Vielleicht teilst Du auch mit, warum Du persönlich dieser Meinung bist.
Harald, ich versuche es zumindest, da ein ganz wesentlicher Teil "aus dem Bauch" kommt, also vielleicht etwas schwer in Worte zu fassen ist...
Bis vor 4 Jahren habe ich -insgesamt ungefähr 30 Jahre- analog fotografiert und war wie besessen ständig auf der Jagd nach dem Quentchen "mehr"... Zuletzt für KB eine F5, die mir fast schon an den Kopf gewachsen war, die lag einfach in der Hand und brachte mir -für Kleinbild halt- die Ergebnisse, die ich wollte. Wenns etwas mehr Qualität sein sollte hatte ich noch alternativ eine Mamiya und eine Rolleiflex um das größere Filmformat für mehr Qualität zu nutzen. In der Dunkelkammer lief es ähnlich - am Ende standen zwei Vergrößerer, ein Leitz V35 für KB und ein Dunco für MF, dazu ein Heiland-System für Beide...
Und dann kam eine Zeit, die so mancher erlebt... Beruflich lief es gerade nicht so dolle, dazu ein Haus vererbt bekommen, dessen Keller innerhalb von einem Jahr aufgrund der Feuchte die gesamte Duka hingerichtet hätte - und da kam dann die damals gezwungene Entscheidung, mich von Chemie und Film zu verabschieden. Also wieder neu angefangen zu suchen. Zuerst kam ein guter Freund, der mir zu einer Canon geraten hat - erstmal "probieren", also eine 400d gebraucht... Irgendwie ganz ok, aber nicht meins. Dann aufgestiegen zur 550d, besser aber auch nicht, was ich gesucht habe, das Rauschen war zwar besser aber eben noch immer reichlich und ohne Mühe erkennbar.
Als ich dann "alles komplett" hatte, zwischenzeitlich eine 5d MKII eines guten Freundes testen durfte, ohne das die mich umgehauen hätte wieder mal alles verkauft und eine D300 angeschafft. Rauschen schon deutlich besser bzw. weniger, als ich es bisher gewohnt war, aber eben noch immer reichlich vorhanden. Der DX-Crop-Faktor war für mich zwar einerseits erfreulich, da ich eh meistens Portraits aufnehme, andererseits konnte ich mich nie wirklich dran gewöhnen, nach mehr als 30 Jahren Fotografie im analogen Lager.
Jetzt also dann der Umstieg auf die D700, und wie vermutlich etliche hier habe auch ich erstmal die Situationen ausgetestet, in denen ich eben NICHT mit der D300 zufrieden war. Also bei nachlassendem Licht und ISO 1600 ein paar Vergleichsbilder geknipst, im heimischen Wohnzimmer ein paar Portraits von meiner Frau aufgenommen... Und siehe da - D300 bei 100%-Ansicht das gewohnte Rauschen, sehr massiv... D700 minimales Rauschen, vernachlässigbar. Im Grunde sind die Bilder der D700 "out of the Cam" so wie sie sind printbar...
Gestern dann bei Tageslicht draussen nochmal ein paar Bilder gemacht - das gleiche Ergebnis, wenn natürlich auch deutlich geringerer Unterschied zu sehen, aber er ist eben da.
Eine D800 kann in meinen Augen - für MEINEN Einsatzzweck, selbstverständlich - auch nicht mehr, die Bilddateien werden zunächst mal größer, besser vermag ich nicht zu beurteilen. Und da mir Ausdrucke im Bereich 50x40 cm vollkommen ausreichen benötige ich wohl nicht mehr.
Die D700 ist für mich derzeit DIE perfekte Kamera und zum ersten Mal seit meinem Umstieg auf digital habe ich jetzt das Gefühl, dass meine Suche zu einem Ende gekommen ist. Möglich, dass sich dieser Eindruck in ein paar Jahren mit fortschreitender Technik wieder ändern wird, per HEUTE ist das aber für mich DIE eine, beste Kamera, die ich je in Händen hielt - und DIE IST es jetzt für mich, schiet auf die MP mehr, die eine 800, 5d MKIII oder weißichwasnoch hat...


