Der DX Sensor hilft natürlich am langen Ende, im Telebereich.
Helfen natürlich in dem Sinne, dass man zur Erzielung des gleichen Bildwinkels den DX-Sensor mit einem bei gleicher Lichtstärke weniger voluminösen, leichteren und möglicherweise auch etwas preiswerteren Objektiv kombinieren kann.
In Bezug auf die beim Betrachten eines Ausdrucks wahrgenommene Schärfe - auf die meinem Eindruck nach viele Mitglieder hier ja größten Wert zu legen scheinen - hilft der DX-Sensor jedoch vom Grundsatz her nicht. Denn ein Ausdruck eines mit einer DX-Kamera aufgenommenen Fotos stellt bei identischem Bildwinkel und Ausgabeformat eine um den Faktor 1,5 stärkere Vergrößerung der vom DX-Sensor gescannten optischen Abbildung des Motivs dar, da das Motiv in der Sensorebene einer FX-Kamera ja bei gleichem Bildwinkel um den Faktor 1,5 größer abgebildet wird als in der Sensorebene einer DX-Kamera.
Das mit einem DX-Sensor kombinierte Objektiv müsste also zur Erzielung des identischen Schärfeeindrucks bei identischem Bildwinkel und Ausgabeformat sowie identischer Betrachtungsentfernung bei um den Faktor 1,5 höheren
Ortsfrequenzen die identischen
MTF-Werte aufweisen, wenn auch nur bis zu einem Bildkreis, dessen Durchmesser nur 2/3 des Durchmesseres des FX-Bildkreises beträgt.
Da jedoch die MTF-Werte eines Objektivs stets mit ansteigender Ortsfrequenz abfallen, ist es in aller Regel nicht der Fall, dass DX- und/oder FX-Objektive innerhalb des DX-Bildkreises bei um den Faktor 1,5 höheren Ortsfrequenzen die identischen MTF-Werte aufweisen wie bauartähnliche FX-Objektive mit einer um den Faktor 1,5 größeren Brennweite innerhalb des FX-Bildkreises.
Wenn man zum Beispiel bei DxOMark in der nachstehend verlinkten Liste
http://www.dxomark.com/best-carl-zeiss-lenses oben unter "MOUNTED ON" und dann weiter ganz rechts in der Spalte „Compare“ Kombinationen eines Zeiss Otus 1,4/85 mit Nikon FX-Kameras und Kombinationen eines Zeiss Otus 1,4/55 mit Nikon DX-Kameras (ähnlicher Bildwinkel) auswählt, und dann im Menü unter „Measurements“ => „Sharpness“ => „Profiles“ die Acutance-Profile der jeweiligen Kombinationen miteinander vergleicht, wird man feststellen, dass die Acutance-Werte der FX-Kombinationen oft um mehr als 4% höher ausfallen als die Acutance-Werte der DX-Kombinationen. Und solch ein Unterschied von mehr als 2 JND (Just Noticeable Difference) wäre
laut der dreiteiligen ISO 20462 von der Mehrzahl der Betrachter unter den von DxO bei Berechnung der Acutance-Werte als "use case" unterstellten Betrachtungsbedingungen (Betrachtungsentfernung = kurze Seite eines Ausdrucks im Format 2:3) wahrnehmbar.
Die genauen Zahlenangaben für die Acutance-Werte erscheinen jeweils an den "field positions" 0% (Bildmitte), 33% (1/3 Bildkreis), 66% (2/3 Bildkreis) und 100% (Bildecken), wenn man mit der Maus über die Profil-Kurven fährt. Die durchgezogenen Profil-Kurven zeigen dabei die sich bei der Abbildung horizontaler Motivstrukturen ergebenden Acutance-Werte. Die gestrichelten Profil-Kurven zeigen die sich bei der Abbildung vertikaler Motivstrukturen ergebenden Acutance-Werte.