Die D750 und die Wetterfestigkeit

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Dann schau mal bittschön in die BDA! :lupe:


Ich finde in der BDA mindestens zwei salvatorische Klauseln:

"Nikon übernimmt keine Haftung für Schäden, die durch den Gebrauch
dieses Produkts entstehen." BDA D750, S. xvii

(...)

Damit meinen die aber Schäden im Sinne des Produkthaftungsgesetztes, also nicht einen Schaden an der Kamera selbst sondern an Sachen und Personen.

zB: Objektiv löst sich durch fehlerhafte Verriegelung vom Gehäuse und fällt dem Fotografen auf den Fuß.
 
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Geradezu anmaßend finde ich es, denjenigen, die sich auf die Werbung verlassen, einen gesunden Menschenverstand abzusprechen.

Hab ich nicht getan, im Gegenteil.

Wer seinen Verstand einsetzt um Formulierungen in einem Werbeprospekt zu zerpflücken, der ist auch in der Lage ihn zu nutzen, wenn es um die Verwendung eines abgedichteten Elektrogerätes geht.

Dass hier, wie immer im Leben, mal einer durchs Raster fällt, ist mir bewusst. Wer sich eine D750 kauft, weil er unbedingt und regelmäßig Fotos im Regen machen möchte, der fällt womöglich auf die Nase. Aber auch nur dann, wenn wenn er den Werbespruch allzu wörtlich nimmt, ihm blind vertraut und ihn nicht hinterfragt, bevor er die Kamera kauft.

Es gibt Elektrogeräte, die sind nicht abgedichtet. Mit denen kann man in den Regen gehen und muss damit rechnen, dass sie verrecken. Es gibt Elektrogeräte, die sind abgedichtet, mit denen man in den Regen gehen kann und sie halten das aus.

Ist es wirklich legitim sich so blöd zu stellen, dem auf Biegen und Brechen zu vertrauen?

Ein Beispiel aus meiner Branche: Baumaschinen sind dafür gemacht Staub und Regen auszuhalten. Kleingeräte, wie Rüttelplatten sind dafür gebaut ständig staubiger Luft ausgesetzt zu sein. Was meint Ihr, woran verrecken die Dinger am häufigsten? Na klar - daran, dass Staub ins Innere gerät.

Dass hier die Aussage von Nikon Deutschland als bare Münze genommen wird, das ist der eigentliche Knackpunkt. Wenn mans drauf anlegt, dann findet man überall einen Haken. Wenn man ein wenig nachdenkt, dann weiß man:

Das Gerät ist abgedichtet, es wird aber vor Feuchtigkeit gewarnt. Man muss nicht in Panik geraten, wenn die Knipse mal nass wird, sollte sie aber auch nicht mutwillig und über Natur nass regnen lassen. Für mich eben völlig logsich.

Aber mir reichts jetzt hier auch. Perfektion soll der einfordern, der selber perfekt ist.
 
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Das Herumreiten auf rechtssicheren Formulierungen in einem Prospekt find ich total spießig. Noch spießiger find ich, wenn man in diesem Zusammenhang von Abmahnanwälten redet.
Ach weißt Du, Albert, ich lasse mich gerne einen Spießer nennen, wenn ich für jedes "Spießer", das man mir entgegenwirft, 2.000 € für eine Kamera spare, weil im Zweifelsfall Nikon an seinen Werbeversprechen gemessen wird und nicht am Kleingedruckten auf S. 450 der BDA. :D

Soll Nikon seine Gehäuse demnächst überhaupt nicht mehr abdichten, weil es unmöglich ist, mit so einer Abdichtung zu werben? Was kommt am Ende dabei heraus, wenn solche Ansprüche erhoben werden? Soll eine D750 5.000€ kosten?
Darüber soll sich bitte schön der Hersteller seine Gedanken machen, das muss ich als Verbraucher nun wirklich nicht.

Man darf die Sache mit "Wie kann der Verbraucher nur so blöd/naiv/unbedarft/... sein, der Werbung zu glauben?" auch mal vom Kopf auf die Füße stellen: "Wer zwingt eigentlich einen Hersteller dazu, in seiner Werbung den Kunden seiner Produkte das Vorhandensein von Eigenschaften zu suggerieren, die in dem Moment zurückgenommen oder so weit eingeschränkt werden, dass sie eigentlich Makulatur sind, in dem der Kunde sein Geld für eben diese Produkte ausgegeben hat?"
Genau das ist es nämlich, was unlautere bzw. irreführende Werbung ausmacht. Und mit "auf einer Sache herumreiten" hat das wenig zu tun, es sei denn, Du findest es spießig, dass Leute sich nicht gerne von der Industrie irreführen lassen möchten. ;)
 
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Was würde ich in eine Werbebroschüre schreiben, wenn ich als Hersteller eine Kamera auf den Markt brächte, die abgedichtet ist?

"Bei A760 handelt es sich um eine abgedichtete, digitale Spiegelreflexkamera. Wir garantieren, dass dieses hochwertige Elektrogerät einen Regenspaziergang von exakt 96 Minuten übersteht, wenn in dieser Zeit nicht mehr als durchschnittlich 84mm/qm Regen fällt, jedoch nicht mehr als 16mm/qm innerhalb von 13,4 Minuten ..."

Oder sollte ich an den gesunden Menschenverstand beim Umgang auch mit abgedichteten Elektrogeräten appellieren?

Oder nehme ich mir, genau wie jeder andere Hersteller, heraus, es bei einem markigen Werbespruch zu belassen und einfach auf die Tatsache hinzuweisen, weswegen ich diese Kamera abgedichtet habe? Nämlich dass man sie Regen und Staub aussetzen kann.
 
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Ich denke, dass dieser spezielle Fall eines der typischen Beispiele ist, weshalb man der Werbung einfach nicht glauben darf. Werbung ist etwas, was ich nicht einmal im Traum als Informationsquelle berücksichtigen würde. Es reicht schon die Beeinflussung durch die Werbung, der ich mich nicht entziehen kann. Und was die Wetterfestigkeit betrifft, gerade diesbezüglich suggeriert doch fast jeder Hersteller eine Leistung, die nicht erbracht wird. Warum soll das bei der D750 anders sein?

Auf der anderen Seite ist so etwas wie dieser Fall selbstverständlich eine Schweinerei. Die Werbung in diesem Fall und die Reaktionen des Service finde ich sehr befremdlich. Den Ärger und die Aufregung kann ich gut verstehen. Ich wünsche solchen Herstellern, dass sie, wenn sie schon nicht selber ihr Verhalten ändern, irgendwie gezwungen werden (und sei es durch Gerichtsprozesse), solche Irreführungen in Zukunft gefälligst zu unterlassen. Meine Erwartungen sind allerdings pessimistisch.
 
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Dieses Hin- und Hergeschreibe ist doch irgendwie blöd.

Ich bin da anscheinend anders, als Ihr. Ich lass es jetzt dabei bewenden. Im Übrigen: Ich habe seit locker 10 Jahren keinen einzigen Werbeprospekt mehr gelesen. Warum wohl?
 
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Was würde ich in eine Werbebroschüre schreiben, wenn ich als Hersteller eine Kamera auf den Markt brächte, die abgedichtet ist?

Es gibt den sogenannten IP Code, International Protection Marking, IEC standard 60529. Dem kann entnommen werden, wie sehr ein Gerät abgedichtet ist und welche Bedingungen es aushält. Die Werbung ist bei mehr oder weniger allen Herstellern ähnlich, aber manche nennen den IP Code, wie ich bereits einige Beiträge vorher geschrieben habe. Was spricht dagegen, den IP Code in den technischen Daten zu nennen?
 
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Ganz ehrlich. Ich finde dieses Prospekt eher Information zum Produkt als Werbung. Es geht um Fakten um den Kunden über das Produkt zu informieren. Besonders auf den hinteren Seiten hat es mit klassischer Werbung, die auch gerne mal übertreiben kann, nichts zu tun.

Womit soll man sonst seine Kaufentscheidung treffen, wenn nicht mit den Infos, die der Hersteller zur Verfügung stellt?

Natürlich habe ich auch andere Tests im Internet gelesen aber das war manchmal eher Werbung als das Prospekt.
 
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Ich persönlich bin natürlich seit Jahren mit Foreninfos versorgt (auch das hat nicht nur Vorteile ;))

Da lernt man natürlich auch, wieviel Schlamm, Staub und Dreck ein Fotoapparat aushält, bzw. aushalten kann. Aus eigener Erfahrung lernt man auch. Und gerade beim Thema Umgang mit dem Gerät gehen die Meinungen extrem weit auseinander.

Es gibt die, die mit weißen Seidenhandschuhen arbeiten und Objektive nur im Reinraum wechseln, aber auch die, die ihre Ausrüstung für ein einziges Foto aufs Spiel setzen. Mich kannst Du mal eher rechts auf der Skala ansiedeln ;)
 
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und wieso sollte ich bei allem was ich kaufe, meine zeit im internet verbringen? gibt wirklich schöneres als mühevoll gerätebewertungen zu studieren. ;)

Das halte ich für zu kurz gedacht. Kameras sind komplexe Geräte. Es gibt außerdem sehr viele sehr unterschiedliche Kameras und Typen von Kameras. Irgendwie muss man sich informieren, um eine passende Kamera auszuwählen. Sicher kann man in den immer kleiner werdenden Fachhandel gehen und das Glück haben, gut beraten zu werden, aber es ist durchaus hilfreich, auch noch andere Informationsquellen hinzuzuziehen. Dazu gehören nun mal Internet-Seiten.
 
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Das halte ich für zu kurz gedacht. Kameras sind komplexe Geräte. Es gibt außerdem sehr viele sehr unterschiedliche Kameras und Typen von Kameras. Irgendwie muss man sich informieren, um eine passende Kamera auszuwählen. Sicher kann man in den immer kleiner werdenden Fachhandel gehen und das Glück haben, gut beraten zu werden, aber es ist durchaus hilfreich, auch noch andere Informationsquellen hinzuzuziehen. Dazu gehören nun mal Internet-Seiten.
ja, vermutlich dachte ich zu kurz. bin mal wieder von einer ordentlichen beratung vor ort ausgegangen. leider ist man da auch nicht immer gut bedient.
 
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Mich nervt es heutzutage eher, wenn an jeder Topfblume ein Zettel hängt "Nicht zum Verzehr geeignet" ...

Oder in amerikanischen Filmen die Schrift im Rückspiegel "Objekts in Mirror are closer, than they appear" bzw. auf den Getränkebechern "Caution: Hot beverages are hot!"

Mein Lieblingsspruch ist aber "Avoid alcoholic beverages while using this product" :up:
 
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Das ist soweit richtig, jedoch ist das Bajonett nicht so arg gefährdet. Sicherlich, mechanisch sind viele Teile empfindlich, aber eher weniger durch Flüssigkeit. Elektrisch ist der Kram recht robust und solche riesigen Mengen fließen da in keinem Fall rein. Ich schätze sogar, der Gang durch eine laufende Autowaschanlage ist unkritisch. Richtig problematisch ist Süßwasser immer dort, wo man nicht zügig wieder wegbekommt und es dadurch zu Korrision kommt. Da man im Bajonett eigentlich überall zum reinigen gut herankommt, also nicht dramatisch. Ich kann mir so richtig nicht die Wassermengen vorstellen, die vorne eindringen und in die Elektronik fließen.
 
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Hab ich nicht getan, im Gegenteil.

Ne, hast Du nicht. Dich hatte ich bei der Aussage auch gar nicht im Hinterkopf.

Wer seinen Verstand einsetzt um Formulierungen in einem Werbeprospekt zu zerpflücken, der ist auch in der Lage ihn zu nutzen, wenn es um die Verwendung eines abgedichteten Elektrogerätes geht.

Dass hier, wie immer im Leben, mal einer durchs Raster fällt, ist mir bewusst. Wer sich eine D750 kauft, weil er unbedingt und regelmäßig Fotos im Regen machen möchte, der fällt womöglich auf die Nase. Aber auch nur dann, wenn wenn er den Werbespruch allzu wörtlich nimmt, ihm blind vertraut und ihn nicht hinterfragt, bevor er die Kamera kauft.

Ich bin da insoweit bei Dir, dass derjenige, der wirklich bewusst plant, mit der Kamera im Regen zu fotografieren, sich nicht blind auf Werbeprospekte verlassen darf und sollte. Das wird auch, glaube ich, kaum einer tun. Aber es geht hier nach meinem Verständnis um die beiläufige Produkteingeschaft. Um die Werbeaussage die ich abrufe, wenn ich mal zufällig in die Situation (Regen) komme.

Ist es wirklich legitim sich so blöd zu stellen, dem auf Biegen und Brechen zu vertrauen?
Nee, ist es zum eigenen Selbstschutz (und des Portemonnaies) natürlich nicht. Aber was meinst Du, wie viele sich blöd stellen, wenn es zum Schadenfall kommt. Dann nämlich werden solche Werbeaussagen zerpflückt.

Ich selber bin bei Elektronik und Regen/Feuchtigkeit immer sehr skeptisch. Ich habe neben einer Nikon auch die Olympus OM-D E-M1 mit dem 12-40 Objektiv. Beide Bauteile sind abgedichtet gegen Regen. Aber sobald es anfängt zu regnen, verschwindet auch diese Ausrüstung bei mir in einer wasserdichten Tasche. Für mich passen Fotoapparat und Regen gefühlt nicht zusammen. Nun ist es bei mir aber auch so, dass ich im Regen nicht fotografieren muss.

Aber es wäre doch trotzdem wünschenswert, wenn wir alle den Werbeaussagen mehr vertrauen könnten, oder?! Selbst meine beiden Jungs (9 und 6 Jahre alt) kommentieren Spielzeugwerbung auf KIKA manchmal mit: "Das stimmt aber gar nicht wie die das dort darstellen. Der Lego-Hubschrauber kann gar nicht alleine fliegen" (ist ein dummes Beispiel sein, aber mir viel natürlich gerade nichts Passendes ein). Will sagen, selbst Kinder merken - natürlich zum Einen auch aufgeklärt durch uns Eltern, aber auch aus eigener Erfahrung - dass man Werbeaussagen nicht blind vertrauen kann. Schade eigentlich, dass selbst Kinder sich schon veräppelt vorkommen, oder?!


Aber mir reichts jetzt hier auch.

Im Grunde sind die Argumente auch alle ausgetauscht und die Diskussion dreht sich im Kreis. Jeder hat seinen Standpunkt dargestellt und diese unterscheiden sich halt nun mal. Und das ist ja auch gut so. Ich glaube, deshalb muss und wird hier keiner dem anderen Böse sein :beerchug:.
 
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Ich finde auch, dass es reicht.

Mir war der Widerspruch aufgefallen und ich wollte etwas von Nikon dazu hören. Die Reaktion hat mich eigentlich mehr verärgert als der Umstand nicht im Regen fotografieren zu können.

Jetzt habe ich auf meine erneute Nachfrage die Antwort bekommen, dass auf allen Prospekten steht, dass Irrtümer und Änderungen vorbehalten sind.

Ist das wirklich so einfach?
 
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Jetzt habe ich auf meine erneute Nachfrage die Antwort bekommen, dass auf allen Prospekten steht, dass Irrtümer und Änderungen vorbehalten sind.

Ist das wirklich so einfach?

Das fänd ich nun sogar ärgerlich und ich kann mir nicht vorstellen, dass die sich im Ernstfall so aus der Affaire ziehen können.

Aber was bleibt einem übrig? Auf eine D4s steigt nicht jeder so leicht um.
 
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