Coronavirus (war: CP+ 2020 wegen Coronavirus abgesagt)

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Kurt Raabe kommentierte

der Unterschied zwischen bewusster Fehlinformation und Fake News
ist genau so groß wie der Unterschied
zwischen Cabriolet und Convertible
 
ernst.w kommentierte

Sorry, ich war zu langsam beim Lesen.
 
HaDiDi kommentierte
Du hattest Bild thematisiert, ich habe nur drauf reagiert.

Ansonsten hatte ich " Sebastian Bohrn Mena vs. Gerald Grosz" genannt, ziemlich knackig, informativ und kontrovers.
Bei der ARD werden lieber zwei "Sebastian Bohrn Mena" eingeladen, die Meinung von "Gerald Grosz" gar nicht, ob das ausgewogener ist?
 
Kurt Raabe kommentierte

für mich ja
eine Meldung ist doch immer bewusst.
 
AnjaC kommentierte
Jetzt nochmal für alle die Definition aus dem Duden:
Fake News:
in den Medien und im Internet, besonders in sozialen Netzwerken, in manipulativer Absicht verbreitete Falschmeldungen

Falschmeldung:
Meldung, Nachricht, die nicht dem wirklichen Sachverhalt entspricht, ihm widerspricht


Und jetzt bitte endgültig wieder zurück zum topic. Weder Relotius, Cabriolets, der aktuelle Wohnort bezogen auf die Pressefreiheit, die GEZ-Gebühren etc. haben mit unserem Thema zu tun.

Sucht euch für diese Diskussionen einen anderen Ort in den Weiten des Internet oder schlagt zur Entspannung noch ein paar Fremdwörter im Duden nach (Link siehe oben).
 
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Zum aktuellen RKI-Update der VoC-Virusvarianten werde ich am Samstag näher eingehen. Sieht so aus, als wäre ∆R noch etwas größer (0.4) und das Rt ohne VoC besser als vermutet (ca. 0.8). In Summe fällt die Inzidenz vermutlich unter 50, aber nicht unter 35. Aber vielleicht fällt das "normale" Rt ja noch weiter
 
Z5_Chris kommentierte
Danke für deine Rechnungen, Falk - ich finde die sehr interessant. Ich hoffe aber dass das von dir zuletzt genannte eintritt und wird dennoch weiter runter kommen....
 
falconeye kommentierte

Ich analysiere das noch genauer. Die neue RKI Erhebung von gestern bereitet den Verantwortlichen sicher gerade Kopfzerbrechen. Denn die Zahlen passen nicht wirklich zusammen. Wenn die RKI Zahlen zum Anteil von B117 und VoCs stimmen (was sie nicht müssen), dann wäre der R-Wert für die normale Variante zuletzt deutlich gesunken (um mehr als -0.1), der der Mutanten aber stärker als berechnet gestiegen. Das muss das RKI auf Plausibilität prüfen:
  • Greift der Lockdown stärker? (wirken die FFP2 Masken jetzt?)
  • Arbeiten die Gesundheitsämter schon wieder effektiver?
  • Stimmen die Zahlen? (Stichprobe zu klein?)
  • ...
Im Augenblick würde 35 bundesweit knapp verfehlt. Aber die Annahmen hinter dieser Modellrechnung können falsch sein und diese sind wesentlich!

Wäre der Wert der neuesten RKI Erhebung 10% statt 20%, wäre die alte Modellrechnung noch gültig. So muss die Politik aktuell verunsichert sein.

Von daher verstehe ich nicht, dass der Wert nicht wöchentlich, statt zwei-wöchentlich bestimmt wird. Es hängt zu viel für die Entscheider da dran. Vermutlich ist dies daher das erste, was korrigiert wird, und es werden Werte für KW9 und nicht erst wieder KW10 bestimmt.
 
luckyshot kommentierte

...Wäre der Wert der neuesten RKI Erhebung 10% statt 20%, wäre die alte Modellrechnung noch gültig. So muss die Politik aktuell verunsichert sein...

Das impliziert, dass die Politiker die Zusammenhänge verstehen. Bei manchen bin ich mir da nicht so sicher...
 
falconeye kommentierte

Die Politiker sind verunsichert, wenn die sie beratenden Experten es sind.
 
falconeye kommentierte
Update
In den sozialen Medien setzt sich gerade ebenfalls die Ansicht durch, dass das Erreichen eines Inzidenzwert von 50 gefährdet ist, 35 womöglich unwahrscheinlich. Ich stehe mit meiner Meinung also nicht alleine da. Am Samstag mehr. Für alle Ungeduldigen bis dahin der hervorragende Tweet:
Die Meinungen tendieren nun in die Richtung, die ich schon am 6.Februar hier skizziert hatte: https://www.nikon-fotografie.de/com...egen-coronavirus-abgesagt.295040/post-2792692
 
häuschen kommentierte


Bestätigst Du damit nicht sogar meine Vermutung?
 
HaDiDi kommentierte
luckyshot kommentierte
Ist das nicht völlig normal, dass die Antikörper nach einer gewissen Zeit weniger werden bzw. verschwinden?
Ich habe das so verstanden, dass sie bei erneutem Virenbefall mithilfe der T-Zellen wieder neu gebildet werden.
 
HaDiDi kommentierte

Ja ist normal, aber hier geht es ja nur um "PCR-Positive" - viele wahrscheinlich ohne Krankheitssymptome, da ist es wohl nur zu einer schwachen Immunantwort mit wenigen Antikörpern gekommen. Entsprechend schnell war dann auch nichts mehr nachweisbar.
 
falconeye kommentierte
Ich bin zufällig darüber gestolpert und frage mich seit ein paar Tagen: Warum ist eigentlich die Fallsterblichkeit in DE mittlerweile so hoch?
Letztes Jahr bis in den Herbst rein war sie sehr viel niedriger.
Schweden, USA, Brasilien, Frankreich, Spanien, Niederlande, Israel - überall niedriger als hier, selbst der weltweite Durchschnitt ist niedriger...
Testen wir aktuell wirklich soooo wenig und wenn ja, warum? Oder hat der Schutz, der Alten und Risikopatienten trotz Lockdown versagt?


Mir gehts nicht um die Frage, ob die Berechnung dieser Zahl sinnvoll und der Vergleich mit anderen Ländern möglich ist, sondern nur um die Erklärung für den starken Anstieg...
 
luckyshot kommentierte
falconeye kommentierte
luckyshot kommentierte

Also wäre das Durchschnittsalter der Infizierten aktuell deutlich höher, als im vergangenen Jahr...?
Irgendwas ist doch da schiefgegangen bei den Maßnahmen...
 
VisualPursuit kommentierte
Schief gegangen ist die Message "Wir müssen nur die Alten wegsperren und können weiter hemmungslos feiern".
"Ich bin jung, für mich ist es nur ein Schnupfen" dominiert in der Bevölkerung.
 
luckyshot kommentierte


...Wir müssen nur die Alten wegsperren und können weiter hemmungslos feiern...
Von wem hast Du diese Message denn gehört?
Außer einem freidemokratischen Parteivorsitzenden wüsste ich weder im persönlichen noch im medialen Umfeld jemanden, der das so geäußert hätte...

...Ich bin jung, für mich ist es nur ein Schnupfen" dominiert in der Bevölkerung...
Du lebst ganz offensichtlich auf einem anderen Stern als ich. In meiner Galaxie ist das die Ausnahme und ich bin kein Eremit...
 
Der Vater meines Freundes ist letzten Samstag im Krankenhaus am Covid-19 Virus verstorben. Er war 83. Nach einer Knieoperation, er bekam eine Kniegelenkprothese, kurz vor der Entlassung nach einem zweiwöchigen Aufenthalt in einem Einzelzimmer hat er starkes Fieber bekommen und ist innerhalb 4 Tagen von der Diagnose bis zum Tod durch eine Lungenentzündung gestorben.
Seine Frau hat ihn seit Beginn des Krankenhausaufenthaltes nicht mehr gesehen und konnte sich nur noch telefonisch von ihrem Mann nach 60 Jahren Ehe verabschieden. Seine Kinder konnten auch nicht mehr bei ihm sein.
Jetzt liegt er irgendwo, da in den Krematorien Stau herrscht und noch weiß niemand wie es weitergeht, in unsere Kapelle auf dem Friedhof darf der Leichnam auf Grund von Corona nicht überführt werden.
Und niemand weiß wie es zu einer Infektion kommen konnte, da alle Mitarbeiter alle 2 Tage getestet werden.
Das alles habe ich heute erst erfahren.
Also kann man davon ausgehen dass die meisten einfach keine Ahnung haben wie eine Verbreitung irgend einer Virusmutation vonstatten geht. Und man nur hoffen kann dass irgendwann ein vollständiger Impfschutz da ist.
Der Vater meines Freundes war auch nicht geimpft, warum dann eine Operation am Knie stattfinden musste erschließt sich mir nicht.
Wahrscheinlich wird die Gefahr immer noch unterschätzt und man kann nur von Glück sprechen wenn man gesund bleibt.
Aber was kann man schon tun, der Frühling naht und bei jedem Sonnenstrahl rennen die Leute zu Hauf wieder los, mit dem Gedanken es trifft mich nicht, ich bin doch gesund und gehöre nicht zur Risikogruppe.
Verstehe einer die Welt, und vor allem die lahmarschigen Impfmaßnahmen oder die mangelhafte Kontrolle von Testmaßnahmen, sofern vorhanden.
Das alles muss ich irgendwie aussitzen und das beste hoffen für mich und meine Familie.
Besser wird's nicht.
 
3 Kommentare
Kay kommentierte
Frage 1.)

Wer von den regierenden Politikern ist geimpft ?

Frage 2.)

Wer von den Angehörigen der Poliker ist/sind geimpft ?

Vielleicht geben die Antworten auch Hinweise auf sonstige Fragen ...
 
AnjaC kommentierte
Der User Gento nimmt an diesem Thread nicht mehr teil

Zur Transparenz: Ich habe 2 Kommentare oberhalb gelöscht, einen von Gento, der andere eine Reaktion darauf.
 
Zuletzt bearbeitet:
falconeye kommentierte
Danke für deinen Bericht. Und mein Beileid. Das persönliche Schicksal deines Freundes macht mir noch einmal deutlich, dass hinter all den Zahlen reale Menschen stehen. Auch hinter jeder nicht verimpften Dosis.
 
Leider scheint die Zahl der Neuinfektionen tatsächlich zu stagnieren. Interessant wird jetzt die Reaktion aus der Politik sein. Hätte man einen konkreten Plan so könnte dieser für die aktuelle Situation vorsehen, weitere Öffnungsschritte erstmal anzuhalten. Aber nö, wir fahren auf Sicht und ich befürchte bis sich alle Sehenden über die Situation einig sind und vielleicht beschließen zurückzurudern haben wir den drohenden Anstieg durch Schulöffnungen o.ä. verstärkt. So ein Plan, der schnelle Reaktionen erlaubt, wär schon wirklich total doof gewesen...
 
Lichtschachtsucher kommentierte
Wenn man in der Tankstelle oder im Supermarkt in engen Gängen kurz mal die Luft anhält ist das doch ok. Manchmal lässt sich Nähe einfach nicht vermeiden, keuchende Gesundheitsapostel in Turnschuhen oder auf Rädern versuche ich allerdings weitläufig zu umgehen. Zumal es nur widersprüchliche Aussagen über Aerosole in Luft gibt. Luftfilter oder nicht etc. pp.
Wenn ich jemand in meiner Nähe husten höre, kriege ich mittlerweile fast schon Gänsehaut. Als es nur Grippe gab war das aber auch so, eine echte Grippe ist auch ekelhaft.
 
Kay kommentierte
Ob ich nun direkt von der Wolke dieser Jogger genug abbekomme, um infiziert zu werden, weiß ich nicht. Ich möchte das auch nicht behaupten. Frech und gedankenlos erscheint es mir trotzdem. - - - Was mir allerdings auffällt: Wenn ein Raucher dabei ist, rieche ich den (auch wenn er gerade nicht raucht) und mancher stinkt nach Schweiß. Kann sein, dass das alles keine Aerosole sind, aber irgendwas fliegt. Auch wenn Gerüche wohl nicht schädlich sind, sind sie oft lästig .
 
häuschen kommentierte


Versuch bitte nicht meine Gedanken zu lesen, Du würdest Dich nur erschrecken.
Unter Anderem sagen sie: Die Übervorsichtigen schaden sich selbst und ihrer Umgebung, haben aber das Pech es nicht zu merken.
 
Kurt Raabe kommentierte

nach 64 Jahren kann mich nix mehr erschrecken
 
Kay kommentierte
Wer ist denn nun vorsichtig, wer übervorsichtig und wer gedankenlos unvorsichtig - bin mir da oft unsicher.
Irgendwie hängt Vorsicht auch davon ab, wie hart es jemanden treffen würde und wie plastisch das vor Augen ist:

Fällt ein Stück Lammfleisch von der Platte, freut sich der Hund (und leckt sogar den Fettfleck weg).
Fällt die Geburtstagstorte von der Platte, ...
Geht so weiter mit zerbrechlich, stinkig, explosiv, ... - je nachdem wird man vorsichtig sein, mal mehr mal weniger.

Ist man fit wie Oskar und jung und unbedarft, ist eine Krankheit nur wenig bedrohlich. Ist man alt und vorgeschädigt (und das Partner*in auch, ... )
 
hansolo22 kommentierte
HaDiDi kommentierte


Das hängt aber stark vom Thema ab.

Bei Corona erkenne ich eher weniger Selbstreflexion.
Vor allen Dingen, wenn man sich einige asiatische Nationen als Benchmark nähme.
 
hansolo22 kommentierte

Da erkenne ich weniger Selbstreflektion als die Sorge davor krank zu werden und in ein Loch ohne Sozialhilfe zu fallen und daher werden Massnahmen akzeptiert und umgesetzt.
 
Wuxi kommentierte


Das ewige "Deutschland bashing - Asia hyping" macht mich echt müde.

Ich schlage vor, @AnjaC pinnt so einen Beitrag mal exemplarisch ganz oben an. Gerne auch in rot und fett. Und dann könnte man gefühlte 285 Wiederholungen mit Bezug auf oben löschen. Da wäre es hier viel übersichtlicher.
 
AnjaC kommentierte
Ich kann auch ohne Bezug auf oben löschen, war gerade wieder nah davor. Aber dann stünde dein Kommentar ohne Bezug da und wäre nicht mehr so amüsant

Und jetzt nochmal rot und fett für alle

@all: das Durchkauen der vermuteten, gemeinten oder gelebten Mentalität einzelner Länder bringt uns hier nicht weiter, das wissen wir doch schon seit über einem Jahr. Man kann die Maßnahmen vergleichen, die Akzeptanz und die Erfolge oder Misserfolge. Aber hört auf, das auf die Mentalität herunterzubrechen.
 
Eine Beobachtung heute morgen beim Gassi gehen die mich zum Nachdenken anregte
Grosse Moebelfirma um die Ecke mit gut 10 LKW Ladestellen.
Zwei LKWs waren gerade am rueckwarts rangieren.
Grosses Helau - ohne Maske - Abstand null.

Dabei fiel mir ein das unsere IHK und VBG fuer ihre Zwangsabgaben bei mir 1000 Euro im Jahr nichts macht was hilfreich waere in Coronazeiten.
Gibt es ueberhaupt ein Hygienekonzept fuer Betriebe und Branchen?

Mich hat keiner angeschrieben.

Ansonsten beim Arbeitsschutz grosse Klappe - Buerostuehle und Schreibtische und Bildschirme sind - gaaanz wichtig - und die Pausen.

Aber bei COVID?

Wo sind die Konzepte und Vorschriften fuer die Branchen?

Endlich mal koennte die IHK und VBG was tun fuer die Betriebe und den Schutz der Mitarbeiter.

Wo ist der verpflichtende Aushang fuer die Mitarbeiterinformation in jedem Betrieb zu den Schutzmassnahmen?
Wo sind die Masken oder Schreibtischabtrennungen oder Luftreiniger - als Vorschrift in Bueros z.B.

Hab ich was uebersehen?

Beste Gruesse Bernd
 
gannet kommentierte


Danke für den Hinweis auf die Senkung von Rt von 3-4 auf 1.
Dabei stellt sich mir die Frage: Gibt es eigentlich eine Bewertung einzelner Maßnahmen in Bezug auf den Effekt auf Rt?
 
falconeye kommentierte

warum mit zweierlei Mass gemessen wird
Epidemiologisch ist es egal, wie Kontakte reduziert werden. Man könnte auch jeden mit einem geraden Geburtstag in Isolation stecken, würde auch funktionieren. Bei der Bekämpfung einer Pandemie geht es nicht (primär) um Gerechtigkeit. Es ist also epidemiologisch nicht abwegig, dass dort, wo für die Leistungsbilanz des Landes gearbeitet wird, weniger strenge Regeln gelten können.
 
VisualPursuit kommentierte
Du hast übersehen daß IHK und HWK zu nichts nutze sein müssen.
Mit dem Zehnten den sie uns abpressen sind keinerlei Verpflichtungen
uns gegenüber verbunden.

Die BG ETEM hat allerdings Handlungsempfehlungen für die Filmproduktion
ausgegeben, die bei uns auch unübersehbar aushängen.
Unsere eigenen Maßnahmen gehen allerdings darüber hinaus.
 
Reaktionen: Kay
falconeye kommentierte

Dabei stellt sich mir die Frage: Gibt es eigentlich eine Bewertung einzelner Maßnahmen in Bezug auf den Effekt auf Rt?
Es gibt wissenschaftliche Publikationen mit dem Versuch dazu. Mit teilweise zweifelhaften statistischen Methoden. Oft werden nur wenige Kausalketten zugelassen und diese dann mit den Zahlen korreliert. Das ist aber unzulässig. Lässt man viele Kausalketten zu, wird es statistisch beliebig.

Bis jetzt hat mich noch keine dieser Untersuchungen überzeugt. Es gibt lediglich Tendenzen. Dazu gibt es am Anfang dieses Threads Quellen, aber man wird sie kaum finden

Historisch hatten bei anderen Epidemien Schulschliessungen den grössten Einzeleffekt. Deswegen sind gerade Schulschliessungen unter Epidemiologen ein emotionales Thema.
 
gannet kommentierte

Danke dir!
Ich denke, eine wissenschaftliche Auseinandersetzung zur Modellierung einzelner Maßnahmen sollte nicht nur in der aktuellen Situation sondern auch künftig von Interesse sein.
 

 
Kommentar
Update 20. Januar 2021

Germany
New Cases 19.02.2021: 9050
Weekly average: 7262
7 day incidence: 61,2
Rt: 1,01 (0,86 - 1,18) | 0,93 (7-day avg)
Forecast 19.03: 5540 (1639 - 18728)
Alert Value A: 1,20 very high risk



Es haben ja schon alle der Presse entnommen, der Rückgang der Fallzahlen ist leider vorerst zu Ende. Im Gegensatz zu den Medien spreche ich aber nicht von einem Plateau, sondern dem Durchgang einer Talsohle vor einem Wiederanstieg der Fälle. Die Inzidenz hatte ihren Tiefststand bei 60,3. Der Alertlevel zog seit letzten Sonntag um 0,2 Punkte von 1,00 (high risk) wieder auf 1,20 (very high risk) an. Rt steigt aktuell (seit Mo, dem 15.2.) um täglich 0,02, nachdem der Mittelwert über Wochen stabil bei 0,89 lag - das ist kein kleiner Effekt. Noch bewegt sich das alles im Rahmen einer möglichen Schwankung, aber ich fürchte, es ist mehr als eine Schwankung. Der Forecast der Fälle in meinem Modell zeigt zwar noch leicht nach unten, man sieht aber schon die Aufspreizung möglicher zukünftiger Verläufe. Mehr dazu in einem zweiten Posting.

Ich messe nicht die aktuell niedrigere Inzidenz des RKI (57), diese kommen auch durch einen zeitlichen Rücktrag der Fälle zustande und werden sich daher nachträglich noch leicht erhöhen. Allerdings stimmen wir beim Wert für Rt überein (1,01), also wieder über 1.

Die Zahl der Toten im 7-Tagesschnitt fällt auf 424. Die Zahl der Testungen fällt erneut leicht. Dies hat einen leichten Effekt auf den ermittelten Wert für Rt, der bei -0,01 liegt (-0,0095). Ich ignoriere diese Abweichung im folgenden. Der Effekt der Impfungen (aktuell 3,8%) ist -0,04. Leider wird das Durchschnittsalter der Infizierten nicht mehr publiziert (nur eine Tabelle ohne Duchschnittswerte). Aber die Inzidenz der Gruppe 80+ liegt trotz Impfung immer noch bei überdurchschnittlichen 87/100k.
 
Ernie62 kommentierte
Diese Entwicklung war doch klar, dafür brauchte man keine Glaskugel. Da ich nunmal Techniker und nicht Mediziner bin, versuche ich Parallelen in Technik zu finden. Hier bietet sich das Reglerverhalten an. Leider kommt kein PID Regler zum Einsatz sondern ein "Meinungs - Akzeptanz - Politik - Ignoranz - Regler". Die optimalen Einstellungen für einen technischen Regler wären schon schwer genug ( unbekannte Störgrößen, langes Regelverhalten, ....)
 
häuschen kommentierte
Hast Du auch Schweden in Deiner Liste?
 
D
dimetos kommentierte
In der NZZ gab es kürzlich einen Gastkommentar, der darauf hinwies, dass es in den aktuellen Zahlen eine Ungereimtheiten gibt:
https://www.nzz.ch/meinung/der-r-wert-vorsicht-mit-abstrakten-modellen-ld.1602053 - kurz zusammengefasst: Wenn es in den Ländern, in denen die britische Mutation vorherrscht (z.B. England, Irland, Portugal) möglich ist, einen R-Wert von 0.7-0.8 zu erreichen, dann würde das heissen, dass dort der R-Wert bezogen auf die alten Varianten des Virus bei 0.3 bis 0.4 liegt. Ein solcher R-Wert wurde aber in keinem bisherigen Lock-Down beobachtet. Hat dafür jemand Erklärungsansätze?
 
falconeye kommentierte
falconeye kommentierte

Es ist (mir) mathematisch unklar, warum sich die Mutation mit einem ∆Rt charakterisieren lassen sollte. Es wird eine Funktion R_voc(R_wild) sein, für die man gerade einmal den Wert um R~1 kennt. z.B. R_voc(0.9)=1.3. Die Aussage hierfür ∆R=0.4 ist simplifizierend, genügt aber für unsere Zwecke. Durchaus denkbar, dass R_voc(0.7)=0.8 ist ...

Das lässt sich nicht nur mathematisch begründen, sondern auch epidemiologisch. Z.B. könnte sich das Serienintervall geändert haben. Ich habe erste Arbeiten gesehen, wonach die Mutation länger infektiös bleibt. Dadurch erhöht sich vermutlich das Serienintervall. Das alles lässt sich nicht einfach durch ein ∆R erschlagen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Effekte der neuen Mutationen (VoC), Update 20. Januar 2021

Ich hatte die Auswirkungen der neuen Mutationen, speziell B.1.1.7, ja schon mehrmals hier beleuchtet:
Dort hatte ich für KW7 Inzidenzen von 51 und ca. 60 vorhergesagt. Die Werte passen immer noch, allerdings dramatisieren sich die Szenarien zusehends bzgl. ihres weiteren Verlaufs. Sah ich zunächst am 21.01. zu Ostern eine Inzidenz von 13 (Tiefststand, Anstieg erst danach), war es am 06.02. schon 90. Mit den aktuellsten Daten des VoC.Monitoring des RKI ergibt sich nun bereits ca. 250/100k zu Ostern:



Auf der blauen Kurve (Modellrechnung) sind als Punkte die Prozentanteile von B.1.1.7 eingetragen (Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ...cht_VOC_2021-02-17.pdf?__blob=publicationFile ). Auf der orangen Kurve (Modellrechnung) als Punkte die bisherigen Inzidenzen. Grün und rot (Modellrechnung) beschreiben die jeweiligen Einzelinzidenzen der Virusvarianten (grün: Wildtyp, rot: B.1.1.7 und vereinzelte andere VoC). In mein Modell gehen keine freien Parameter ein, alle Parameter werden aus Meldedaten berechnet, insbesondere die Rt-Werte für Wildtyp und B.1.1.7:
  • Rt Wildtyp: 0,87 ± 0,04
  • Rt VoC: 1,27 ± 0,11
  • ∆Rt: 0,40 ± 0,12
Damit bestätige ich die Untersuchungen der UK-Studie, wonach Rt der B.1.1.7-Variante um 0.3 bis 0.6 erhöht sei. Ich komme auf einen Bereich von +0,3 bis +0,5.

Allerdings ist der Forecast der Modellrechnung mit großen Unsicherheiten behaftet. Zu Ostern sind auch Inzidenzen von 150 oder oder 450 möglich.

Forecast Ostern:
  • 7-Tageinzidenz/100k: 250 [150 - 450].
Nicht im Forecast berücksichtigt: Änderung des Lockdown (Lockerung, Verschärfung, ggfs. in dieser Reihenfolge), Frühling, Impfung, Corona-Müdigkeit. Daher werden die Zahlen des Forecast so nicht eintreten. Sie sollen nur verdeutlichen, welche Rolle die Mutationen spielen.

Im übrigen empfehle ich auch die Analyse von Cornelius Roemer des jüngsten RKI-Berichts. Er spart auch nicht mit Kritik, der ich mich durchaus anschliesse
 
Zuletzt bearbeitet:
falconeye kommentierte

führt die etwas höhere Infektiosität der Varianten nicht automatisch zu höheren Infektionszahlen.
Dieser Satz ist schon rein logisch betrachtet Unfug. Aus x * (1+∆) = x für ∆≠0 folgt x = 0 ...

Du hattest auch bereits geantwortet, bevor mein beitrag fertig war. ein ∆ von 0.4 ist nicht "etwas höher" - ganz im Gegenteil

Und, um noch einmal auf dein Argument zurückzukommen ... der Unterschied zwischen 0.8^10 und 1.2^10, also der Unterschied nach 40 Tagen, ist Faktor 60. Das ist ein drastischer Effekt, überleg dir das mal z.B. für Thailand, wenn die Variante dort ankommt ...
 
Zuletzt bearbeitet:
HaDiDi kommentierte
Er ist nicht nur logisch richtig, sondern auch praktisch erwiesen.

Halte ich zwei Meter Abstand und habe im gut gelüfteten Raum eine FFP2 Maske auf, ist die Infektionsgefahr ZERO. Da macht es keinen Unterschied, ob ein Infizierter Corona normalis, oder Corona british ausatmet.

Null Infektionsrisko multipliziert mit B.1.1.7 bleibt NULL.
 
häuschen kommentierte
Ich hätte da mal Grundsatzfragen zu Mutationen.

Uns war ja von Beginn an klar, dass es Mutationen geben wird. Ist es nicht die Regel, dass Mutationen im Laufe der Zeit „ungefährlicher“ werden? Und fördern Impfungen, insbesondere solche, die keine 100%ige Wirkung haben, Mutationen eventuell? Hat ein Virus evtl. die Möglichkeit sich im Körper eines Geimpften zu verändern, also z.B. sich dem Wirkstoff anzupassen?
 
HaDiDi kommentierte
Du stellst zwei Fragen:

1) Ja, on the long run, wird Corona ungefährlicher und versucht in "guter Co-existenz" mit dem Wirt zu existieren. Es werden aber auch immer mal lokal und für begrenzte Zeit Varianten auftreten, die tödlicher sein können. Das wird wohl für ein paar Jahre noch ein Risiko sein.

2) Wenn ein Geimpfter eine gute Immunabwehr hat, wird das Virus sehr schnell eliminiert und kann nicht mehr mutieren. War der Impfstoff zu schwach, die Immunabwehr funktioniert nur ein bisschen, dann kann Selektionsdruck auf das Virus entstehen und es kann zu sogenannten Escape-Mutationen kommen.

Entstehen Escape-Mutationen müssen wahrscheinlich auch neue/adaptierte Impfstoffe entwickelt werden.
 
falconeye kommentierte
Disclaimer:
Es gibt eine kleine Auffälligkeit in den Daten. Die tatsächlich gemeldeten Fallzahlen (orange Punkte) passen nicht sehr gut zur Modellierung. Sie sind zuletzt schneller gefallen, als zu erwarten gewesen wäre, und nun recht abrupt zum Stehen gekommen (Knick in den orangen Punkten). Dieser Knick diese Woche ist nicht gut verstanden und auch das VoC-Modell gibt diesen nicht her. Die Politikberatung wäre ihrerseits gut beraten, nach einer weiteren Ursache hierfür zu suchen. Sollte sich hier eine nur temporäre Ursache finden, könnten die Fallzahlen entgegen der Modellrechnung weiter fallen.
 
Man könnte auch fragen, ob Impfungen, die gar nicht erst stattfinden, weil kein Impfstoff an Land kommt, die Mutationen munter mutieren läßt ....
 
falconeye kommentierte

Aber gute Frage: Mutiert das Virus eher, wenn es mit (schlecht) Geimpften kämpft, oder mit ganz vielen Ungeimpften?
Wie und warum mutiert ein Virus überhaupt? Wahrscheinlich, weil es sich anpassen will um zu überleben.

Ein Virus mutiert immer und zufällig, also ohne Grund. Das sind einfach Kopierfehler. Ein Virus will auch nicht überleben, es lebt sowieso nicht.

Ein mutiertes Virus, also fehlerhaft kopiertes, ist i.d.R. schlechter und geht unter. Ist es aber von vielen Immunen Wirten umgeben, hat es vielleicht eine Chance, wo die Originale keine haben. So verbreitet sich dann eine unterlegene Kopie am Ende doch. Man nennt das Escape-Mutationen.

Escape Mutationen entstehen nicht im Körper jedes einzelnen Geimpften, sondern in Populationen vieler Immuner (weil sie so selten sind). I.d.R. ist eine Escape Mutation weniger infektiös (bei Nicht Immunen), aber es gibt Ausnahmen. Wird konsequent geimpft, werden Escape Mutationen seltener und sterben letztlich aus.
 
Zuletzt bearbeitet:
HaDiDi kommentierte
Escape Mutationen entstehen nicht im Körper eines einzelnen Geimpften....

Net...

Virus-Mutationen entstehen selbstverständlich immer im Körper eines Wirtes, wenn sie dann erfolgreicher (infektiöser) sind, setzen sie sich in der Population durch.

Eine sogenannte Escape-Mutationen zeigt gerade Veränderungen in der 3D-Proteinstruktur, gegen die der Geimpfte Antikörper gebildet hat. Eine Escape-Mutation kann weniger gut durch die Immunabwehr eliminiert werden. Letztendlich braucht man neue Impfstoffe.
 
häuschen kommentierte
Zuletzt bearbeitet:
falconeye kommentierte

Virus-Mutationen entstehen selbstverständlich immer im Körper eines Wirtes
Ich dachte, es sei klar, was ich meinte. Ich hab es jetzt umformuliert, damit ein jeder zufrieden ist
Man braucht letztlich nur dann neue Impfstoffe, wenn die Herdenimmunität nicht ausreicht bzw. zuvor nicht erreicht wurde. I.d.R. wird eine Escape-Mutation jedoch nur eine kleine Krankeitswelle verursachen, wie wir sie von vielen Krankheiten kennen. Die Population infiziert sich zum geringen Teil, bis wieder Herdenimmunität auch gegen die Escape Mutation erreicht ist. Wir brauchen die Impfstoffe jetzt nur zum Erstschutz bei <10% Immunität in der Bevölkerung.

Der Satz "Letztendlich braucht man neue Impfstoffe" ist also so nicht korrekt. Natürlich sind sie hilfreich.
 
HaDiDi kommentierte
Der Satz "Letztendlich braucht man neue Impfstoffe" ist also so nicht korrekt.

Ich sehe das anders
und die Zukunft wird zeigen, ob wir spezielle Auffrischimpfungen gegen die neuen Mutanten brauchen,
dann können wir das Thema noch mal diskutieren.
 
Ich habe jetzt nicht alles hier gelesen. Aber könnte mir mal einer der Experten bitte etwas dazu sagen, wie groß der Einfluss der bereits infizierten und dadurch natürlich immunisierten in der Zukunft für die Beendigung der Pandemie sein wird? Inklusive der Dunkelziffer müssten doch inzwischen viele Millionen nach überstandener Infektion immun sein.
 
Kay kommentierte
Impfbücher und Impfscheine habe ich gleich mehrere. Die ersten waren mehr in Zettelgröße und aus der Kinderzeit bei meiner Mutter vergraben. Dann kamen die gelben, internationalen und da ich früher häufig hin- und her gezogen bin, wußte ich kaum noch, wo was war ... - und gebraucht habe ich das alles auch nur bei der nächsten Impfung, damit die Ärzte wußten, was noch erledigt werden könnte. Vorgezeigt habe ich vielleicht mal vor einer Reise, habe aber keine Erinnerung.
Die Ärzte müßten genug an neuen leeren Impfbüchern haben, die sie für Dich beschriften und dann eintragen. Der amtliche Einkleber, Stempel, Datum, Unterschrift des Ärzt*in kommen dann jeweils in Ergänzung neu.
 
VisualPursuit kommentierte
Kay

Ich erinnere mich an eine Art Leporello aus Laminat mit Textilkörper,
also vermutlich wasserfest und sehr haltbar. Das liegt sicher noch irgendwo
in meinen Archiven, aber wo?
 
falconeye kommentierte
Kay

Ich bezog mich auf genau den Teil deines Textes, den ich auch zitiert hatte. Wenn Du etwas als "geschönt" bezeichnest, unterstellst Du unredliche Absichten. Faktisch korrekte Aussagen sind nicht geschönt. Daher meine Bitte um Beleg, was da wer wie geschönt, also verfälscht, haben soll. Ich hoffe, Du kannst verstehen, warum ich da genau bin.
 
Kay kommentierte

Es gibt erfahrungsgemäß drei Arten, etwas wiederzufinden:
1) Ab und zu für 47 Sekunden daran denken - irgendwann fällt es Dir ein (geht viel besser als hektisch zu suchen),
2) umziehen - beim auspacken am neuen Standort findest Du noch andere Verluste,
3) Geburtsurkunde suchen - da findest Du alles wieder, sogar die Trauurkunde ... !
 
Kay kommentierte

Manno, manches formuliere ich durch und kontrolliere es noch dreimal. Hier habe ich mich bei genauer Betrachtung unwissenschaftlich ausgedrückt und wollte auch niemandem nie nichts und schon gar nicht unterstellen.
Die schwarze Kurve geht relativ hoch am Ende. Ich kann/will jetzt nicht die Werte darunter auslesen und hier gleichzeitig schreiben.
Kurveninterpretation setzt voraus, dass man eine Erwartung einbringt, wie die Zahlen zu werten sein werden. Mir ist diese Erwartungshaltung des Verfassers/Druckers/Zeichners zu positiv. Ich sehe diesen Anstieg anders und ich hätte bei identischen Werten die Kurve flacher gezeichnet.
Vielleicht liege ich falsch. Vielleicht ist meine Interpretation zu misepetrig.

Gib Du die Deiner Meinung nach richtige Deutung, dann ist gut.
 
Fortschritt der Impfungen in Deutschland

Da wir das Thema hier diskutiert hatten (@Kay ), hier mal eine Auswertung zum Impffortschritt in D. Einfach eine Analyse der täglich verimpften Dosen über die Zeit. Es ergibt sich folgende Grafik:



Man erkennt, dass die Zahl der täglichen Impfungen stetig zunimmt. Ich berechne die Zahl der täglichen Impfungen im gleitenden 7-Tagesmittel (also bereinigt um Wochentagseffekte) und betrachte die wöchentliche Veränderung dieses Wertes (grüne Kurve): Es werden jede Woche zwischen 0 und 20.000 täglich mehr geimpft, als in der Woche davor, im Mittel ca. 15.000 mehr. Pro Monat sind die täglichen Impfungen um 60.000 gestiegen.

Allerdings ist ein leichtes Abflachen dieser Kurve zu erkennen. Das ist zu kritisieren, es sollte mehr und nicht weniger Energie in den Ausbau der Impfkapazität gesteckt werden. Hier ist eine beginnende Ermüdung erkennbar. Das sollte so nicht bleiben ...

Aber positiv zu vermerken ist, dass die Impfkapazitäten stetig zunehmen.
 
Zuletzt bearbeitet:
falconeye kommentierte
Kay

Ich weiss, welche Kurve Du meintest. Das ist eine kumulative Kurve, die steigt per Definitionem halt immer an. Wenn Du das für geschönt hältst, dann jede andere kumulative Kurve auch. Z.B. https://de.wikipedia.org/wiki/COVID-19-Pandemie_in_Deutschland/Statistik#Infektionsfälle_kumuliert_(zusammenfassende_monatliche_Darstellung) Von einem Institut wie dem RKI erwartet man, dass auch kumulative Verläufe gezeigt werden.
Meine Grafik oben enthält im übrigen alles, was man zum Thema Impffortschritt z.Zt. wissen kann. Und wie das RKI es eigentlich hätte aufbereiten müssen. Wir können das Thema Impfkurven also hiermit erst einmal beenden
 
falconeye kommentierte
Kay

Jetzt wird wohl darüber nachgedacht, doch Lehrer ...
Dafür wird es sicher Gründe geben, Gesundheitspersonal wurde ja auch bevorzugt geimpft (dies ist die größte Gruppe bisher). Und so viele Lehrer gibt es auch wieder nicht, 780.000. 70% davon impfen wir beim aktuellen Tempo in 4 Tagen einmal durch ... Also ganz cool bleiben ...
 
HaDiDi kommentierte
70% davon impfen wir beim aktuellen Tempo in 4 Tagen einmal durch....

Bis Du jetzt auch noch unter die Impfärzte gegangen....

Aber ich denke auch, dass das Impftempo noch deutlich gesteigert werden kann. Wenn man erstmal genug Impfstoff vorrätig hat. Auch Impfstoff der ohne logistische Klimmzüge in der Fläche, durch den niedergelassenen Landarzt verimpft werden kann, dann geht die Sache sehr viel fixer und dezentraler. Zudem sollte man dann neben den priorisierten Impfgruppen in der Fläche "alles" durchimpfen, egal wie alt, oder welcher Beruf, ohne moralische Priorisierung.

Die Gruppe der Hochgefährdeten ist bald abgearbeitet, danach sollte es primär um Geschwindigkeit und Masse gehen, möglichst schnell, möglichst viele, damit man schon bald einen gewissen Herdenimmunitätseffekt spürt.

Wird Rt durch einen Herdenimmunitätseffekt um 0,3-0,5 gesenkt, dann kann man auf Lockdown Maßnahmen, die einen ähnlichen Effekt auf Rt haben verringern.

Habe gestern noch mit Bekannten in China telefoniert. Dort wird derzeit "priorisiert" die Gruppe der 40-60 Jährigen geimpft, also Menschen die voll im Saft stehen und die Wirtschaft am Laufen halten. Die Alten sollen warten, sich eine Selbstquarantäne verordnen und sind dann irgendwann dran. Allerdings hat China das Infektionsgeschehen recht gut im Griff und die Inzidenzen sind niedrig. Unter diesen Rahmenbedingungen kann man dann auch andere Prioritäten setzen.
 
luckyshot kommentierte



Die Gründe, die ich kenne, haben mich bislang ehrlich gesagt nicht überzeugt.
Letztlich beruht unsere Impfstrategie darauf, zunächst die Intensivbetten wieder frei zu bekommen und die Sterbezahlen zu senken.
Diesem Ziel bringt uns die Impfung von Lehrern und Kindergärtnern nicht direkt näher.
Zumal die Impfung des Gesundheitspersonals und vulnerabler Gruppen noch längst nicht abgeschlossen ist.

Dieser Strategiewechsel wirkt auf mich eher wie die “Verklappung“ des ungeliebten AZ-Impfstoffs an Ersatzleute...

Ärgerlich finde ich in diesem Zusammenhang wieder mal die schlechte Kommunikation der Behörden / Medien - der Impfstoff ist (nach meiner Kenntnis) keineswegs so “unwirksam“ wie er von vielen in der Bevölkerung wahrgenommen wird.
 
Reaktionen: Kay
HaDiDi kommentierte
der Impfstoff ist nach meiner Kenntnis keineswegs so “unwirksam“ wie....

So ist auch mein Kenntnisstand. Er schützt mit hoher Wahrscheinlichkeit vor einem schweren Verlauf, vor Intensiv und Tod. Was will man (als Individuum) eigentlich mehr? Ähnlich, oder gar besser, scheint Sputnik zu wirken, aber auch da gibt es noch keinen Zulassungs-Fortschritt.
 
Ausführlicher Artikel zur NoCovid-Strategie:
 
4 Kommentare
häuschen kommentierte
Zitat aus dem Artikel: "Wäre die Gesellschaft ein Computermodell, würde ein solches Konzept wahrscheinlich funktionieren."
 
Kay kommentierte
Mir gefällt die Passage mit dem Bürgermeister von Rostock sehr gut :
Hier wird gezeigt, was jemand, der aus Industrie und Wirtschaft kommt, macht, während andere Politiker warten bis das Gremium entschieden hat, welche Planungskommission die künftigen Gesprächsgruppen vorbereitet, damit ohne Zeitverzögerung erste Ziele in schon acht Wochen vorliegen könnten und alle bis Frühling, Sommer, Herbst, jetzt Winter (nur das Jahr steht noch nicht fest) geimpft sein könnten, wenn Impfstoff ausreichend vorhanden wäre (aber das regelt Gruppe B , die erst ... )
 
Kurt Raabe kommentierte
ich sehe das Hauptproblem darin, das keiner wirklich Verantwortung übernehmen möchte.
Jeder schiebt es auf einen anderen.
 
luckyshot kommentierte
Ein guter Artikel mMn.
Ob die beschriebene Strategie und Erreichbarkeit ihrer Ziele im Rahmen unserer geografischen und gesellschaftspolitischen Situation realistisch sind, kann ich nicht beurteilen. Aber einzelne vorgeschlagene Werkzeuge wären mit Sicherheit hilfreich bei der Pandemiebewältigung und bei der Vermeidung / Reduzierung der weitreichenden Einschränkungen.

“...Schnelltests können bei der Pandemieeindämmung eine große Rolle spielen", sagt auch Claudia Denkinger von der Uni Heidelberg.... ... nach dem momentanen Stand seien die meisten sehr gut darin, Menschen ausfindig zu machen, die infektiös sind. Und neuere Studien zeigen auch, dass die Zahl der Falsch-Positiven sehr gering ist (zum Beispiel MedRxiv: Hoehl et al., 2020)...“

“...es würde unserem Ermessen nach die Testbereitschaft und Akzeptanz der Quarantäne erhöhen... ... dass ein Freitesten von Kontaktpersonen durch einen negativen Schnelltest bereits sieben Tage nach dem Kontakt ähnlich effektiv ist wie die gegenwärtigen Quarantäneregelungen (The Lancet Public Health: Quilty et al., 2021)...“
 
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Schon gelesen?

Die Fantastischen Vier haben eine Corona App entwickeln lassen mit der die lästige Namenserfassung bei Besuchen von Lokalen und Veranstaltungen entfallen könnte.

 
falconeye kommentierte

Es gibt einen Unterschied zwischen Luca und darfichrein: darfichrein ist bereits mit der Software SORMAS der Gesundheitsämter integriert. Allerdings werden Nutzer, die sich registriert haben, nicht automatisch per App informiert, sondern müssen vom GA kontaktiert werden, z.B. per generierten EMails. Das macht Luca besser (oder soll es), es informiert die Nutzer automatisch.
 
Ernie62 kommentierte

Darf ich was fragen: Du beschäftigst dich mit Mathematik?
Finde ich gut, die Mathematik ist ehrlich und kann, wie die gesamte Naturwissenschaft, nicht durch Politik beeinflusst werden.
 
falconeye kommentierte
Darf ich was fragen:
Klar. Die meisten wissen es schon, ich hab mal als PostDoc in Theoretischer Physik gearbeitet, dann in der IT, hab nun eine kleine Beratungs- und SW-Firma. Und fotografiere nebenbei
 
HaDiDi kommentierte
Von Luca habe ich das erste Mal in der Sendung vn Markus Lanz....

Habe gerade mal in die Lanz-Sendung reingehört und war angenehm überrascht, Frau Woopen und und auch Herr Feldenkirchen
haben deutliche Kritik an der Bundesregierung geübt. Einige Sätze konnte man von mir, in ähnlicher Form, schon vor Monaten hier lesen (haben mir manchmal Ermahnungen und den Rotstift eingebracht). Zumindest freut es mich, dass das Totalversagen der Regierung in der Corona-Pandemie nun auch in Mainstream-Sendungen formuliert wird.

Letztendlich muss jemand die Verantwortung für viele tausend Tote (und wirtschaftliche Kollateralschäden) übernehmen, die alle durch technische und organisatorische Maßnahmen hätten vermieden werden können.
 
bernhard64 kommentierte

„Letztendlich muss jemand die Verantwortung für viele tausend Tote (und wirtschaftliche Kollateralschäden) übernehmen,“
Selbst Trump kommt ungeschoren davon - was erwartest Du?
Übernahme von Verantwortung war bisher nur ansatzweise bei Ramelow zu spüren. Wenn’s jemand macht, dann Merkel - nach der Wahl. Alle anderen werden sich hinter Spahn anstellen in die Reihe derer, denen man zu verzeihen hat.
Obwohl ich und mein Umfeld fast keinerlei Einschränkungen durch Corona zu verzeichnen hatte (dank fränkischer Eigenbrötelei in einer dünnstbesiedelten Gegend muss ich 8,5m auf die Leute zugehen um 1,5m Abstand zu haben), habe doch ein wenig Wut im Bauch über die Bräsigkeit, mit der unser Führungspersonal das Ganze angeht. Umwieviel mehr muss das bei Angehörigen von Coronatoten oder wirtschaftlich Geschädigten sein. Das Wahljahr wird spannend.
 
Da jatzt die Presseinfo raus ist, kann ich Euch hier auch informieren. Unser Luftreiniger-Test läuft gerade, bald gibt es die Ergebnisse. Hat leider alles länger gedauert als gehofft ...

"+ + + + P R E S S E I N F O R M A T I O N + + + +

Luftreiniger und Corona: Ein umfangreicher Gerätetest an der Hochschule Coburg prüft die Herstellerangaben

Im Auftrag des Bundesverbandes Schimmelpilzsanierung (BSS e.V.) testet die Hochschule Coburg, unter der fachlichen Leitung von Professor Klaus-Stefan Drese, elf verschiedene Luftreiniger, die für die meisten Einsatzorte in Frage kommen und deren Anschaffungskosten zwischen ca. 500 bis 1.500 € liegen.

Seit Sommer 2020 diskutieren Experten, Politiker und Medien den möglichen Nutzen von Luftreinigern. Einige Bundesländer haben daraufhin Fördergelder für Luftreiniger in Schulen freigegeben. Aber nicht nur für Schulen, sondern für alle Räume, in denen Personen verschiedener Haushalte aufeinander treffen sind Luftreiniger eine wirksame Maßnahme, um die Infektionsgefahr zu reduzieren. Zu empfehlen ist die Verwendung von Luftreinigern insbesondere in Arztpraxen, bei Physiotherapeuten sowie nach dem Lockdown in Friseurgeschäften, Nagel- und Tattoostudios, Kunden- und Besprechungsräumen von Banken, Steuerberatern, Notaren, Versicherungsbüros, aber auch in kleineren Fachgeschäften.

Welche Luftreinigungsgeräte halten ihr Werbeversprechen?

Die Werbekampagnen von Herstellern und Händlern laufen seit Mitte 2020 auf Hochtouren. Es werden zahlreiche Modelle angeboten, die nach den Werbeaussagen der Hersteller zur Beseitigung von Viren geeignet sind. Es sind teils fachlich fundierte, aber auch absurde Angaben zu finden. Darunter auch Behauptung wie, das beworbene Gerät sterilisiere die Luft. Die Hersteller versprechen besonders gute Wirksamkeit aufgrund spezieller Techniken und Filterleistungen. Manches ist überflüssig, aber teuer, wie der Einsatz von H14-Filtern oder schlicht unglaubwürdig. Der Gerätetest geht auch der Frage nach, ob preiswerte Geräte wirklich die versprochene Wirkung und Leistung haben.

Orientierungshilfe für Endverbraucher

Der Laie ist bei der Auswahl des für seine Ansprüche und Räume am besten geeigneten Luftreinigers sicher überfordert. Grundsätzlich ist kritisch zu hinterfragen, ob ein Luftreiniger für wenige hundert Euro tatsächlich wirkungsvoll kleinste Partikel aus der Luft filtern kann.

Seit dem Ausbruch der Covid-19 Pandemie werden geeignete Maßnahmen zur Reduzierung der Virenbelastung in der Raumluft gesucht. Ziel der aktuellen Testreihe ist es, in erster Linie die Herstellerangaben zu prüfen und die Geräte untereinander zu vergleichen. Der BSS e.V. erhofft sich fundierte Daten, um den Verbrauchern bei der Auswahl des richtigen Gerätes eine Orientierungshilfe geben zu können. Die Ergebnisse werden im März 2021 vorliegen.

Über den BSS e.V.

Die Mitglieder des Bundesverbandes Schimmelpilzsanierung e. V. beschäftigen sich professionell mit der Prävention, Begutachtung und Beseitigung von Schimmelschäden in und an Gebäuden. Das Ziel des Verbandes liegt in der Information von Verbrauchern, Behörden und Fachbetrieben über die Gesundheitsrisiken mikrobieller Belastungen und über die optimale Behandlung von Befallsvorkommen."


Hier unsere Presseinfo vom letzten Herbst zum Einsatz von Luftreinigern:
 
4 Kommentare
falconeye kommentierte
Normalerweise hat man eine solche PM raus, wenn die Ergebnisse vorliegen, nicht davor ...
 
bernhard64 kommentierte

wir wollen ja nicht zum Mars fliegen . Aber selbst da gibts ne Meldung, wenn man losfliegt und nicht erst nach der Landung. Und wir werden sicher nicht mit einem Gerät auf Tingeltour gehen wie manch andere ...
 
Ernie62 kommentierte
Die reine Präsenz und der Betrieb reichen aber nicht. Dazu kommt die Wartung / der Filtertausch. Dann stellt sich die Frage: Welche Wartungskosten entstehen für einen funktionalen Betrieb? - Drucker bekommt man auch günstig, aber Tinte oder Toner kosten viel.
 
bernhard64 kommentierte

Das ist eines der Ziele, die wir mit dem Test verfolgen: Wie lange halten Filter und Vorfilter und was kosten die.
 
Das Passauer Lifestyle- und Werbemagazin "Paparazzi" publiziert seit Beginn der Pandemie Corona-verharmlosende Texten und schlimmeres. Der Deutsche Presserat sieht sich nicht zuständig, da das Magazin kostenlos verteilt wird. Manche Werbekunden wollen ihre Anzeigen zurückziehen, kommen aber aus dem Vertrag nicht raus. br.de greift das Thema hier auf:

 
Kommentar
Es ging ja gestern schon durch die Medien: Bayern will lockern. Wie das genau aussehen soll, darüber berät heute das bayerische Kabinett. Um 13 Uhr gibt es die dazugehörige Pressekonferenz, zu sehen u.a. auf phoenix und bei YouTube
 
1 Kommentar
Kay kommentierte
Hugo meint : Da hat er doch glatt so ganz aus Versehen gelesen vom bayrischen Kabarett ...
 
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