Zur Zeit wäre also Krankenhaus für meine Mutter ein absolutes Desaster.
Zur Zeit sind Krankenhäuser und auch Diagnoseinstitute, (Fach)Ärzte etc. für JEDEN aktuellen Fall ein Desaster. Ich erlebe das gerade live. Corona beherrscht derzeit alles. Da wird offenbar erwartet, dass sich selbst Infarkt- oder Schlaganfallpatienten gedulden. "Mindere" Probleme wie nicht unmittelbar lebensbedrohende Unfälle, schwere Kreislauferkrankungen, die akut werden mehr oder auch weniger freundlich abgewimmelt. "Warum kommen Sie denn überhaupt zu uns, wenn Sie doch keine Corona-Infektion haben?" schwingt in wirklich jedem Gespräch mit. Ja, wir waren unvorbereitet auf diese Epidemie. Und jetzt kippen wir von einem ins andere Extrem.
Heute meine Liebste zur Diagnose (auf der Überweisung stand "dringend") gebracht. "Ja, muss denn das heute sein?" Ja, muss. Also, wenn es muss, dann muss es. Ernstl kann, nein muss, auf der Straße warten. Der könnte doch jemanden anstecken. Auf zehn Meter noch. Zwei Stunden im Freien bei Null Grad und Wind, das macht Freude.
Auf dem Erstbefund steht dann, nach zwei Stunden, "SOFORT!" (Ja, in Versalien.) Sofort in die Ambulanz also. Auf der Überweisung, die wir noch zuvor vom praktischen Arzt (überraschend freundlich Ausnahme vom Corona-Wahnsinn) holen müssen steht "FAB dringend erbeten, danke!" Termin im Krankenhaus für morgen vereuinbaren? "Nein, was glauben Sie denn, was wir hier zu tun haben?!" Bitte warten. Also werden wir die Ambulanz morgen früh ohne weitere Vorwarnung stürmen.
Auch wir hier diskutieren über Corona. Jede Titelzeile in dern Zeitungen hat damit zu tun. Und es sterben Menschen an einer Corona-Infektion, jeder ist einer zu viel. Blöd nur, dass Schlaganfall, Herzinfarkt und Krebs jetzt keine Pause oder wenigstens Kurzarbeit machen. Auch daran sterben Menschen. Und, wenn mich nicht alles trügt, sogar mehr als am Virus.