Wuxi

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… habe ich Fragen.

Wie soll das möglich sein, dass zwei Konverter (LR und DXO) dasselbe RAW objektivkorrigieren und danach ist in der DXO Variante noch mehr „Rand“ herausgeholt“ worden?

In meiner Logik korrigiert man die Verzerrung zu 100% und danach scheidet man ein Rechteck zu so dass keine „blinden“ Pixel verbleiben.
Wenn DXO besser sein will, korrigieren sie dann die Verzerrung nur unvollständig? (Unter 100%?)

Also ich ahne dass es um die in-camera-korrigierten RAWs der neueren Objektive gehen soll, und DXO claimt mehr harausholen zu können weil sie mit dem unentzerrten OriginalRAW arbeiten (*) aber dem Text kann ich das nicht entnehmen.
Und das ist ja dann auch keine Geheimwissenschaft.


*() Diese von mir so genannten unentzerrten OriginalRAW-Datein kann C1P auch anzeigen (die sehen ganz gruselig aus!!) und verarbeiten. Damit kann man wenn man verzeifelt ist ggf noch etwas matschigen Bildrand zurückgewinnen.

Oder hab ich da was falsch verstanden?
 
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Ich stelle es mir so vor:
Konverter "A" macht eine andere Entzerrungsart als "B".
So wie der Unterschied in der Projektion von FisheyeObjektiven
( https://pt4pano.com/blog/2013/update-fisheye-projektionen )

So verzerrt ("entzerrt") halt A wohl mehr die Mitte, und B mehr an den Rändern.
Dadurch bleibt bei A mehr Fläche übrig.
 
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Wuxi kommentierte
Mehr Fläche bei „A“ aber nur eine +/- 90% korrrekte Entzerrung.

Die Verzerrung ist doch messbar und es gibt eine eindeutige Abweichung jedes Bildpunktes von der prefekten Projektion, die man bei der Entzerrung eindeutig zurücksetzen kann. Oder man cheated und korrigiert nicht alles. (Was ich nicht haben wollte, wenn ich eine Entzerrung vornehme.)
 
Zuletzt bearbeitet:
Nee, die Erklärung ist meiner Meinung nach eine andere. Mal ein paar Beispiele: Die Z8 gibt in ihren Nikon Makernotes als Crop Area "12 8 8256 5504" an. Das sind Offset X, Offset Y, Breite und Höhe. Mit anderen Worten: Die 12 Pixel ganz links (oder nur 6 links und 6 rechts, da bin ich momentan nicht ganz sicher) werden z.B. normalerweise nicht in ein Bild umgewandelt. Das gibt dem RAW-Konverter aber potentiellen Spielraum.

In den Canon Makernotes z.B. für die R5ii gibt es die Werte "Sensor linker Rand = 272" und "Sensor oberer Rand = 176", was noch deutlich mehr Spielraum gibt. Damit arbeitet DxO dann offenbar.

Mit anderen Worten: Bei fast allen Kameramarken hat der Sensor mehr Pixel als die nominelle Bildgröße. In den Bildecken dürfte da eher Bildmatsch drin sein, aber es sind die äußeren Mitten des Sensors, die bei der Objektivkorrektur hauptsächlich gebraucht werden. Diese Bildpunkte sollten sich daher gut nutzen lassen.
 
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Wuxi kommentierte
Ja, so stelle ich mir das auch vor.
 
So weit ich Entzerrungen selbst vornehme, mache ich die mit Corel PaintShop PRO.
Dabei werden keine Bildinformationen (Tonnenförmige: die Seiten-Mitten, Kissenförmige: die Ecken) weggeschnitten, sondern es wird das Bild rechteckig formatiert. Also werden zu klein abgebildete Bildbereiche aufgeblasen und zu groß abgebildete verkleinert.
Während letzteres keine deutlich merkbare Verschlechterung bringt, ist ersteres natürlich mit einem sichtbaren Detailschärfeverlust verbunden.
Bei genügend großen Ausgangsdateien (24-48 MPx und deutlich geringerer Ziel-Bildgröße) ist das Ergebnis m.E. einwandfrei.

In den Kameras selbst wird das m.W. bei der Erstellung der JPGs ebenso gehandhabt:
Vor ein paar Jahren hatte ich eine Sony A7 mit einem Sony-Zoom (24-70, so viel ich mich erinnere), da habe ich mal die RAWs und parallel die JPGs speichern lassen und dann die RAWs mit einem einfachen RAW-Konverter ohne irgendwelche Korrekturen angeschaut.
Starke, multiple Verzeichnungen, massive Vignettierungen und unscharf...
 
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Extrem wird das dann, wenn man das Bild eines zirkularen Fisheye entzerrt. Da bleibt sehr viel auf der Strecke.
 
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L
lokatz kommentierte
Das ist dann aber keine Objektivkorrektur mehr, sondern eine Bildtransformation.Ein Fisheye ist nun mal nicht rectilinear konzipiert...
 
In meiner Logik korrigiert man die Verzerrung zu 100% und danach scheidet man ein Rechteck zu so dass keine „blinden“ Pixel verbleiben.
Wenn DXO besser sein will, korrigieren sie dann die Verzerrung nur unvollständig? (Unter 100%?)

Mein iPhone geht da einen anderen Weg.



Aber zu analogen Zeiten waren krumme Linien eher normal, oder? Oder die Objektive waren teuer und korrigiert? Objektive wie das 14-30 hätte man früher jedenfalls nicht gut gebrauchen können, nehme ich an.
 
Wuxi kommentierte
Objektive wie das 14-30 hätte man früher jedenfalls nicht gut gebrauchen können, nehme ich an.
Ich nehme an, man hätte es vor allem nicht verkaufen können.
Da hätten sich die Kritiker so richtig heißgelaufen, Shitstorm.

Korrigieren hätte man es ja auch „damals“ schon können (sofern genug Megapixel und optische Auflösung vorhanden waren)
 
Sans Ear kommentierte
Prognose: Die Bildqualität (Schärfe, Mikrokontraste und so weiter) ist beim 14-30 wesentlich besser, die Verzeichnung ohne die kamerainterne Korrektur wesentlich schlechter.

Wenn Du jpg produzierst, ist die Verzeichnung bereits rausgerechnet. Aus @Wuxis Sicht könnte man sich fragen, welcher Bildwinkel dann tatsächlich abgebildet wird. Vielleicht ist das 14-30 ja eigentlich ein 13-30.
 
Sans Ear kommentierte
Korrigieren hätte man es ja auch „damals“ schon können (sofern genug Megapixel und optische Auflösung vorhanden waren)

Analog = Print. Wie hätte man da korrigieren sollen?
 
Wuxi kommentierte
Ich vergleiche mit DSLR. Auf chemische Bildgebung will ich nicht mehr zurückgehen, das ist vorbei.
 
N
Nicname kommentierte
Analog = Print. Wie hätte man da korrigieren sollen?
Für mein Shift PC-Nikkor 28mm f/3.5 aus den späten Achtzigern hatte ich mir in Nikon Capture NX2 seinerzeit ein eigenes Profil für die Verzeichungskorrektur angelegt, um gescannte Dias und Negative im Tiff-Format damit ebenso verbessern zu können, wie mit dem Objektiv später aufgenommene Digitalbilder zu D80-/D800-Zeiten.
 
Ich habe den Eindruck ds DxO flächenmässig mehr aus RAW herausliest und somit in der Ecken mehr zu sehen ist.
 
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Wuxi kommentierte
Interessante Theorie!
 
https://www.dxo.com/de/news/optics-modules-august-2026 schrieb:
Bei Ultraweitwinkel-Brennweiten muss jeder RAW-Konverter starke geometrische Korrekturen vornehmen und anschließend entscheiden, wie viel des korrigierten Bildes er sicher beibehalten kann.
Jeder RAW-Konverter hat andere Algorithmen und ist unterschiedlich mutig beim zuschneiden.

Sieht nicht nach exakter Mathematik eines geometrischen Problems aus, eher nach wieviel kann ich dem Kunden unterjubeln, bevor er was bemerkt.
 
Timbre kommentierte
Pixel shiften reicht ja nicht, man muss neue hinzuinterpolieren. Und hier sehe ich schon Freiheitsgrade für die Toolhersteller, wie verzerrt beispielsweise die Pixel im Randbereich werden dürfen, bevor gecropt wird. Und ob immer das Seitenverhältnis des Ursprungsbilds beibehalten wird, oder das Foto auch breiter oder flacher werden darf. Es gibt sicher noch mehr Dinge. DXO gibt ja an, dass sie die Kamera/Objektiv-Kombinationen im Labor durchmessen um ihre Parameter zu optimieren, wie Adobe das behandelt weiß ich nicht.
 
markusm1000 kommentierte
Die Realität besteht nicht aus Pixeln, die man shiften könnte - oder Bildpunkten, Zerstreungskreisen oder ähnlichem, was schlauen Leuten da so alles einfällt. Das sind gedankliche Vereinfachungen, um solcherart Probleme überhaupt erfassen und dann berechnen zu können.
In einer Computergrafik wiederum kommen keine Kurven, Winkel, Wölbungen usw. vor - nur Pixel.

Dass das Runde mit dem Eckigen nicht zusammen geht, haben andere schlaue Leute schon vor langer Zeit herausgefunden und bis heute kann niemand rückstandsfrei einen Kreis quadrieren.
 
Wuxi kommentierte
Natürlich, du hast recht. Aber was „14,6% Bildfeld“ angeht stimmt meine vereinfachte Betrachtung!
Markus, ich schätze Deine Beiträge sonst sehr, aber das ist jetzt mal BS. Man kann 3D, Objektivabbildung und Projektionen alles sehr gut berechnen, da braucht es keine Alchemie.
 
markusm1000 kommentierte
Schau Dir Dein Beispiel an und überlege, was mit der gewölbten Fläche passiert, wenn Du sie flachdrückst. Was passiert mit der in der Fläche enthaltenen Information?
Mit Projektionen schlagen sich Menschen herum, seit sie die flache Erde zu einem Ball aufgeblasen haben. Man könnte meinen, dass sei eine ziemlich blöde Idee gewesen.

Jedenfalls liegt in genau diesen Differenzen und Unzulänglichkeiten zwischen Rund und Eckig die Antwort auf die Frage, wieso die eine Firma mehr aus einem Bild herausholt als die andere. Sie interpretiert und interpoliert das Bild anders, geht mutiger mit Abweichungen um und hat das bessere Marketing.
Was es dabei nicht gibt, ist eine vermeintliche mathematische Exaktheit, mit der man "ganz einfach" das eine zu 100% in das andere transformieren kann.
 
Wuxi kommentierte
Alter, jetzt rede Dich nicht noch weiter rein. 3D-2D-Projektionen hat man seit Jahrhunderten mathematisch im Griff.

Interpolieren können manche besser als andere, kann sein.

Aber mehr Bildwinkel aus dem Nichts generieren, das ist Folklore.
 
Früher (vor Nikon Z) gab es „Korrekturvorschriften“ für einzelne Objektive, die Lightroom anwenden konnte, wenn sie denn vorlagen. Ich gehe davon aus, dass diese von Nikon stammten. Bei neuen Objektiven konnte es dauern, bis diese von Adobe bereitgestellt wurden.

Bei Nikon Z-Objektiven sind die Korrekturvorschriften in Lightroom sofort verwendbar, weil die Objektive diese schon in ihrer Software enthalten und die Kamera diese ins Bild einbettet. In der Anfangszeit von Z habe ich mich gewundert, dass Adobe keine Z-Objektive in der Liste der unterstützten Nikon-Objektive gelistet hat. Seit Z braucht es diesen Umweg nicht mehr. Die Vorschriften kommen im Bild und direkt von Nikon.

Fazit für den obigen Vergleich: Es geht um DXO vs. NIkon.
 
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peterkdos kommentierte
Ja, bei Z Reihe ist es eindeutig so.
 
Die Frage ist mir zu akademisch und technisch abgehoben.
Wenn ich ein 24/1.8 kaufe und das hat nach Software-Korrektur (JPG ooc, DXO, oder LR) noch den Bildwinkel eines 24mm Objektives, brauchbar bis in die Ecken, dann ist doch alles im Lot - ich bekomme das, wofür ich gezahlt habe.

Ich finde es übrigens gut, dass Objektive nun nicht mehr mühsam optisch (durch Linsen) korrigiert werden müssen, sondern Optik und Software kombiniert werden, dadurch werden Objektive leichter und günstiger. Wer sich die RAWs ohne Korrektur anschaut und sich dann echauffiert, schneidet seine Rasenränder auch mit der Nagelschere.
 
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volkerm kommentierte
Und, das Ergebnis lautet wie? Hat dein 24mm nach Korrektur tatsächlich noch den erwarteten Bildwinkel?
 
HaDiDi kommentierte
Bei Sony und Sigma ist das so!
 
Nun ja.
Zitat aus dem Beitrag, der hier diskutiert wird:
"Nach Messungen von DxO bleibt bei 20 mm mit einem DxO-Modul bis zu 14,6 Prozent mehr vom Bildfeld erhalten als bei der Entwicklung derselben RAW-Datei in Adobe Lightroom."
Aha.
Bis zu 14,6 % mehr. Für 14,7% hat's nicht mehr gereicht?
Sorry, aber diese Werbe-Aussagen mit "bis zu" sind schon, ahem, speziell. Zumal das keiner konkret Nachprüfen kann. "Nach Messungen von DXO". Ja klar, nach wessen "Messungen" denn sonst?

Wenn jedes Software-Produkt bei der Entzerrung möglichst präzise entzerrt und dabei keine vorhandenen Randbereiche verschenkt, kann sich das Ergebnis nicht großartig voneinander unterscheiden.
Es sei, denn, die Entzerrung insbesondere am Rand ist eben nicht ganz exakt - dann könnte ein unterschiedlicher Beschnitt resultieren. An der Stelle bin ich da ganz klar bei Franks @Wuxi statement.
Was man in der Tat nicht vernachlässigen sollte, ist das exakte Format des Bildinhalts. Denn dieses wird durch die Entzerrung zwangweise minimal geändert - will man also das Ursprungs-Bildformat (und Aspektverhältnis!) erhalten, dann verschenkt man zwangweise in einer Achse ein bischen Bildrand, den man erhalten könnte. Da ist der Hinweis von @Timbre (Beitrag 8.2) absolut korrekt.

Und nun mal etwas provokant formuliert: wenn DXO eine besonders präzise Entzerrung durchführt, würde das bei vielen Verzeichnungstypen eher dazu führen (müssen!), dass das übrigbleibende Bild weniger Randinformation besitzt (also weniger Bildfeld erhalten bleibt) als mit einer Entzerrung, die nicht ganz 100%ig ist.

Grundsätzlich ist es sehr löblich von DXO, wenn die sich um eine besonders präzise Vermessung von Objektiven bemühen.

Allerdings muss man an dieser Stelle auch klipp und klar sagen, dass niemand die Verzeichnung eines Objektives besser kennt und beschreiben kann, als der Hersteller (oder ich sollte präziser sagen, als der Entwickler/Designer). Denn die für die Optik-Berechnung eingesetzten Programme liefern diese Daten selbstverständlich in beliebiger Genauigkeit frei Haus.

Ein Beispiel.

Ein "Photographisches Objektiv" von Carl Zeiss aus den 30er Jahren.
Die Linsendaten habe ich dem deutschen Patent Nr. 652062 entnommen. So sieht der Linsenschnitt aus:



Das Objektiv sieht ein bischen speziell aus; ich habe dieses Objektiv eben mal schnell ausgewählt, weil es ein "gutes" Beispiel für eine etwas größere Verzeichnung zeigt (knapp 5%), die darüber hinaus auch noch am Rand (in den Bildecken) wieder in die andere Richtung zurück geht:



(Nicht wudern über die Skalierung der y-Achse: dargestellt ist nicht die Bildhöhe in mm, sondern der Bildwinkel.)

Eine korrekte, präzise Entzerrung für dieses Objektiv wäre relativ anspruchsvoll - und schwierig zu messen, da sich gerade am äußersten Bildrand bzw. in den Ecken die Parameter verändern. Wenn man jedoch die hier gezeigte Distortion-Kurve zur Verfügung hat, steht einer beliebig genauen Entzerrung nichts im Wege. Jedenfalls gehe ich davon aus, dass eine möglichst genaue Entzerrung das Ziel sein sollte. Sonst kann man es auch bleiben lassen.

Absolut nichts gegen DXO - aber es so darzustellen, dass man die Entzerrung grundsätzlich mit weniger Bildfeldverlust hinbekäme, finde ich technisch unbegründet und nicht nachvollziehbar. Um es mal ganz sachlich zu formulieren.

Ich verwende Capture One und bin damit sehr zufrieden. Auch was die Entzerrung anbelangt, wenn's mal nötig sein sollte.
 
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N
Nicname kommentierte
... Ich verwende Capture One und bin damit sehr zufrieden. Auch was die Entzerrung anbelangt, wenn's mal nötig sein sollte.
Danke für Deine aufschlussreichen Ausführungen, Roman. Das sehe ich genauso. Capture One entnimmt die Korrekturdaten bei neueren Objektiven dem "Manufacturer Profile" des Herstellers und zeigt diesen Status an. Das sollte dazu führen, dass die hiermit erzeugten JPGs exakt denen aus der Kamera oder aus Nikon NX Studio entsprechen. Ob das Seitenverhältnis von 3:2 beibehalten oder auf Grund des Korrekturprofils geringfügig geändert werden soll, kann man am Bildschirm selbst überprüfen und entscheiden.
 
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