Naja, Winogrand war meiner Ansicht nach ein verklemmter Spanner.
Alle seine Bilder sehen aus wie heimlich draufgehalten, wenn er eine
Frau scharf fand, und ein im Kreis laufendes Video das ihn beim Knipsen
zeigt stützt diese Ansicht. Er dreht sich weg wenn er bemerkt wird, tut
so als ob er woanders hinguckt, dreht die Kamera wieder in Richtung
seines Opfers als es sich wegdreht - und hastig wieder weg, als das Opfer
noch mal guckt, er verschluckt sich dabei fast.
Da ist nicht ansatzweise das Auge und die Gestaltung von Vivian Maier
zu sehen, die Bilder haben mehrheitlich etwas schmieriges, übergriffiges.
Lindbergh steckt Models in Designerfummel, lässt sie zwischen zufälligen
Passanten oder zufällig aussehenden Statisten über Bürgersteige in New
York stelzen. Getürkte Streetfotografie. Bei ein zwei Bildern ganz lustig, aber
danach sieht eins wie das andere aus.
Wie gesagt - die ganze Ausstellung fand ich persönlich erschreckend platt
und eindimensional. Bilder wiederholten sich, wenn man so will gab es nur
eine Handvoll Motive die lediglich durch wechselnde Peronen darauf variierten.
Von anderen habe ich ähnliche Kommentare gehört, aber natürlich wird die
Ausstellung auch ein paar Fans haben. Irgendwer hat den Mist ja schliesslich
kuratiert und aufhängen lassen.
Einmal mehr wünscht man sich Wolfgang Lippert zurück.