Ausstellung "Das rebellische Bild" Im Museum Folkwang, Essen


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Die Ausstellung "Das rebellische Bild" im Essener Museum Folkwang
beleuchtet – als ein Teil des dreiteiligen Kooperationsprojekts mit C/O Berlin und Sprengel Museum
Hannover – den Aufbruch und Generationswechsel innerhalb der deutschen
Fotografie am Beispiel der Essener Foto-Szene.


Die verfügte mit Otto Steinert an der Folkwang-Hochschule Jahrzehnte lang
über einen Lehrer, der nachhaltig die fotografische Ausbildung geprägt hatte:


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So wird der Tod des großen Fotografen 1978 zu einer entscheidenden Zäsur.
Die spannende Frage ist: Soll man weiter bildjournalistisch ausbilden oder
Richtung Foto-Design gehen, wie es Steinerts Nachfolger und ehemaligem
Assistent Erich vom Endt vorschwebte?

Nun, in der Lehre beginnt sich das Foto-Design durchzusetzen, während mit
der Gründung der Fotografischen Sammlung im Museum Folkwang unter Ute
Eskildsen (ebenfalls einst Assistentin von Steinert) die Institutionalisierung
der künstlerischen Fotografie einsetzt.

In diesem Spannungsfeld entscheiden sich die Studenten für einen dritten
Weg, den der subjektiven Fotografie.


 

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Junge Studentinnen und Studenten – darunter Gosbert Adler, Joachim Brohm,
Uschi Blume, Andreas Horlitz und Petra Wittmar – entwickeln eine Fotografie
abseits gängiger Klischees und kommerzieller Verwertbarkeit.


Impulsgeber ist der Berliner Fotograf Michael Schmidt. Er lehrt 1979 und 1980
in Essen und fördert einen engen Austausch mit der Berliner und der US-ameri-
kanischen Szene.



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André Grossmann "Portraits aus Amerika" vs. Volker Heintze "Jugendbilder"



Die Ausstellung versammelt wichtige und selten gezeigte Werkgruppen der
damaligen Essener Studierenden Gosbert Adler, Volker Heinze, Joachim Brohm,
Uschi Blume, Andreas Horlitz und Petra Wittmar.

Referenzen aus der US-amerikanischen Fotografie jener Zeit – Stephen Shore,
Larry Fink, Diane Arbus, Larry Clark oder William Eggleston – machen deutlich,
womit sich die junge Szene damals auseinandersetzte. Darüber hinaus sind mit
Michael Schmidt, Christa Mayer und Wilmar Koenig auch Positionen aus der
Berliner Werkstatt für Photographie zu sehen.



Im folgenden zeige ich einige Blicke auf die Essener Bilderschau …



 
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In sieben Kapiteln spürt Das rebellische Bild der Fotografie der 1980er Jahre
in Deutschland nach: Die Schau präsentiert die frühe alternative Ausstellungstätigkeit
der jungen Fotografinnen und Fotografen und gibt Einblick in die prägenden Projekte
der ersten Preisträger des „Stipendiums für Zeitgenössische deutsche Fotografie“ der
Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung.



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Mit Begeisterung fotografiert man sich immer wieder gegenseitig, wobei Schwarzweiß
nur eine rasch endende Episode bleibt.


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Von besonderer Bedeutung wird die Entdeckung und Nutzung von Farbe,
etwa per Polaroids, die zu einer neuen Bildästhetik führt.


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Natürlich entwickeln die Essener Studenten ihre Bilder selbst, etwa mit
der Colenta 66 RA 40T … es fehlt nur der Geruch der Chemie:


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Die neue, subjektive Fotografie führt zu radikalen Bildschnitten samt bewußtem
Verzicht auf technische Perfektion, weshalb die Folkwang-Lehrerin Angela Neuke-
Widmann damals verächtlich von der „Neuen Deutschen Unschärfe“ sprach …
Heute geradezu ein Markenzeichen für den damaligen Aufbruch einer Generation,
die andere Bildmotive und Themen in den Fokus rückte.


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Joachim Brohm fotografierte etwa in seiner Serie "Ruhr" Parkplätze oder Pfeiler
von Autobahnbrücken, während Andreas Gursky – der kurz darauf nach Düsseldorf
zur knockentrocken-sachlichen Becher-Schule konvertierte – etwa einen Gasherd
oder Neubausiedlungen ablichtete.



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Kurator Florian Ebner vor einem Foto mit Essener Studenten, wo u.a. auch
Andreas Gursky zu sehen ist.



 
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Awi

NF-F Premium Mitglied
Danke, dass du uns in diese schöne Ausstellung mitgenommen hast! Sehr spannend. Da bekomme ich Lust demnächst mal nach Essen zu fahren!
Gruß
Jörg
 
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Besonders spannend im Rahmen der Ausstellung "Das rebellische Bild"
ist die Wiederbegegnung mit der Ausstellung "Reste des Authentischen.
Deutsche Fotobilder der 80er Jahre."


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Als größte und ambitionierteste Foto-Schau der Zeit fand sie 1986 im Museum
Folkwang statt. Hier traten Vertreter der Berliner Werkstatt für Photographie,
Absolventen der Essener Schule sowie bildende Künstlerinnen und Künstler
aus dem Rheinland zusammen auf, die ein postmodernes Wirklichkeitsverständnis
einte.


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Volker Heinze "Der Schein des Vertrauten"



 
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Die Fotografen Wilmar Koenig, Volker Heinze, Petra Wittmar, Knut Wolfgang Moron
und der Kurator Florian Ebner



 
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Werkstatt für Photographie 1976 – 1986
Das rebellische Bild
Situation 1980: Kreuzbergs „Werkstatt für Photographie“ und die junge Folkwang-Szene
9. Dezember 2016 – 19. Februar 2017

Museum Folkwang
Museumsplatz 1, D-45128 Essen
Tel +49 (0)201 8845 444
[email protected]

Öffnungszeiten: Di, Mi, Sa, So, Feiertage 10–18 Uhr | Do, Fr 10-20 Uhr
Eintritt: 5 Euro, ermäßigt 3,50 Euro, bis 6 Jahre frei


Zur Ausstellung erscheint bei Koenig Books, Verlag der Buchhandlung Walther König,
die gemeinsame Publikation „Werkstatt für Photographie 1976 – 1986“ (Preis: 39,80€).



 
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Kleiner Nachtrag:

Die gut 300 Exponate benötigen etwas Zeit, auch wegen
der interessanten Begleittexte.

Spannend für alte Folkwang-Besucher ist auch das
Wiedersehen mit diversen Ausstellungen von früher …



 
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Kolja Reichert liefert in der
eine lange Besprechung. :lupe:


 
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