Jürgen B. schrieb:
Aber eigentlich ist unsere Diskussion ja eh Wischiwaschi...
Teilweise. Allerdings nicht weil es sich um eine klassische Verfehlung der ursprünglichen Fragestellung handelt (Zuverlässigkeitsdiskussion statt Kompatibilitätsaussage), sondern weil Risikominimierung durch Datenstreuung halt grundsätzlich so eine Sache ist.
Wenn ich eine längere Arbeit auf 4 Karten zu 2 GB aufteile und zu Hause feststelle, dass eine Karte defekt ist, habe ich 25% meiner Bilder verloren, unter der Voraussetzung, dass ich so gegen 8 GB an Daten produziert habe und sich der Defekt so auswirkt, dass die Karte einwandfrei beschreibbar war - und damit die Kamera keinen Fehler feststellen konnte - und jetzt plötzlich nicht mehr lesbar und auch mit Recovery Methoden nicht wieder herstellbar ist.
Hätte ich unter den gleichen Umständen eine Karte mit 8GB verwendet, wäre jetzt alles hin.
Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Karte kaputt wird, bei 4 Karten viermal so hoch. Oder? Nicht zwangsläufig. Neu entwickelte Chips mit hoher Kapazität können näher an den Grenzen aktueller Fertigungsprozesse liegen. Für eine Zeitlang zumindest, denn wenn die neue Technik im Griff ist, werden auch für geringere Kapazitäten die Strukturen verkleinert. Damit kann man auf einem Wafer entweder eine bestimmte Anzahl Chips hoher Kapazität oder eine entprechend größere Anzahl Chips geringerer Kapazität unter bringen.
Unbunt ist alle Theorie und nicht immer heisst der Fehler "Karte war voll und alles ist weg". Glück im Unglück, wenn die Kamera schon vor der Aufnahme Kartenfehler meldet. Dann ist natürlich im Vorteil, wer noch ein paar in Reserve hat. Weiters stellt sich die Frage des Nutzerverhaltens. Flash Speicherzellen können nicht unendlich oft wieder beschrieben werden. Wenn ich 4 Karten habe, kann ich sie durch rotieren (meine Karten sind fortlaufend nummeriert), indem ich sie beschreibe, bei nächster Gelegenheit weg sichere und immer die gerade älteste formatiere und damit weiter mache. Das Spiel geht nicht mit einer einzelnen Riesenkarte, die werde ich öfter teilbeschrieben formatieren. Wobei das nur bei sehr hohem Datenaufkommen ein Argument sein dürfte, weil beim Formatieren nur die FAT neu geschrieben wird und die Verfahren der Hersteller zum Verteilen der Info auf der Karte (um zu verhindern, dass immer die gleichen Zellen beansprucht werden) nicht genau bekannt sind.
Oder in Kurzform:
Ob ich einen Lottoschein mit 8 Tipps oder 4 mit je 2 ausfülle, ändert meine Gewinnaussichten nicht nachhaltig. Bei großen und kleinen Speicherkarten dürften die Risken in der Praxis nicht viel stärker abweichen. Da ich bis dato nur Flash Medien von SanDisk, Kingston und Sony verwendet und die Daten jeden Abend auf Festplatte überspielt habe, kann ich zum Thema Datenverlust sowieso nicht wirklich mit reden. Wird vielleicht noch kommen. Gegenüber Schreikrämpfen und Schüttellähmung am Leuchtpult bei der Betrachtung entwickelter Filme sehe ich mich im digitalen Zeitalter mit dem braven Notebook plus Reserveakku trotzdem besser gewappnet als früher.