Q
Mit dem DB biegt man, vom Weg abkommende, Typen wieder zurecht, damit sie die anderen Typen nicht mehr behindern.
BZW die Arme der Typen, keine Ahnung wie man die nennt (Typarm)?
Es sind Typenhebel, an deren oberem Ende sind die Typen aufgelötet.
Wie konnte hier so rasch jemand die Lösung finden?
Das ist geradezu mysteriös!!
Man biegt damit tatsächlich die Typenhebel. Diese sind ja flach, so etwa 1,2 bis vielleicht 1,5 mm stark und einige Millimeter breit.
Mit der schmalen Kerbe faßt man sie erstens, um sie nach links oder rechts biegen zu können.
Zweitens fasst man sie mit der breiten Kerbe quer und kann sie dann ein wenig nach "oben" oder "unten" biegen.
Muß man stärker korrigieren, benötigt man anderes Werkzeug. Davon hätte ich auch etwas hier...
Sinn des ganzen ist es erstens, daß die Typen exakt in der gedachten Mitte anschlagen, so daß das Schriftbild gleichmäßig ist und kein
Buchstabe näher am anderen zu stehen kommt als der andere.
Und Sinn ist es zweitens, daß die Typen auf dem auf die Walze gespannten Papier oben und unten gleichmäßig stark aufschlagen, denn
sonst besteht zum Beispiel ein großes I aus einem Strich, der nach oben oder unten hin heller / dunkler wird.
Ich reiche den Pokal an Ernie62 weiter!
Mein Vater war Büromaschinenmechaniker. Deswegen hatte er beruflich mit den bereits genannten "Damen" zu tun. Daher ist es für mich
auch völlig normal, Caramba, Brennspiritus, Benzin, Nitroverdünnung, Schrauben, Zangen, diverse Klebstoffe etc. etc. daheim zu haben.
Man fühlt sich ja ansonsten nackt.
Noch eins: die Büromaschinenmechaniker waren (das hat sich mittlerweile geändert, seit dieses Berufsbild ausgestorben ist) immer die feinen
Pinkel unter den Handwerkern. Es war üblich, daß ein Büromaschinenmechaniker nicht nur zum Kunden - also meist ins Büro - in Kombination
Hose-Sakko (selten vielleicht auch im Anzug) und natürlich mit Krawatte ging, sondern so angezogen erschien er auch in der Werkstatt.
Natürlich zog er sich dort einen Kittel über.
Und ich habe meinen Vater auch kaum anders gesehen - fast immer in Kombination und mit Krawatte. Und mit Aktentasche! Da hatten die
Büromaschinenmechaniker natürlich keine Akten drin, sondern ihr Pausenbrot und eine Thermosflasche.
Ebenso üblich war es in diesem Beruf, daß sämtliche Werkzeuge "fein" waren, also die überwiegende Mehrzahl der Werkzeuge, ob Zange,
Schraubenzieher oder sonstige, hatten veredelte Oberflächen. Hämmer mal ausgenommen, aber sonst war fast alles vernickelt oder verchromt.
Deswegen ist es merkwürdig, daß dieses hier vorgestellte DB, das der Mechaniker ja des öfteren zur Hand nehmen und auch geraume Zeit
damit hantieren mußte, so eine unedle Oberfläche hat.
Und noch etwas: es liegen hier im Keller noch andere Werkzeuge zum Typenhebel richten, die alle unterschiedlich aussehen, denn es gab ja
bei Schreibmaschinen, Rechenmaschinen, Fakturiermaschinen, Fernschreibern... eine große Fülle an unterschiedlichsten Konstruktionen.
Aber davon könnte - könnte - mein Vater mehr erzählen als ich es vermag.
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