeigt: Hier steht die Sonne erheblich im Zenit, die Vegetation schreit "Ich bin im Süden".
Was sich nun unter diesen Bedingungen einstellt, ist auf dem angefügten Bild besonders deutlich zu sehen.
11047fbcb42c3931.jpg


Die thermischen Bewegungen der aufgeheizten Bodenluft "zerpflücken" das Bild durch unterschiedliche optische Dichten. Es ist gleichgültig, ob "Flaschenboden", Russentonne oder 10-Kilo-Euro-Röhre, alle Objektive, die ein großes Abbild entfernter Objekte liefern, sind davon betroffen.

Wer seine Motive aus dem Ansitzzelt aus kurzer Distanz über die grüne Wiese oder im Wald "erobern" kann, ist da fein raus. Er wird die turbulenzverursachten Unschärfen kaum bemerken. Völlig anders ist es auf der Pirsch unter den oben genannten Verhältnissen bei hochstehender Sonne und vegetationsarmem/-losem Boden, Sand oder Fels.

Unter diesem Aspekt, ist Kays Rat, es mit dem Einbein zu versuchen, nicht der übelste. Er gibt zumindest eine Chance, die schwere Combo aus der unmittelbaren, bodennahen Turbulenz-Zone herauszuhalten. Ein sicherlich guter Rat ist es ebenso, die ISO hochzudrehen (oder auf zu starkes Abblenden zu verzichten) um auf kürzestmögliche Belichtungszeiten zu kommen. Dadurch wird das thermisch zerpflückte Bild "schärfer".
Problematisch, aber ist die Sache mit dem Bohnensack auf dem Autodach, wenn so über die volle Breite des Fahrzeugs das Objekt angepeilt wird. Das Dach ist unter den o.g. Bedingungen so heiß, dass man Eier darauf braten kann. Die optischen Konsequenzen lassen sich mit dem unbewaffneten Auge leicht beobachten, wenn man über ein in der Sonne geparktes Auto peilt.

Ich fände es außerordentlich sinnvoll, wenn sich die Besitzer längerer Brennweiten einmal mit dieser Problematik weiter befassen würden und eigene Erfahrungen hier vorstellten.
Nicht zuletzt wäre eine Versuchsreihe (Fernaufnahme ohne und über heißes Autodach) zu empfehlen.

Viele Grüße
Herbert
 
Kommentar
Hallo Herbert,

Deine Ausführungen zu durch Hitze flimmernden Luft und den Auswirkungen auf die Bildqualität sind sicherlich richtig, aber Abstand vom Boden bringt zu der Tageszeit und unter den Bedingunen fast nichts.
Das Bild entsteht von oben herab und das ist bei Tieraufnahmen meist gar nicht sinnvoll!
Ich find es sehr gut das die Aufnahmen auf Augenhöhe der Tiere entstanden sind, wie z.B. bei dem Hasen.
Für solche Aufnahmen ist ein Winkelsucher überaus nützlich!

Verbessern kann man die Lichtbedingungen und damit auch die Bildqualität, eigentlich nur durch sehr frühes Aufstehen :)
Ein Stativ bringt in der Mittagssonne keine Wesentliche verbesserungen.

Ich war schon haufiger in vergleichbaren Wüstengegenden der USA und sehr häufig entäuscht über Bilder die in der Mittagssonne entstanden sind.
Wirklich gutes Licht hat man nur kurz nach Sonnenaufgang und kurz vor Sonnenuntergang, aber wer will im Urlaub ständig schon vor Sonnenaufgang seine Wanderungen starten :)

Es ist schon erstaunlich wie positiv sich der „Antiwackel“ auf die Möglichkeiten langer Brennweiten auswirkt.
Mir sind schon scharfe Fotos mit auf KB umgerechnet 740mm Brennweite aus der Hand gelungen, hier sind es über 1000mm und das unter diesen Bedingungen.

Aber selbst ohne „Antiwackel“ gibt's Fotofans die mit über 1000mm Brennweite scharfe Fotos aus der Hand schaffen:
http://www.dforum.net/showthread.php?t=510972
 
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Hallo Herbert,

Deine Ausführungen zu durch Hitze flimmernden Luft und den Auswirkungen auf die Bildqualität sind sicherlich richtig, aber Abstand vom Boden bringt zu der Tageszeit und unter den Bedingunen fast nichts.
Das Bild entsteht von oben herab und das ist bei Tieraufnahmen meist gar nicht sinnvoll!
Ich find es sehr gut das die Aufnahmen auf Augenhöhe der Tiere entstanden sind, wie z.B. bei dem Hasen.
Für solche Aufnahmen ist ein Winkelsucher überaus nützlich!

Verbessern kann man die Lichtbedingungen und damit auch die Bildqualität, eigentlich nur durch sehr frühes Aufstehen :)
Ein Stativ bringt in der Mittagssonne keine Wesentliche verbesserungen.

...

Hallo Friedhelm,
viele Dank für Deinen Beitrag zur Sache.
Ich teile Deine Ansicht, dass Aufsichtaufnahmen von Tieren oft wenig attraktiv sind und deshalb eine niedrige Kameraposition anzustreben ist. Selbstredend: The early bird catches the worm - am Morgen hat man neben der besonderen Lichtcharakteristik die geringsten Probleme mit der Thermik. (Danke für den Tip mit dem Winkelsucher!)

Meine Ausführungen bezogen sich auf vier Ratschläge aus Kays Beitrag (#34) zu den oben gezeigten Bildern. Mich bewegt die Frage: Gibt es technisch/handwerkliche Möglichkeiten,
die durch thermisch bedingte Turbulenzen verursachten Unschärfen zu vermeiden?
Also, wenn man schon mittags in der Sahara fotografieren muss - was sollte man da tunlichst vermeiden?

Leider ist die Zahl derer, die im Besitz "richtig" langer Brennweiten sind, so weit ich es sehe, hier im Forum begrenzt. Möglicherweise sind sie als Tierfotografen morgens schon so früh an der Front, dass sie das Thermikproblem auch nicht haben.

Mich hat jedoch sehr verwundert, auf welche Art und Weise auf die oben eingestellten Tierbilder zunächst reagiert wurde, ohne auf die durch die Topografie, die Tageszeit und das Klima bedingten Bildbeeinträchtigungen einzugehen.

Viele Grüße
Herbert
 
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Euch kann man nicht einmal ein paar Tage allein lassen. Und schon wird wieder heftig diskutiert :)

Mich bewegt die Frage: Gibt es technisch/handwerkliche Möglichkeiten,
die durch thermisch bedingte Turbulenzen verursachten Unschärfen zu vermeiden?
Also, wenn man schon mittags in der Sahara fotografieren muss - was sollte man da tunlichst vermeiden?

Leider ist die Zahl derer, die im Besitz "richtig" langer Brennweiten sind, so weit ich es sehe, hier im Forum begrenzt. Möglicherweise sind sie als Tierfotografen morgens schon so früh an der Front, dass sie das Thermikproblem auch nicht haben.

Herbert,
ab und zu versuche ich mich mit langen Objektiven.

Ein paar Beobachtungen/Erfahrungen und ein paar persönliche (vielleicht auch falsche) Vorgangsweisen teile ich gerne mit:

In einer perfekten Welt passt einfach alles - Das Tier steht an der richtigen Stelle, macht eine einmalige Figur, der Hintergrund ist grandios, es ist früher Morgen, die Luft ist glasklar, die Sonne schaut von der richtigen Stelle herein, das portable Sandsackstativ steht felsenfest und die Kamera/Objektivkombination kann keinen Mikrometer wackeln wenn das Bild mit SVA und Kabelfernbedienung ausgelöst wird.

Leider mußte ich die Erfahrung machen, das diese Momente eher selten auftreten. Daher hat sich folgendes ganz gut bewährt:

  1. Das Beste aus der jeweiligen Situation machen, mit der entsprechenden inneren Bereitschaft, daß eben nicht das technische Optimum erzielt werden kann. Take it easy.
  2. Je kleiner (und schneller) die Tiere sind, um so wichtiger wird der Faktor Zeit. Habe ich nicht zufällig alles am Stativ und Wimberlyhead montiert, ist es oft besser nicht 1 Minute mit der Montage zu verbringen. Zudem ist es in vielen afrikanischen Nationalparks verboten aus dem Auto auszusteigen - hat man keinen Kleinlaster, ist das normale Stativ so sperrig, daß es kontraproduktiv ist. Ab 400mm tue ich mir mit aus der Hand aufnehmen schwer. Es findet sich jedoch fast immer was zum auflegen, anhalten, abstützen.
  3. Der Sandsack. Mein Favorit für lange Brennweiten. Er dämpft den Spiegelschlag ggü. den meisten Stativen weit besser. Meistens lege ich den Sandsack unter das vordere Drittel des langen Objektivs, das ist für mich ruhiger, als wenn er unter der Stativauflage liegt.
  4. Bei der Mondfotografie zu Hause ist mir aufgefallen, daß Luftturbulenzen in der Nähe des Objektivs stärker wirken als jene die weiter weg sind. Finde ich in der Wüste/Steppe einen Schatten(Baum, etc ...) dann verwende ich den um die ersten Meter Luft vor dem Objektiv turbulenzfrei zu bekommen - u.U stehe ich selber schon wieder auf der anderen Seite in der Sonne.
  5. Fotografieren um die Mittagszeit ist immer problematisch. Ein bißchen mehr Toleranz ggü. der technischen Bildqualität erzeugt trotzdem oft Freude. Hilfreich ist es, mit der Mittagssonne hoch oben eher kontrastreiches aufzunehmen. Ein gut getarnter Löwe in der Steppe hebt sich auch nach dem Postprocessing nicht so gut vom Hintergrund ab. Zebra's "leiden" weniger :)

    Mittag's in Namibia, 600mm, Sandsack, auf ca. 10m vor dem Objektiv ist Schatten, Entfernung ca. 100m <Hohe Auflösung hier klicken>
  6. large.jpg

  7. Geschwindigkeit im Handling ist manchmal auch zu den Tagesrandzeiten vorteilhaft. Dieses Zebra wurde um 17 Uhr aufgenommen. Das Tier selbst stand ruhig da. Leider kam ein anderes Fahrzeug aus der Gegenrichtung und hat meine "Betriebszeit" eng beschränkt, da eine Vorbeifahrt mich in eine lang stehende Staubwolke eingehüllt hätte. So blieb mir nichts anderes übrig als den Sandsack auf den Fensterausschnitt und das Objektiv ganz vorne aufzulegen und aufgrund meiner Sehschwäche 2-3 Bilder mit verschiedener Schärfeebene (ich habe ein manuelles AiS 600mm/4) zu machen.
  8. <Hohe Auflösung hier>
    large.jpg

  9. bei wirklich langen Brennweiten, ab 1000mm und darüber, gelingt es meines Erachtens ohne einem zweiten Stativ unter der Kamera nur mehr sehr selten, technisch scharfe Bilder (in voller Auflösung) zu erzielen. Reduktion auf Webgröße kann viel kaschieren.
  10. Bei Mittagszeit spielt das RAW Format ggü. JPEG seine Vorteile besonders aus (Spreizung des Kontrastes, ..)
  11. Zu guter letzt.Viele schöne Bilder sind technisch lausig aufgenommen und wenn man die Sache nicht so eng sieht, macht alles gleich viel mehr Spaß.

LG, Andy
 
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Euch kann man nicht einmal ein paar Tage allein lassen. Und schon wird wieder heftig diskutiert :)
...

[*]Bei der Mondfotografie zu Hause ist mir aufgefallen, daß Luftturbulenzen in der Nähe des Objektivs stärker wirken als jene die weiter weg sind. Finde ich in der Wüste/Steppe einen Schatten(Baum, etc ...) dann verwende ich den um die ersten Meter Luft vor dem Objektiv turbulenzfrei zu bekommen - u.U stehe ich selber schon wieder auf der anderen Seite in der Sonne.
...
LG, Andy

Herzlichen Dank, Andy, für Deine Fülle an Tipps!

Diesen hier oben finde ich bezüglich des Thread-Anfangs sehr bedeutsam.
Mir ist auch schon bei Fern-Aufnahmen aus dem Zimmerfenster aufgefallen,
dass sich die ausströmende Heizungsluft optisch bemerkbar macht.
Ein in einem Hochhaus wohnender Sterngucker sagte mir einmal:
Wenn Du in einer Winternacht nach oben guckst und einer macht unter Dir das Fenster auf, kannst du anfangen mit dem Einpacken...

Wenn es hoffentlich bald wieder wärmer wird, werde ich mich sicherlich
an die Sache mit dem Schatten unter dem Baum erinnern.

Viele Grüße
Herbert

ps. Schöne Bilder!
 
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Deine Ausführungen zu durch Hitze flimmernden Luft und den Auswirkungen auf die Bildqualität sind sicherlich richtig, aber Abstand vom Boden bringt zu der Tageszeit und unter den Bedingunen fast nichts.
Das Bild entsteht von oben herab und das ist bei Tieraufnahmen meist gar nicht sinnvoll!


Der Ingenieur in mir schreit grad: Pythagoras, Pythagoras.

Man möge sich selbst ausrechnen was es für einen Winkel-Unterschied ausmacht, ob das Objektiv auf dem Knie ruht, oder auf einem moderat ausgezogenen Einbein.

Die Geschichte mit der Augenhöhe ist im Prinzip richtig und wird durch diverse schlechte Zoobildchen auch immer wieder belegt, auf die Entfernungen, die hier bei 1020mm Brennweite im Spiel waren sind die paar cm in der Höhe schlicht zu vernachlässigen.
 
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Der Ingenieur in mir schreit grad: Pythagoras, Pythagoras.

Man möge sich selbst ausrechnen was es für einen Winkel-Unterschied ausmacht, ob das Objektiv auf dem Knie ruht, oder auf einem moderat ausgezogenen Einbein.

Die Geschichte mit der Augenhöhe ist im Prinzip richtig und wird durch diverse schlechte Zoobildchen auch immer wieder belegt, auf die Entfernungen, die hier bei 1020mm Brennweite im Spiel waren sind die paar cm in der Höhe schlicht zu vernachlässigen.

Stefan, wenn ich Dich richtig verstehe, sagt Dein Einwand etwas über die Ansicht des Objekts aus, das aus großer Entfernung abgelichtet wird, etwa ein 30 cm großer Hase. Ob aus 50 cm Höhe aufgenommen oder aus 150 cm, das Tier in 50 m Entfernung wird dadurch kaum anders aussehen.

Betrachtet man den Weg der Lichtstrahlen vom Tier zur Kamera, wird man folgendes feststellen:
Bei der sitzenden Aufnahmeposition -wie im Beispiel Hase- Objektiv auf dem Knie (50 cm hoch über dem Boden), verlaufen die Lichtstrahlen über die volle Länge (50 m) über der unmittelbaren Bodenschicht.
Vom (nur) 150 cm hohen (Einbein-)Stativ aus gesehen, taucht ein Ziel-Strahl vom Objektiv zum Tier aber erst nach rund 30 m in diese bodennahe Schicht ein.
Sollte AndyE s Aussage zutreffen
"Bei der Mondfotografie zu Hause ist mir aufgefallen, daß Luftturbulenzen in der Nähe des Objektivs stärker wirken als jene die weiter weg sind.",
dann könnte die gewonnene Höhe über dem Boden MÖGLICHERWEISE eine Verbesserung der Abbildungsqualität mit sich bringen.
Dies wäre unter der Voraussetzung anzunehmen, wenn der Satz gälte: "Unmittelbar über dem Boden wirken sich turbulenzbedingte Dichteunterschiede der Luft stärker bildbeeinträchtigend aus, als in größerem Abstand vom Boden."

Viele Grüße
Herbert
 
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Wir Neider erstarren in Ehrfurcht vor solch geballter Kompetenz.

Wieder was gelernt. Bei Objektiven oberhalb von 5000€ darf man nix kritisieren.

Und dann noch gewürzt mit Feininger....Respekt :up:

Zur Info:
Die Tatsache, daß eine im konventinellen Sinn technisch fehlerhafte Photographie, gefühlsmäßig wirksamer sein kann als ein technisch fehlerloses Bild, wird auf jene schockierend wirken, die naiv genug sind, zu glauben, daß technische Perfektion den wahren Wert eines Photos ausmacht. (Andreas Feininger)
:)
 
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Es gibt viele Bilder die technisch nicht perfekt sind und trotzdem faszinieren können. In fast jedem Buch von Pölking ist mindestens so ein Bild zu sehen.
Allerdings erzählen diese Bilder eine Geschichte und es soll meistens Dramatik und Bewegung rüber gebracht werden.

Mir ist halt immer noch nicht ganz verständlich wieso man bei einem schnellen Einsatz nicht mindestens ein Einbein oder Bohnensack einsetzten kann, liegt aber vielleicht daran dass ich nur ein 300er habe :)

Ansonsten zeigen die Bilder für mich, dass 600er mit TC und Freihand eher zu meiden ist,aber auch so käme ich glaube ich auch nicht auf die Idee dies zu testen.

Allerdings wiederhole ich noch einmal, dass ich die Qualität bei diesen Bilder nicht richtig beurteilen kann, da ich immer noch nicht weiß, wie sie genau bearbeitet worden.

Ich könnte mir bei dem Bild mit dem Reh (was ich sehr gut finde) vorstellen, dass man noch mehr aus dem Bild herausholen kann.
 
Kommentar
Allerdings wiederhole ich noch einmal, dass ich die Qualität bei diesen Bilder nicht richtig beurteilen kann, da ich immer noch nicht weiß, wie sie genau bearbeitet worden.

Es erfolgte keinerlei Bearbeitung, da wir hier nur mit dem absolut notwendigen Mitteln arbeiten. Ledlich Konvertierung mit Capture NX und Verkleinerung auf Web-Niveau.
 
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Nun, Kay, mittlerweile hattest Du reichlich Gelegenheit, über meine Einwände nachzudenken.
Ich habe sie im Beitrag 26 ausführlich formuliert. Vermutlich hast Du sie nicht zur Kenntnis genommen oder nicht verstanden, wo des Pudels Kern liegt:

Du gibst im Beitrag # 34 folgende Ratschläge, um die Bildschärfe zu verbessern:

"Man hätte, wie oben erwähnt, ein Einbein vormontieren können.

Man hätte vorher überlegen können, welche Brennweite man aufgeschraubt hat und hätte die ISO hochdrehen können.

Man hätte einen Bohnensack bereitlegen können, um aufgestützt vom Wagendach fotografieren zu können.

Man hätte erst einmal den Konverter weglassen können, um nicht gerade mit maximaler Brennweite die Versuche mit einem neuen Objektiv zu beginnen."

Diese Vorschläge sind grundsätzlich richtig.

Aber:
Sie hätten weder bei dem Hasen, dem Roadrunner oder bei der Javelina eine extreme Bildverbesserung gebracht. Auch OHNE Konverter wäre die Abbildung erheblich schlechter ausgefallen, und das völlig unabhängig von der Güte des Objektivs.

Ich darf die Bildautoren zitieren:
"Hase, 500/s, Tele auf Knie gestützt"
"Roadrunner, 640/s, Tele auf Knie gestützt"
"Javelina, 640/s, mit TC-17E II, auf Autodach abgestützt"

Nun darf man ja mal darüber spekulieren, in welcher Haltung man wohl ein Tele auf's
Knie stützt. Dann darf man auch noch vermuten, wie hoch über dem Erdboden die Sichtlinie
von der Kamera zum Objekt verläuft. Wenn man die Bilder betrachtet, wird man auch eine Ahnung von der Bodenbedeckung und ihrem Zustand (frisch oder trocken) erhalten. Der Schatten zeigt: Hier steht die Sonne erheblich im Zenit, die Vegetation schreit "Ich bin im Süden".
Was sich nun unter diesen Bedingungen einstellt, ist auf dem angefügten Bild besonders deutlich zu sehen.
11047fbcb42c3931.jpg


Die thermischen Bewegungen der aufgeheizten Bodenluft "zerpflücken" das Bild durch unterschiedliche optische Dichten. Es ist gleichgültig, ob "Flaschenboden", Russentonne oder 10-Kilo-Euro-Röhre, alle Objektive, die ein großes Abbild entfernter Objekte liefern, sind davon betroffen.

Wer seine Motive aus dem Ansitzzelt aus kurzer Distanz über die grüne Wiese oder im Wald "erobern" kann, ist da fein raus. Er wird die turbulenzverursachten Unschärfen kaum bemerken. Völlig anders ist es auf der Pirsch unter den oben genannten Verhältnissen bei hochstehender Sonne und vegetationsarmem/-losem Boden, Sand oder Fels.

Unter diesem Aspekt, ist Kays Rat, es mit dem Einbein zu versuchen, nicht der übelste. Er gibt zumindest eine Chance, die schwere Combo aus der unmittelbaren, bodennahen Turbulenz-Zone herauszuhalten. Ein sicherlich guter Rat ist es ebenso, die ISO hochzudrehen (oder auf zu starkes Abblenden zu verzichten) um auf kürzestmögliche Belichtungszeiten zu kommen. Dadurch wird das thermisch zerpflückte Bild "schärfer".
Problematisch, aber ist die Sache mit dem Bohnensack auf dem Autodach, wenn so über die volle Breite des Fahrzeugs das Objekt angepeilt wird. Das Dach ist unter den o.g. Bedingungen so heiß, dass man Eier darauf braten kann. Die optischen Konsequenzen lassen sich mit dem unbewaffneten Auge leicht beobachten, wenn man über ein in der Sonne geparktes Auto peilt.

Ich fände es außerordentlich sinnvoll, wenn sich die Besitzer längerer Brennweiten einmal mit dieser Problematik weiter befassen würden und eigene Erfahrungen hier vorstellten.
Nicht zuletzt wäre eine Versuchsreihe (Fernaufnahme ohne und über heißes Autodach) zu empfehlen.

Viele Grüße
Herbert

Mensch, Herbert,

meinst Du, ich hätte nur Tpps gegeben, es aber nie ausprobiert?!

In der Praxis entwickelt jeder seinen eigenen Stil: Der Eine freut sich, wenn er im offenen Landrover in der Schnelle die Kamera aufs Knie legen kann; der Andere stützt die Kamera, indem er das Objektiv auf die Schulter seiner Frau legt und der Dritte ahnt was kommt und lascht sein Einbein mit Kabelbindern fest.

Gruß vom
Kay
(der ein altes Handtuch dabei hat, wenn das Autodach für die Arme zu heiß ist - die Kamera liegt eh auf dem Bohnensack - hab im Wohnmobil auch schon die Geräte auf dem Alkoven-Bett gehabt und liegend durch das kleine Fenster fotografiert:

http://www.hehnmobil.de/mbalk/590hs.htm

Sinnvoll ist, die Frau auch fahren zu lassen, damit sie in solchen Situationen Hilfe geben kann nach dem Motto "noch zwei Meter weiter, bitte!"

Mir helfen im übrigen Deine Bemerkungen über die flimmernde Luft keinen Deut weiter. Wenn die Luft zu dem Zeitpunkt an dem Ort flimmert, ist das so ziemlich das einzige, was ich *nicht ändern kann - fast alles andere kann ich ändern!)
 
Kommentar
Es erfolgte keinerlei Bearbeitung, da wir hier nur mit dem absolut notwendigen Mitteln arbeiten. Ledlich Konvertierung mit Capture NX und Verkleinerung auf Web-Niveau.

Wenn nichts geschärft wurde und lediglich herunter skaliert wurde, sind die Ergebnisse doch recht gut. Lediglich beim Geier stimmt der Focuspunkt meiner Meinung nach nicht genau.

Dann noch viel Spaß mit dem Trümmer :)
 
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