Ich möchte noch etwas hinzufügen.
Erstens ist die Bundschließe streng zu unterscheiden von der Beutelschließe. Erstere dient dazu, einen
Stapel
Briefe so zusammenzubinden, daß dieser jederzeit mit nur einer Hand wieder geöffnet werden kann.
Die Beutelschließe sieht anders aus und dient dazu, Postbeutel (vulgo auch Säcke genannt, womit man aber
jeden eingefleischten Postler in die Flucht schlagen kann) zu verschließen, wobei es ebenfalls wichtig ist,
daß diese leicht wieder geöffnet werden können.
Exkurs: viele (ausländische?) Luftpostbeutel werden übrigens mittels eines Metallstreifens unlösbar verschlossen,
was dem Gedanken der leichten Öffenbarkeit natürlich entgegensteht.
Und noch dies: Im Internet, genauer auf Wikipedia, steht, wieder einmal, Mist, Diesmal über die Bundschließe.
Sie hat - natürlich - nicht einen Durchmesser von einem Zentimeter, sondern von genau 25 Millimetern. Und die
daran geknüpfte Kordel ist auch kein "Bindfaden", sondern eine weiche Flechtschnur aus Baumwolle.
Selbst bei der Museumsstiftung Post und Telekommunikation vermag man nicht zwischen Materialen zu
unterscheiden, hier besteht die Schnur der Bundschließen angeblich aus "Hanf". Das wäre ja nun sehr
"hautfreundlich", wenn die Zusteller und Zustellerinnen dutzendemale am Tag mit einer groben Hanfschnur
hantieren müßten. Ich habe sowohl bei der Museumsstiftung als auch bei Wikipedia diesbezüglich meinen
Senf dazugegeben, aber bisher noch nichts erreicht. Ich bleibe dran!
Es lebe die Bundschließe!!!
Wer die Bundschließen (oder die Beutelschließe) der Sammlung der Museumsstiftung Post und Telekommunikation
einmal sehen möchte (es gibt dort alle Farben), gibt hier das Suchwort "Bundschließe" oder "Beutelschließe" ein:
http://emp-web-09.zetcom.ch/eMP/eMuseumPlus?service=ExternalInterface&moduleFunction=search
(Und nun soll noch einer sagen, das Internet mache doof.)
Edith meint, ich solle noch etwas zur Anwendung sagen.
Um nun einen Briefstapel mittels der Bundschließe zu binden, nimmt man den Stapel Briefe in eine Hand, legt
die eigentliche Bundschließe obenauf und hält sie mit einem Finger (dem Daumen) fest. Dann legt man die Schnur
um den Stapel herum, führt sie nach vorne, einmal an der Bundschließe in einer Kehre von 90 Grad vorbei, dann
quer um den Briefstapel herum und gelangt nun wieder nach vorne zur Schließe. Jetzt muß man nur noch die
Schnur ein- oder zweimal um die Bundschließe wickeln, wo sie durch die sinnreiche Gestaltung derselben
festgeklemmt und somit gehalten wird. - Der Briefbund ist fertig!
Kleiner Nachtrag: Nach einem Eintrag bei der Museumsstiftung Post und Telekommunikation (dort sind übrigens
auch die Abmessungen genannt) nannte man die Bundschließen früher Schnürösen. Wann "früher" war, wird
allerdings nicht mitgeteilt.
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