Es gibt einige aktuelle Interviews mit Streek, u.a YT d6uKzUON5SA ("
phoenix persönlich mit Virologe Prof. Hendrik Streeck").
Er räumt meine Kritik bzgl. der nicht repräsentativen Demografie der Infizierten seiner Studie nicht aus, aber sei's drum. Er spricht einen anderen wichtigen Aspekt an:
Die
Infektionsdosis
in einem anderen Interview nennt er sie die am meisten unterstudierte Eigenschaft des Virus.
Er macht folgende Beaobachtungen:
1. Die Mitglieder der Kappensitzung in Gangelt hatten im Mitel einen schwereren Verlauf. Dies war ein Super-Spreader-Event. Er vermutet, dort war auch die Infektionsdosis hoch.
2. Die Rate asymptomatischer Verläufe in Gangelt ist 22%, zieht man die Infizierten der Kappensitzung ab, 36%. Er vermutet, bei geringerer Infektionsdosis sinkt ggfs. auch der Anteil symptomatischer Verläufe.
3. Ein möglicher saisonaler Einfluß, und Einfluß der Maskenpflicht, könnte sich positiv auf Infektionsdosis und damit die Schwere der Verläufe auswirken. Und entsprechend negativ im Herbst.
Ich möchte noch einen Aspekt hinzufügen:
Die Mitglieder der Kappensitzung waren eher jung. Wenn die Infektionsdosis ausserhalb eher gering war, spricht dies wiederum dafür, dass die gemessene CFR nicht repräsentativ für die Gesamtdemografie ist. Und diese wiederum von weiteren Faktoren, wie Klima und Hygienevorschriften abhängt.
Ein weiterer Aspekt: der jüngst in China überraschend positiv verlaufene Test mit einem Totimpfstoff gibt muMn einen Hinweis darauf, dass so etwas wie eine "Mikrodosis" auch impfend wirken könnte. Ich denke, hier müsste verstärkt geforscht werden.
Ach, und noch eine Erwähnung: Streek's Labor macht für den Großraum Bonn auch PCR Tests. Und da ist zuletzt zu seiner eigenen Überaschung nur noch jeder ca. 800ste Test positiv. Das RKI gibt hier Raten von ca. 3% an, glaube ich. Raten unter 0.1% sprechen dafür, dass man das Virus über den Sommer vielleicht doch ausrotten kann (das sage jetzt ich). Besser wärs, denn "der Winter naht"
Bonn und Umland liegen aktuell übrigens bei einer 7-Tages Inzidenz von 4/100.000.
Bei einer Test-Positiv-Rate von 0.1% oder weniger (1/2000 auf Bevölkerungsebene) wären übrigens Pooltests hocheffizient und könnten benutzt werden, Gesamtbevölkerungen durchzutesten, um die wenigen übrig gebliebenen Virusträger zu isolieren. Ein Landkreis mit 100.000 Einwohnern benötigt so nur ca. 200 PCR Tests, was ein lokales Labor an einem Tag problemlos schafft. Natürlich machen die Abstriche Aufwand ...
Hör mal in den Podcast rein. Da wird auch diskutiert, dass die App in Südkorea eher nix bringt, bzw. warum nicht.