Das Wattenmeer der Nordsee - Ostfriesische Inseln

Thread Status
Hello, There was no answer in this thread for more than 30 days.
It can take a long time to get an up-to-date response or contact with relevant users.

femto

NF-F Premium Mitglied - NF-F "proofed"
Premium
Registriert
Moin zusammen! Ich möchte meine kleine 'Tradition' der letzten Jahre gerne aufrecht erhalten - und auch hier wieder ein paar Eindrücke von der Waterkant zeigen. :)
Diesmal in 8 Bildchen zusammengefaßt - als vollkommen unzureichender Eindruck einer der, wie ich finde, faszinierendsten und schönsten Landschaften unseres Landes. :)
_______________________________________


D a s W a t t e n m e e r
- der Versuch einer Annäherung von See aus -
(erstellt am o5.o9.11)

Das Wattenmeer der Nordsee - Ostfriesische Inseln - Dieses Seegebiet, ein Zwitterwesen aus Meer und Land in stetem Wechsel der Tiden, ist so vieles - gefürchtet ob seiner Gewalten, geschätzt, ob seiner einzigartigen Schönheit, bedichtet, besungen, photographiert, gefährdet und beschützt. Und es ist groß in seiner Gesamtheit, erstreckt es sich doch über 245 Seemeilen von Dänemark im Norden, über Deutschland bis zu den Niederlanden im Süden. Fünf oder acht Bilder reichen nicht annähernd, diese Landschaft angemessen zu beschreiben. Alleine der Versuch wäre wohl so anmaßend, wie vergeblich ...:)

Ein kleiner Ausschnitt des Wattenmeeres stellen die ostfriesischen Inseln dar, die wie an einer Perlenschnur aufgereiht adrett vor der deutschen Küste liegen - kein norddeutscher Grundschüler, der nicht mit dem Auswendig-Aufsagen der Namen dieser Perlen gepiesackt wurde ... ;) - "Wangerooge - Spiekeroog - Langeoog - Baltrum - Norderney - Juist und Borkum".

Diese kleine 'Reportage' möchte als Hommage an dieses schöne Naturwunder der Wattensee rund um einige dieser ostfrisischen Inseln verstanden werden - und zeigt ihr sanftes, sommerliches Gesicht. Wohl wissend, daß diese filigrane Natur mit beginnendem Herbst auch eine ganz andere, nicht minder beeindruckende Seite zeigt, wenn der 'blanke Hans' alles brüllend in kalte Gischt hüllt ... wohl dem Schiffer, der dann im sicheren Hafen liegt ...
__________________________________

Läuft ein Schiff von See kommend in das Wattenmeer zwischen dem Festland und den vorgelagerten Inseln, ergibt sich für den Schiffer und dessen Navigator ein lustiges Rechenspiel beim Vorherbestimmen der erwartbaren tatsächlichen Wassertiefen zwischen den Inseln.

Ebbe & Flut, die Tiden, sie bestimmen den Rhythmus und geben den Takt vor, in dem sich alles bewegt. Der Unterschied zwischen Schwimmen und Auflaufen beträgt oft nur wenige Zentimeter ... "Festkommen" nennt's der Schiffer dann, vor allem, wenn es mal nicht ganz wie geplant gereicht haben sollte ... ;) ... Schon lange Naturschutzgebiet und seit 2oo9 auch UNESCO-Weltnaturerbe, sind für das gemeinsame Miteinander von Mensch, Natur und Tier auch die Schiffahrtswege und -gebiete streng geregelt.

Verborgen unter der Wasseroberfläche - Der Meeresboden. Vom steten Ein- und Ausströmen der ungeheuren Wassermengen geprägt und gestaltet, unterliegt er ständigen Veränderungen; Sandbänke verlagern sich, Wattenhochs und Priele verändern ihre Gestalt und Lage - und die Schiffswege müssen sich 'mitbewegen' - alles ist im Fluß und kaum etwas ist älter und weniger aktuell, als die neueste gedruckte Seekarte ... ;) Um sich dennoch orientieren zu können, sind an den Kanten der Priele und Schiffahrtswege dünne Birkenstämme in den Meeresboden gespült und gerammt - die "Pricken". Sie kennzeichnen die 'Kante' der aktuell möglichen Fahrwasser und geben wichtige Orientierung.


#o1 - Pricken.



Watt_01.jpg



...


 
Zuletzt bearbeitet:
Anzeigen

Hochdruckwetterlage. Alles ist in wunderbares und kontrastarmes Grau gehüllt, das Meer liegt dar wie Öl, kein Hauch kräuselt die Oberfläche - ein eher seltener Anblick in diesen häufig windreicheren Gebieten. Zwischen Festland und den Inseln segelnd und den Wattfahrwassern folgend, bietet sich dem Gast in diesem Seegebiet eine stete Landsicht - hier ein Blick in nördliche Richtung auf den flachen Mittelteil der Insel Juist, während ein kleiner Segler "mit allen Plünnen oben" versucht, keinen noch so zarten Windhauch ungenutzt zu lassen - Der Blick des Skippers geht sicher etwas neidisch auf die Seevögel, die wie an der Schnur gezogen ganz ohne Wind vorankommen ... ;)

#o2 - Juist.

Watt_02.jpg




...




 
Zuletzt bearbeitet:
Kommentar
An den Nordseiten der Inseln finden sich schier endlos lange Strände, mit beachtlich weißem Sand. Mit etwas Gück ist man streckenweise ganz alleine - und genießt die Weite, die salzige Luft und den frischen Wind, während der fein vermahlene Muschelkalk unter den nackten Fußen knirscht ...

#o3 - Strandsand.

Watt_03.jpg



...
 
Zuletzt bearbeitet:
Kommentar
Ein Blick von der anderen Seite der Inseln in Richtung Süden streicht über die grün bewachsenen leichten Hügel, mit denen die Inseln langsam ins Wattenmeer auslaufen. Es herrscht Ebbe, die Wattfahrer haben ihre Ankerplätze gefunden und liegen dicht vor den Inseln an ihren Ankerketten im Watt. Ihnen stehen einige unvergeßlich ruhige und schöne Stunden bevor, bis die See langsam wieder zurückkriecht und von der weitläufigen Sand- und Schlicklandschaft erneut Besitz ergreifen wird. Doch bis dahin ist noch Zeit - Wattwanderungen auf eigene Faust und 'fußläufige' Besuche der nahen Inseln (und ihrer Kneipen;) sind möglich & schön.

#o4 - Strandhafer & kein Wasser.

Watt_04.jpg



...



 
Zuletzt bearbeitet:
Kommentar
Das abgelaufene Wasser gibt eine aufregende, lebendige und wunderbar vergänglich geformte fremde Landschaft preis. Es knistert und knackt - das Watt lebt. Die letzten Priele führen noch Wasser, doch auch das wird mit schwindendem Tageslicht immer weniger - und schon eine Stunde später liegt man bei guter Wahl des Platzes hoch & trocken. Ohne Rotwein wird der bevorstehende Sonnenuntergang kaum zu ertragen sein ... ;)

#o5 - Wattlieger.

Watt_05.jpg




...
 
Zuletzt bearbeitet:
Kommentar
Ist die Sonne als glutroter Ball mit irrwitzigem Feuerwerk im Meer verglüht, zieht die blaue Stunde herauf. Mit etwas Glück und günstiger Tide fällt an guten Abenden alles perfekt zusammen - und die Crew verstummt ergriffen, und genießt das Farbenspiel. Für die Kabelleger, hier vor Norderney, beginnen die wenigen möglichen Stunden der Arbeit - sobald die See beginnt, die Sandbänke links und rechts der tiefen Fahrwasser oder Priele freizugeben, in denen die Arbeitsschiffe liegen und auf ihren Einsatz warten. "Weiß-Rot-Weiß" kennzeichnet sie in der Nacht.

#o6 - Kabelleger.

Watt_06.jpg



...
 
Zuletzt bearbeitet:
Kommentar

Wenn die Dunkelheit über dem Wattenmeer liegt, dann springen weithin sichtbar die Leuchtfeuer an, die den reinkommenden Schiffern so lange Zeit schon den Weg weisen ... aus dem Wattenmeer, festliegend betrachtet, bietet sich ein mitreißendes Schauspiel der Lichtkegel in der dunstigen, salzigen Luft. Und es gibt natürlich nur eine Insel, die diese charakteristischen, heute als Jugendherberge genutzten, Turm gleich neben dem Leuchtfeuer stehen hat, der auch tagsüber weithin sichtbar ist ... ;)

#o7 - Lichtspiele.

Watt_08.jpg



...
 
Zuletzt bearbeitet:
Kommentar

Nicht minder schön sind Abende in den Inselhäfen oder den Sielhäfen am Festland, in deren Geborgenheit die abends einkehrende Ruhe wunderbar friedlich sein kann. Neuharlinger Siel ist sicher einer der besonders schönen Häfen an der deutschen Küste - und mit etwas Glück läßt sich immer ein Liegeplatz finden.

#o8 - Ruhe.
Watt_07.jpg

Wer diesen Anblick mal genießen durfte, wie diese wunderbaren hölzernen Seeschiffe in friedlicher Ruhe für die Nacht vor sich hindämmern - den muß es doch eigentlich irgendwann selbst hinausziehen auf die See und in das herrliche Wattenmeer - und sei's nur, um einmal mitzuerleben, wie diese schönen Schiffe vom Wind getrieben plötzlich "zum Leben erwachen" während ihre Rümpfe gischtspritzend durch's Nordseewasser ziehen ... so lange, bis es im Takt der Tiden dann nicht mehr da ist. ;)


_______________________________________
 
Zuletzt bearbeitet:
Kommentar
das erste ist wirklich sehr minimalistisch, gefällt mir ausgesprochen gut!
auch #5 besticht durch die feine zeichnung in allen bereichen und kontraste!
 
Kommentar
Beeindruckende Bilder, Stephan.
Aber könntest Du den Text vielleicht ganz normal schwarz machen, bitte? Ich finde das Lesen ziemlich mühselig.
 
Kommentar
Hallo Stephan,

Bin auch begeistert von deinen Bildern, die subtielen Umsetzung der Wattenmeerlandschaften, wo die meisten leute "kein Motiv" sehen.
Auch die Farbbilder spiegeln eine besondere Atmosphaere wieder.
#2 und #8 sind meine Favorieten.

Gruß warner
 
Kommentar
Genau diese Bilder mit "viel Luft" (Pricken, Juist und Strandsand) gefallen mir sehr gut. Vielen Dank für's Zeigen!
 
Kommentar
Vielen Dank für Eure Kommentare - sie freuen mich durchweg sehr!


Bestimmt bin ich bei der Schriftfarbwahl in dieser schönen blassen, zarten wundervoll grauen Stimmung der Bilder wohl etwas zu ergriffen gewesen - ich fand das so schön passend ... (oder sollte es gar an den Monitoreinstellungen liegen ... ;)

Ich habe in den obigen Beiträgen die Schriftfarbe mal durchweg abgedunkelt - denn die Texte zu diesem schönen Revier sind mir schon wichtig - und da soll man sie auch ohne Augenschmerz vernünftig lesen können. Grau mußte es aber noch sein ... ;) :)


Ich hoffe, so geht's jetzt gut.
 
Kommentar
Vielen Dank für Eure Kommentare - sie freuen mich durchweg sehr!


Bestimmt bin ich bei der Schriftfarbwahl in dieser schönen blassen, zarten wundervoll grauen Stimmung der Bilder wohl etwas zu ergriffen gewesen - ich fand das so schön passend ... (oder sollte es gar an den Monitoreinstellungen liegen ... ;)

Ich habe in den obigen Beiträgen die Schriftfarbe mal durchweg abgedunkelt - denn die Texte zu diesem schönen Revier sind mir schon wichtig - und da soll man sie auch ohne Augenschmerz vernünftig lesen können. Grau mußte es aber noch sein ... ;) :)


Ich hoffe, so geht's jetzt gut.

So ist es jetzt gut, und ich finde es weit besser als Schwarz :up:
 
Kommentar
Vielen Dank für Eure Kommentare - sie freuen mich durchweg sehr!


Bestimmt bin ich bei der Schriftfarbwahl in dieser schönen blassen, zarten wundervoll grauen Stimmung der Bilder wohl etwas zu ergriffen gewesen - ich fand das so schön passend ... (oder sollte es gar an den Monitoreinstellungen liegen ... ;)

Ich habe in den obigen Beiträgen die Schriftfarbe mal durchweg abgedunkelt - denn die Texte zu diesem schönen Revier sind mir schon wichtig - und da soll man sie auch ohne Augenschmerz vernünftig lesen können. Grau mußte es aber noch sein ... ;) :)


Ich hoffe, so geht's jetzt gut.


Ich kann dich gut verstehen. Bei den Aufnahmen mag mensch gar nicht die Zartheit der Grautöne durch zu kräftiges Geschreibsel stören :fahne:
 
Kommentar
Hallo Stephan,

gerne habe ich mir diesen Thread angesehen Deine Bilder gefallen mir gut.
Für mich, ganz unumstritten ist die Nr. 1 auch wirkliche NR.1 !
Dieses Bild mag ich total.

LG Heike

Nachtrag: Entschuldigung für die "kräftige" Störung, da hätte ich wirklich etwas sensibler sein können
a100.gif
 
Kommentar
Hallo Stephan,
Du hast mir als bekennendem Frisia Orientalis Fan eine Freude gemacht -alles sehr schöne, stimmungsvolle Bilder, die genau das wiedergeben, was mich an Ostfriesland und seiner herrlichen Küste immer wieder begeistert.
Danke!
 
Kommentar
Der hohe Stimmungsfaktor in Deinen Bildern bringt Emotionen hervor und weckt Erinnerungen an schöne Tage am Meer. Phantastische Aufnahmen. Danke fürs Zeigen.
 
Kommentar
-Anzeige-
Zurück
Oben Unten