Hallo Stephanie,
mich hat seit einem halben Jahr (mit Anbruch der finsteren Jahreszeit etwa) auch die Blitzerei "gepackt", wobei auch mein Hauptinteresse (übrigens rein hobbymäßig) bei der Personenfotografie liegt. Das darf dann natürlich auch mal ein Portrait sein.
Meine Erfahrungen bisher:
Alles, was "Blitzguru" CMYK hier (und in anderen Beiträgen) schrieb, stimmt.
Eine fantastische Quelle und ein Füllhorn an Infos ist die schon mehrfach genannte "strobist"-Bewegung. Ich bin sogar soweit gegangen und habe mir die Archive heruntergeladen und gedruckt, habe jetzt ein tolles Buch.

(Ich lese weitaus lieber auf Papier als am Bildschirm).
Es gibt ein Buch "Lowbudgetshooting", in dem ebenfalls etliche Ideen und Infos Blitz-/Studiofotografie betreffend zu finden sind. Zwar nicht unbedingt auf Portraits aufgebaut, aber wenn ich ein Glas mit Spaghettis zusammen mit einer Flasche Rotwein oder eine sprudelnde Wasserflasche belichtungstechnisch nach Wunsch hinbekomme, ist es für Portraits doch durchaus vergleichbar. Ggf benötigt man größere Abstrahlflächen des Lichts, also Durchlichtschirm, Softbox, Reflektor etc.
Auch ich wollte nun zu meinen SB 24/26 ein Studioblitzgerät haben, mit Dauerlicht habe ich es im Studio nicht so. Seit etwa 3 Wochen ist es 3-4 mal wöchentlich im Einsatz, hauptsächlich, um die passenden Blenden/Belichtungszeiten bei unterschiedlichen Abständen zwischen Blitz und Motiv sowie zwischen Motiv und Hintergrund bei unterschiedlicher Beschaffenheit des Hintergrundes mit Berücksichtigung diverser reflektierender/unreflektierender Flächen (Wände, „Neger“ …)
und teilweiser Einbeziehung einer zweiten Lichtquelle (bei mir SB26, ausgelöst durch Hauptblitz) herauszufinden – mit anderen Worten, ich probiere augenblicklich viel.
Falls Du ein Studioblitzgerät kaufen willst, achte darauf, dass es zum hauptsächlich vorgesehen Raum passt – bei den mir zur Verfügung stehenden zwischen 4x5 bis 6x7 m großen reicht ein Blitz mit 200ws, wie das Genesis 200 von Calumet. Das hat den Vorteil, dass es sich um 5 Blendenstufen runterregeln lässt. Die oft genannten Walimexe haben maximal 4! Wenn ich dicht am Motiv leuchten will, komme ich mit der kleinsten Leistungsstufe sowie der geringsten Empfindlichkeit meiner Kamera (100 ISO) schwer unter Blende 5,6! Die Argumente, man könnte einen leistungsstärkeren Blitz verwenden und mit Filterfolien reduzieren, ziehen nicht so. Jemand, der WIRKLICH viel und an unterschiedlichen Orten blitzt (bzw. blitzen will …) hat dann eben mehrere, individuell einsetzbare Blitze – ganz so, wie wenn sich jemand mehrere Objektive leistet
Dann: so ein Studioblitz auf Stativ, mit Schirm oder Softbox ist ein ganz ordentlicher Oschi! Wenn man davon zwei (oder noch mehr) nutzen will, braucht man gewaltig Platz! Ohne Umräumen in einer Wohnung (bedenke Dachschrägen!) ist kaum was zu machen. Und denke daran, dass solche Blitze eben ohne 220 Volt recht unbrauchbar sind. Stromzufuhrkabel müssen bei Positionswechsel manchmal auch umgestöpselt und können – wie Auslösekabel machmal auch – zu Stolperfallen werden.
Stephanie, ich würde an Deiner Stelle folgendes tun:
1. Leiste Dir den SB 800. Außer den etwas kniffligen Situationen, die hier besprochen werden, wirst Du sicher auch Gelegenheiten haben, in denen Du froh bist, den Blitz (vielleicht mit einem "Joghurtbecher") bequem auf der D80 zu haben und einfach "loszuballern", zusätzlich hast Du aber die Option des kabellosen Blitzens!
Einen SB 26 (übrigens bis 1/64 herunterzuregeln = 7 nutzbare Blendenstufen, Christoph!) empfehle ich Dir allenfalls als Zweitblitz – die tollen Automatiken der D80 im "Normalfall" kannst Du damit nicht nutzen!
2. Leiste Dir ein Kabel (SC-17/19??? Finde gerade nicht die aktuelle Bezeichnung), das Du von der Kamera zum Blitz legst und diesen auf einen Notenständer/Mikrofonstativ (herrlich günstig und für die kleinen Blitze dicke ausreichend!) stellst. Allein von der Trennung Blitz – Kamera hast Du erheblich bessere Ausleuchtungen! Und dazu alles iTTL genau gemessen und gesteuert! Alles Strobist-mäßig auf "Manuell" schalten geht nach Bedarf natürlich auch ... Hintergrund-/"Kopf"licht machst Du mit dem SB26, falls vorhanden. Ansonsten: In einen Baumarkt gehen, einige Styroporplatten (ca 1m x 50 cm, etwa 1,50 Euro) kaufen. Aus dem Supermarkt Alu-Folie oder eine Rettungsdecke aus der Apotheke (eine Seite silber, eine gülden!) besorgen, mit Styroporkleber auf die Platten kleben und hinter und/oder seitlich Deines Motives aufbauen. Du wirst staunen, was alles an Licht bei Deinem Motiv ankommt.
3. und nach meiner Erfahrung wichtigster Punkt: Mach Dir Pläne und setze sie möglichst konsequent um. Wenn DU und Deine Modelle damit zufrieden sind, ist alles bestens.
Und es könnte (wie bei mir geschehen) durchaus zur Steigerung Deiner Produktivität führen, wenn Du Dich nicht zu sehr vom Forum ablenken lässt!
