Der Atem des Mount Ijen

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[...]Der Mount Bromo ist der, der raucht[...]

Schade ... mir hätte der kleine vorne in der Bildmitte besser gefallen. :fahne:

Trotzdem vielen Dank für den Hinweis. Ich hatte mir das auch schon gedacht, nachdem ich deine letzten Posts im anderen Thread gelesen habe.
 
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Ganz hervorragend Jochen!
Seit langen Jahren GEO-Leser wage ich zu behaupten, dass Du mit dem (bekannt hohen) Level der Fotos dort absolut mithalten kannst! :up:
 
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Was für einen belanglosen Mist man so fotografiert.
Das kriegt man hier aufgezeigt.
Danke

Vielen Dank Jürgen, aber das würde ich nicht sagen, es gibt so viele spannende Bildbeiträge hier, eigentlich gibt es fast nichts Belangloses, was uns irgendwie beschäftigt, nicht?

Was mich aber umtreibt: Wäre ich dort Schwefelarbeiter, wäre ich, statistisch gesehen, bereits gestorben, das macht mich sehr traurig. Muss das sein?

Und noch etwas: Diese Zehensocken haben mich schwer getroffen. Bisher für mich der Inbegriff der Spießigkeit. Aber nun kann man ja nicht gerade sagen, dass der Typ ein Spießer ist, nicht? Da muss ich also nochmals drüber nachdenken. Wahrscheinlich kommt es immer auf den Kontext an.
 
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Eine wirklich tolle Reportage. Klasse Informationen und klasse Bilder!
Vielen Dank dafür. :up:

Da bekommt mein "Schreibtischjob" mal wieder eine ganz andere Bedeutung.
 
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Was für einen belanglosen Mist man so fotografiert.

Nun, im direkten Vergleich dazu sind unsere Fotos eher "belanglos". Da gebe ich dir recht. Aber Mist?

Nicht jeder hat oder kann die Chance haben, solche Reportagen zu erstellen.
Aber dafür haben wir ja u.a. das Forum, um die Chance zu bekommen, an solchen Reportagen teilzuhaben.
[MENTION=40092]Jochen2[/MENTION]:

Was mich interessieren würde: Woher bekommst Du eigentlich deine ganzen Infos? (Sorry, wenn ich es in der Fülle der Informationen irgendwo überlesen haben.) Wie lange vor- oder hinterher recherchierst Du? Sind Fragen dort willkommen oder nicht?
 
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... Woher bekommst Du eigentlich deine ganzen Infos? (Sorry, wenn ich es in der Fülle der Informationen irgendwo überlesen haben.) Wie lange vor- oder hinterher recherchierst Du? Sind Fragen dort willkommen oder nicht?

Hallo Christiana,

also unterwegs habe ich einige Infos von und über unseren Guide bekommen,
vor allem ein paar Statements von den Leuten vor Ort, da er in deren
Sprache fragen konnte. Das ist wichtig, um eine gewisse Nähe zu schaffen,
und Authentizität. Wichtig ist auch, sich die Sachen dann genau zu merken
oder besser, sie sich gleich zu notieren, spätestens im Hotel. Fragen sind
dort immer sehr willkommen, die Menschen sind sehr freundlich. Wenn ihnen
ein Thema nicht passt, haben sie schon ihre Art, drum herum zu reden. :)

Ansonsten: Hättest Du nur mal beim Gewinnspiel gewonnen. ;) Genau diese
Frage wird auf Seite 186, in der Einführung zu den Minireportagen behandelt.
Deshalb erlaube ich mir hier, aus meinem Buch "Reisefotografie erleben" zu
zitieren. Das passt auch auf diese Reportage:


"Eine Minireportage zu erstellen, hat, nicht nur fotografisch gesehen,
mehrere Vorteile! Als Aufgabe gibt sie den eigenen fotografischen
Aktivitäten einen inhaltlichen Rahmen, innerhalb dessen man sich bewegt
und organisiert. Auch liefert sie einem fotografische Ziele, die man aktiv
verfolgen kann und die einen leiten. Die Beschäftigung mit einem Thema,
das einem gefällt und zu einem passt, geht man im Regelfall positiv an,
und dies liefert meistens auch gute Ergebnisse. Zudem bieten einem die
unterschiedlichen Facetten eines Themas vielfältige, oft nicht
vorhersehbare Motive, ja sogar völlig neue Motivwelten. Trotz der
thematischen Bindung innerhalb eines Themas oder des roten Fadens einer
Reportage bleiben immer genügend Freiräume und Möglichkeiten, starke
Motive für spannende Einzelbilder zu finden, die höchsten formalen
und inhaltlichen Ansprüchen genügen können.

Ich denke, das Format einer kleinen Reisereportage eignet sich sehr gut,
um in überschaubarer Zeit und ohne übertrieben großen Aufwand vor Ort
recherchiert und fotografiert zu werden. Die vier hier vorgestellten
beispielhaften Minireportagen wurden im Schnitt innerhalb von ein paar
Tagen, das heißt, immer wieder stundenweise, zu Hause vorbereitet und dann
vor Ort zwischen ein bis drei Tagen weiterverfolgt, recherchiert und
aufgenommen.

Der Aufwand der Nacharbeit hängt davon ab, welche Ansprüche man bei der
Nachrecherche, beim Formulieren des Textes sowie bei der Bildbearbeitung
an sich selbst stellt. Im Gegensatz zur umfangreichen (Groß-)Reportage,
die viel mehr Zeit und Energie bei der Vorbereitung, vor Ort sowie bei der
Nacharbeit erfordert, kann man mit einer Minireportage bei viel geringerem
Aufwand erstaunlich gute und erfreulich hochwertige Ergebnisse erzielen."



Danach, Bilder sichten und bearbeiten, Text schreiben, noch ein paar
Namen und Fakten recherchieren, 3-4 volle Tage. Die Vorbereitung hier
war vor allem: Wie und von wo aus kommen wir da hin, wann müssen wir
los, was nehmen wir alles mit, denn Bromo und Ijen waren eine Tour! etc.

.
 
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Hallo Jochen!

Ich gratuliere zu Deiner hervorragenden Reportage. Die Bilder dokumentieren sehr gut unter welch unmenschlichen Bedingungen die Bevölkerung dort ausgenützt wird. Danke fürs zeigen und Deinen Einsatz.

LG

Wolfgang
 
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Oh Jochen, eine wirklich spannende Reportage! Vor einiger Zeit gab es mal einen Bericht über das gleiche Motiv in der Naturfoto, aber lange nicht so fesselnd... dein Bericht erinnert mich zum einen an unseren Besuch auf der White Island (Neuseeland), wo der Schwefelabbau allerdings schon vor einem knappen Jahrhundert eingestellt wurde - solch unmenschliche Arbeitsbedingungen finden sich in der "westlichen Welt" zum Glück nicht mehr. Wer weiß, in 20 Jahren gibt's vielleicht ein rostiges Förderband, das den Schwefel über den Berg schafft? Oder der Weltmarktpreis hat die Einkommensquelle zerspart.
Außerdem erinnert mich dein Bericht stark an die Porter in Nepal, die auch mit Flip Flops und Zehensocken (oder gleich ohne) mit 90kg auf dem Rücken durch den Schnee stapften, dagegen ist unsere achso stressige Arbeitswelt das reine Schlaraffenland. Leider verblassen solche Eindrücke immer wieder, obwohl sie doch so hilfreich sind...

Danke fürs Erinnern! ;)
 
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Die Bilder dokumentieren sehr gut unter welch unmenschlichen Bedingungen die Bevölkerung dort ausgenützt wird.

Ich frage mich, ob die Menschen überhaupt ausgenutzt werden?

Der Weltmarktpreis erlaubt keine höheren Löhne. Ich bin ehrlich gesagt erstaunt, dass sich der Abbau überhaupt noch lohnt?
Außerdem finde ich bemerkenswert, dass die Arbeiter scheinbar eine feste Anstellung haben, nach festen Regeln und Preisen bezahlt und irgendwann mit guter Aussicht übernommen werden. Auch ist das Gehalt scheinbar verhältnismäßig üppig.
Sicher - die Bedingungen sind unvorstellbar und die Lebenserwartung gering. Aber es gibt nicht wenige Länder, in denen Menschen für deutlich weniger Lohn und Sicherheit noch mehr schuften (Kinder in indischen Steinbrüchen, Näherinnen in Bangladesh, Schrottsammler in Nigeria, etc.).

Das Land ist eben so arm, dass sich der Abbau mit Muskelkraft noch lohnt und die Standards so gering, dass menschliche Arbeit überhaupt noch erlaubt ist.
 
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Hallo Jochen,

der Atem des Mount Ijen macht mich atemlos.

Es ist wieder eine gelungene Reportage von hart arbeitenden Menschen,
die hier für ein paar Rupien jeden Tag ihr Leben aufs Spiel setzen.
Vielen Dank dafür, dass Du kein Risiko scheust, um für eine beeindruckende
Reportage zu fotografieren. :up:
 
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Ich frage mich, ob die Menschen überhaupt ausgenutzt werden?

Der Weltmarktpreis erlaubt keine höheren Löhne. Ich bin ehrlich gesagt erstaunt, dass sich der Abbau überhaupt noch lohnt?
Außerdem finde ich bemerkenswert, dass die Arbeiter scheinbar eine feste Anstellung haben, nach festen Regeln und Preisen bezahlt und irgendwann mit guter Aussicht übernommen werden. Auch ist das Gehalt scheinbar verhältnismäßig üppig.
Sicher - die Bedingungen sind unvorstellbar und die Lebenserwartung gering. Aber es gibt nicht wenige Länder, in denen Menschen für deutlich weniger Lohn und Sicherheit noch mehr schuften ...

Also, das ist eine spannende Diskussion, die hatten wir auch schon mal bei meinem Diamantenschürfer:)

Man muss schon sehen, dass die Leute stolz auf ihren Job sind, in ihren Dörfern werden sie auch "die starken Männer" genannt und sie haben ein hohes Ansehen, weil sie sich die besten Häuschen (sorry!) bauen können. Wenn Du als "skill" nur deine Muskelkraft zu bieten hast, dann bist du natürlich über solche Jobs froh! Das soll nicht überheblich klingen, es gibt dort eben auch kaum andere Jobs und Möglichkeiten.

Was mich ärgert ist, dass die Verantwortlichen sich überhaupt nicht um die Gesundheit der Leute scheren. Es mag ja sein, dass sich das ganze Geschäft an der Grenze der Wirtschaftlichkeit bewegt, aber ich bin so geprägt, das ein Arbeitgeber auch eine Verantwortung für sein Personal hat. Und hier fängt die Ausbeutung an: die Ausbeutung der Gesundheit der Leute. Man könnte doch sicher ordentliche Schuhe zur Verfügung stellen und Atemmasken. Und vielleicht das Höchstgewicht beschränken, fast 100 Kilo, Wahnsinn - das bringt die Leute doch früher um. Also plädiere ich für eine ordentliche Berufsgenossenschaft! Klingt albern und ist vielleicht zu viel verlangt, aber es ist jetzt auch nicht soooo kompliziert!

Es ist das Weltbild! Vielleicht bin ich, sind wir, da einfach zu humanistisch erzogen. Schade, dass das nicht selbstverständlicher ist, auch in ärmeren Ländern. *justmy2Cents*
 
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Ja, da hast du Recht - wenn man bedenkt, dass ein paar einfacher Schuhe dort wahrscheinlich nicht mehr als 5kg Schwefel kosten... aber ich fürchte, dass solch nachhaltiges Bewusstsein ähnlich tief verankert ist wie der Umweltschutz. Gar nicht. Es scheint eine kulturelle Eigenschaft zu sein, eher im heute zu leben und nicht unbedingt an die Folgen dieses Handelns zu denken. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass die meisten Menschen von der sprichwörtlichen Hand in den Mund leben.
 
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Ein spannendes Argument. So könnte man auch Kinderarbeit in Indien oder Pakistan wunderbar erklären, oder? Mehr gibt der Weltmarkt eben nicht her..... :confused:

Ich glaube, man darf illegales/verwerfliches Handeln und wirtschaftliche Sachzwänge nicht in ein und demselben Argument vermischen, aber eine Grauzone gibt es da sicher. Wenn die Betreiberfirma der Schwefelmine morgen aufhört, fallen eben die 220 Arbeitsplätze weg. Die Frage ist, wie schlimm das ist und für wen. Wie aus meinem Text ja hervorgeht, bin ich der Meinung, der Mensch hat dort unten gar nichts zu suchen, der nächste Unfall ist doch vorprogrammiert. Da wäre schon die Politik gefragt, aber die lässt sich wahrscheinlich zu leicht beeinflussen. Marktkonforme Demokratie? :motz:
 
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Hallo Jochen,
vielen Dank für Deine großartige Ijen-Reportage. Vor 10 Jahren war ich mit einem Freund auch auf dem Ijen als einzige Touristen. Ich bin nur bis zur Wiegestation gegangen, da ich nach einer Herz OP größere Höhen meiden soll. Mein Freund ist bis über die Kraterwand hochgegangen und Bilder von dem Schwefelabbau mitgebracht, während ich mich mit den Trägern unterhalten habe, die nach dem Wiegen eine kurze Zigarettenpause machten. -Ich kann etwas Indonesisch von vielen Reisen dorthin.-
Jetzt werde ich mir unsere Bilder noch einmal ansehen. An der Situation der Männer hat sich offensichtlich nichts geändert.
Nochmals Danke!
Jürgen
 
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