Guten Morgen zusammen
Ich bin gestern Abend viel zu spät ins Bett gegangen, weil ich aktuell auf Twitter verfolgt habe, wie Drosten und seine Kritiker sich von einem Bild-Artikel distanzierten. Das war sozusagen Geschehen in Echtzeit, was ich da beobachten konnte.
Auslöser war ein Tweet von Drosten mit einer Anfrage der BILD, sich binnen einer Stunde zu diversen kritischen Zitaten von Wissenschaftlern zu seiner Studie zur Virenlast bei Kindern zu äußern. Die Tendenz des geplanten Artikels war da schon gut zu erkennen und die Anfrage reine Augenwischerei, weil der Artikel bereits vor Ablauf der Antwortzeit online stand.
Dann ging es Schlag auf Schlag: die zitierten Wissenschaftler, meist Statistiker, äußerten sich auf Twitter in Echtzeit und distanzierten sich von dem Artikel und den darin aus dem Zusammenhang gerissenen Sätzen. Einer der Professoren legte sich sogar eigens dafür einen Twitteraccount an.
Die Bild machte aus einer üblichen wissenschaftlichen Diskussion einen nicht existenten Skandal. Ich weiß, das ist dort so üblich und nichts neues. Aber so langsam aber sicher halte ich das Verhalten der Redaktion nicht mehr nur für unseriös, sondern für gefährlich.
Aus einer Debatte über statistische Methoden wurde nämlich diese Schlagzeile:
FRAGWÜRDIGE METHODEN - Drosten-Studie über ansteckende Kinder grob falsch Wie lange weiß der Star-Virologe schon davon?
Quelle
Der Spiegel hat dazu Prof Stoye interviewt. Quelle:
www.spiegel.de
Warum schreibe ich darüber so ausführlich, wenn es doch nichts neues ist? Weil ich gestern das erste Mal direkt mitverfolgen konnte, wie sich solche gestreuten Falschinformationen, schön reißerisch präsentiert, verbreiten und wie sie hochqualifizierte Wissenschaftler, die sich den A.... aufreißen, um so viel Erkenntnisse wie möglich zu SARS-CoV-2 zu gewinnen, die uns weiterhelfen können, in Atem halten und ihnen Zeit stehlen, die sie besser für ihre Arbeit verwenden könnten.
Ich bin gestern Abend viel zu spät ins Bett gegangen, weil ich aktuell auf Twitter verfolgt habe, wie Drosten und seine Kritiker sich von einem Bild-Artikel distanzierten. Das war sozusagen Geschehen in Echtzeit, was ich da beobachten konnte.
Auslöser war ein Tweet von Drosten mit einer Anfrage der BILD, sich binnen einer Stunde zu diversen kritischen Zitaten von Wissenschaftlern zu seiner Studie zur Virenlast bei Kindern zu äußern. Die Tendenz des geplanten Artikels war da schon gut zu erkennen und die Anfrage reine Augenwischerei, weil der Artikel bereits vor Ablauf der Antwortzeit online stand.
Dann ging es Schlag auf Schlag: die zitierten Wissenschaftler, meist Statistiker, äußerten sich auf Twitter in Echtzeit und distanzierten sich von dem Artikel und den darin aus dem Zusammenhang gerissenen Sätzen. Einer der Professoren legte sich sogar eigens dafür einen Twitteraccount an.
Die Bild machte aus einer üblichen wissenschaftlichen Diskussion einen nicht existenten Skandal. Ich weiß, das ist dort so üblich und nichts neues. Aber so langsam aber sicher halte ich das Verhalten der Redaktion nicht mehr nur für unseriös, sondern für gefährlich.
Aus einer Debatte über statistische Methoden wurde nämlich diese Schlagzeile:
FRAGWÜRDIGE METHODEN - Drosten-Studie über ansteckende Kinder grob falsch Wie lange weiß der Star-Virologe schon davon?
Quelle
Der Spiegel hat dazu Prof Stoye interviewt. Quelle:
"Bild"-Artikel über den Virologen Drosten: „Ich will nicht Teil einer Kampagne sein“
"Bild" unterstellt dem Virologen Christian Drosten "fragwürdige Methoden" bei einer Studie. Doch vermeintliche Kronzeugen des Boulevardblatts distanzieren sich von der Berichterstattung.
Warum schreibe ich darüber so ausführlich, wenn es doch nichts neues ist? Weil ich gestern das erste Mal direkt mitverfolgen konnte, wie sich solche gestreuten Falschinformationen, schön reißerisch präsentiert, verbreiten und wie sie hochqualifizierte Wissenschaftler, die sich den A.... aufreißen, um so viel Erkenntnisse wie möglich zu SARS-CoV-2 zu gewinnen, die uns weiterhelfen können, in Atem halten und ihnen Zeit stehlen, die sie besser für ihre Arbeit verwenden könnten.
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Kommentare
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Die vermeintlichen Reinfektionen die da mal publiziert wurden, hat Drosten im Podcast ja mal mit Mentalitätsunterschieden zwischen Asien und Europa erklärt. Die Asiaten würden da strikt nach Protokoll vorgehen und wenn dann nach zwei Wochen plötzlich wieder positive Ergebnisse erscheinen, wird das so eingetragen. In Europa würde man sowas schneller hinterfragen.
Südkorea macht einen Schritt zurück:
www.tagesschau.de
Neuinfektionen: Südkorea macht einen Schritt zurück
Museen, Parks und Theater werden in Seoul für zwei Wochen wieder geschlossen. Denn: In Südkorea steigen die Infektionszahlen wieder. Die Regierung will eine zweite Corona-Welle auf jeden Fall verhindern.
Eigene Anmerkung:
Die Arbeit hat die Viruslast in PCR-Proben gemessen, also nicht nur positiv/negativ. Besonders die Webasto-Fälle aus dem Januar waren hier besonders wichtig, da hier asymptomatische Kinder gemessen wurden. Später während der Epidemie waren es vor allem symptomatische, hospitalisierte Kinder, die sich in der Viruslast unterscheiden (eher geringer!). Die Ergebnisse sind nun im Mai so relevant, dass fachfremde Wissenschaftler darüber publizieren. Ich finde das erstaunlich. Die Welt sollte doch grösser sein, d.h., die Erkenntnisdichte viel größer, als dass Ergebnisse aus dem Januar/Anfang Februar nun neu sind. Scheinbar misst sonst kein Labor nebenher auch mal die Viruslast. Deutsche Gründlichkeit? Vermutlich schon, denn auch bei Positiv- nach Negativtests hatte das Labor von Drosten schon immer berichtet (u.a. halt im Podcast), dass diese Wieder-Positiv Proben von inaktiven ("toten") Viren stammen, nicht von einer Reinfektion. Inzwischen ist dies, Monate später, auch in Asien publiziert worden.