Heute ist die Sjøgata ein lebendes Viertel, aber sicher nur ein kleines Abbild seiner großen Zeit.
Im Jahr 1866 brach nämlich, so sagt es die Beschreibung, in Mosjøen
"die pure Goldgräberstimmung aus. Zu diesem Zeitpunkt wurde ein großes Sägewerk ('Engelsbruktet') errichtet, und damit wurde Mosjøen zum Treffpunkt für englische Holzbaronem Waldarbeiter aus Odalen, sämische Flößer, schwedische Bergbauern, die Tauschhandel betrieben, und Schneider mit Impulsen aus London und Paris. Inzwischen sind die englischen Holzbarone veschwunden, doch mit ihren Bootsanlegern, Lagerhäusern, Bootshäusern, Geschäftshäusern und Privathäusern - und den Wirtschaftsgebäuden, Schuppen und Anbauten, die sich an diese Häuser 'anklammern' - bildet die Sjøgata heute einen lebendigen und malerischen Teil des Mosjøer Stadtzentrums."
Dies war allerdings lange bedroht. Nach dem 2. Weltkrieg war die Sjøgata verfallen.
Ob dies allein auf das "Verschwinden" der Holzbarone, das Herausfallen der baulichen Standards aus der Zeit oder auch auf die deutsche Besatzung - Mosjoen war ein wichtiger deutsche Marine- und Truppenstützpunkt - zurückzuführen ist, wird nicht berichtet.
Das endgültige Aus der Sjøgata - ihr vollständiger Abriss - drohte im Jahr 1970. Das mag mit dem neuen wirtschaftlichen Aufschwung zu tun haben, der nicht an dem Holzhandel - wie diesem hier - hing,
sondern an der Ansiedlung der Aluminiumhütte im Jahre 1958, die heute zum Alcoa-Konzern und zu den großen europäischen Aluminiumhütten gehört.
Die Stadt brauchte Neubauflächen für Gewerbe und Wohnen und große Parkplätze im Stadtzentrum Der im Jahr 1970 von der Gemeinde Vefsn aufgelegte Bebauungsplan sah deshalb den vollständigen Abriss der Sjøgata vor.
Am Marktplatz
Dagegen richtete sich Bürgerprotest, und das Europäische Denkmalschutzjahr 1975 brachte mit nationaler und internationaler Aufmerksamkeit die endgültige Wende und die nötigen finanziellen Mittel zur Rettung der Seestraße.
Ich lade euch ein, meinem Spaziergang zu folgen.
Wer bis zum Ende folgt, wird mit einem Schmakerl aus der Technikgeschichte belohnt werden.