Coronavirus (war: CP+ 2020 wegen Coronavirus abgesagt)

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Das deckt sich so ziemlich mit meinen Erfahrungen. In meinem beruflichen Umfeld tummeln sich keine Akademiker, d.h. Corona wird verharmlost, das Motto lautet, wir arbeiten halt so lange bis wir krank werden, dann wird der Laden halt zugemacht, keiner kommt in den Genuss von Homeoffice, und wirklich, bei der Arbeiterschaft können die schönen Vorsätze kaum umgesetzt werden, weil irgend jemand muss das Rad am laufen halten, und was ich auch schon bemerkt habe dass sich viele genauso wenig an Hygieneregeln halten können wie an Verkehrsregeln.
Ich hoffe nur dass mich und meine Familie die ganze Kacke nicht so hart treffen wird.
 
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Mal ein Erlebnis aus der Familie, passiert gestern in Wien:

Ein Familienmitglied, Mutter zweier Kinder und auch von Berufs wegen zu Hause bekommt vor wenigen Tagen Fieber, hohes Fieber. Als das Fieber 40°C erreicht, wendet sie sich an die Gesundheitshotline für Coronafälle. Jetzt wollen wir mal außer Acht lassen, dass es derzeit durchschnittlich sowieso mehr als eine Stunde(!) dauert, bis du dort an jemanden weitergeleitet wirst, der dir sagt, was nun zu tun ist, und wenden uns dem weiteren Geschehen zu.

Die Rettung kommt, beide Rettungsmänner ohne jedweden Schutz. die Kranke wird ins Spital mitgenommen. Dort wird sie ziemlich unfreundlich darauf angesprochen, warum sie sich denn überhaupt gemeldet hätte. Wäre sie in Italien gewesen? Nein. Wäre sie im Iran gewesen? Nein. Sei sie über 65 Jahre alt? Nein. Also was soll dann der Aufstand. (Ehrlich, ich bin bis dahin mehr als schockiert.) Sie solle gefälligst nach Hause gehen(!) und nicht hier den Leuten die Zeit stehlen.

Ob man sie vielleicht testen wolle? Schließlich habe sie zwei Kleinkinder im Haus. Unwillig wird Blut abgenommen, sie wird nach Hause geschickt. Natürlich sind noch keine Testergebnisse verfügbar. Später wird sich herausstellen: Sie hat keine Coronoinfektion, sondern "nur" eine schwere Angina.

Toll, wat?

Andererseits hat heute die Bundesregierung bekanntgegeben, dass (unfassbare) 38 Mrd. Euro (für unsere deutschen Freunde: das ist ein halbes Jahresbudget unseres Staates) für Wirtschaftshilfe, Arbeitsplatzsicherung und Gesundheitswesen bereitgestellt werden.
 
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Liebe Ulrike,

Ich hoffe, dass ich niemanden zu nahe trete, wenn ich von dem heutigen Gespräch übern Gartenzaun berichte.

nein, ich kann mir nicht vorstellen, dass Du jemandem zu nahe trittst. Im Gegenteil freue ich mich über Deinen Beitrag, spiegelt er doch Situationen aus dem Alltag wider, den wir so oder so ähnlich vermutlich alle erleben.

Im Grunde schreiben wir hier alle zusammen so etwas wie ein historisches Tagebuch und jeder trägt etwas dazu bei. Seitdem ich diesen Thread moderiere, habe ich viel von euch allen gelernt. Daten, Fakten, Interpretationen und wichtige Quellen natürlich. Aber auch, was die Corona-Pandemie bei jedem einzelnen individuell auslöst und bewegt. Manchmal steht das ganz deutlich da, manchmal springt es mich zwischen den Zeilen an.

Ich bekomme nicht nur Wissen und ein Gefühl dafür, was überall in Deutschland, Österreich und der Schweiz gerade passiert. Ich merke auch, dass es wichtig für mich ist, all eure Eindrücke zu lesen. Okay, manchmal muss ich auch moderieren und hier und da durchgreifen Aber ich bin euch allen dankbar, dass ihr eure Erfahrungen, euer Wissen und eure Befindlichkeiten mit der Community teilt. Und auch, wenn das hier eigentlich ein Fotoforum ist, so sind wir eben doch auch darüber hinaus eine Community, eine Gemeinschaft.

Ich habe schon wieder mal viel zu viel geschrieben. Deswegen zum Schluss einfach nur ein herzliches Dankeschön von mir an euch alle, die ihr euch hier beteiligt.

Bleibt gesund!
 
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"Wieviel % sterben nun wirklich an Corona? Es ist doch ein Großteil der Erkrankten wieder auf den Beinen."
Die Frage kann ich dir für Österreich mit Stand heute, 15 Uhr, beantworten:

Bei 1.646 bestätigten Corona-Fällen haben wir bisher 6 bestätigte Tote zu verzeichnen. Als genesen bestätigt sind bis jetzt aber erst 9 (neun) an Corona Erkrankte!

Der Verlauf ist, selbst in leichten Fällen durchaus langwierig. In schweren Fällen dauert schon alleine die Intensivbetreuung mit künstlicher Beatmung vier bis sechs Wochen. Und zum Thema
"Ob ich jetzt an Corona sterbe oder an was anderem ....".
sei deiner Mutter gesagt: So will sie nicht sterben. Bei vollem Bewusstsein tagelang(!) hilflos ersticken. Das muss mal drastisch gesagt werden. Diese Hilflosigkeit kippt derzeit vor allem in Italien selbst junge Ärzte massiv aus den Schuhen.

Auch meine Mutter (91) hat zur Realisierung des Ernstes der Lage auch einige Tage und einige grimmige Gespräche mit dokumentierten Beispielen benötigt. Da müssen wir (selbst bereits Risikogruppe) aber durch, wenn wir unsere Eltern bis zu einem hoffentlich friedvollen Übergang in die nächste Welt erhalten wollen.
 
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Ja, das macht diesen Thread tatsächlich wertvoll. Ich nehme an, auch Klaus wird mittlerweile den Wert dieses Threads, so schwierig er auch in einem solchen Forum zu managen ist, erkannt haben.
 
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In meinem Viertel hing die komplette Jugend heute in Trauben auf der Wiese rum. Da hätten man Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen nicht schließen brauchen. Entweder man macht´s richtig oder man kann es auch sein lassen. An Vernunft braucht hier keiner appellieren. Hat eh kein Zweck.
 
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Nein, Du " musst " nicht moderieren, sondern Du tust es.

Bisher war es in diesem Forum weder nötig, noch " möglich " ( im Normalbetrieb ). Es wurde - wenn überhaupt - dichtgemacht, Kritik nicht erwünscht ...

Dies ist der erste Faden, der moderiert, das heißt, von Dir betreut und gelenkt wird.
Jeder weiß, wie schwierig & nervig so etwas ist. Du setzt Dich dafür ein. Das Thema erfordert viel.

Es hilft uns, diese harte Zeit ein wenig als trostvolle Gemeinschaft zu sehen und es hilft, dass man mit seiner jeweiligen Situation nicht völlig allein ist.

Danke.
 
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........ An Vernunft braucht hier keiner appellieren. Hat eh kein Zweck.

Hoimar v. Ditfurth hat mal geschrieben: Der menschliche Verstand kann Zahlen überblicken soviel Finger der Mensch hat, Entfernungen bis zum Horizont und Zeiträume im Bereich gestern, heute und morgen.

Angesichts der gegenwärtigen Zustände (facebook noch unerträglicher als sonst), könnte man meinen, er hatte recht. Es ist vielleicht die Kombination aus Konsumorientierung, Hedonismus und Sorglosigkeit die uns hierhin geführt hat. Gewürzt mit dem Wegfall der Autoritäten (Kirche und Staat). Beide haben früher die Dummen etwas im Zaum gehalten .

Ich bin auch ziemlich frustriert ...
 
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Ich sehe das alles ein klein wenig anders.

Die Straßen sind ziemlich leer hier in Dortmund, ich treffe sehr selten auf Leute, die die Situation auf die leichte Schulter nehmen. Es gibt Viele, die ein wenig Scham zeigen, wenn sie auf Abstand gehen (als hätten sie grad Kondome gekauft, oder Klopapier Ich achte nicht bewusst auf die, die alles unbekümmert falsch machen, würde sie aber bestimmt bemerken.

Heute beim Hundespaziergang rotzte ein mir im Gegenlicht entgegen kommender Jogger nach rechts in den Wald. Wäre sicher ein schöner Corona-Schnappschuss geworden.
Ich rief: „Prost! Aber nicht schimm, ich war ja noch 1.40m weit weg.“ Ich pöble schon gern mal sanft hintenrum.
Er zeigte mir nen Vogel und taumelte weiter.

Solche Leute lernen das nie. Und solche Leute gehören zu unserer Gesellschaft, sie haben einfach Defizite. Es macht keinen Sinn, sich darüber aufzuregen, weil es nicht hilft. Ich kenn mich da aus, ich briefe Bauarbeiter zur Lage, jeden Tag, wie in einer Waldorf-KITA.

Ich würde mir meine objektive Sicht der Dinge gern erhalten und nicht durch die Straßen gehen, nur noch auf die Idioten achten und das Andere übersehen. Darum nerven mich die vielen, kleinen Geschichten über Idioten hier im Thread ein wenig, anstatt mich zu unterhalten. Denn mehr als Unterhaltung ist es nicht. Es ist nicht Aufklärung, es ist nicht Amüsement, es ist Bildzeitung.


p.s. Ich fand Angies Rede gut und sogar ein wenig bewegend.
 
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Das sind dann 0,5% Todesfälle in Austria.
Das habe ich vorgestern auch so vernommen. Da waren es noch 1.000 zu 3 = 0,3%

Meine Mutter ist 91 (ich habe die Nachbarin zitiert ) und ist in Isolationshaft (so bezeichnet sie es selbst).
Es darf niemand in das Haus, in dem sie lebt. Sie lebt seit Jahren in einem Seniorenwohnheim mit viel Abwechslung für unsere Senioren.
Selbst das Essen wird ihr nun aufs Zimmer gebracht, da diese alten Menschen (so darf ich meine Mutter glaube ich, bezeichnen) stark gefährdet sind.

Meine Mutter hat die schlimmsten Zeiten des Krieges überlebt (so wie deine Mutter) und sagt selbst, dass dieses "alleine sein" mehr als den Krieg übertrifft. Da saß man zumindest noch zusammen gekauert und konnte seine Angst mit anderen überwinden. Jetzt darf keiner mehr zu ihr und ihre Hand halten, sie umarmen, trösten mit ihr reden.
Ich darf meine Mutter voraussichtlich erst Mal bis zum 20.04. nicht besuchen.

Wenn dieses das Ergebnis der momentanen Lage ist - dann "Gute Nacht".
 
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Das sind dann 0,5% Todesfälle in Austria.
Das habe ich vorgestern auch so vernommen. Da waren es noch 1.000 zu 3 = 0,3%
Für solche Zahlenspielereien ist die Suppe noch viel zu dünn. Und das wird dich noch stark verändern. Wie ich schon sagte, die Krankheitsdauer ist so lange, dass man schon mal einige Monate wird warten müssen, um irgendwelche belastbare Statistiken zu bekommen. Mich interessiert dann vor allem die Verhältniszahl Gesundete zu Verstorbene.

Mein Posting sollte vor allem deine Fragen bzw. die der Nachbarin beantworten.
 
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p.s. Ich fand Angies Rede gut und sogar ein wenig bewegend.
Sie hat einige Dinge klar angesprochen. Ich hätte mir aber gewünscht, daß Sie auch deutliche, unmißverständliche Ansagen
gemacht hätte für die Leute, die noch in Rudeln miteinander ins Cafe gehen oder ihre Kinder unter andere Leute bringen.
 
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Gewürzt mit dem Wegfall der Autoritäten (Kirche und Staat). Beide haben früher die Dummen etwas im Zaum gehalten .
Moin
sorry dieser Satz in deinem Betrag regt meinen Widerspruch
die Dummen wurden von Kirche und Staat nicht etwas im Zaum gehalten,
sondern bewusst dumm gehalten, denn nur ein dummes Volk lässt sich gut von Kirche und Staat lenken/regieren.
Um so wichtiger ist Bildung, die Erziehung zum kritischen denken und hinterfragen, nicht alles was eine "Autorität"
von sich gibt als unumstößliches "Gesetz" hinzunehmen.
Ein Amt macht keinem zu einer Autorität, eine Person muss sich durch ihr handeln das "Prädikat Autorität" verdienen/erarbeiten.
 
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Die Rede war viel zu monoton, zu lang - mir wären 5 klare Ansagen von ihr lieber gewesen, damit die Deppen draussen endlich wach werden, die immer noch relativieren.
 
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